Betreuungskraft und pflegerische Verrichtungen

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Gitte

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Hallo zusammen,
heute hatten wir wir dieses leidige Thema, sollen, dürfen oder müssen Betreuungskräfte nach §84 b pflegerische Aufgaben wie Toilettengänge, z.B. bei BewohnerInnen mit Demenzerkrankungen oder beo so genannten Läufern übernehmen, nach den Malhzeiten Hände und Mund waschen, Essen anreichen außer bei BewohnerInnen mit Schluckbeschwerden? Mein Stand ist, dass die Betreuungskräfte die die Ausbildung nach dem 1.1.14 gemacht haben, diese Verrichtungen tun sollen/müssen/dürfen. Im Haus ist die Meinung sehr unterschiedlich, und selbst der MDK soll bei der letzten Begegung gesagt haben, dass dies nicht in den Aufgabenbreich der Betrrungskräfte fallen würde.
Schönes Wochenende gitte
 
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Alten-und Pflegekeim
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mysteha

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Gitte, das hat nichts damit zu tun, wann du die Weiterbildung zur Betreuungskraft gemacht hast, sondern als
was man in der Einrichtung angestellt ist. Ist jemand als Betreuungskraft nach § 87 b SGB XI angestellt, dann
darf die betreffende Person keine Tätigkeiten leisten, die die Pflege betreffen.
Das Aufgabengebiet dieser Betreuungskräfte wurde vom Spitzenverband der KK genau beschrieben.
 
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KS/PDL/Fachkraft für Gerontopsychiatrie/Hygiene/Pflegeberaterin §7a SGB XI
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Tagesstätte/Demenz
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Gerhild

Gitte, das hat nichts damit zu tun, wann du die Weiterbildung zur Betreuungskraft gemacht hast, sondern als
was man in der Einrichtung angestellt ist. Ist jemand als Betreuungskraft nach § 87 b SGB XI angestellt, dann
darf die betreffende Person keine Tätigkeiten leisten, die die Pflege betreffen.
Das Aufgabengebiet dieser Betreuungskräfte wurde vom Spitzenverband der KK genau beschrieben.
so ist es
 
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bengelch72

bengelch72

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Cochem
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Ist ganz klar gesetzlich geregelt, was Betreuungskräfte mit Paragraph 87b-Ausbildung (unabhängig wann sie die gemacht haben) tun dürfen.

Mit sehr "geschickter" Konzepterstellung und täglichen Dokumentation kann man das eine oder andere von den MA machen lassen; ist aber dann immer in einer Grauzone.
Oft machen es diese MA trotzdem, teils weil sie es nicht anders wissen oder weil sie ihren Vorgesetzten nicht widersprechen wollen / es sich nicht trauen.
 
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QMB, Sibe, (vorher HEP)
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Seniorenheim
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Wärter

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Es sind ja auch nicht nur die Vorgesetzten, sondern die Kollegen aus der Pflege und die Betreuungsassistenten selber, die sich schwer tun zu verstehen, warum man zur Mittagszeit die BA`s nicht zur Unterstützung beim Essen anreichen hinzuziehen darf, wenn oft der personelle Druck so große ist. Die Mitarbeiter aus der Pflege benötigen jede Unterstützung und die BA`s sehen den Bedraf ja auch. Ich hoffe man ändert hier bald die Grundlagen, auch um die BA´s aus diesem schwierigen, theoretisch zwar nachvollziebar, praktisch aber höchst unangenehmen Interressenkonflikt zu befreien.
 
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Das es eine klare Regelung gibt ist mir bekannt, ich halte sie aber für schlecht durchdacht. Sie erzeugt in der stationären Pflege ein enormes Spannungsfeld, zwischen Pflege und Betreeungsassistenen.
 
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ms-sophie

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Hallo Wärter,

das kommt auf die Betrachtungsweise an, und wie ein Team damit umgeht.

Mir fällt bei solchen Diskussionen immer folgender Satz einer ehemaligen Kollegin ein:

"Pflege frisst alles"


Ich bin für einen Träger für mehrere Einrichtungen tätig. Manche Teams bekommen ihren Ablauf gut strukturiert und da klappt auch die Doku weitestgehend, andere Teams haben angeblich nicht mal Zeit einen adäquaten Pflegebericht zu verfassen.

Ebenso ist es mit der sozialen Betreuung/87 b. Wenn das Pflegeteam akzeptiert, dass die 87 b Kräfte keine Grundpflege (TG, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme) erbringen, dann strukturieren die sich anders, die Entlastung findet dann an anderer Stelle statt.

Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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Wärter

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Ich habe auch das Gefühl, die Pflege hat was von einem schwarzen Loch, das jede Stunde, jeden Mitarbeiter, jede Ressource die ich in es hineinwirft frisst und nach MEHR ruft. Ganz sicher laufen auch Dinge auf der Gruppe A besser als auf Gruppe B, dafür sind auf Gruppe B die Bewohner zufriedener, und auf C sind die Ausfallzeiten am geringsten.

