Betreuungskraft und pflegerische Verrichtungen

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
A

AKS-Pflegetam Yari

Neues Mitglied
Basis-Konto
87b Kräfte sind reine Betreuungskräfte und müssen keine pflegerischen Tätigkeiten ausführen.
 
Qualifikation
Geschäftsführer
Wärter

Wärter

Mitglied
Basis-Konto
11.09.2007
Bonn
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar, und tatsächlich spielt hier die Finanzierung eine entscheidende Rolle. Die Regelleistungen sind entsprechend der Pflegestufe abgedeckt, und es war dem Gesetzgeber klar, dass er diese zusätzliche Leistung, die vor allem für die psychosoziale Begleitung von Menschen mit verminderter Alltagskompetenz gedacht war, klar von den bereits „bezahlten“ Regelleistungen trennen muss.

Ich persönlich halte diese strikte Trennung aber für nicht unproblematisch, und die Praxis zeigt ja auch, dass die Not im stationären Bereich, z.B. in den Stoßzeiten bei der Nahrungsaufnahme fast automatisch zu Konflikten führt, bei denen die Betreuungsassistenten, oft schwächstes Glied in der Hierarchie einer Wohngruppe, zum Spielball werden.

Es gibt aber durchaus intelligente Konzepte dieses Dilemma, dass um 12:00 zwei Pflegekräfte 10 Bewohner bei der Nahrungsaufnahme unterstützen müssen und ihnen 2 Betreuungsassistenten gegenüber sitzen die sagen: Ich darf keine Regelleistung erbringen, lösen. (Bitte an dieser Stelle keine guten Ratschläge mehr, die Mitarbeitereinsatzplanung besser zu organisieren)

Wichtig ist, dass Leitung hier mit Konzepten und klaren Ansagen Vorgaben macht, und nicht halbgare / halblegale Vorgehensweisen toleriert. Frühstücksgruppen können hier, richtig durchdacht, eine Lösung sein finde ich.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Stationär
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
14.03.2007
Mannheim
Hallo Wärter,

hier vermischt du etwas, wie ich meine. Die Alltagsbegleiter dürfen weder Anleiten noch Anreichen.

Etwas anderes wäre eine Frühstücksgruppe, bei der es darum geht, dass die Klienten nicht immer wieder die Verrichtung (Mahlzeit) verlassen. Also die soziale Begleitung im Vordergrund der Tätigkeit steht und nicht die Nahrungsaufnahme.


sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
S

smaluhn

Mitglied
Basis-Konto
02.11.2007
31535
Also das jede Person 87 b bekommt ist nur soweit richtig, als sie zustimmen muß !!!!! Das tut nicht jede, weil einige sich dann selber als hilflos einstufen und das ihr Ego nicht zulässt. Es ist also nicht jeder nach 87 einzustufen, erst nach seiner persönlichen Zustimmung.
Selbstverständlich muß eine Pflegekraft die Toilettengänge machen, dafür muß sie in der Nähe sein oder abrufbar.
Unrealistische Dinge darf es in der Pflege nicht geben, das sagt das Gesetz, Schwachsinnige undurchdachte Gesetze gibt es schon :).
 
Qualifikation
Pfleger/Suchtkrankenberater/Pflegehelfer/Betreuungsassistent/RA/HP
Fachgebiet
Hannover
F

Farodina

Unterstützer/in
Basis-Konto
06.11.2013
Oldenburg
Hmm verstehe ich jetzt irgendwie nicht. Der Bedarf auf 87b wird durch den MDK festgestellt und von Betreuungskräften mit einem Angebot nach 87b betreut. Alle anderen, die einen Anspruch auf allgemeine Betreuung haben, bekommen doch kein Angebot nach 87b, da orientiert, sondern nach Wunsch (Einkauf, Spaziergang usw.). Also eine klare Sache.

Betreuungskräfte machen keinerlei pflegerische und hauswirtschaftlich Arbeiten bei uns im Haus. Ausnahme: sie sind in einer Aktivität außerhalb unterwegs, und Teilnehmer muss mal auf die Toilette. Das ist im übrigen auch erlaubt.

Meine eigene Meinung zu dem Gesetz? Totaler Blödsinn! Zum einem ist die soziale Betreuung ein großer Lerninhalt in der Ausbildung. Es ist nicht einzusehen, das Pflegekräfte nur Zeit für ein paar Worte beim Waschlappenschwingen haben. Wir reden immer von ganzheitlich, nun wirds gesplittet.

Zum anderen rennen sich Pflegekräfte die Zunge aus dem Hals, springen immer wieder ein, um Dienste abzudecken und die soziale Betreuung sitzt entspannt beim Mensch- ärgere-dich - nicht spielen.
Wir haben tollle Betreuungskräfte, nicht das ich falsch verstanden werde. Aber wir brauchen die Menschen in der Pflege, damit auch die Pflegekraft mit Bewohnern ein Eis essen gehen kann.
 
