Brauche Rat !

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Tomcat567

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Hallo, mein Vater ist 84 und seit ca. 1,5 Jahren ein Pflegefall Stufe 2. ER hatte 1 Jahr ein kaputte Hüfte und kein Arzt hat es gemerkt. ERst der Krankentherapeut.Er nahm viele Schmerztropfen.Dann ist er vor 4 Monaten operiert worden (TEP-Gelenk) und alle Schmerzen waren fort.Nach der Reha waren alle Werte gut ( hat auch Diabetes und schon Infarkte gehabt !) Er konnte wieder einigermaßen laufen und Treppen steigen. Gewicht wurde reguliert usw. Leider kam er dann wieder nach Hause meine Mutter pflegt ihn und sie pflegt ihn sozusagen genau falsch. Er bekommt wieder fettes Essen, muss sich nicht bewegen nimmt wieder Schmerzmittel ( wofür?) und wird von Ihr angezogen. Er hat den grauen Star und sollte lt. Reha-Arzt sofort operiert werden was aber von meiner Mutter bzw auch dem Hausarzt abgelehnt wird.Da mein Vater Angst hat bläst er mit in das Horn ist ja klar ! (Was ist denn wenn er erst blind ist ?)Ich habe vereinbart mit dem amb. Dienst das dieser nur die Hose unten anzieht weil er sich nicht bücken kann und oben soll er selber machen.Aber auch das boykottiert sie indem sie ihm vor dem Besuch des Dienstes oben selber umzieht. Er wird immer unbeweglicher, hat jetzt Wasser in den Füssen und gar nix geht bald mehr. Der HA schreibt keine Krankengymnastik mehr auf (war auch nicht hilfreich der ist 3x durch die kl. Wohnung gelaufen mit Rollator mit ihm) und meine Mutter lässt sich partout nix von uns Kindern sagen. Das Hauptproblem ist jedoch das er eine Angstpyschose hat und sich nicht traut Treppen zu steigen. Um aus der Wohnung zu kommen müsste er ca 4 Treppenstufen gehen. Er ist jetzt seit 1/2 Jahr nicht mehr draußen gelaufen weil er Angst hat. Meine Mutter hat selber Thrombose im Bein und will nicht ins KRH zur OP weil sie ihn nicht allein lassen will.Der Arzt hat ihr aber gesagt das dies gefährlich ist.Nun hat auch noch der Orthopäde von ihm gesagt er schreibt nur Krankengymnastikrezepte aus wenn mein Vater diese immer persönlich abholt !!!! Meine Mutter oder wir können sie nicht abholen ! Das heisst immer Theater (weil er ja Angst hat alleine Treppen zu steigen und Taxikosten nur für das Rezept !)Er hatte auch ein Ekzem und sich geweigert zum Hautarzt zu fahren weil er angst hatte vor der Treppe! Er hat es bis heute. Leider kommt kein Hautarzt nach Hause !Was kann ich tun das meine Mutter auf uns und den amb. Dienst hört und mein Vater die Angst vor den Treppen verliert ? Hat jemand ähnliche Erfahrungen bzw.Probleme in der Pflege Angehöriger ?
 
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double19

double19

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Hallo Tomcat,
ich kann richtig spüren, wie das Problem vor dir steht und du keine Ahnung hast, wie du es beseitigen kannst. Die Superlösung habe ich auch nicht, möchte dir aber sagen, dass nach meiner Einschätzung deine Mutter der Schlüssel ist. Wenn sie deinem Vater zuredet, geht er vielleicht auch wieder die 4 Stufen. Können zusätzlich angebrachte Haltegriffe rechts und links der Treppe unterstützen oder sind sie ohnehin schon da?
Deine Mutter blockt alles ab, das sie ihre (Lebens-)Aufgabe drin sieht, deinem Vater zu helfen. Das gibt ihrem eigenen Leben einen Sinn. Den braucht sie auch. Wenn sie im weiter helfen will, sollte sie ihn aktivieren statt deaktivieren. Wer rastet, der rostet.
Womit können deine Eltern aus dem Haus gelockt werden? Es muss neben dem Rezept doch noch was anderes geben? Ein Besuch in der Kirche, beim Masseur oder Therapeuten?
Ich hoffe, ein wenig Mut gemacht zu haben.

Gruß double
 
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stinkfisch

stinkfisch

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hallo tomcat,

sicherlich ist es für dich schwer auszuhalten so hilflos vor dieser situation zu stehen.
sehr sehr oft ist es so, daß die menschen, die gepflegt werden nicht das tun, was gut für sie wäre. das weiß jeder der pflegt, ob als pflegekraft oder als angehöriger. du bist mit deinen problemen also nicht allein.

wichtig ist, sich selbst nicht damit fertig zu machen und zu lernen, daß nicht immer alles so läuft, wie man sich das wünschen würde.

bedenke: jeder mensch ist für sich selbst verantwortlich und man kann niemanden zu seinem "glück" zwingen. so schmerzlich das auch manchmal sein mag.

zum austausch mit anderen pflegenden angehörigen kann ich dir folgendes forum empfehlen:Portal - Elternpflegeforum - Forum für pflegende Angehörige von Erwachsenen

du wirst sehen, das es viele angehörige mit ähnlichen problemen gibt.

ansonsten stimme ich double zu.


liebe grüße vom stinkfisch:eek:riginal:
 
Qualifikation
kinderkrankenschwester
Fachgebiet
ambulante sozialpsychiatrische fachpflege
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Helmut60

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Hallo Tomcat,

hast du wg. der Augenop deines Vaters mal mit einem Augenarzt, und einem Anästhesisten gesprochen ? Bei der Sachlage kann es sein, das beide die OP ablehnen würden, selbst wenn der Vater sie wollte ! Das ändert zwar nix daran, das er blind werden kann, nimmt aber doch etwas den Druck.

Das Hautarztproblem kann man evtl. mit Fotos lösen, die man zum Arzt bringt...wenn eine Behandlung mit Salben u. Tabletten reicht, und deine Mutter die Behandlung vom Pflegedienst machen lassen würde.

Mehr Bewegung kann man Pflegebedürftigen mit einem "Tretgerät" (komm gerade nicht auf den Namen) ermöglichen. Das Teil kann man einfach vor die Couch stellen, stellt seine Füße drauf, und kann wie beim Fahrradfahren trampeln,... oder das gibts auch mit Motoantrieb... die Beine so bewegen lassen. Mehr kann man nicht tun wenn der Pflegebedürftige es nicht will.

:) Helmut
 
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