Innere Medizin Blut - Hochdruck

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siggi

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Liebe Experten,
meine im Wachkoma befindliche Stieftochter, 44, hat seit Kurzem Bluthochdruck, etwa 160:100. Das Pflegepersonal beharrt dabei auf Bettruhe u. weigert sich, die Tochter auch nur für Stunden in den Rollstuhl zu setzen. Das kommt wg. der häufigen Entzündungen in der Analfalte (bereits zufriedenstellend im Forum diskutiert - danke) sowieso immer seltener vor.

Ist die Bettruhe - Entscheidung bei 160: 100 richtig oder wären doch wenigstens einige Stunden Rollstuhl möglich oder gar sinnvoll.

Vielen Dank.
 
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kleinergizmo

kleinergizmo

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Hallo siggi,

weswegen postest Du diese Fragestellung nun im Stundentakt?

Ich hab Deine bisherigen Threads nur mal überflogen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das alles nicht so einfach ist - aber werdet ihr mit diesem Heim und der Versorgung noch glücklich?

Da scheint mir ja der Haken zu sein - "die wollen einfach nicht" und Dich stört genau das. Kann ich nachvollziehen, ich will auch nicht über die "Gründe" des Unterlassens und Ausreden sinnieren...

Der Blutdruck an sich ist definitiv erhöht und behandlungsbedürftig. Ich persönlich würde bei einem Neuauftreten eines solchen Druckes Ruhe (eventuell keine strenge Bettruhe) wählen, primär aber einen Arzt informieren. Der kann therapieren und Empfehlungen aussprechen. Das ist kein Job der Pflege....

Prinzipiell kann ich auch niemanden zur Bettruhe zwingen wegen dem Blutdruck, bei einer Wachkomapatientin ist die Lage aber eine Andere.

Die Pflege klingt - wie Du sie beschreibst - nicht allzu patientenorientiert, aber das ist nicht aus der Ferne zu beurteilen.
Sprich mit dem Hausarzt, suche das Gespräch (ohne Vorwürfe) mit der PDL oder wechsle das Heim, aber so bringt das ganze in meinen Augen eher nichts... :ka:

Gruß,
Gizmo
 
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Evita

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Hallo!

Ein Blutdruck von 160/100 ist grenzwertig. Allerdings kein Grund, jemanden Bettruhe zu verordnen. In der Kardiologie ist so ein Blutdruck an der Tagesordnung, wenn wir da jeden im Bett lassen würden, hätten wir aber viel zu tun.
In diesem Sinne,
alles Gute,
Evita
 
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siggi

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Hallo Gizmo,
danke für die Ausführungen. Das mit dem Stundentakt verstehe ich nicht.
Wenn im mit Heimen für Menschen im Wachkoma dünnbesiedelten NRW das nächste Heim (wenn denn überhaupt ein Bett frei wäre) so weit entfernt liegt, dass 73-jährige sich mit den Fahrten dahin zu schwer tun, dann kommt ein Heimwechsel wohl kaum infrage.
Natürlich ist ständig ein Arzt eingeschaltet. Hier will er "abwarten", wie sich der Blutdruck auf Dauer verhält - um nicht noch mehr Medikamente verabreichen zu lassen. Gestern war meine Stieftochter plötzlich doch im Rollstuhl - unsere Einwände fruchten vielleicht . Nachgefragt hatte ich um sicher zu gehen, dass man bei 160/100 nicht doch im Bett bleiben muss.
 
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siggi

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Hallo Evita, danke - so sah ich das als Laie auch. Im Heim werde ich das besprechen.
 
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kleinergizmo

kleinergizmo

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Hallo siggi,

der Stundentakt war hierauf bezogen... Diverse Threads mit dem gleichen Wortlaut helfen nur selten weiter.

Ebenso hier,
hier,
hier,
hier
und hier macht es den Anschein, dass Du mit der geleisteten Pflege und der ärztlichen Versorung absolut unzufrieden bist. Daher der Einwand mit dem Heimwechsel...

Und ja, das ist sicherlich erstmal unangenehm - ob dieser Stress jahrelang wirklich besser ist, ist aber wohl die Frage.

