Atmung & Beatmung BIPAP zum Weaning

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S

Sabine Kuhn

Mitglied
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01.08.2000
Hallo Beatmungsspezialisten,
wir haben ein Ausleihgerät von der F. Benett mit dem BIPAP-Modus.
Wie sieht die Vorgehensweise im Weaning aus????
Patient wach kooperativ-seit 75 Tagen beatmet-Ösohagusresektion mit Komplikationen!!!!!!!
Im Moment Eistellung Frequenz 16-18
PEEP 8 Druckunterstützung 15-18

Gruß aus Berlin

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
P

Pit

Die Antwort ist nicht so einfach, da vieles am Patienten liegt...
BIPAP als druckkontrollieret Beatmungsform gilt als Universalbeatmungsform.Üblicherweise wird schrittweise das obere Plateau reduziert, die Frequenz gedrosselt und damit zunehmend ASB-Aktivitäten gefördert. Zuletzt atmet der Patient mehr oder minder reines ASB.
Die Strategie hängt von dem Patienten ab (Sedierung, Erschöpfungstendenzen, bisheriges Beatmungsregime)

Ich glaube , daß Bennett nur BIPAP der ersten Generation kann, also ohne Flowregulierung (Druckrampe) und ohne ASB.

Grüße, Pit

P.S.: Welchen Bennett habt Ihr denn ???
 
K

kli

Neues Mitglied
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01.09.2000
Hallo Sabine,
ich wuerde auf entsprechende Triggerbemuehungen des Patienten warten um ihn im reinen ASB-Modus weiterzuführen, wenn es so ist wie Pit schreibt(der Bennett kann nur alten BIPAP).
Aber in der Tat nicht so einfach (ohne Aug' in Aug' mit dem Pat. zu sein).

Gruss kli


[Dieser Beitrag wurde von kli am 01. September 2000 editiert.]
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
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Themenstarter/in
01.08.2000
Hallo,
heißt reiner ASB Modus das dann nur die Freqenz zu reduzieren ist?
Aug in Aug ist natürlich gut besser optimal.
Vielleicht fällt dir aber so auch etwas ein um eine Hilfestellung zu geben.
!00 Tage beatmet Tracheotomie
Ösophagusresektion mit Komplikationen
Anurie bewegt nur die Arme sehr schlaffer Muskeltonus
Pat sehr erschöpft und kaum motivierbar dabei orientiert
Patient tagsüber ohne Sedierung
Regelmäßig Tavor
Nachts Disoprivan
Fentanylperfusor " ml
Sehr unruhiges Beatmungsmuster
Nicht nur die Atemfreqenz hoch Spontanatemversuche in beiden "Druckneveaus, weiß nicht ob so die richtige Bezeichnung ist
eingstellte Atemfreqenz 12 bis 15
ASB 22 bis28
Peep 8
O2 35 %
Wie könnte man dast Weaning einleiten?
Sein Allgemeinzustand wird sich nicht unbedingt sehr verbessern-
Sonst habe ich oft bei ähnlichen Patienten mit dem Mailänder CPAP gearbeitet und festgestellt das der Patient oft durch den Wechsel der Beatmungsform" Gerät "einen Art Entwicklungsschritt gesehen hat-dieses vermisse ich mit dem neuen Benett-
Vielleicht habe ich da einfach nur einen Knoten.
Erzähl du doch vielleicht einmal ein super verlaufendes Weaning unter BIPAP!
Oder Erfahrungen allgemein.
Wo siehst du die Vorteile......

Liebe Grüße

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
S

sunflower

Mitglied
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06.07.2000
80469
Hallo Sabine,

wäre es nicht in diesem Falle für den Patienten besser, wenn er nach Eurem bislang angewandten Weaning-Schema geweant wird, als das er jetzt nach über 75 Beatmungstagen auch noch mit ner völlig neuer und für Eure Station ungewohnte Beatmungsform entwöhnt werden soll?
Meiner Meinung nach, wäre es vielleicht besser, diese "Test-Benett" bei unkomplizierten Beatmungspatienten einzusetzen und auszuprobieren. Diesen hier genannten "Problem-Pat." würde es sicherlich dienlicher sein, wenn er so entwöhnt wird, wie ihr es bislang auf Station getan habt, da sich damit einheitlich jeder auskennt.

Welche Strategie hierbei zur Anwendung kommt, würde sicherlich hier den Rahmen sprengen und wäre mal wert, in einem eigenen Forenbeitrag diskutiert zu werden.

Noch was anderes: Habt ihr schon Clonidin (Catapresan) gegen die Agitiertheit und Hyperventilation eingesetzt???

