Allgemein Bekommt ein geschlagener Pflegeschüler Schadensersatz/Schmerzensgeld?

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Giftzwergy

Giftzwergy

Neues Mitglied
Basis-Konto
01.08.2004
77871
Hi,
ich bin letzte Woche von einem Bewohner geschlagen worden, musste 6 Tage ins Krankenhaus und hatte ne Verstauchte u. geprellte Halswirbelsäule.
Hat man da Anspruch auf Schadensersatz weil der Bewohner ist nicht ganz zurechnungsfähig?
Gibts da ne möglichkeit von dem seiner Haftpflicht irgendwie etwas zu bekommen?
Danke
gruß Patrick
 
Qualifikation
Altenpflegeschüler
Fachgebiet
Pflegeheim
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Hat man da Anspruch auf Schadensersatz weil der Bewohner ist nicht ganz zurechnungsfähig?
Hallo Patrick,

ich würde in erster Linie den Begriff "nicht ganz zurechnungsfähig" etwas näher erläutert haben. Ist der Patient nun geschäftsfähig gewesen, oder aber eben nicht ?

Im Letzteren Fall würde ich davon ausgehen, daß Du keine Chance hast. Sollte der Patient hingegen geschäfts- und zurechnungsfähig gewesen sein, ist er IMO natürlich haftbar zu machen.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
buqip

buqip

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2004
45964
www.buqip.de
Hi Patrick!

Na, der scheint ja ganz schön zugelangt zu haben. :(

Unter bestimmten Umständen könnte auch Dein Arbeitgeber zmindest mitverantwortlich sein (da Du ja noch in der Ausbildung bist).

Ansonsten stimme ich aber Christian zu. Allerdings solltest Du Dir im Zweifel eine Rechtsberatung holen. In solchen Fällen ist die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie beispielsweise dem DBfK sehr nützlich und empfehlenswert.

Gruß
Stefan
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Büro :)
Giftzwergy

Giftzwergy

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
01.08.2004
77871
Hallo Patrick,

ich würde in erster Linie den Begriff "nicht ganz zurechnungsfähig" etwas näher erläutert haben. Ist der Patient nun geschäftsfähig gewesen, oder aber eben nicht ?

Im Letzteren Fall würde ich davon ausgehen, daß Du keine Chance hast. Sollte der Patient hingegen geschäfts- und zurechnungsfähig gewesen sein, ist er IMO natürlich haftbar zu machen.

Gruß,
Christian.
Nein,
er ist nicht geschäftsfähig, er hat einen Betreuer
 
Qualifikation
Altenpflegeschüler
Fachgebiet
Pflegeheim
S

Siegfried Buttjes

Verstorbenes Forenmitglied
Basis-Konto
Hallo Patrick,

Deinen Ausführungen entnehme ich, dass Du Dich nicht zur Wehr gesetzt hast. Somit erhebt sich sicherlich zu recht die Frage, ob der Bewohner sich wegen Körperverletzung strafbar gemacht hat.

Dies ist zu bejahen, wenn Eine Steuerungsfähigkeit ( Motivlage ) noch vorhanden ist. Zu prüfen wäre, ob noch willengesteuerte Begleithandlungen vorhanden waren.
Ist die zu verneinen, dann besteht Schuldunfähigkeit gem. § 20 StGB.
In diesem Zusammenhang wird oft vom Berufsrisiko gesprochen. Wenn ich einen solchen Beruf ausübe ( erlerne ), dann muss ich auch damit rechnen, dass es zu solchen Fehlhandlungen kommen kann.
Ähnlich dem Autofahren. Setze ich mich an´s Steuer, dann muss ich auch damit rechnen, dass etwas passieren kann.

Konkret: Wer Geisteskranke oder Bewußtseinsgestörte in einem Heim betreut, muss es hinnehmen, dass er von diesen angegriffen wird. Es gibt eben Berufe, zu deren Aufgabenbereich es gehört, gewisse Gefahren auf sich zu nehmen.
Nur in höchster Not ist es gestattet, Notwehr gegenüber einem Angriff in Anspruch zu nehmen. Aber das ist eine Gratwanderung.
 
Qualifikation
Altenpfleger / Heimleiter / QMB
Fachgebiet
Sachverständiger für Pflegeversicherung und Pflegegutachten
T

Timmy1900

Neues Mitglied
Basis-Konto
Also bei uns wurde ein Altenpfleger von einem Bewohner so auf den Mund geschlagen das er nun seine Zähne alle richten lassen muß. Dies zahlt die Versicherung des Arbeitgebers. Der Bewohner stand unter Betreuung
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Pflegestation
A

Anwalt

Hallo,

also grundsätzlich kommt es für die Frage des Schadensersatzes bzw. des Schmerzensgeldes nicht darauf an, ob der Schädiger geschäftsfähig ist/war oder nicht. Das Gesetz unterscheidet insoweit zwischen Geschäftsfähigkleit einerseits und Deliktsfähigkeit andererseits. Letztere muß allerdings gegeben sein.

Da die Haftung jedoch ein Verschulden des Schädigers voraussetzt, kommt der Frage der Schuldfähigkeit besondere Bedeutung zu. Dabei kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an. Pauschal kann man sicher nicht sagen "Wer unter Betreuung steht, ist schuldunfähig.".

Beste Grüße

Philip Koch
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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