Arbeitsrecht Bewohner und Alkohol

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Lakai

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Hallo liebe Kollegen,



vor einiger Zeit hatten wir einen Bewohner zur Kurzzeitpflege im Haus, der, wie sich sehr schnell herausstellte, ein massives Alkoholproblem hat und zudem auch ein ziemlicher Sexist war, sich nur die hübschesten Pflegerinnen aussuchte und ihnen dann bei der Pflege anzügliche Bemerkungen entgegen brachte. Es handelte sich um einen Mann, der noch klar bei Verstand war ( wenn man das so nennen will, grmpf) und selbstbestimmt.

Immer öfter nahm er derart viel Alkohol zu sich, das er sturzbetrunken war und später uns Nachtwachen extreme Probleme bereitete. Er brachte sich jede Nacht in eine hilflose Lage, war sehr fordernd und penetrant und fiel jedes Mal in seinem Suff aus dem Bett und wir konnten zusehen, den Kerl wieder vom Boden aufzuheben, um ihn wieder aufs Bett zu legen. Er war kaum in der Lage mitzuhelfen, stattdessen nutzte er die Situation schamlos aus und begrabschte uns, während wir versuchten, ihn aufzuheben.

Mehrfach haben wir uns über ihn bei der PDL beschwert, weil wir diesen Zustand nicht länger hinnehmen wollten. Aber es geschah nichts !!! Im Gegenteil, er durfte sich weiterhin Alkohol besorgen und sich in die Besinnungslosigkeit trinken. Dann konnten wir uns auch noch Sprüche von ihm anhören wie: "Ich bezahle hierfür, das ich euch kaputt mache".

Wir fühlten uns im Stich gelassen.

Meine Frage:
darf ein Bewohner, ganz gleich ob er selbstbestimmt ist oder nicht, sich derart betrinken, das er hinterher eine Gefahr für sich und für andere darstellt? Muss man sich so etwas als Mitarbeiter bieten lassen?
 
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ich71

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AW: Bewohner und Alkohol

hallo Lakai,natürlich darf man einen abhängigen Alkoholiker sein Trinken nicht wegnehmen weger der lebensgefährlichen Nebenwirkungen ,wichtig ist es, das ihr euch dringend die PDL vorknöpft und den Hausarzt,der Bewohner muss entgiftet werden, in einer geronto-psychiatrischen Instituition wird er gut untergebracht sein.
Ihr müsst euch das als Mitarbeiter auf gar keinen Fall gefallen lassen sexistischen und betrunkenen Bewohnern zu ertragen,schliesslich kann es auch Übergriffe an Pflegekräfte geben lasst euch auch diesbezüglich von eure MAV beraten
 
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nofretete

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AW: Bewohner und Alkohol

Also Lakai, wenn ich an deinen anderen Thread denke, eure PDL scheint sich ja nicht wirklich für eure Probleme zu interessieren. Meine hätte die KZP sicher sofort gekündigt, wir müssen uns schon so genug bieten lassen manchmal.
So wie mein Vorredner schrieb mit entgiften und so, ist zwar richtig, aber er ist ja noch selbstbestimmt und solange da nichts passiert, so das wenigstens die Gesundheitsvorsorge übernommen wird von einem Betreuer, kann man da nichts machen.
 
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nofretete

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AW: Bewohner und Alkohol

Ach ja und betrinken darf sich in Deutschland jeder zu jeder Zeit. Das ist ja nicht verboten. Nur wie man sich dann verhält, das kann dann Konsequenzen haben.
 
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Lakai

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AW: Bewohner und Alkohol

hallo Lakai,natürlich darf man einen abhängigen Alkoholiker sein Trinken nicht wegnehmen weger der lebensgefährlichen Nebenwirkungen ,wichtig ist es, das ihr euch dringend die PDL vorknöpft und den Hausarzt,der Bewohner muss entgiftet werden, in einer geronto-psychiatrischen Instituition wird er gut untergebracht sein.
Ihr müsst euch das als Mitarbeiter auf gar keinen Fall gefallen lassen sexistischen und betrunkenen Bewohnern zu ertragen,schliesslich kann es auch Übergriffe an Pflegekräfte geben lasst euch auch diesbezüglich von eure MAV beraten



Haben wir gemacht, mit der PDL gesprochen. Die jedoch reagierte nur genervt und fragte nur abfällig: "Na was macht der denn? Bei mir tut der nie was" - klar, er wusste um ihre Position im Haus, war ja regelmäßig im Büro um sich über uns zu beschweren wegen Nichtigkeiten. Der Kerl hatte Narrenfreiheit im Haus, das glaubt man nicht. Bewohner haben sich beschwert, Angehörige haben ihn im total besoffenen Zustand gesehen, wie er aus dem Rollstuhl gefallen ist und dann auf der Terrasse lag oder sich in die Büsche übergab. So kann man auch den Ruf des Hauses schädigen.
Der Hausarzt hatte auch mit ihm gesprochen. Als das Thema Alkohol fiel, wiegelte der werte Herr sofort ab und sagte, das er den Hausarzt wechseln wird. Von seiner Seite her überhaupt keine Bereitschaft etwas zu ändern - er sah sein Problem nicht.
 
