Arbeitsrecht Betriebsarztuntersuchung

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bahlsen

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08.01.2006
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Hallo,
kann mich mein AG zwingen zum Betriebsarzt zu gehen?
Die UNtersuchung kann doch auch z.Bsp. von meinem HA gemacht werden oder?
Die Kosten die mehr anfallen würden, würde ich schon tragen.
Also, kann mich der AG generell zwingen zum Betriebsarzt zu gehen?

Danke
 
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thorstein

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AW: Betriebsarztuntersuchung

Der AG ist meines Wissens gezwungen, das Angebot einer arbeitsmedizinischen Untersuchung zu machen.
Wenn du diese Untersuchungen nicht bei einem Bertiebsarzt (Arbeitsmediziner) machst, gibt es möglicherweise versicherungsrechtliche Probleme mit der Berufsgenossenschaft. Dazu kann man also nicht raten. Der Hinweis auf den Hausarzt hilft da nicht weiter. Möglicherweise kannst du eine Verzichtserklärung unterschreiben. Trägst dann aber auch bei einer berufsbedingten Arbeitsunfähigkeit das Risiko, dass die BG nicht zahlt.

In bestimmten Fällen kann der AG Untersuchungen verlangen:

Urteil | Betriebsarzt

Aber ich nehme an, es geht hier um die turnusmäßig anstehende Untersuchung.
 
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Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
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AW: Betriebsarztuntersuchung

Gemäß § 16 ArbSchG und § 242 BGB bist du als Nebenpflicht aus dem Arbeitsvertrag gegenüber dem AG verpflichtet, zusammen mit dem Betriebsarzt den Arbeitgeber darin zu unterstützen, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten und seine Pflichten entsprechend den behördlichen Auflagen zu erfüllen. Im Klartext: Du bist verpflichtet zur G42 Untersuchung zu gehen und kannst dich nicht weigern, da dein AG in diesem Fall das Weisungsrecht besitzt, ein normaler Arzt kann diese Untersuchungen nicht durchführen, da er keine arbeitsmedizinische Ausbildung hat und nicht befähigt ist, Infektionsgefährdungen an deinem Arbeitsplatz zu beurteilen.

Der AG ist nicht nur gezwungen das Angebote der G42 zu machen, sondern er ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass seinen MA regelmäßig an diesen Untersuchungen teilnehmen. Tut er das nicht drohen ihm empfindliche Bußgelder.
Und im Umkehrschluss, wenn du dich weigerst, dieser Weisung folge zu leisten, hat das die Gleichen Konsequenzen wie z.B. eine Arbeitsverweigerung.
 
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Tilidin

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23.04.2011
24211
AW: Betriebsarztuntersuchung

Ich meine, dei Hausärzte bestetigen auch nur, das man zum jeweiligen Zeitpunkt frei von ansteckenden Krankheiten ist, was ja bei weiten nicht ausreicht.
 
Qualifikation
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große PDL- Ausbildung
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bahlsen

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08.01.2006
49074
AW: Betriebsarztuntersuchung

hm, also kann man mich zwingen, es sei denn,- ich unterschreibe eine verzichtserklärung, danke für die antworten
 
Qualifikation
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bahlsen

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08.01.2006
49074
AW: Betriebsarztuntersuchung

habe gerade einen wichtigen Ansatz, der mir nun doch wieder zu denken gibt gefunden, mein Problem ist nämlich, dass der Betriebsarzt nicht die Ausbildung dafür hat, eine normale Ärztin führt die Untersuchung durch,
Für arbeitsmedizinsche Vorsorgeuntersuchungen gilt seit dem 24.12.2008 die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Danach ist der Arbeitgeber gemäß ArbMedVV verpflichtet Pflichtuntersuchungen zu veranlassen oder Vorsorgeuntersuchungen den Beschäftigten anzubieten.

Die Durchführung von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen im Sinne der ArbMedVV ist einem Arzt bzw. einer Ärztin vorbehalten, die berechtigt ist, die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu führen. Der Arbeitgeber soll vorrangig den bestellten Betriebsarzt nach dem Arbeitssicherheitsgesetz mit der Untersuchung beauftragen. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sollen während der Arbeitszeit stattfinden. Sie sollen nicht zusammen mit Untersuchungen zur Feststellung der Eignung für berufliche Anforderungen nach sonstigen Rechtsvorschriften oder individual- oder kollektivrechtlichen Vereinbarungen durchgeführt werden.

Grundsätzlich darf kein Beschäftigter gezwungen werden, an einer arbeitsmedizinischen Untersuchung teilzunehmen, da es sich hierbei um persönliche Selbstbestimmungsrechte handelt. Weiter hat ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin freie Arztwahl. Arbeitnehmer können daher nicht gezwungen werden, sich vom Betriebsarzt ihres Arbeitgebers untersuchen zu lassen. Sie können die erforderlichen Untersuchungen auch bei einem Arzt ihrer Wahl durchführen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass dieser Arzt über die jeweils erforderlichen Eignung verfügt.
Der Arzt, der die arbeitsmedizinsche Vorsorgeuntersuchung durchführt, muss die Arbeitsplatzverhältnisse der untersuchten Person und die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung kennen. Für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen sind darüber hinaus fachliche Fortbildungen und Spezialkenntnisse des Arztes und eine medizinisch-technische Ausstattungen der Betriebsarztpraxis erforderlich. Diese Forderung ist für einen betriebsfremden Arzt schwer zu realisieren.

