Arbeitsrecht Betriebsarzt

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Isis65

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Ich arbeite seit 5 Monaten in der ambulanten Pflege.
Ich habe nur eiinen Job als 400 Euro Kraft.
Nun steht bald die untersuchung beim Betriebsarzt an.

Bin ich dazu verpflichtet mich da untersuchen zu lassen?
Muß ich mir Blut abnehmen lassen?

Viele Grüße
Isis
 
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ferdi

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Hallo Isis65,

müssen muss du gar nichts. Nur kann dann der AG ein Gesundheitszeugnis von dir verlangen, was du dann selber bezahlen musst.

Grundsätzlich die der Betriebsarzt eine Zusatzleistung des AG zum Arbeitsschutz. Für Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen trägt der AG dann die Kosten.

Der Betriebsarzt steht genau wie jeder andere Arzt auch unter Schweigepflicht und darf ohne deine Einwilligung keine Untersuchungsergebnisse an den AG weiter geben.

Unser berät uns (BR) auch super zum Thema Arbeitsschutzmaßnahmen.
Zu dem habe ich absolut Vertrauen.

ferdi
 
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nach Bedarf
Monika58

Monika58

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Hinzu kommt, das Du im Falle eines "Spätschadens" (z. B. Hepatitis B) gegenüber der Berufsgenossenschaft in Argumentationsnot kommst.

Was ist denn so schlimm an einer Blutentnahme oder einer betriebsärztlichen Untersuchung?

Gruß
Monika
 
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Isis65

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das ist ja der Witz an der Sache, vorab soll ich ein Gesundheitszeugnis von meinem Hausarzt bringen.
 
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stern3007

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Ein Gesundheitszeugnis mit einem Passus wie "Frau X ist körperlich und seelisch in der Lage, die ambulante Krankenpflege auszuführen" verlangt in der Regel schon das Gesundheitsamt. Kann es sein, dass es damit zusammenhängt?

Die Blutentnahme ist vermutlich für die Bestimmung des Hepatitis Titers notwendig. Solltest du durchführen lassen, denn sonst gibt es arge Probleme wenn du nicht nachweisen kannst, dass du bisher keine Hepatitis hattest.
 
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Monika58

Monika58

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das ist ja der Witz an der Sache, vorab soll ich ein Gesundheitszeugnis von meinem Hausarzt bringen.
Ich denke, der Knackpunkt liegt darin, dass der Betriebsarzt Aufgaben des Innerbetrieblichen Arbeitsschutzes ausübt, der Hausarzt nicht.

Zur Verdeutlichung: das hausärztliche Gesundheitszeugnis zu Beginn einer Anstellung hat in erster Linie versicherungstechnische Gründe - es wäre fatal, wenn jemand mit einer berufseinschränkenden Erkrankung "auf die Menschheit losgelassen" würde.

Der Betriebsarzt hat die Aufgabe zu überwachen, dass die Berufsausübung nicht zu gesundheitlichen Schäden führt. Er hat die Kompetenz, den Arbeitgeber auf Gefahrenquellen hinzuweisen und auf Abhilfe zu bestehen. Damit hat der Betriebsarzt eine Vertrauensfunktion für die Arbeitnehmer.

Die kann er nur wahrnehmen, wenn seine erhobenen Befunde vertraulich behandelt werden - d.h. der Arbeitgeber hat keinerlei Einblicksrecht in die Befunde des Betriebsartzes.

Auf der anderen Seite hat der Betriebsarzt auch keinerlei Einsichtsrecht in die Personalakte (er ist betriebsfremd) - damit kennt er den Inhalt des hausärtzlichen Gesundheitszeugnisses natürlich nicht.

Nun muss er aber Referenzwerte haben, um ggfls. nachweisen zu können, dass eine gesundheitliche Einschränkung während der Berufstätigkeit für den jeweiligen Arbeitnehmer entstanden ist.

Verständlich? Oder hab ich irgendwo gefranst geschrieben?

Gruß
Monika
 
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