Wundmanagement Betaisodona und z.B. PEG-Sonden

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C

Christoph Lützenkirchen

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08.11.2002
Stadtkyll
Hallo und Guten Tag zusammen,

hat jemand von Euch schon mal gehört, daß bei VW von Sonden-Einstichstellen, wie z. B. bei einer PEG aber auch bei SPK, mit Betaisodona über einen längerfristigen Zeitraum die Sonde durch die Salbe zerstört werden soll?

Meinem Vater wurde dies bei seinem letzten Krankenhausaufenthalt durch eine Schwester mitgeteilt.
Auf Nachfrage konnte Sie hierzu keine genaueren Angaben liefern, ihnen sei das auf einer Fortbildung so gesagt worden. Leider weiß ich nicht, wer die Fortbildung abgehalten hat.

Für Antworten wäre ich dankbar!

Gruß Christoph
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Rettungsassistent
Fachgebiet
Neurol., Orthop. und Innere Rehabilitation
NetSpy

NetSpy

Mitglied
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24.06.2002
48151
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>Nach Rücksprache mit dem Arzt mindestens einmal, u. U. mehrmals täglich den Verbandswechsel durchführen. Gegebenenfalls die Punktionsstelle mit warmen Wasser abduschen und anschließend gut trocknen lassen. Wenn zusätzliche Pflegemittel erforderlich sind, sollten Tinkturen zur Gewährleistung einer kurzen Kontaktzeit mit dem PEG-Schlauch bevorzugt werden. Salben nur unter strenger Indikationsstellung zeitlich begrenzt anwenden, da durch die längere Kontaktzeit der Polyurethanschlauch geschädigt werden kann.

Wenn Salbenverbände unumgänglich sind, wenig Salbe verwenden und den PEG-Schlauch beim Anlegen möglichst präparatefrei halten.

Produkte, die den Polyvidon-Jod-Komplex (syn. Povidon-Jod-Komplex) enthalten, nur als Tinktur und zeitlich begrenzt anwenden, da es zu Wechselwirkungen mit dem Schlauchmaterial kommen kann. Hierzu gehören beispielsweise Betaisodona, Braunovidon und insbesondere Braunol 2000. Diese Präparate nicht als Salbe zur Stomapflege verwenden, da die Inhaltsstoffe bei längerer Kontaktzeit zu einer Versprödung des Schlauchmaterials führen.<HR></BLOCKQUOTE>

©http://www.schneider-apv.de/Grundlagen.htm
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
Notaufnahme
Weiterbildungen
Stationsleitung, Notfallpflege, Pain Nurse, Mega-Code-Trainer
H

heiner

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25.01.2002
69121
Hallo,
SPK und PEK Sonden bitte nicht mit Betaisadona-Salbe versorgen.Hatte gerade einen Patienten,der zum Wechsel der PEK in die Klinik mußte und der behandelnde Arzt zeigte mir eine total zerfressene Sonde-das Grundübel der Betaisadona.Wenn jedoch die Sonden nur kurtzfristig(4 Wochen)liegen,kann man einmal die genannte Salbe auftragen.
Aber welche Sonde liegt nur 4 Wochen?
Heiner
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
A

al230980

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23.12.2002
Hallo,

als bei uns im Haus ist es Standard, wenn die Stelle nur leicht gerötet ist, wird oft schon PVJ Salbe draufgetan.

Gewusst habe ich es nicht, das das Schlauchmaterial mit der Salbe reagieren kann. Aber interessant das zu wissen und auch ein sehr guter Link. Gleich mal ausgedruckt und gleich wird er mitgenommen.

