Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

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Demenzpm

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Guten Abend,
benötigen wir dieses Pflegereförmchen von Herrn Bahr oder sollte das persönliche Budget transparenter gemacht werden?
Ich freue mich auf ihre Antworten.

Herzliche Grüße
Demenzpm
 
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Eurobalance

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05.04.2012
03238
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

So ein Reförmchen ist das gar nicht. Es wird eine deutschlandweite, konsequente Pflegeberatung durch die Beratungsgutscheine eingeführt mit dem Ziel einer individuellen Versorungsplanung, betreffende aller Leitungsbereiche der Sozialgesetzgebung, für jeden Pflegebedürftigen.
Auch der im Jahr 2013 nachfolgende und neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird an 5 Pflegebedarfsgraden angeknüpft werden. Hinter diesen stehen dann die individuellen Budgets.
Also durchaus vergleichbar wie das persönliche Budget.
Grüße
 
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pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

@Eurobalance : Du hast schon in der praktischen Pflege gearbeitet ?

LG
 
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Eurobalance

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05.04.2012
03238
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

@pegean: Ja habe ich und das als Gesundheits- und Krankenpfleger im einer Uniklinik, dann gewechselt und viele Jahre tätig gewesen als Pflegedienstleiter in der vollstationären Pflege, sowie im Anschluss dann als Heimleiter amtierend gewesen.
 
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pegean

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22.09.2009
düsseldorf
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Dann weißt Du bestimmt das zu einer Reform auch eine Veränderung des Personalbedarfs gehört .
Es wird mehr Personal eingesetzt aber nicht da wo es wirklich gebraucht wird nämlich in der bereits bestehenden ambulanten und stationären Pflege.
Aber für jede "Menge" an zukünftigen Beratern und Gutachtern scheint genug Geld da zusein .

"§ 7b SGB XI (Beratungsgutscheine): Verbindliche und nachweisbare Verpflichtung der Pflegekassen, frühzeitige Beratung anzubieten.

§ 18 SGB XI (Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit): Insbesondere Beauftragung anderer Gutachter möglich und Zusatzzahlung bei Nichteinhaltung der Bescheidungsfrist.
§ 18 a SGB XI (Dienstleistungsorientierung im Begutachtungsverfahren): Insbesondere Verhaltenskodex für die Begutachtung.
§ 36 SGB XI (Pflegesachleistung): Wahl des Versicherten aus Angeboten der Grundpflege, hauswirtschaftlichen Versorgung und häuslichen Betreuung. Zudem Möglichkeit des "Poolen" (= Inanspruchnahme durch mehrere Pflegebedürftige)
§ 38a SGB XI (Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen): Förderung alternativer Wohnformen durch Zusatzleistung iHv. 200 € monatlich.
§ 45a SGB XI (Förderung ehrenamtlicher Strukturen sowie der Selbsthilfe)
§§ 45e und 45f SGB XI: Förderung alternativer Wohnformen, insbesondere Wohngruppen.
§ 53b SGB XI (Beauftragung von anderen unabhängigen Gutachtern durch die Pflegekassen im Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit)
§ 123 SGB XI (Verbesserte Pflegeleistungen für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz als Übergangsregelung)"
Der Arbeits-Rechts-Berater - News News - Verlag Dr. Otto Schmidt, Kln

Besonders § 53 b "amüsiert" mich. Wie viele Gutachter werden demnächst los geschickt um eine Pflegebedürftigkeit fest zu stellen ?
Wo kommen denn auf einmal die unabhängigen Gutachter her ?

LG
 
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Eurobalance

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05.04.2012
03238
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Der zukünftige § 53 b, war eine notwendige reformpolitische Entscheidung, denn es wurde dem MDS, mit seiner MDK- Gemeinschaft immer der Charakter eines Monopolisten im Bereich der GKV-Pflegebegutachtungen vorgeworfen. Hiervon mal abgesehen die Kanppschaft-Versicherten, die über deren (SMD = Sozial-Medizinischer-Dienst) begutachtet worden sind.
Ein MDK-Pflegegutachten wird durchschnittlich mit 220-250 Euro von den Kassen vergütet, während Berechnung für "Privat-Gutachten" durchschnittlich nur 160 Euro ergeben .
Multipliziert man diesen Einsparungsfaktor dann ergibt sich nachfolgende Rechnung:

70 Euro (Durchschnittliche Ersparniss pro Guatachten) x 1.400000 Pflegegutachtern (MDS- Statistik 2011) = 98.000000 Euro

98.000000 Euro !!!! werden somit zugunsten der Solidargemeinschaft eingespart !!!!

Da kann man ja gerne diskutieren ob alleine dieser Betrag für eine höhere Personalfinanzierung in der ambulanten oder vollstationären Pflege ratsam ist.

