BZ messen bei Einzug

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Grützner

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16.02.2016
Nordhastedt
Moin zusammen,

ich meine gelesen zu haben das bei Einzug eines Bewohners in eine Altenpflegeeinrichtung nur Blutzucker gemessen werden darf, wenn er auch tatsächlich an Diabetes erkrankt ist. Ich finde aber nirgends etwas dazu. Es muss doch irgendwo dazu etwas rechtliches geben. Ich weiss das viele das einfach machen um für sich auf der sicheren Seite zu sein, aber ohne Indikation der Erkrankung oder einer AVO darf das ja rechtlich nicht gemacht werden. Notfallsituationen habe ich jetzt erstmal ausgeklammert. Wenn mir einer etwas schriftliches geben könnte, wäre ich sehr dankbar (egal in welche Richtung).
Danke schon mal im voraus :)
 
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Da es eine Körper verletzende Untersuchung ist, ist zunächst das Einverständnis des Bewohners nötig. Ohne einen medizinischen Grund ist die Notwendigkeit nicht da.

Welcher Arzt verschreibt euch da die Lanzetten, Teststreifen, das Messgerät etc? Es ist für sowas eine AVO nötig, in der geregelt ist, wie oft gemessen werden soll und was bei auffälligen Werten zu tun ist.
Macht ihr auch Urinstix beim Einzug? Daraus würden sich viele Werte ableiten lassen, ggf sogar Verdachtsdiagnosen.
Wie wäre es mit Hör- und Sehtests beim Einzug? Und dann würde ich gleich noch den Zahnstatus erheben. Auch als Fachkraft kann man dort Defizite ausmachen.
Nunja, wenn man schon den Einzug perfekt machen möchte, dann aber auch auf okkultes Blut im Stuhl testen. Die Teststreifen bekommt man beim gleichen Arzt rezeptiert, der euch auch die BZ-Teststreifen für einen nicht-Diabetiker ausstellt ;)
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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Cutter ich muß gestehen das ich nicht so ganz verstehe warum Du den Grützner so angehst.

Rein grundsätzlich währe es wünschenswert wenn ein Zuckertest gemacht würde, da ein unerkannter Diabetes bei Alten menschen nicht selten der Fall ist.
Andererseits ist es traurig wenn dies nicht bei den Routine Untersuchungen der Hausärzte gemacht wird.

Aber ich gehe doch gerne mal auf Dein schreiben ein, aus der Sicht einer Pflegekraft die regelmäßig Patienten die .... sagen wir mal nicht so gut überwacht und vermeidbar in die Klinik kommen ;-)

Zuckertest kann den einen oder anderen Hyperglykämischen Schock vermeiden, wenn es routinemäßig, ( von wem auch immer ) gemacht würde.
Sprich für mich wäre es ein Qualitäts Pluß für eine Pflegeeinrichtung, wenn sie ggf. mal bei Rossmann, Kaufland oder anderweitig relativ Günstig BZ Sticks kaufen würde und Lanzetten gibts im Hunderter pack auch für 8€.

Macht ihr auch Urinstix beim Einzug?
Guter Plan, da eh sehr viele alte Menschen mit unentdeckten Harnwegsinfektionen rum rennen.....
(Faszinierend wie viele Ommis und Oppis plötzlich keine Windel mehr brauchen, wenn man in der Klinik eben mal sonen Stix gemacht hat und festgestellt hat das die nen Harnwegsinfektion haben, diesen therapiert hat und schwubs kann die Teure Windel wech gelassen werden :) )
Und würde so manche Einweisung mit Urosepsis in die Klinik vermeiden können, nicht zu vergessen Nierenbeckenentzündung und alles was aufsteigende Keime so verursachen können.

Wie wäre es mit Hör- und Sehtests beim Einzug?
Wie währe es mit Ausgebildeten Pflegepersonal ? Die sollten erkennen ob ein Bewohner sehr schlecht guckt oder hört, allerdings muß man dazu mit seinen Leuten Sprechen ;-)

Und dann würde ich gleich noch den Zahnstatus erheben
Guter Plan, zum einen würde es so manche Mangelernährung verhindern, und auch die vielen sehr Ungesunden Sekundärerkrankungen, die durch die Streptokokken verursacht werden können.

dann aber auch auf okkultes Blut im Stuhl testen
Auch ne gute Idee
zumindest wenn die Bewohner Blutgerinnungshemmer bekommen, könnte so manche Lebensbedrohliche Klinikeinweisung wegen heftiger Anämie verhindern.