Gruß
Alex
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Geriatrie
B

Basi

Mitglied
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18.01.2003
Hallo an Alle,
mir ist es schon 1,5 Jahre bekannt. Im unserem Haus kämpfen wir seit fast der gelchen Zeit dagegen. Wir arbeiten am liesten mit Octenisept mit super Erfolg. Aber unser Problem sind die Hausärzte, wir haben immer noch welche dabei die schreiben Betaisodona auf( selbst dann, wenn wir sie schon überzeugt hatten!!!) und dann hab ich Fachkräfte die wehren sich nicht, machen den alten Stiefel mit. Also Wissen von der Pflegeseite allein reicht nicht.
Gruß die kämpferische Basi
P.S.: An den Sachen könnt' ich manchmal verzweifeln.
 
Qualifikation
KS/Bibu/Pdl/Studentin
Fachgebiet
Altenhilfe
S

Simon Joerg

Mitglied
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27.03.2002
Hallo zusammen,

wofür kann man "Jod-Salben" egal welchen Herstellers denn überhaupt gebrauchen? Mir fällt zu Betaisodonasalbe kein richtiger Sinn ein... :confused:

Schöne Grüße, Simon
 
Qualifikation
Krankenpfleger Student der Pflegepädagogik
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
C

charleene

Hi Simon,

mir wurde gesagt, Salben wie Betaisodona seien zum desinfizieren der Wunde da, v. a wenn diese entzündet sind,

charleene
 
S

Simon Joerg

Mitglied
Basis-Konto
27.03.2002
Hi charleene,

ja, da hast du auf jeden Fall Recht.
Nur so wie ich es aktuell mitbekomme desinfiziert man in der Regel mit einem flüssigen Desinfektionsmittel (z.B. Octenisept, das färbt auch nicht so wie Beta) und verbindet dann steril. Die langfristige Anwendung ist meines Wissens völlig unüblich, irgendwann wird die Salbe vielleicht selber zum Nährboden.. :confused:
Außerdem kann man wegen der "satten" Farbe die Wunde kaum beurteilen. Größere Wundinfektionen werden dann ja auch antibiotisch behandelt (auch nicht lokal, also mit Salbe).

Wer setzt denn hier noch Betaisodona-Salbe (oder andere ) ein, und wofür?
Schöne Grüße,
Simon
 
Qualifikation
Krankenpfleger Student der Pflegepädagogik
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
U

Utsch

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.10.2002
Hi Simon, genau das frage ich mich auch?!? Ich werde bald wahnsinnig.... :D wenn ich diese blöde Salbe noch auf PEG's etc. sehe
Gruessle Ute
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
Schule für Pflegeberufe/ Krankenpflegeschule
B

Basi

Mitglied
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18.01.2003
Ich habs ja schon oben gesagt, es gibt Hausärzte die wissen es noch nicht oder vergessen es immer wieder (Alzheimer?)
Apropo Nährboden: Die Halbwertszeit von Betaisodona ist sechs Stunden, also nach sechs Stunden fängst an zu Wuchern !!!!!
Dies bedeutet bei uns, wer sich vom Arzt Betaisodona verschreiben lässt, muss 3x am Tag den Verband wechseln. (Wenn ich es mitkriege)

Ich werd's trotzdem nicht los.
Basi
 
Qualifikation
KS/Bibu/Pdl/Studentin
Fachgebiet
Altenhilfe
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all

Ist bei 6 Stunden Halbwertzeit nicht ein 4maliger VW am Tag nötig? *fg*

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
B

Basi

Mitglied
Basis-Konto
18.01.2003
Hallo ihr,
Stimmt, aber ich muss sehen was von der Organisation noch realistisch ist. (Pflegeheim).
Ich habe noch eine Theorie warum Betaisodona verwendet wird, manchmal habe ich das Gefühl es soll ein "feuchter Wundverband" damit erreicht werden. :(
Wem geht es ähnlich damit.
Basi.
 
Qualifikation
KS/Bibu/Pdl/Studentin
Fachgebiet
Altenhilfe
D

Dirk Knück

Liebe Kolleginnen/Kollegen!
Gehört von diesen Phänomenen habe ich auch.