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Lakai

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AW: Bewohner und Alkohol

Ach ja und betrinken darf sich in Deutschland jeder zu jeder Zeit. Das ist ja nicht verboten. Nur wie man sich dann verhält, das kann dann Konsequenzen haben.



Schade nur, das es für ihn keine Konsequenzen hatte und dabei benahm er sich im Haus wie die Axt im Walde und brachte nicht nur sich sondern auch andere Bewohner mit seiner Trunkenheit in Gefahr. Meine Kollegin und ich spüren noch heute in den Knochen, was der Kerl uns Nacht für Nacht angetan hat. :angry::angry::angry:
 
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Ren-Hoeck

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AW: Bewohner und Alkohol

so auf den ersten Blick liest sich das wie ne Ausgewachsene Alkoholsucht mit bereits wesensverändernden Konsequenzen und nem Kosüchtigen Betreuer. Haben nen ähnlichen Fall gehabt. Nicht mit Alkohol, aber gefährliche Pflege durch angehörigen Betreuer. Der Auch schon ältere Herr hatte früher selbst als Jurist gearbeitet. Gegen diese Konektion ist kein Kraut gewachsen.

Wenn der Herr ja nun offenbar kein Problem mit Alkohol hat, dann könnt ihr ihm ja tgl/0,7L Doppelkorn geben. Dann löst sich das Problem vielleicht von ganz alleine( nimm das bloss nicht ernst).
 
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Lakai

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AW: Bewohner und Alkohol

so auf den ersten Blick liest sich das wie ne Ausgewachsene Alkoholsucht mit bereits wesensverändernden Konsequenzen und nem Kosüchtigen Betreuer. Haben nen ähnlichen Fall gehabt. Nicht mit Alkohol, aber gefährliche Pflege durch angehörigen Betreuer. Der Auch schon ältere Herr hatte früher selbst als Jurist gearbeitet. Gegen diese Konektion ist kein Kraut gewachsen.




Jaja, der war definitiv wesensverändert. Einen Betreuer hat er nicht, weil er ja selbstbestimmt ist/war - er ist ja zum Glück nicht mehr bei uns.
Der Typ war überhaupt der Knaller - prahlte damit, das er ne Geliebte hat, die ihn immer an einem bestimmten Tag besuchen kam und dann durfte keiner vom Personal stören - naja, weil in dem Zimmer dann die "Post abging". Das mag zwar sein gutes Recht sein, aber suchte sich weitere Geliebte - im Personal !!!
 
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ich71

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AW: Bewohner und Alkohol

Hallo Lakai, hat der betroffene Bewohner die Pflegestufe 3, so das sich die PDL nur für den wirtschaftlichen Aspekt interessiert?
Solche Bewohner sind für eine Pflegeeinrichtung nicht tragbar, es gibt genug Einrichtungen, die sich auf Suchterkrankungen spezialisiert haben.
Der Hausarzt scheint mit diesem Bewohner wohl überfordert. Gibt es einen gesetzlichen Betreuer?
Wir hatten vor kurzen das gleiche Problem,Bewohner jeden Tag sternnagelvoll,überall hingepinkelt ( Urin roch erbährmlich ),Bewohner hat das Waschen ,Duschen
und Umkleiden der eingenässten Klamotten abgelehnt und ist so vollgepinkelt in der Einrichtung rumgelaufen.
Das Problem hatte sich jedoch von selbst gelöst, Bewohner ist verstorben
 
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Lakai

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AW: Bewohner und Alkohol

Das weiß ich leider nicht, welche Pflegestufe er hatte. Er hatte nen Apoplex, saß im Rollstuhl, war hemiplegisch, aber konnte noch sehr viel selbst erledigen. Er war auch nicht sehr alt - knappe 60 Jahre.
Wie schon geschrieben: er tyrannisierte uns nachts im alkoholisierten Zustand, kotzte sich in die Büsche seiner Terrasse aus, die zu seinem Zimmer gehörte und fiel beinahe jeden Abend volltrunken aus dem Bett und wir konnten zusehen, das wir den Kerl wieder vom Boden hochkriegen, wobei wir uns begrabschen lassen mussten. Zu guter letzt hatten wir nur noch die Matratze auf den Boden gepackt und dann hat er fast jede Nacht auf dem Fußboden verbracht. Der Kerl war einfach nur ne Zumutung.
 
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