Ach das währe schön und würde den Kliniken viel Arbeit erleichtern und vor allem den Bewohnern viele Klinikaufenthalte ersparen :)

Währe vielleicht mal eine Idee, wenn ein Pflegeheim da einmal eine Studie machen könnte, vielleicht in Absprache mit der Krankenkasse, keine Ahnung wie sowas funktioniert, oder nem Arzt.

Die von Dir vorgeschlagenen Untersuchungen machen und dann einmal aufs Jahr betrachtet schaun ob es weniger teure Krankenhausaufenthalte gibt.

Oder fürs Pflegeheim für wenig Geld umsetzbar.....
1x im Quartal Urin test und wenn Leukozyten drinn sind Urinprobe zum Hausarzt passende Therapie
Mit der Frage : wie viel Geld kann ich an Windelhosen und allem anderen das durch Inkontinenz verursacht wird einsparen. Zuzüglich die Arbeitszeit die gepaart wird, wenn nicht so viele Windeln gewechselt werden müssen.
 
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Cutter

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16.11.2008
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@Willy_Wuff Oh weh, Du hast ja Recht. Es klingt wirklich blöd. Hätte es mir nochmal besser zwischen den Zeilen durchlesen sollen. Mein Sarkasmus im 2. Absatz ist etwas übertrieben.
Im Sarkasmus steckt auch ein bisschen Gedankengut. Und ich sehe es genau wie Du: Es sind nur kleinere Untersuchungen, aber sie decken ein recht breites Spektrum an den gängigen Erkrankungen der Bewohner ab. Da wir aber immer kostensenkender arbeiten müssen und diese Leistungen nicht bezahlt werden, bleibt uns nur, uns auf unsere Sinne und unser Wissen zu verlassen, um sowas zu erkennen. Und da das Wissen in den letzten Jahren der Ausbildungen deutlich zurückgegangen ist (Altenpflegeausbildung) bleibt eben Vieles unentdeckt.

@Grützner Entschuldige bitte, meinen übertriebenen Sarkasmus in meinem vorherigen Beitrag.
Eine rechtliche Regelung zur BZ-Messung beim Einzug wird es wohl nicht geben. Aber möglicherweise in euren Expertenstandards. Vielleicht gibt's bei euch ja eine hausinterne Regelung dazu.
Man kann eine Menge "Messungen" durchführen, um auf mögliche unentdeckte Diagnosen zu stoßen. Als Pflegekräfte bleiben uns aber meist nur unser Wissen, die Patientenbeobachtung und interne Kommunikation mit den Kollegen, um Symptome, Syndrome oder gar Verdachtsdiagnosen zu erkennen. Dann wird gehandelt und der entsprechende Arzt informiert. Da erzähle ich Dir vermutlich auch nichts Neues.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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Das mir dem wissen ist so ein Problem, denn es nutzt uns nix wenn wir für exorbitant viele Bewohner bzw. Patienten zuständig sind.
Langsam komme ich zu der Überzeugung das das vermeidbare vorzeitige Ableben unserer alten und kranken beabsichtigt ist.

Ist in der klinik nicht anders. Letztens hatten wir wieder aus dem bettenring nen patienten auf der überwachungsstation mehr tod als lebendi.
Unser Arzt hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gefragt wie das angehen könne das einiges nicht vorzeitig bemerkt wurde.
Mein einziger kommentar : 1 pflegekraft 1handlanger 20 Patienten.....
Noch Fragen ?
Mal erinnert im Europäischen Schnitt behandeld eine Krankenpflegekraft 5 bis 8 Patienten.
Und so wie ich es hier lese gehts den Kollegen in den Pflegeheimen nicht besser.
 
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Wir sind im Schnitt für 80 Bewohner mit 1 Pflegefachkraft und 4 Helfer/Schüler besetzt.

Und damit sind viele PFK's überfordert. Um sowas dauerhaft zu schaffen müssen die schon aus ganz besonderem Holz sein. Und die sind sehr selten. Ungefähr alle 8 Wochen ist eine PFK verschlissen und dann kommt die nächste oder, übergangsweise, ein Freiberufler.

