Bereitschaft oder Freizeit

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Chan

Chan

Mitglied
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28.12.2005
63500
Hallo,
heute beschäftigt mich mal folgendes.
Unser Chef hat neulich auf einer Dienstberatung die Anweisung gegeben, das wir ,wenn wir Frei haben an unser Handy zu gehen haben, wenn wir gebraucht werden. Da es bei uns Gang und Gebe ist, das man ständig aus seinem Frei geholt wird, reagieren alle sauer und gehen erst gar nicht ans Telefon, wenn sie die Nummer von Heim sehen.
Wir haben für die freien Tage gearbeitet und denken nicht, das wir in ständiger Bereitschaft stehen müssen.
Wer hat auch so eine Erfahrung gemacht?
Können wir deshalb mit ernsten Konzequenzen rechnen?

Danke Chan
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
pflegeheim
G

grossi

Neues Mitglied
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20.05.2006
90480
Hey Du!
Ich hatte zum Glück noch nicht so ein Problem!
Mir is nur ma in der Ausbildung so was passiert!
Ich hatte laut Dienstplan Frühdienst!Hatte an dem Morgen einen Anruf auf dem Handy, und zwar um 23.00 Uhr!Dann kam ich am Morgen auf die Arbeit und mir wurde sehr freundlich gesagt was ich denn hier will, ich hätte doch Spätdienst, weil sich jmd. krank gemeldet hat!Und ich hab auch einen Anschiss bekommen weil ich mitten in der Nacht nicht ans Telefon gegangen bin.Dann haben sie mich wieder nach Hause geschickt und ich durfte zum Spätdienst antanzen!
Darauf hin bin ich zu meinem Schulleiter gegangen, und er hat mir bestätigt, dass man in seinem Frei NICHT dazu verpflichtet ist ans Telefon zu gehn! Auf der anderen Seite ist halt das Team, das man eigentlich nicht hängen lassen sollte! Aber wenn diese Art und Weise schon normal ist, find ich auch nicht korrekt!
Also im Großen und Ganzen kann das gesetzlich, vertraglich o. ähnliches keine konsequenzen haben!Im endeffekt liegt es nur bei dir selbst was du machst!
Hoffe das hilft dir!Solche Gewissenssachen sind nicht schön!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
häusliche Intensivpflege
Isis

Isis

Aktives Mitglied
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16.05.2005
2
Hallo Chan,
also grundsätzlich: Frei ist Frei!!!
Was ist das denn für eine Dienstplanung, wenn man sich auf sein Frei nicht verlassen kann??? Und auf eine Notsituation kann sich Dein AG auch nicht berufen, es sei denn, bei Euch brechen regelmäßig Seuchen aus, passieren Erdbeben, Feuersbrünste oder ähnliches. Ich weiß, daß der Arbeitgeber gerne mit Notsituationen argumentiert, aber das gilt eben nicht, ist halt ein "feines" Druckmittel.
Verhandeln kann man ja, wenn der AG Dir auch sofort ein Ersatz für Dein Frei anbietet, also wenn er sagt:"Wenn Du heute einspringst, dann biete ich Dir den nächsten Montag als frei an." - denn sonst macht man ja Überstunden en masse.
Und natürlich hast Du nicht immer an Dein Telefon zu gehen, auch das behaupten AG gerne, ist aber völliger Humbug.
Ansonsten: Wendet Euch an die Gewerkschaft, die haben auch so nette kleine Heftchen mit Infomaterial, das kann man mal dem AG geben zum druch lesen...:thumbsup:
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
Ja sag mal, spinnen die? Was meinen denn die anderen dazu?
:mad: Als nächstes müsst Ihr dann Eure gesamte Freizeit zu Hause mit dem Ohr am Telefon verbringen?
:00000894:ist der Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
Chan

Chan

Mitglied
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Themenstarter/in
28.12.2005
63500
ja es wird immer besser-alle regen sich auf und keiner wehrt sich
-außer das sie nicht ans telefon gehen
kündigungen sind ja vorprogramiert
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
pflegeheim
Isis

