Blasenspülung

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Nicol Weitz

Nicol Weitz

Mitglied
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08.07.2004
50181
Hallo zusammen,
ich brauche dringend Rat! Die behandelnden Urologen in unserem Seniorenzentrum ordnen (obwohl allseits bekannt, dass dies nicht geschehen soll) unsterile Blasenspülungen mit Rivanollösung an...
Wo bekomme ich eine schriftliche Grundlage, um zu belegen, dass dies nicht mehr zulässig ist?
Viele Grüße Stella
 
Qualifikation
Altenpflegefachkraft
Fachgebiet
Altenpflegeeinrichtung
J

Jens Schouten

Mitglied
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Beste Stella,

selbstverständlich ist diese Behandlung zulässig, denn nur ein Gesetz könnte sie für unzulässig erklären.
Zudem solltest Du dem Facharzt zutrauen dürfen, daß er aufgrund seiner Fachkompetenz sehr wohl weiß, wann und warum er welche Therapie (nicht) vorschreibt.
Eventuelle Folgen einer (eventuell obsoleten) Therapie hat dann auch er allein zu verantworten.
Mir dringt sich die Frage auf, was den Urologen dazu nötigt, diese Therapie anzuwenden und welche pflegerischen Möglichkeiten bestehen, dem vor zu sein.
Ferner scheint es dringend nötig zu sein, den Urologen einzuladen, Euch über die In's und Out's ambulanter urologischer Therapie im Pflegeheim aufzuklären (denk hierbei auch an adäquate Versorgung von Katheter / Urostoma etc.).
Dann wißt Ihr, was Ihr wann und warum (nicht) tut und neben größeren Erfolgsaussichten für die vorgeschriebene Therapie (da nun richtig angewendet) kann er so auch dazu beitragen, daß die Energie, die heute für derartige Diskussionen verschwendet wird, morgen seinen Patienten zugute kommt.

Viele Grüße!
Jens Verhoolen
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Pflegemanagement Innere Medizin
T

tschulteho

Mitglied
Basis-Konto
29.10.2004
45141
Beste Stella,

Zudem solltest Du dem Facharzt zutrauen dürfen, daß er aufgrund seiner Fachkompetenz sehr wohl weiß, wann und warum er welche Therapie (nicht) vorschreibt.
Eventuelle Folgen einer (eventuell obsoleten) Therapie hat dann auch er allein zu verantworten.
......
Ferner scheint es dringend nötig zu sein, den Urologen einzuladen, Euch über die In's und Out's ambulanter urologischer Therapie im Pflegeheim aufzuklären (denk hierbei auch an adäquate Versorgung von Katheter / Urostoma etc.).
.......

Hallo Stella und Jens,
leider muss ich euch bei eurer Betrachtungsweise der Verantwortlichkeit bei Folgen einer falschen / nicht obsoleten Behandlung wiedersprechen.

Stellt euch bitte einmal vor, der Behandelnde Arzt ordnet bei einem normoglykämischen Diabetiker die Gabe von 40 IE Altinsulin an - ist es da nicht eure Pflicht, diese Anordnung in Frage zu stellen und die Durchführung zu verweigern ?
Wenn ihr mit "Nein" antworten solltet, möchte ich euch bitten, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen - da ihr diesen nun dringend benötigt.
Das Wissen darum, dass eine Methode nicht richtig ist, ist keine Entschuldigung dafür, diese dann dennoch Kritiklos durchzuführen.

Ich würde - wie Jens schon geraten hat - mit dem Arzt und der PDL des Hauses ein Gespräch führen; die Punkte, die gegen diese Behandlung sprechen dann dort sachlich vortragen und auf eine Lösung (evtl. andere Therapie vorschlagen) hinarbeiten.
Leider ist der Arzt die Anordnende Kraft - wenn er nicht will, muss durchgeführt werden, was er anordnet ( oder man wechselt den Arzt / führt ein Gespräch mit dem MDK der Krankenkasse)
Dabei lehnt ihr euch aber weit aus dem Fenster - also nichts tun, ohne es vorher mit der PDL abzusprechen.

Ich bin übrigens häufiger in diesem Dilemma, da ich als Wundmanager in einem ambulanten Pflegedienst tätig bin und die meisten Hausärzte über Betaisodonasalbe, NaCL und trockenen Verbänden nicht hinauskommen.

MfG
Thomas Schulte-Holtey
 
Qualifikation
Krankenpfleger / stellv. Pflegedienstleitung /Wundmanager / Praxisanleiter
Fachgebiet
Sozialstation
Weiterbildungen
Qualitätsmanagement
Nicol Weitz

Nicol Weitz

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
08.07.2004
50181
Hallo Thomas, hallo Jens,
vielen Dank für die Antworten. Leider komme ich so nicht weiter... Die behandelnden Urologen sind der Meinung, mal vom Rivanol abgesehen, das unsterile Spülungen (teilweise täglich zur Prophylaxe) das Mittel der Wahl sind.
Gespräche haben bereits stattgefunden, aber die Äusserung der Urologen war: "Ein DK- Träger hat keine sterile Blase mehr, also was soll's!?"
Thomas, Deine Antwort spricht mir aus der Seele, den die ausführenden Mitarbeiter stehen in der Durchführungesverantwortung, auch wenn sie die Ärzte über die Bedenken informiert haben, da diese bisher nicht abgezeichnet haben, dass sie es trotz Bedenken der Pflegefachkräfte, weiterhin anordnen.
Vielen Dank nochmal
viele Grüße
Nicole Weitz
 
Qualifikation
Altenpflegefachkraft
Fachgebiet
Altenpflegeeinrichtung
K

kpajak

Neues Mitglied
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27.10.2004
52441
Hallo Stella.
Es gibt im Prinzip nur eine Adäquate Lösung für dieses Problem. Du mußt die betreffenden Firmen Konsultieren und Dir dort eine schriftliche Gegenargumentation einholen. Wesentlich besser als Rivanolspülungen sind wenn Überhaupt Betaisadonna oder Octenisept. Mit Rivanol hat man wahrscheinlich im alten Stalingrad gute ergebnisse gehabt. ich kümmere mich mal um dieses Problem bei meinem Apotheker und meinem Chef. Denn ich bin seit Jahren Pfleger auf einer urologischen Station.
wie gesagt, lieber keine lokale Spülung als im nachhinen kräftibe Resistenzen zu schaffen. dein Doc sollt es Lieber mal mit z.B. Acimethin versuchen um den Urihn anzusäuern und ggf. Nitofurantuin als Prophylax- und Langzeitantibiotikum. Wie ist dieser Patient abgeleitet?? DK oder SPDK??
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Urologie
lorelaigilmore81

lorelaigilmore81

Neues Mitglied
Basis-Konto
24.10.2004
Also wenn das mein Urologe wäre oder der von meinen Bekannten.... denen würde ich raten sich einen anderen zu suchen...

Ich frage mich... wenn der sagt die Blase sei eh nicht mehr steril.. :motzen: warum habe ich dann in der Ausbildung gelernt wie ich steril einen Katheter lege? :motzen: Ach ja ich hab vergessen, wenn ich so manchen Urologen einen DK legen sehe wird mir schlecht und meine ehemalige Dozentin würde ausflippen.
Was ich einmal kennengelernt habe... leider den Namen nicht behalten habe (schon länger her) war das es steril verpackte Blasenspülungen gab. Weiss jemand vielleicht wie sich das nennt *brettvormkopphab* vielleicht wäre das eine Möglichkeit den Urologen vorzuschlagen?
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulanter Dienst
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05.07.2001
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