So long, viele Grüße
sunflower

PS: Mit Grauen erinnerte ich mich an meine Kurszeit auf der Chirurgischen Intensiv zurück, als ich Dein Fallbeispiel las. Solche Fälle, insbesondere die Ösophagusresektionen, denen eine Komplikation nach der anderen folgte, waren bei uns auch oft an der Tagesordnung. Da die Station chirurgisch geführt wurde, waren die Patienten einem entsprechend hartem Regime ausgeliefert. Das Weaning bestand dort nur zwischen einem Wechsel aus VK,DU und T-Stück...
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie+Intensiv
Fachgebiet
Intensivpflege
S

Sabine Kuhn

Mitglied
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Themenstarter/in
01.08.2000
Hallo sunflower,
die Tip ist so einfach und doch so gut.
Irgendwie bin ich auf diesen Gedanken noch gar nicht gekommen.
Ich werde es demnächst einmal vorsichtig vorschlagen.
Aber nichts desto trotz würde mich ein Beispiel einmal interessieren wie ein Weaning unter BIPAP aussehen kann.

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
G

Geri

Aber nichts desto trotz würde mich ein Beispiel einmal interessieren wie ein Weaning unter BIPAP aussehen kann.
Hi Sabine,
das kannst Du etwas weiter oben nachlesen, Pit hat es schon beschrieben. Ich will es trotzdem nochmal versuchen: Die entsprechende Geräteausstattung vorausgesetzt kannst Du stufenlos von druckkontrolliert zu ASB überleiten. Reines ASB [Assisted Spontaneous Breathing](was habt ihr übrigens außer diesem Test-Bennet für Maschinen) verstehe ich als duckunterstützte Spontanatmung, d.h. der Respirator wird ausschließlich durch den vom Patienten erzeugten Inspirationsflow getriggert und liefert dann einen einstellbaren Beatmungsdruck, um<UL TYPE=SQUARE><LI>den Schlauch-/Tubuswiderstand auszugleichen <LI>die verminderte Atemmuskulatur zu unterstützen[/list]solange der Flow nicht unter einen (geräteabhängigen) bestimmten Wert fällt.
In der Mischform BIPAP/ASB hast Du einerseits druckkontrollierte Beatmung (BIPAP) und andererseits in der Expirationszeit das eingestellte ASB-Angebot. Daraus ergibt sich:<UL TYPE=SQUARE>
<LI>unter BIPAP ist Spontanatmung jederzeit möglich<LI>durch schrittweise Veränderung des oberen Druckniveaus muß der Patient mehr Atemarbeit leisten (=Training)<LI>durch Absenken der (BIPAP-)Frequenz verminderst Du den maschinellen Teil der Beatmung zugunsten der Pat.-getriggerten ASB<LI>durch zusätzliches Absenken des ASB-Drucks hast Du einen weiteren Trainingseffekt[/list]
Du kannst das Weaning im Bedarfsfall also ziemlich gleitend gestalten.
Gruß



------------------
Geri

Never ever give up!
 
K

kli

Neues Mitglied
Basis-Konto
01.09.2000
Original erstellt von Sabine Kuhn:
Hallo,
heißt reiner ASB Modus das dann nur die Freqenz zu reduzieren ist?
Hi Sabine,
"reiner ASB-Modus" meint weg vom BIPAP (oder das obere Druckniveau vollständig auf das untere Druckniveau senken),
Der Patient ist in der Lage seine Atemfrequenz selbst zu bestimmen. Gib ihm den ASB den er braucht, vielleicht sind es am Anfang 30-40 mbar. Vermittle ihm das es die Frequenz bestimmt. Darf der Pat. per os Nahrung zu sich nehmen, vieleicht Eis???.
Versuche den ASB zu reduzieren (aber nicht mit Gewalt!). In den ersten Tagen muss der Pat. Nachts vieleicht noch kontrolliert beatmet werden, später kann er für gewöhnlich auch Nachts ASB atmen. Dann könnte man versuchen ihn zuerst Minuten dann Stundenweise vom Gerät zu nehmen.
Schon Konfuzius sagte, dass Geduld eine Tugend ist.
Die Idee mit dem Clonidin ist gut, wir haben da bei uns gute Erfahrungen gemacht.
Aber ich meine das das wichtigste an der Sache die Motivation des Patienten ist, ohne die ist Hopfen und Malz verloren.
Versuche unbedingt den Patienten davon zu überzeugen das es sich lohnt die Mühen auf sich zu nehmen.

[Dieser Beitrag wurde von kli am 05. September 2000 editiert.]

[Dieser Beitrag wurde von kli am 10. September 2000 editiert.]
 
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05.07.2001
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