Isis

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.05.2005
2
Aaaaalsoooooo, das mit den Kündigungen ist so eine Sache.
Wenn Ihr einen Betriebsrat habt - prima Sache. Denn Kündigungen können nicht einfach nach Belieben ausgesprochen werden, dafür braucht es schon triftige Gründe. Geregelt ist das im § 102 Betriebsverfassungsgesetz.
Es kann niemandem gekündigt werden, nur weil er nicht ständig an sein Telefon geht und sein Privatleben zugunsten des Betriebes aufgibt! Und sollte der AG meinen, einen Pflegefehler gefunden zu haben, auch dann kann er nicht sofort kündigen (außer, Du hast direkt jemanden umgebracht), sondern muss erstmal eine ordentliche Abmahnung schreiben (und mit ordentlich meine ich: Eine Abmahnung, die sich auf Tatsachen stützt und auch formell richtig ist). Jeder Arbeitgeber, der eine "lasche" Kündigung ausspricht, verliert vor dem Arbeitsgericht.
Natürlich gibt es Lücken, eine davon heißt "betriebsbedingte Kündigung", aber auch da muss der AG nachweisen, daß der Arbeitnehmer nicht in einem anderen Bereich eingesetzt werden kann.
Habt Ihr keinen BR - prüft mal nach, ob Ihr einen gründen könnt (nämlich ab 5 wahlberechtigten Arbeitnehmern), laßt Euch fortbilden und macht Druck. Am besten informiert Ihr Euch bei der Gewerkschaft.
Nur eines ist klar: Man braucht Leute mit Rückgrat, um sowas durchzuziehen!
Viel Glück!!!:thumbsup:
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
L

lisa simpson

Neues Mitglied
Basis-Konto
11.05.2006
65197
Zu Hause, bzw in Eurer Freizeit, könnt Ihr machen was Ihr wollt, oder was Ihr nicht wollt, dazu gehört auch nicht ans Telefon zu gehen.
Liebe Grüße
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurochirurgie
P

peddel10404

Neues Mitglied
Basis-Konto
09.05.2006
79650
Mit Gewissens -Dingen scheint uns der AG in der Hand zu haben....
Naja, so einfach ist es nicht...Gott sei Dank!!!! Wir AN haben neben Pflichten auch unsere Rechte....nämlich das Recht auf Erholung. Erholen kann ich mich aber nicht, wenn ich ständig mit dem Gefühl leben muss, dass in den nächsten Minuten das Telefon klingelt und ich vom AG zum Dienst gerufen werde.
Dass wir im Frei für den AG erreichbar sein müssen, steht in keinem Gesetz.....

peddel
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Alten - und Pflegeheim
P

peddel10404

Neues Mitglied
Basis-Konto
09.05.2006
79650
Die werden sich was dabei gedacht haben, dies zu tun, sonst könnten wir unser Lager gleich im Altenheim aufschlagen.Für den AG wäre dies sehr vorteilhaft. Der AN wäre allzeit verfügbar....
Horrorvision pur....
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Alten - und Pflegeheim
U

UlrichFürst

sonst könnten wir unser Lager gleich im Altenheim aufschlagen.
[Ironie] Gute Idee! Nebenbei kann man das (bei flexibler Verwendung) gleich dazu benutzen, im Falle schlechter Belegung, die Belegungszahlen hoch zu halten oder eben über 100 % zu bekommen...[/Ironie]

Ulrich
 
P

peddel10404

Neues Mitglied
Basis-Konto
09.05.2006
79650
Danke Ulrich,

manchmal braucht es die Ironie...
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Alten - und Pflegeheim
Sabse