Weitere Erläuterungen zu den Rechten und Pflichten und den Konsequenzen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge können Sie dem "Leitfaden für Betriebsärzte zu arbeitsmedizinischen Untersuchungen" der DGUV entnehmen.
 
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Tilidin

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23.04.2011
24211
AW: Betriebsarztuntersuchung

Leider funktioniert dein Link bei mir nicht, aber ein zwei Dinge möchte ich doch loswerden.

Es gibt doch nun ohne Frage ein berechtigtes Arbeitgeberinteresse für bestimmte Funtionen, Aufgaben, wo Grunderkrankungen oder Infektionen ausgeschlossen werden müssen.

Wenn sich der AN verweigert, dann würde ich als AG die Akte schnell zur Seite legen, weil ich keine langen Prozesse haben will.

Ob der untersuchende Arzt, den formalen Anforderungen genügt, das brauchst du doch nicht zu überprüfen, das ist die Aufgabe des AG, vieleicht der BG,somit können Dir doch niemals Nachteile entstehen.

Grundsätzlich darf kein Beschäftigter gezwungen werden, an einer arbeitsmedizinischen Untersuchung teilzunehmen,
Ich glaube, das es diverse Auflagen gibt, die diese Untersuchung zwingend vorschreiben, ohne inhaltlich nachgelesen zu haben.Der AG will u. muss sich doch absichern, damit nicht irgendwelche Regressforderungen aufkommen.

Eine große Hausärztliche Untersuchung, mit Labor u. EKG, kostet doch bestimmt gleich mehrere hundert Euro, warum willst Du es selber zahlen??????

Wo ist eigentllich dein Problem??????
 
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bahlsen

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08.01.2006
49074
AW: Betriebsarztuntersuchung

ich habe vor meiner jetzigen arbeit als arbeitsmed.assistentin gearbeitet, mußte es aus finanziellen gründen aufgeben, genau dieselbe
firma führt in dem jetzigen unternehmen betriebsärztliche untersuchungen durch, die ärztin die dies durchführt ist keine ausgebildete betriebsärztin, eine ausländische allgemeinärztin, deshalb
 
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Schwester Christa

Schwester Christa

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10.03.2007
Heilbronn
AW: Betriebsarztuntersuchung

Es gibt doch nun ohne Frage ein berechtigtes Arbeitgeberinteresse für bestimmte Funtionen, Aufgaben, wo Grunderkrankungen oder Infektionen ausgeschlossen werden müssen.

Ob der untersuchende Arzt, den formalen Anforderungen genügt, das brauchst du doch nicht zu überprüfen, das ist die Aufgabe des AG, vieleicht der BG,somit können Dir doch niemals Nachteile entstehen.

Eine große Hausärztliche Untersuchung, mit Labor u. EKG, kostet doch bestimmt gleich mehrere hundert Euro, warum willst Du es selber zahlen??????

Wo ist eigentllich dein Problem??????
Gute Frage!

Ich bin bei dieser Frage rechtlich ahnungslos und persönlich zwiegespalten nach einschlägigen Vorerfahrungen.

Wir hatten bis vor ein paar Jahren einen Betriebsarzt, der seinen Doktor auf der Baumschule oder sonstwo gemacht hat. Wirklich ernst genimmen hat den eigentlich keiner.
Bei meiner Einstellungsuntersuchung (im Januar) hat er meine Lunge und meine Herztöne durch ein T-Shirt und zwei Pullover hindurch abgehört. Keine Ahnung, was er da so vernommen hat.
Blut abnehmen konnte er auch nicht. Hab ich zweimal machen lassen, jedesmal konnte ich den Rest des Tages meinen Arm nicht mehr benutzen. Danach hab ich mir vor jeder Untersuchung vom Stationsarzt oder einer Oberkursschülerin Blut abnehmen lassen und hab ihm die Röhrchen mitgebracht. Hat ihn zwar genervt, hatte aber keine weiteren Konsequenzen.

Ebensowenig, dass ich mich seit Jahren weigere, mich nach vier (!) erfolglosen Versuchen noch einmal gegen Hepatitis impfen zu lassen. Ich habe es ihm erklärt, dass ich nach vier kompletten Durchläufen nie einen Titer aufgebaut habe. Er schickte mit regelmäßig Auzfforderungen zur Auffrischung, ich habe sie regelmäßig ignoriert - auch ohne weitere Konsequenzen...

Das Ganze jetzt auch nur als persönliche Anekdote zum Thema
 
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