bin neu hier und brauche dringend Hilfe

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JoAn 98

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15.10.2007
Braunschweig
Hallo alle zusammen,
ich stöbere hier schon längere Zeit herum. leider benötige ich schon gleich Hilfe. Ich bin seit 1986 Altenpflegerin und habe das Unternehmen nicht gewechselt. Seit ca. 13 Jahren bin ich WBL in dem Haus. Heute komme ich nach 4 Wochen kanksein wieder zur Arbeit und wurde zu einem Mitarbeitergespräch runterzitiert. Wurde mir aber nicht mal als solches mitgeteilt, denn es hieß die WBL- Besprechung sei von 11.00 auf 11.30 Uhr verschoben. Freundlicherweise wurde mir dann gleich angeboten, einen MA der MAV dazuzubitten. Habe ich auch in Anspruch genommen. Mir wurde dann mitgeteilt, ich soll nicht mehr als WBL arbeiten, sonern als Altenpflegerin in einem anderen WB. Vorwürfe waren:
- es hätte Angehörigenbeschwerden gegeben (z.B. keine Zahnprothesen ein-
gesetzt), wurde mir nicht weitergeleitet.
- MA dutzen Bewohner, habe ich verboten und unterschreiben lassen.
- ungelernte Kräfte gehen an den Medischrank, die stellen mitlerweile nicht
mal mehr die Becher in diesen, weil es deshalb schon 2 Abmahnungen gab.
- der Dienstplan ist nicht adäquat, 1 MA macht nur Spätdienst. Pläne wurden aber alle von der PDL ohne Komentar unterschrieben!

Ich soll weiter mein WBL- Gehalt bekommen, aber nur als Altenpflegerin arbeiten. Da könnte ich mich nochmal "bewähren". Nir bin ich mir keiner Schuld bewußt. Ich habe immer alle Anweisungen von den WBL- Besprechungen an die MA weitergegeben und darauf geachtet, dass sie eingehalten werden. Das meine Mutter vor 4 Wochen ganz plötzlich und aus heiterem Himmel gestorben ist und ich deshalb arbeitsunfähig war, hab ich mir nicht ausgesucht. Das ich dann heute gleich so einen Hammer an den Kopf geworfen bekomme, finde ich mehr als unchristlich und unmenschlich. Aber vielleicht kann man das von einer diakonischen Einrichtung nicht erwarten.
Das Gespräch wird Freitag fortgesetzt.
Wie kann ich denn noch gegenargumentieren?
Über jeden Rat und Tipp wäre ich sehr dankbar.

Danke im voraus, JoAn 98
-
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
A

access

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28.09.2007
41517
Hallo JoAn,
das hört sich ganz nach, wie werde ich einen MA los.
Ein paar Fragen habe ich vorab,
1. Angehörigenbeschwerden, bzw. Gründe passierten in deiner Abwesenheit?
2. Gibt es eine Verfahrensanweisung/Regeln Umgang mit Bewohnern in eurer Einrichtung?
3. Wer hat die Mitarbeiter geshen, die an den Medischrank gegangen sein sollten
4. Ist euer Medikamentenschrank nicht abgeschlossen und wer hat die Verantwortung für den Schlüssel?
5. Gibt es eine Regelung/Anweisung, wer an den Medikamentenschrank darf, wer nicht?
6. Dienstplanung, wer gibt euch Vorgaben bzgl. Mindestbesetzung Dienste,oder kann das bei Euch jede WBL entscheiden?

Und jetzt zu den bis dato möglichen Argumenten deinerseits.

Nach 13 Jahren als WBL muss man sich nicht mehr bewähren, sollten in dieser langen Zeit keine Vorkommnisse geschehen sein, hast du dich mehr als bewährt. Ansonsten wäre deine PDL verpflichtet gewesen dies anzusprechen.
Zielvereinbahrungsgespräche, Personalführung etc.
Wenn deine PDL die Dienstpläne ohne Kommentar genehmigt trägt Sie dafür auch die Endverantwortung. Sie kann ihre Versäumnisse und Verantwortung nicht auf dich abschieben.

LG

access
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Management
J

JoAn 98

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15.10.2007
Braunschweig
Hallo access,
danke für Deine Antwort. Ich beantworte Deine Fragen mal der Reihe nach.
zu 1: Angehörigenbeschwerden, wurde nicht an mich weitergegeben, bis auf eine, die war in meiner Abwesenheit.
zu 2:Verfahrensanweisungen gibt es nicht ( in keinem Bereich!), Regeln ja, auf die achte ich auch in meiner Anwesenheit.
zu3:Die PDL hatden ungelernten MA gesehen, dieser bekam eine Abmahnung und meine Stellvertretung ebenso. Der Vorfall passierte vor ca. 8 Wochen in meinem Frei.
zu4:Dienstzimmer und Medischrank sind verschlossen. 1Schlüssel liegt für ex. MA im Schreibtisch(nicht sichtbar), 1 Schlüssel habe ich.
zu 5: es dürfen nur ex. MA an den Schrank.
zu 6: In jeder Schicht muß mind. 1 ex. MA sein. Dienstzeiten können von mir selbst gestaltet werden (flexibel) und werden in der Legende von mir eingetragen. Muß den Dienst zwischen 6.00 - 20.30 Uhr besetzen.
Mindestbesetzung: Spät :2 1/2
Früh :3 1/2
Mir ist schon klar, dass ich mit meinem Besitzstand teuer bin. Das bin ich aber als Altenpflegerin mit WBL- Gehalt auch. Deshalb war ja meine Vermutung auch schon, dass die mich loswerden wollen. Da ich seit 21 Jahren dort schufte, weiß ich, dass mit den anderen "alten" MA auch nicht gut umgegangen wird. Es ist nur verdammt bitter, das immer noch draufgehauen wird, wenn man schon am Boden liegt. Und ich will mir das auch nicht gefallen lassen.
LG, JoAn
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
Alten- u. Pflegeheim
A