Das Spannungsfeld für die Betreuungsassistenten aber wie so oft, auf Defizite der Pflegekräfte sich zu organisieren zu reduzieren, ist zu einfach.

Ich arbeite in einem klassischen (netteres Wort für altmodischen) stationären Pflegeheim mit 135 Bewohnern. Wir hätten gerne, aber haben noch kein Wohngruppenkonzept, und so gibt es auch eine recht klassische Rollenverteilung. Wir haben die Mitarbeiter des SD und die Betreuungsassistenten aber bereits fest den Wohngruppen zugeordnet.

Ich male mal eine Besetzung von 4 Mitarbeitern im Frühdienst, zwei mit langem Dienst bis 13:30 und zwei mit kurzem Dienst bis 10:00, ein Mitarbeiter des Spätdienstes kommt um 13:00 zur Übergabe, der zweite um 15:00. Dieses Beispiel ………… nur exemplarisch.

Der Wohnbereich hat einen guten Anteil Bewohner mit großem Unterstützungsbedarf beim Mittagessen. Hier habe ich nun nur noch 2 Pflegekräfte, aber …… auf dem Bereich sind noch 2 Betreuungsassistenten die Teil des Teams sind, die Bewohner gut kennen, natürlich nicht bei Schluckproblemen anreichen und natürlich auch durch Präsens im Speisesaal einen guten Beitrag leisten können.

Die Betreuungsassistenten würden gerne das Essen anreichen und können das auch (besser als eine neue Pflegehilfskraft der Zeitarbeit)

Die Mitarbeiter der Pflege benötigt händeringend jemanden und stehen unter enormem Druck, zumal die Pflegefachkraft eigentlich noch Medikamente verteilt und Dr.Ichkommewannsmirpasst in der Tür steht.

Und in diesem Spannungsfeld, wenn dann die zwei Betreuungsassistenten um 12:00 mit den Schultern zucken, sehe ich das Team und denke, das muss doch anders zu lösen sein. Da bekommen wir in den letzten Jahren ganz viele motivierte Köpfe auf die Bereiche, und in den Kernzeiten sollen dürfen sie bei Regelleistungen nicht unterstützen? ….. verdammt.

Was macht die Leitung? Sie bastelt sich zum Teil fadenscheinige Konzepte, verkauft das Essen anreichen als Einzelbesuch usw. Ich denke, da gibt es bessere konzeptionelle Lösungen und ich glaube auch das die kommen werden.

Die momentane Lage der Finanzierung der BA´s ist klar.
 
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ms-sophie

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Derzeit ist es definitiv so, dass die 87b Kräfte kein Essen anreichen dürfen.

Warum ist das so? Nun der Gesetzgeber hat die zusätzlichen Betreuungsgelder nicht für die Regelleistungen, die mit der Pflegestufe abgegolten werden ins Leben gerufen. Betreuung ist genauso wichtig wie Pflege.

Einmal könnte euch helfen
Unterscheidung in Mitarbeiter der sozialen Betreuung und Alltagsbegleiter. Die MA der sozialen Betreuung laufen auf dem Pflegeschlüssel mit die Alltagsbegleiter laufen zusätzlich.

ein weiterer Punkt wäre:
Mit Dr. ichkommwennichwill (vermutlich mehrere) einen Termin zu vereinbaren. Ausserhalb der Mahlzeiten


Außerdem:
Mir scheint die Personaldecke sehr dünn. Hier wäre die Wohnbereichsleitung gefragt zu rechnen.

Sophie
 
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smaluhn

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Es darf vielleicht nicht vergessen werden das die Betreuungsassistenten aus einem anderen Topf bezahlt werden. Es gibt natürlich immer Ausnahmen und Härtefälle, aber das müsste man abklären. Auch kombiniertes arbeiten (Betreuungspflege) würde sicherlich die Richtlinien erfüllen. Aber wer kann das schon, die meisten Betreuungsassistenten kommen wohl nicht aus der Pflege. Ist wohl alles eine Gehaltsfrage.
 
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ms-sophie

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Hallo smaluhn,

was hat dies nun mit der Bezahlung zu tun? Ich kann deinem Gedankengang nicht folgen.

Faktisch ist es so, dass die GKV genau festgelegt hat, welche Leistungen durch 87b Kräfte erbracht werden dürfen. Grundpflegerische Leistungen wie essen anleiten/anreichen, Toilettengänge sind nicht dabei.