Die " Privaten- Pflegegutachter" rekrutieren sich aus den Absolventen der Fachweiterbildungen "Pflegesachverständige-/r oder Pflegeguatachter/-in.

Zahlenmässig sind schon sehr viele Plegefachkräfte quer in der Republik mit dieser Zusatzqualifikation ausgestattet so das es einen interessanten Wettbewerbsmarkt im Sektor der "Privaten- Pflegegutachter" geben wird.

LG
 
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Demenzpm

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AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Hallo Eurobalance,
Auch der im Jahr 2013 nachfolgende und neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird an 5 Pflegebedarfsgraden angeknüpft werden. Hinter diesen stehen dann die individuellen Budgets.
Hierzu habe ich keine Informationen. Die Pflegebedürftigkeitsbegriffe werden gerade von einem neuen Beirat überarbeitet und es weiß keiner, wann die neuen Pflegebedarfsgraden eingeführt werden.
Oder liege ich da falsch?

Herzliche Grüße
 
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thorstein

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14.03.2008
85221
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Um was geht es eigentlich bei dem neuen Pflegebdürftigkeitsbegriff?
Anstatt bislang drei Pflegestufen wird es fünf geben, die Bedürfnisse demenzkranker sollen dabei besser berücksichtg werden, und, für mich der entscheidende Punkt, die bisherige Einstufungspraxis nach Minuten, also einer konkreten Angabe, wird durch ein abstraktes Punktesystem ersetzt.

Und was fehlt? Tatsächlich, dem Punktesystem steht überhaupt keine Bemessungsgrundlage gegenüber, die Schlüsse auf einen Personalbedarf zulassen. Wie dämlich muss man sein, um diese Strategie nicht zu durchschauen.

Heute können wir den Pflegestufen Zeitwerte zuordnen und leicht nachweisen, wie gross die Diskrepanz zum tatsächlichen Personaleinsatz tatsächlich auch ist. Wie soll das in Zukunft möglich sein? und wer könnte ein Interesse daran haben, dass solche Berechnungen nicht mehr möglich sind? Für wieviele Punkte bekommt ein Heim eine Personalstelle? Bewilligt wird dies wiederum von den Kostenträgern, nach keinen nachvollziehbaren Kriterien. Nur eben nicht mehr so peinlich konkret.

Das Ganze läuft auf einen Verschiebebahnhof hinaus. Leistungen für Nichtdemente werden auf Demente verschoben. Nenneswerte Ausgabensteigerungen wird es nicht geben. Immerhin steigt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich und damit auch die Ausgaben insgesamt. Wer wagt es da noch an eine Verbesserung der Ist-Situation zu denken?
Summa-summarum eine offensichtliche Volksverdummung. Die Zustimmung der meisten Verbände zu diesem Quatsch erfolgt wohl nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
 
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Altenpfleger
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Demenzpm

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AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Na, dann brauchen wir die neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffe gar nicht, sondern, sollten viel mehr über das persönliche Budget für Menschen mit Demenz aufklären.
 
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Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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25.11.2011
Leipzig
AW: Benötigen wir dieses Pflegereförmchen?

Na, dann brauchen wir die neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffe gar nicht, sondern, sollten viel mehr über das persönliche Budget für Menschen mit Demenz aufklären.
Und du glaubst, dass das in den letzten Jahren nicht schon hinreichend geschehen ist? Aufklären kann man nur, wenn auch jemand da ist, den es a.) interessiert und b.) aus der Aufklärung dann auch etwas resultiert. Das einzige was immer daraus resultiert sind noch undurchsichtigere Vorschriften und noch weniger Personal, Zeit, Geld und mehr Kontrolle, mehr Dokumentation mehr nennen wir es mal Schikanen seitens des Systhems.
 
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