Qualifikation
Pflegedienstleiterin
Fachgebiet
Pflegeheim
  • Gefällt mir
Reaktionen: ludmilla
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
14.03.2007
Mannheim
hallo,

Also das jede Person 87 b bekommt ist nur soweit richtig, als sie zustimmen muß !!!!! Das tut nicht jede, weil einige sich dann selber als hilflos einstufen und das ihr Ego nicht zulässt. Es ist also nicht jeder nach 87 einzustufen, erst nach seiner persönlichen Zustimmung
Also das erste was mir hierzu einfällt: Wo steht`s? - Du verwechselst da meiner Meinung nach etwas.

Jeder Heimbewohner hat seit 01/2016 87b. Da geht es um die Entgelte.
Etwas anderes ist es, ob die Bewohner das annehmen wollen. Hier ist die Biographie gefragt und vielleicht auch die Angebotspalette.


Hallo Farodin,

Hmm verstehe ich jetzt irgendwie nicht. Der Bedarf auf 87b wird durch den MDK festgestellt und von Betreuungskräften mit einem Angebot nach 87b betreut. Alle anderen, die einen Anspruch auf allgemeine Betreuung haben, bekommen doch kein Angebot nach 87b, da orientiert, sondern nach Wunsch (Einkauf, Spaziergang usw.). Also eine klare Sache.
Genau meine Rede. Es muss dringend unterschieden werden in soziale Betreuung und Alltagsbegleitung

Meine eigene Meinung zu dem Gesetz? Totaler Blödsinn! Zum einem ist die soziale Betreuung ein großer Lerninhalt in der Ausbildung. Es ist nicht einzusehen, das Pflegekräfte nur Zeit für ein paar Worte beim Waschlappenschwingen haben. Wir reden immer von ganzheitlich, nun wirds gesplittet
Ich gebe dir teilweise recht. Ich persönlich habe es noch anders erlebt. Ich begleite inzwischen mehrere Einrichtungen und muss sagen auch da wo Zeit ist wird die nicht immer in den Bewohner investiert sondern eher in andere Dinge. Nicht jede Pflegekraft will sich mit Bewohnern auseinandersetzen.

Gleichzeitig finde ich die 87b Lösung fatal. Auch hier sehe ich vieles.... teilweise sehr erschreckend nur damit manche von der Straße sind.

Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
S

smaluhn

Mitglied
Basis-Konto
02.11.2007
31535
Wenn der betroffene nicht zustimmt das er betreut werden möchte , zahlt die Kasse natürlich nicht. Ist ja auch logisch, denn die Kassen wollen hier bei uns den nachweis der Zustimmung. Ist zwar selten aber kommt vor.
 
Qualifikation
Pfleger/Suchtkrankenberater/Pflegehelfer/Betreuungsassistent/RA/HP
Fachgebiet
Hannover
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
14.03.2007
Mannheim
Hallo Smaluhn,

dafür genügt, dass du ihm Angebote machst.

sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
N

nordwind

Guten Morgen,
bei uns müssen die Pat./Gäste monatlich auch einen Leistungsnachweis /Abtrittserklärung unterschreiben. Tun Sie dies nicht, können wir die Betreungsleistungen nicht abrechnen.

nordwind
 
M

marinadiezweite

Mitglied
Basis-Konto
10.09.2014
Uelzen
Hallo Leute, ihr schneidet da ein komplexes Thema an. Vorweg ist mal gesagt, dass nicht alle Personen, die Leistungen nach §87 b erhalten, so über einen Kamm zu scheren sind. Es sind Personen, die noch essen, trinken, laufen oder rollen können. Es sind aber auch welche, die nur im Bett oder Pflegerollstuhl liegen/sitzen. Schon daraus ergeben sich ja unterschiedliche Betreuung. Das Essenanreichen ist bei uns auch immer mal wieder ein Thema. Allerdings hat unsere Betreuungskräftechefin eine klare Aussage getroffen. Das finde ich einfach am besten. Die Ansage heißt, dass wir es nicht dürfen. Und viele Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte haben es definitiv auch nicht gelernt. Kennen nicht die Hintergründe verschiedener Erkrankungen und Schluckbeschwerden, Aspirationsgefahr. Da finde ich das fast schon gut, dass Anreichen nicht von jedem bewältigt werden darf.
In unseren Frühstücksrunden ist keiner, der Essen angereicht bekommt in dem Sinne, dass man Essen püriert, er es nicht mehr kauen, nicht richtig schlucken kann. Ähnlich verhält es sich mit den Toilettengängen. Bewohner, die vom Rollstuhl auf die Toilette transferiert werden müssten, haben wir nicht dabei. Die Frage ist für mich nicht nur, dürfen sollen müssen wir das. Sondern können wir das.
Meines Wissens ist für spezielle Frühstücksrunden vorgesehen, dass da eine Pflegekraft dabei ist oder zwei Alltagsbegleiter. Denn es ist immer schwierig, wenn ein Bewohner aufs Klo muss, die Betreuungskraft verschwindet.
Wenn man allein Frühstücksgruppen oder andere Arten von Gruppen betreut, kann ich nicht einfach immer wieder weg sein. DA ist finde ich eine enge Kooperation mit dem Pflegepersonal von Vorteil. Klar, auch bei uns meckern mal Pflegekräfte. Aber es geht da nicht nur um das Wollen oder Können. Sondern um das Dürfen. Da argumentiere ich gern mit den gesetzlichen Vorgaben, die unsere Wohnbereichsleitung auch abgesegnet hat.
Verschluckt sich jemand beim Essen, bekomme nämlich letztlich ich den Ärger. Stürzt jemand von der Toilette, weil ich mich ''dumm'' angestellt habe beim Transfer, gibt es auch zunächst erstmal richtige Probleme.
Wenn wirklich Not an Frau ist, was auch bei uns zur Mittagszeit mal vorkommen kann, oder zur Kaffeezeit, würde ich mir immer erstmal die Absegnung von einem Vorgesetzten holen. Schnell wird sonst sowas auch zum Dauerzustand, dass man Essen anreicht.
 