Ich habe die Firma Mundipharma diesbezüglich um eine Stellungnahme gebeten, und habe folgende Antwort bekommen : <BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>
Da grundsätzlich Povidon-Präparate unseres Hauses nur zur Anwendung am Menschen und nicht für die Anwendung von Instrumenten oder sonstigen (Plastik- oder Metall-) Materialien gedacht sind, haben wir nur sehr
begrenzte Erfahrungen zu Kompatibilitätsfragen mit Materialien, da diese von uns auch nicht systemisch untersucht worden sind.

Wir können jedoch bestätigen, daß uns bislang noch keine konkreten Hinweise auf unerwünschte Veränderungen der Kathetermaterialien durch Einwirkung von Betaisodona-Präparaten vorliegen. Unseres Erachtens dürfte die Frage nur
bei längerzeitigem Kontakt eines Katheters mit einem Desinfektionsmittel/Antiseptikum - wenn überhaupt - relevant werden.

Die braune Farbe der Povidon-Iod-Präparate, die durch die Eigenfarbe des Wirkstoffs Iod gegeben ist, ist ein zuverlässiger Wirksamkeitsindikator. Bei Verblassen der braunen Farbe lässt die Wirkung nach. Dies gibt in der Praxis eine gute Hilfestellung in der Nachdosierung.<HR></BLOCKQUOTE>

Somit sollten alle Grüchte um Halbwertzeit hinfällig sein.

Ich persönlich halte Betaisodona auch nicht für das rechte Mittel, um PEG oder SBK zu versorgen, schon gar nicht prophylaktisch.

Liebe Grüsse

Dirk
 
Marc Baumann

Marc Baumann

Mitglied
Basis-Konto
17.11.2000
29227
Hallo,

ich habe die Firma Fresenius Kabi Deutschland um eine Stellungnahme zu diesem Thema gebeten und folgende Auskunft erhalten.
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>
Wundversorgung bei entzündetem Stoma
(...)
Nach Rücksprache mit dem Arzt täglicher bis mehrmals täglicher Verbandwechsel in trockener und steriler Form. Bei zunehmendem Sekretfluss und Entzündung von Stomakanal und umliegenden Hautpartien ist ein mikrobiologischer Erregernachweis mittels Abstrich und Kultur vorzunehmen.

Trotz Entzündung ist die innere Halte-platte immer leicht bis zum spürbaren Widerstand anzuziehen und in der äußeren Halteplatte, die mit Schlitzkompressen unterpolstert wird, zu fixieren. Ein zu großer Spielraum ist in diesen Fällen zu vermeiden, da durch die Peristaltik des Magens die Sonde dann erst recht im Stoma bewegt wird, wodurch weitere Reizungen bzw. eine Vergrößerung des Stomakanals entstehen.

Gegebenenfalls die Punktionsstelle mit warmem Wasser abduschen und anschließend gut trocknen lassen. Sind zusätzliche Pflegemittel zwingend erfor-derlich, bevorzugt Tinkturen einsetzen, um die Kontaktzeit zum PEG-Schlauch kurz zu halten. Salben nur unter strenger Indikationsstellung zeitlich begrenzt verwenden, da durch die längere Kontaktzeit neben der Aufweichung der
Haut auch der Polyurethan-Schlauch geschädigt werden kann.
Sind Salbenverbände unumgänglich, wie z.B. bei einer Pilzinfektion, wenig Salbe, und nur so lange wie therapeutisch erforderlich, verwenden.