Sabse

Mitglied
Basis-Konto
23.02.2006
91560
Hallo Zusammen,
ich arbeite in der Anästhesie. Vor einem Monat wurden wir mit der Intensivstation eine Abteilung. Der Krankenstand früher in der Anästhesie war minimal. Seit dem wir aber eine Abteilung mit der Intensiv sind und die Kollegen dort ständig krank sind müssen wir denen immer aus der Patsche helfen. Es werden fast täglich die Dienstpläne geändert. Mittlerweile geht schon keiner mehr ans Telefon wenn er frei hat. Dann kann es passieren, das der diensthabende Rufdienst einbeordert wird um auf Intensiv auszuhelfen. Bisher ging es gut, das er keinen Einsatz im OP hatte, aber das ist ein riesen Sch____, das sage ich euch. Am besten nicht ans Telefon gehen, frei ist frei und keiner kann uns zwingen. Grüße Sabse ;)
 
Qualifikation
Anästhesiepflege
Fachgebiet
Anästhesie
Weiterbildungen
Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen
K

ksp2002

Mitglied
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02.03.2006
Bad Neuenahr
Ich verstehe gar nicht warum manche Mitarbeiter ihre Handynummer beim Arbeitgeber abgeben!!! Dazu ist niemand verpflichtet. Ich habe nur meine Festnetznummer angegeben. Und wenn ich nicht da bin, bin ich nicht da.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere medizin
H

highfive

Mitglied
Basis-Konto
31.07.2005
52156
Ich denke das kommt auch auf die Arbeitsstelle an, wenn es ein geben und nehmen ist und man auch die entsprechende Wertschätzung erfährt springt man auch mal gerne ein !

Ich muss auch schon mal Mitarbeiter auf ihrem Handy anrufen um ihnen unerwartet Überstunden frei zu geben, sowas gibt`s auch :wink:

Wäre doch schade wenn man dann nicht erreichbar ist.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
-
S

Surrogat

Unsere MAV (=Betriebsrat) hat zu diesem Thema vor einiger Zeit, und natürlich aus aktuellem Anlass, ein Rundschreiben veröffentlicht.
Dies sagt unter Zitierung div. rechtlicher Grundlagen folgendes aus:

- Nur der geschriebene (und gegengezeichnete) Dienstplan hat Verbindlichkeit für den MA.

- Jedwede plötzliche Änderung desselben kann nur und auschliesslich unter Einwilligung des betroffenen Mitarbeiters geschehen, was eine vorherige Kommunikation zwischen Dienststelle und MA vorraussetzt (daraus ergibt sich das der Arbeitgeber natürlich zumindest eine Telephonnummer haben muss).

- Zum Dienst verpflichtet werden kann ein MA ausschliesslich bei einem eintretenden Notstand (Massenanfall von Verletzten, Brand im eigenen Haus, Katastrophenschutz) und nicht "weil sonst kein anderer Zeit hatte".
Dies ist ein wichtiger Fakt, sollte es einmal zu einem Gespräch wegen "Arbeitsverweigerung" kommen!

Diese Aussagen treffen sowohl für Angestellte als auch Schüler zu und mich wundert und verärgert hier teilweise schon wie einige Schulen scheinbar ihre besondere Sorgfalts- und Schutzpflicht gegenüber dem Auszuildenden ignorieren.


Bei Engpässen im Personalbereich hat unser Haus

a) für den Bereich Intensiv an jedem Wochende eine Rufbereitschaft (muss jeweils 30 min vor und nach Schichtbeginn erreichbar sein); die Bereitschaft wird mit je 3 Stunden Arbeitszeit abgegolten und natürlich mit der vollen Dienstzeit sobald man "aktiviert" wird.
Diese Rufbereitschaft trifft jeden MA der Intensiv maximal 1 - 2x pro Jahr.

b) Für die peripheren Stationen wird demnächst wohl wieder ein fester Springerdienst eingerichtet bzw. z.ZT. schon bei Dienstbeginn Personal von Stationen mit weniger Bedarf abgezogen.


Nebenbei: meine Handynummer ist ausschliesslich im Familien- bzw. Freundeskreis bekannt und ich würde es mir verbitten, wenn mein Arbeitgeber sich diese Nummer irgendwie "beschafft"....aber wofür gibt es denn schliesslich den AB ;)
 
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05.07.2001
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