Qualifikation
Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
  • Gefällt mir
Reaktionen: Farodina
mysteha

mysteha

Unterstützer/in
Basis-Konto
24.06.2012
Saarbrücken
@marinadiezweite,
ich weiß nicht ob es damit getan ist, sich bei Tätigkeiten, die man nicht ausführen darf das ok von einer/m Vorgesetzten zu holen.
Du stehst da auch in der Verantwortung nur Arbeiten zu erledigen, die du auch vollumfänglich erledigen kannst.

Ich würde mich an deiner Stelle an den Aufgabenkatalog für Betreuungskräfte nach § 87 b, den der MDK veröffentlicht hat, halten.
Wenn in so einem Ausnahmefall wirklich etwas passiert, habt ihr beide (du und der/die Vorgesetzte) schlechte Karten.
 
Qualifikation
KS/PDL/Fachkraft für Gerontopsychiatrie/Hygiene/Pflegeberaterin §7a SGB XI
Fachgebiet
Tagesstätte/Demenz
M

marinadiezweite

Mitglied
Basis-Konto
10.09.2014
Uelzen
Ja, ich persönlich hab da eher ein anderes Problem. Ich hab in meiner Ausbildung auch Essen anreichen gelernt. Kenne die Bewohner, und in dem Moment, wo ich in der Pflege aushelfe, darf ich sogar plötzlich Essen anreichen, wo ich vorher als Betreuungskraft das nicht durfte. Ich meine sich gegenüber zu sitzen, beim Essen anreichen zuzuschauen und zu sagen, ich darf das nicht, löst natürlich keine Probleme.
Wenn das von ''oben'' klar ist, dass die Betreuungskräfte das nicht dürfen, ist es besser, gar nicht erst zu den Essenzeiten im Speisesaal herumzulaufen. Und manchmal ist es auch eine Frage der guten oder schlechten Arbeitseinteilung der Altenpfleger und Assistenten. Da möchte ich mich glatt nicht mit reinhängen. Aber ganz klar ist, wenn ich es nicht kann, dann sollte ich das auch nicht tun. Eine Motivation zum Essen, das würde wiederum ganz anders aussehen. Das ist meines Wissens sogar abgesegnet. Dass ich jemandem, der vergisst zu essen, sein Hauptgericht schmackhaft mache, ist kein Problem. Sobald ich aber einen LÖffel oder Trinkbecher halte und führe. Ist das eine ganz andere Nummer. Wo es wohl nicht darum geht, ob der BEwohner diese BEtreuungsleistung bezahlt bekommt, sie ihm zusteht über die Betreuungskräfte oder so. Sondern ob die Betreuungskräfte das dürfen. Bei uns heißt es einfach klares NEIN und fertig.
 
Qualifikation
Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
Dieses Thema hat seit mehr als 365 Tagen keine neue Antwort erhalten und u.U. sind die enthalteten Informationen nicht mehr up-to-date. Der Themenstrang wurde daher automatisch geschlossen. Wenn Du eine ähnliche Frage stellen oder ein ähnliches Thema diskutieren möchtest, empfiehlt es sich daher, hierfür ein neues Thema zu eröffnen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

M
Hallo Leute, ich bin Altenpflegeschülerin im 3. Lehrjahr und mir ist heute Vormittag aufer Arbeit etwas passiert, was ich hier mit euch...
  • Erstellt von: misses_geriatric
4
Antworten
4
Aufrufe
394
I
C
Nimm dir 2 min Zeit, um an dieser Umfrage zum Thema "Humorfähige Sprachassistenten in der Pflege" für wissenschaftliche Zwecke...
  • Erstellt von: Carifee
0
Antworten
0
Aufrufe
148
C
K
Hallo, Wir haben heute beim Aufräumen eine Packung BTM gefunden. Die Packung trägt weder den Namen eines Bewohners, noch aus welcher...
  • Erstellt von: KindDesSommers
1
Antworten
1
Aufrufe
284
P
Leeny94
Hallo ich bräuchte eure Hilfe :) Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich eine Umfrage erstellt zur Personalgewinnung der Generation Z...
  • Erstellt von: Leeny94
0
Antworten
0
Aufrufe
293
Leeny94