Produkte, die den Polyvidon-Jod-Komplex enthalten, nur als Tinktur und zeitlich begrenzt anwenden, da es zu Wechselwirkungen mit dem Schlauchmaterial kommen kann. Hierzu gehören beispielsweise Betaisodona, Braunovidon und insbesondere Braunol 2000. Diese Präparate nicht als Salbe zur Stoma-pflege verwenden, da die Inhaltsstoffe bei längerer Kontaktzeit zu einer Versprödung des Schlauchmaterials führen können.
(...)
(Auszug aus dem Text "Qualitätsmanagement in der PEG-Pflege" der Firma Fresenius Kabi Deutschland<HR></BLOCKQUOTE>

Diese Ausführungen beziehen sich natürlich ausschließlich auf PEG-Sonden der Firma Fresenius Kabi. Falls Ihr PEG-Sonden anderer Firmen pflege müsst, wäre, um korrekt zu handeln, eine Information einzuholen.
Informationen über den Hersteller bekommt man im Zweifelsfall über die Stelle, welche die PEG angelegt hat.

Gruß,
Marc
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurologie
Weiterbildungen
2006/07 Konfiguration Philips PDMS auf einer Stroke Unit
S

Simon Joerg

Mitglied
Basis-Konto
27.03.2002
Hallo Dirk und Marc,
vielen Dank für eure Mühe!
Gruß, Simon
 
Qualifikation
Krankenpfleger Student der Pflegepädagogik
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
D

Dirk Knück

Hier bekommt ihr die komplette Stellungnahme von Fresenius als pdf-Datei.
Vielen Dank Marc !!

Liebe Grüsse

DIrk

[ 30. Januar 2003 16:26: Beitrag editiert von Dirk Knück ]
 
B

Basi

Mitglied
Basis-Konto
18.01.2003
Hallo Ihr Alle,
bin auch wieder da. Mußte nur die Zeit fürs Suchen aufwenden, es hat sich gelohnt. Unter folgendener Adresse ist ein Artikel über die Wirksamkeit von Octenisept veröffentlicht. Dort gibt es auch die entsprechende Aussage zur Langzeitwirkung von Povidon-Iod. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/pza/1998-29/pharm2.htm

Eure Basi
PS.: Wie komme ich an die pfd.Datei?
 
Qualifikation
KS/Bibu/Pdl/Studentin
Fachgebiet
Altenhilfe
G

GeSü79

Neues Mitglied
Basis-Konto
25.01.2005
57076
Hallo Ihr!

Habe Eure Diskussion mal verfolgt. Zum Einen denke ich auch, Oktenisept eignet sich schon aus dem Grunde besser, da keine Farbrückstände auf der Haut bleiben, die eine qualitative Wundbeobachtung behindern. Doch das nur mal so am Rande. Viel lieber hätte ich gewußt was Wahres daran ist, daß Betaisadona vom Markt genommen wurde, weil sie wohl Karzinogene enthält! Sowohl als Salbe als auch die Lösung sollen Krebs erregen. Das ist in unserem Haus noch nicht offiziell bekannt, lediglich einige, wenige Stationen haben das Zeug schon aus ihrem Repertoir verbannt.
Gruß GeSü79
 
Qualifikation
St. ex. Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Neuro
Manegger

Manegger

Mitglied
Basis-Konto
Hi an alle,
ich bin eigentlich auch kein Freund von Braunovidon, aber ich habe manchmal keine echte alternative.
Bei Thoraxdrainagen mit 30ch deren einstichstelle (ess) entzündet ist und wo der Stichkanal etwas weiter ist, nehm ich hin und wieder Braunovidon Salbe um der Entzündung entgegenzuwirken und das Löchlein abzudichten.
Ja, es hört sich blöd an aber es ist so. Kein Arzt der Welt sticht da nochmal drumrum.
Lavasept-Gel aus unserer Apotheke ist leider nicht gelig genug und Vaseline hilft nicht gegen die Entzündung!
Also was machen???
Bin für jede Neue Idee offen...
Gruß
klaus
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
M

msoltau

Hallo Kaus,

schon mal mit ALginaten probiert?
Gibt ja auch welche mit Silber um eine Entzündung zu behandeln. Wir haben da ganz gute Erfahrung mit gemacht.
Gruß Maja
 
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