Schau mal hier:
https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/richtlinien__vereinbarungen__formulare/rahmenvertraege__richlinien_und_bundesempfehlungen/2014_12_29_Angepasste_Richtlinien__87b_SGB_XI_final.pdf


Sophie
 
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smaluhn

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Betreuungsassitenten werden nicht vom Pflegesatz bezahlt , sonder aus einer Zusatzleistung, die beantragt werden muß.
 
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HEP2004

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Weinheim
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Interessant,
wir haben seit gestern eine ähnliche Diskussion in der Leitungsrunde.

Bei uns stellt sich die Situation allerdings so dar, das wir jeden morgen noch ein Gruppenangebot in den Räumen der ehemaligen Tagespflege haben, quasi eine "interne" Tagespflege. Dort kommen jeden morgen aus dem Haus ca. 20 Bewohner zusammen und werden den Vormittag über von drei Damen der Betreuung aktiviert. Hierzu gehört allerdings auch ein gemeinsames Frühstück und dementsprechend dann halt auch ein kleiner Teil hauswirtschaftlicher Tätigkeit. Auf die Toilette muss ebenfalls immer wieder mal jemand.

Es wäre absolut unrealistisch für jeden Toilettengang eine Pflegefachkraft aus den Wohnbereichen zu rufen. Eine der Damen ist zwar Pflegefachkraft, läuft aber Stellenmäßig in der Betreuung. Alle diese Tätigkeiten auf die eine PFK abzuwälzen ist ja ebenso nicht zu machen.

Was meint ihr? Wir sowas von den Prüfinstitutionen akzeptiert? Gibt es da Stress?
In dem oben verlinkten Dokument steht ja unter §2 Abs. 4 das man Betreuungskräfte diese Tätigkeiten durchaus durchführen können, allerdings solange sie nicht regelmäßig stattfinden.
Ich zitiere: "Zu den Aufgaben der zusätzlichen Betreuungskräfte gehören auch die Hilfen, die bei der Durchführung ihrer Betreuungs- und Aktivierungstätigkeiten unaufschiebbar und unmittelbar erforderlich sind, wenn eine Pflegekraft nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. Zusätzliche Betreuungskräfte dürfen nicht regelmäßig in grundpflegerische sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten eingebunden werden."

Das würde unser komplettes Konzept über den Haufen werfen wenn das nicht durchgehen würde.
Gibt es da vielleicht eine "Einzelfallregelung"?

Viele Grüße
 
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mysteha

mysteha

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@HEP,

also ich sehe da bei euch schon Probleme, wenn ihr konzeptionell gar nicht mit Pflegekräften in der Tageseinrichtung arbeitet.
Dort wird über den Tag immer mal wieder jemand zur Toilette müssen und dann immer einen Notfall zu deklarieren ist meiner
Ansicht nach nicht Sinn der Sache.
Allerdings besteht ja auch die Möglichkeit, für pflegerische Tätigkeiten eine Pflegekraft als solche in der Betreuung zu beschäftigen,
dann wärt ihr auch konform mit dem GKV.
 
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KS/PDL/Fachkraft für Gerontopsychiatrie/Hygiene/Pflegeberaterin §7a SGB XI
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Tagesstätte/Demenz
mysteha

mysteha

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@smaluhn,

aus welchem Topf die Betreuungskräfte bezahlt werden spielt doch überhaupt keine Rolle. Fact ist doch, dass sie,
wenn sie als solche eingestellt sind, für pflegerische Tätigkeiten einfach nicht zuständig sind, weil ihr
Aufgabenschwerpunkt ein anderer ist.
 
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KS/PDL/Fachkraft für Gerontopsychiatrie/Hygiene/Pflegeberaterin §7a SGB XI
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Tagesstätte/Demenz
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ms-sophie

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Hallo smaluhn,

Betreuungsassitenten werden nicht vom Pflegesatz bezahlt , sonder aus einer Zusatzleistung, die beantragt werden muß.
Hier bist du nicht auf dem neuesten Stand. Alle Bewohner in stationären Einrichtungen bekommen 87b Leistungen.

Sophie
 
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ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
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ms-sophie

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Hallo HEP,

hier wäre doch die Möglichkeit, dass zu den "Stoßzeiten" für die Toilettengänge jemand von der Pflege dazu geht. Ganz wichtig ist auch nochmals die Unterscheidung Mitarbeiterin der sozialen Betreuung und/oder 87b Kraft.

Es geht tatsächlich um diese zusätzlichen Betreuungsleistungen.

sophie
 
Qualifikation
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Farodina

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Hallo HEP,

verstehe ich das richtig, diese Bewohner verbringen den ganzen Tag in der "internen" Tagespflege? Und wer verteilt Medikamente, wer verabreicht ggfs. Insuline?
 
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Pflegedienstleiterin
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Pflegeheim
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nordwind

Da wird im "Hintergrund" eine PDL oder FK sein. So war es mal bei uns geplant, wogegen ich entschieden protestiert habe.
 
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