Super traurig das Ganze. Achtung Sarkasmus: Aber Hauptsache der Rubel rollt.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Naja, der arbeitstag hat 7,7 stunden, dividiert durch 80 bewohner, wie sagt ein kollege hier immer so schön, man muss kein raketen wissenschaftler zu sein um zu wissen das da viel geld für null betreuung ausgegeben wird.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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foren123 und was hat das Buch mit dem diskutierten Thema zu tun ?
Abgesehen davon das Medizinisch Arbeitendes personal in der regel diesbezüglich ausreichend eigene Erfahrungswerte hat ;-)
 
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Grützner

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16.02.2016
Nordhastedt
Danke für eure Gedanken und @Cutter, alles gut. Sicher kann man viele Untersuchungen beim Einzug machen. ich denke aber direkt da sollte es nur das wichtigste sein. Denn darauf muss reagiert werden. Zahnstatus, Urin, Hören und Sehen erfolgt in nächster Zeit. ich denke jede bessere Fachkraft sieht einiges und reagiert auch darauf.
ich wollte eigentlich auf die rechtliche Schiene wegen BZ. Denn dies ist, ohne AVO, immer noch eine Körperverletzung und darf ohne Zustimmung der Person nicht durchgeführt werden. Ich halte vieles für wichtig und richtig, doch stehe oft vor dem Gesetz und Vorgaben von sogenannten Weisen die mit den Standards und Gesetzen immer der Meinung sind, das ist die Weisheit pur. Ob umsetzbar, gut oder richtig, das wird erst dann nach Jahren hinterfragt. Und bei den Pflegekräften schon mal gar nicht.
Sicher kann man mit vielen Tests am Anfang in der Zukunft Kosten sparen, aber welche Einrichtung will Geld investieren, damit der Bewohner weniger zahlen muss? Das sind Kosten die ja auch wieder rein kommen müssen. Aber Wirtschaftlichkeit spricht da leider gegen.
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Wirdschaftlichkeit hin und her ..... leider habe ich den Eindruck das es bei den meißten Einrichtungen, egal ob Pflegeheim oder Klinik, nicht um die Wirtschaftlichkeit geht.
Klar muß ein Unternemen Wirtschaftlich arbeiten.

Aber in der Zwischenzeit wird in Deutschland auf kosten von leben und Gesundheit der Alten und Kranken schamlos Kasse gemacht.
Und da hört das Geflenne wegen Wirtschaftlichkeit langsam auf.

Korian gibt Halbjahresergebnis 2018 bekannt: Reingewinn steigt
Raubritter in der Pflege

Eines von vielen Beispielen.
Bei Klinikkonzernen schaut es nicht besser aus.

Selbstverständlich gibt es auch ein paar wenige Einrichtungen die wirklich nur auf ihre Wirtschaftlichkeit achten, komisch die fallen immer als extreme positiv beispiele auf.

Wie war das noch ?
Der Wert einer Gesellschaft lässt sich im Umgang mit ihren Alten und Kranken bemessen......
unsere Gesellschaft ist in der Zwischenzeit nach dieser Definition zum Sondermüll verkommen.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Menschenkind

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18.12.2012
Es sollte eine rechtlich begründete Antwort sein...da kann ich gerne aushelfen!

In §1 Heilpraktikergesetz steht folgendes:
(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.
(2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.
(3) Wer die Heilkunde bisher berufsmäßig ausgeübt hat und weiterhin ausüben will, erhält die Erlaubnis nach Maßgabe der Durchführungsbestimmungen; er führt die Berufsbezeichnung "Heilpraktiker".

Absatz (1) und (3) definierten, dass Heilkunde nur Ärzte und Heilpraktiker ausüben dürfen. Absatz (2) definiert, was Heilkunde ist - nämlich die berufsmäßige Ausübung von Tätigkeiten, die Krankheiten heilt, lindert oder feststellt.

Wenn also eine Pflegekraft von sich aus (ohne ärztliche Delegation) einen diagnostischen Test ausführt, wie z.B. das BZ-Messen, so übt er unerlaubt Heilkunde aus!

Gleichzeitig erklärt dies, warum eine klare Indikations- und Therapieangabe bei Verordnungen und Bedarfsanordnungen für Pflegekräfte so wichtig ist! Es ist schlichtweg einer Pflegekraft nicht erlaubt, festzustellen, wann ein bestimmtes Medikament zu verabreichen ist...aber ich schweife ab...das ist off-Topic.

Lieben Gruß vom Menschenkind
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
In wie weit das Heilpraktiker gesetz auf qualifiziert ausgebildetes medizinisches Fachpersonal anwendung findet, muss ich gestehen weiss ich nicht, würde aber sicherlich interessand sein, wenn man das mit dem krankenpflegegesetz vergleicht.
Denn zu unseren gesetzlich verankerten Pflichten gehört die Prophilaxe und die Gesunheitserziehung und wenn zur erfüllung dieser verpflichtungen einfache und nicht invasieve diagnostik zählt ist es meines wissens nicht verboten, das Einverständniss des Patienten vorausgesetzt. Ebenso könnte es ohne jegliche Form von Diagnistik schwirig sein Pflegediagnosen zu erheben.
Mit letzterem dürften die meissten Ärzte probleme haben.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
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Menschenkind