access

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28.09.2007
41517
Hallo JoAn 98,
beantworte ich nun deine Ausführungen
zu1. Die Beschwerden:
- Wenn an Dich als Leitung Beschwerden nicht weitergegeben, sollte man sich überlegen ein Beschwerdemanagement aufzubauen, PDL/ HL - Aufgabe.
Wenn also über DIch keine Beschwerden gekommen sind, können diese auch nicht als Gründe angegeben werden. In deiner Abwesenheit müßte doch eine Vertretung im Dienst gewesen sein, also ist DIE/DER auch für die Beschwerden und deren Bearbeitung zuständig.
zu2. Sind diese "Regeln" schriftlich fixiert, allen MA bekannt und verbindlich?
Da du schreibst, diese werden von Dir eingehalten, auch von deinen Teammitgliedern?
zu 3.Dann stellt sich für mich die Frage, auf welcher Begründung sind die Abmahnungen ausgesprochen worden, was sagt eure MAV/Betriebsrat den dazu. Abgesehen davon, dass du in dieser Zeit nicht anwesend warst. Somit auch nicht für die strikte Einhaltung der "Regel" verantwortlich gemacht werden kannst.
zu 4./5. für die Zukunft rate ich Dir, denn zweiten Med.-Schrankschlüssel Schichtübergreifend gegen Unterschrift deine ex. MA weiterzugeben, somit ist "freie Zugriff" ausgeschlossen.
zu 6. das verwundert mich, wenn ich dich richtig verstehe, kann es dazu führen, das in jedem Monat eine andere Dienstplanlegende besteht.
Das ist Unrechtmäßig, zu jedem Dienstplan muss eine einheitliche rechtsverbindliche Dienstplanlegende bestehen. Diese Legende muss die Gesamtdienstzeit ausweisen, ggf. festgelegte Pausen von- bis, Arbeitszeit.
Diese ist der/dem MAV/Betriebsrat vorzulegen bzgl. Mitbestimmungsrecht.
Dies gilt für alle neuen Dienstzeiten. Erst nach Verabschiedung durch die MAV/Betriebsrat haben sie rechtsverbindlichen Charakter.

Einen guten Rat von mir zum Schluss, sei vorsichtig bei einer Umsetzung, da sie dir trotzdem den bisheriges Gehalt bezahlen, besteht die Möglichkeit, da du dann ja den Tätigkeitsmerkmalen deiner jetzigen gehaltes nicht nachkommen kannst, dich runterzugruppieren durch Änderungskündigung.
Von jedem Gespräch mit deiner PDL nehme ein MAV/Betriebsratsmitglied mit und diese Gespräche/Inhalte sollten verschriftet, von allen Beteiligten unterschrieben und eine Original/Kopie an dich ausgehändigt werden.
Ich hoffe dass ich dir etwas weiterhelfen konnte.

LG
access
 
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Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Management
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JoAn 98

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15.10.2007
Braunschweig
Hallo access,
Meine Stellvertretung hat einen PH gebeten, einer Bewohnerin die Medis vom Tablett zu holen, da sie mit Insulin verabreichen beschäftigt war. Die PDL kam gerade darauf zu. Da alle MA den Umgang mit Medikamenten unterschrieben haben, erfolgten halt die Abmahnungen. Da kann sich niemand rausreden. Haben auch beide eingesehen.
Während meines Krankseins gab es nur eine Beschwerde, die umgehend behoben wurde. Zumal die MA richtig gehandelt und reagiert haben, braucht sich da auch niemand etwas vorwerfen lassen.
Die Dienstplanlegende ist jeden Monat gleich und entspricht den gesetzlichen Vorgaben.
Mir wurde wortwörtlich gesagt, dass man nicht vorhat eine Änderungskündigung auszusprechen und ich auf alle Fälle weiter mein jetziges Gehalt bekomme, damit ich in der Hinsicht keinen Verlust habe. Ich soll auch weiter meinen Dienst von 7.15 - 15.45 Uhr tätigen, weil ich wegen meines Sohnes nicht anders arbeiten kann. Sonst müßten sie mir ja auch noch Schichtzulage geben.
Ich bin jedenfalls bereit, den Kampf aufzunehmen!
Mit Deinen Anmerkungen ist es mir übrigens gestern Nacht noch gelungen, schriftliches zu verfassen. Der MAV - MA war jedenfalls sehr angetan davon und schreibt alles nochmal in "Schönschrift".
Mit meinen MA hab ich auch geredet und die stehen voll hinter mir und wollen mich unterstützen, wo und wie es ihnen möglich ist. Da ich heute das Protokoll von gestern bekommen habe, bin ich einige Punkte mit meiner Stellvertretung durchgegangen. Die war so platt, dass sie in Tränen ausgebrochen ist und am liebsten sofort gekündigt hätte. Da wars dann an mir, ihr zu vermittel, dass wir ein Team sind und zusammenhalten müssen.
Ich denke halt doch, dass hiter allem eine riesige Schweinerei steckt. Aber das Rätsel wird sich bestimmt lösen lassen.
Mir wurde außerdem geraten, mich an den Kurator zu wenden. Da hab ich aber doch noch so meine Bedenken. Mal sehen, was am Freitag bei der Besprechung herauskommt.
Vielen lieben Dank jedenfalls für Deine Hilfe.
LG, JoAn
 
Qualifikation
ex. Altenpflegerin, WBL
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Alten- u. Pflegeheim