Alles Gute,
Gizmo
 
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Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, siggi!
Einen Menschen wegen eines hohen Blutdruckes nicht in den Rollstuhl zu setzen, leuchtet mir ebenfalls nicht so ganz ein. Die Sache sollte schon mit dem Hausarzt besprochen werden, woran es liegen und was man dagegen unternehmen kann. Ständiges Liegen im Bett ist nicht gerade gesundheitsfördernd, schon wegen der eingeschränkten Eindrücke, was die Umwelt betrifft und eben auch nicht gerade für den Kreislauf an sich. Mich deucht ebenfalls, dass Du mit dem Pflegeheim nicht ganz einverstanden ist, Du sprachst ja weiter oben schon das Problem der Pflege bezüglich der Analfalte an. Hier wurde ja auch Bettruhe verordnet, wenn ich mich so recht entsinne. Vielleicht solltest Du Dich in die Pflege einbringen, was natürlich sehr viel Zeitaufwand mit sich bringt. Vielleicht solltest Du regen Kontakt zu dem Pflegepersonal pflegen, Dir ein paar Kniffe und Drehs zeigen lassen, um dann selber tätig zu werden. Bei uns in der Einrichtung kommen immer wieder auch Angehörige, die ihre Menschen mal waschen, lagern, aus dem Bett holen wollen. In der Regel sind wir dem gegenüber sehr offen, obwohl ich in den Achtzigern gelernt habe, das eben die Angehörigen nichts in der Pflege zu suchen haben. Ich mußte mich sehr umstellen und auch öffnen. Inzwischen ist das für alle Beteiligten eine gute Sache. Das ist einfach nur so ein spontaner Tipp, der mir gerade in den Kopf kommt, ob das für Dich machbar und vorstellbar ist, kann ich nicht beurteilen.
Insgesamt würde ich für mich doch einfach mal die Vor,- und Nachteile in einer Tabelle festhalten und abwegen. Wenn es Dir einfach nicht gefällt, dann suche etwas anderes, ich habe Dir ja schon zum Thema etwas geschrieben.
Versuche doch bitte auch einmal, mit dem Personal über positive Dinge zu reden, sonst hat es den Anschein, das Du nur genervt bist. Im Regelfall könnte es dann so aussehen, dass die Pfleger und Schwestern vor Dir flüchten, gemäß dem Motto: "Mensch, der siggi sucht bestimmt wieder nach Fehlern und beschwert sich nur noch". Aufeinander zugehen, offen sein, leben und leben lassen, gemeinsam für das Wohl Deiner Tochter als Einheit agieren, Kritik äußern, sich positiv äußern, etwas auf den Weg bringen.
Ich hoffe, das ich Dir nicht vor den Kopf gestoßen habe, dann bitte ich das in aller Höflichkeit zu entschuldigen.
Liebe Grüße,
Dein Jens.
 
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Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
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Weiterbildungen
Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
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siggi

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Jens,
danke für Deine umfangreichen Überlegungen. Dieser Siggi hält sich als Stiefvater im Heim weitestgehend zurück, sonst wäre das mit der Leitung u. dem Pflegepersonal wirklich so, wie Du annimmst. Leider sind meine Frau u. auch ich rd. 74 Jahre alt u. ein neues Heim zu suchen, was ggf. 40,50 oder mehr km entfernt ist, ist nicht mehr möglich. Da kämen wir mit dem PKW dann auch kaum noch jeden 2. Tag hin. Die jetzigen 22 km reichen.

Also, meine Frau (Mutter) ist seit Jahren jeden 2. Tag viele Stunden im Heim und tut, was sie kann hins. Mitpflege. Hier sind jedoch krankheitsbedingt auch Grenzen wg. Arthrose. So wie gestern: nur 1 Pflegekraft, die es nicht schafft, die Tochter vom Rollstuhl ins Bett zu transferieren. Meine Frau schaffte es im 2. Versuch, mühsam mit der Pflegerin (oft klein u. zart). Das Pflegepersonal tut ja, was es kann trotz so häufiger Unterbesetzung, kündigen u. gekündigt werden, Urlaub, Krankheit usw.

Mein pers. Eindruck ist, jeder Anlass ist willkommen, Bewohner im Bett zu lassen. Meine Frau würde sich aber hüten, das so zu sagen.
Gruß, Siggi.
 
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