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18.12.2012
Dadurch, dass im Heilpraktikergesetz die Diagnostik von Krankheiten benannt ist, kollidiert dies überhaupt in keiner Weise rechtlich mit Pflegediagnosen. Wie du wissen müsstest, sind dies zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

Eine Pflegediagnose zu stellen ist durchaus möglich, und häufig ist die Ursache eine medizinische Diagnose, jedoch sollte ich als Pflegekraft diese medizinische Diagnose nicht stellen, sondern dies den Heilkundlern (Arzt und Heilpraktiker) überlassen.

Wenn du jetzt auch noch die mögliche und legitime Delegation von diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen vom Arzt auf Pflegefachpersonal anschaust, so wird wohl sehr schnell deutlich, dass Pflegepersonal bei Diagnostik und Therapie durchaus mithelfen dürfen und können, unter der Voraussetzung, dass der Arzt entsprechende Tätigkeiten delegiert und sich davon überzeugt hat, dass betreffende Pflegekraft seine Anweisungen fachlich korrekt ausführen kann.

Es ist also verboten, eigenmächtig im Rahmen oben genannter Aufnahme einen BZ-Wert zur Diagnostik eines möglichen Diabetes zu erheben, nicht jedoch, dies auf geheiß des behandelnden Arztes mit Einwilligung des Bewohners zu tun. Dementsprechend ist meine Ausführung die rechtliche Begründung zu oben gestellter Frage.
 
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Joan Doe

Joan Doe

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23.06.2009
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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@Joan Doe
Naja, ich hatte ja schon so manchen Heilpraktiker als Patient, lässt sich ja nicht vermeiden, wenn die Globulis nicht mehr helfen und die Arterien verkalkt sind .......
Ich habe leider bisher auch noch nicht einen getroffen der zumindest niederstes medizinisches Grundwissen hatte. Aber Du hast Recht währe ein anderes Thema.

@Menschenkind
Ich hatte schon viele Fort und Weiterbildungen, zu denen auch Gesetzeskunde gehörte, scheinbar hatten die Dozenten alle keine Ahnung, denn es hat mir noch nie jemand gesagt das das HEILPRAKTIKER Gesetz auch für mich gültig ist.
Sollte man aber vielleicht auch einmal den Gesetzgebern mitteilen, denn die Jungs die das Krankenpflegegesetz verzapft haben, haben davon scheinbar auch keine Ahnung, denn :

§ 1 Führen der Berufsbezeichnungen
(1) Wer eine der Berufsbezeichnungen
1.
"Gesundheits- und Krankenpflegerin" oder "Gesundheits- und Krankenpfleger" oder
2.
"Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin" oder "Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger"
führen will, bedarf der Erlaubnis. Personen mit einer Erlaubnis nach Satz 1, die über eine Ausbildung nach § 4 Abs. 7 verfügen, sind im Rahmen der ihnen in dieser Ausbildung vermittelten erweiterten Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten berechtigt.

--------------------------

§ 3 Ausbildungsziel

1.
die folgenden Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen:
a)
Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
b)
Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,
c)
Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,
d)
Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

a) Pflegebedarfserhebung ohne jegliche Form der Noninvasiven Diagnostik ? Schwirig

Aber vor allem d. wird schwierig, wie soll ich ohne eigenmächtige Diagnostik unterscheiden ob der Patient Massiv unterzuckert ist oder nen Anaphylaktischen Schock hat, verdacht auf innere Blutung etc. oder welche lebensbedrohliche Situation vorherrscht ?
Ich fürchte der Richter hätte da ganz wenig Verständnis, wenn ich sage das das Heilpraktikergesetz mir eigenmächtige Diagnostik verbietet, ich aber ne halbe Stunde Brauchte um den Arzt zu erreichen und der Patient deswegen verstorben ist ......
(Globulis retten den Patienten in diesem Fall vermutlich auch nicht )

Mal davon abgesehen willst Du mir wirklich sagen das Ein Heilpraktiker ohne ein Minimum an Anatomischen und Physiologischem Grundwissen Diagnostizieren kann ?
Manchmal frag ich mich warum Deutschland das einzige Land ist in dem die ne Berufszulassung in diesem Sinne haben ;-)

So ganz am Rande ...... sollte ich einmal zusammenbrechen weil ich mich in einem Lebensbedrohlichen Zustand befinde, dann hoffe ich ernsthaft das eine Qualifiziert Ausgebildete Pflegekraf ( Alten oder Krankenpflege, oder auch ne Hebamme ) zur Stelle ist, und nicht ihrgend Jemand mit Globulis der sich für nen Heiler hält und mir was von Erstverschlimmerung erzählt.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Menschenkind

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18.12.2012
Wird diese Diskussion hier ernsthaft geführt?
Ist sie überhaupt ernst gemeint?
Wird hier vielleicht auf Teufel komm raus versucht, unterschiedliche Dinge in einen Topf zu werfen, ohne trennscharf zu argumentieren?

Sorry, bei so einem Kinderkram bin ich raus!
 
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Willy_Wuff

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01.12.2005
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Wenn auszüge aus der Ausbildungs verordnung und dem krankenpflegegesetz keine diskussionsgrundlage , sondern kinderkram, dann geb ich Dir recht.
Und das Heilpraktiker Gesetz habe ich nicht zur Diskussionsgrundlage gemacht, ich habe es nur gewagt in einer die Professionelle Krankenpflege betreffenden Diskussion das Pflegegesetz zur Diskuson zu stellen, welches bei der Professionellen Patienten / Bewohner versorgung sicherlich eher zum tragen kommt als das Heilpraktikergesetz, sprich einer Berufsgruppe die erstens nichts mit der Pflege zu tun hat, und der ich auch die nötige kompetenz abspreche.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Menschenkind

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18.12.2012
Ich kann nichts dafür, dass die dieser Zusammenhang zu hoch ist
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Hast recht, sind nun beim kindergarten angekommen.

Ich antworte wieder, sobald es nen konstruktives posting gibt.
;)
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Menschenkind

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18.12.2012
Ich antworte wieder, sobald es nen konstruktives posting gibt.
;)
Finde ich sehr positiv, dass du dich auf eine konstruktives Niveau zurückbegeben willst!

Fehler 1)
Anzunehmen, dass nur ein Gesetz für Pflegeberufe gilt und nicht über den Tellerrand zu schauen, welche Gesetze auch Anwendung finden. Beispiel: Nur weil BTM auch Medikamente sind, gilt für sie trotzdem auch das Betäubungsmittelgesetzt. Und Pflegekräfte wenden es ebenfalls an, obwohl im BTM sehr viel über Apotheken drin steht.

Fehler 2)
Heilpraktikern pauschal zu unterstellen, dass sie kein Fachwissen haben und deshalb ungeeignet sind, Heilkunde anzuwenden. Begründung: Ich habe genug Ärzte in meiner Praxis als Krankenpfleger kennengelernt, die fachlich ein Update vertragen hätten.

Fehler 3)
Der Unterschied zwischen medizinischer und pflegerischer Diagnose sollte bekannt sein, wurde aber mehrfach durcheinander gebracht.
Mir scheint, hier hat nicht nur der Rechtskundelehrer versagt...aber das ist nichts neues für mich.

Fehler 4)
Vermischung von Settings (Krankenhaus und Altenheim), also keine trennscharfe Diskussion und ebenfalls Vermischung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Beispiel: Wenn in der Krankenhaus-Ambulanz von der Pflegefachkraft eine diagnostische Routine mit Blutbild, Rö-Thorax und EKG eingeleitet wird, beruht dies auf einer Strukturvorgabe (Prozessbeschreibung), die den Prozess und somit das Ergebnis steuert. Hier besteht eine ärztliche Anordnung aufgrund einer Verfahrenssteuerung. Die Diagnose stellt aber immer noch der Arzt!
Ganz anders ist eine routinemäßige BZ-Messung bei Aufnahme im Altenheim gelagert, die nicht vom Arzt angeordnet wurde, sondern von irgendeiner Pflegekraft (sei es die PDL oder die WBL...oder eine unreflektierte Routine).

Schlussfolgerung:
rein rechtlich gesehen steht immer noch die Gesetzesgrundlage im Raum...und da habe ich weiterhin nichts hinzuzufügen. Eine routinemäßige, nicht vom behandelnden Arzt angeordnete Untersuchung, die nicht eine pflegerischen Bereich abdeckt (anders z.B. eine Gewichts- und Größenmessung zur Bestimmung des Ernährungszustandes im Rahmen des Expertenstandards "Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege", in der mittels Screening die "Gefahr einer Mangelernährung" [Achtung, PFLEGEDIAGNOSE, keine medizinische Diagnose!] erhoben wird.), ist eine rechtlich nicht statthafte Maßnahme, weil eine Pflegekraft eine medizinisch-diagnostische Aufgabe durchführt, ohne die notwendige Legitimation (Delegation eines Arztes) dafür zu haben.
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
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