Beißreflex

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
N

Nicole

Mitglied
Basis-Konto
22.08.2000
Hallo,

ich wollte mal wissen, ob es ein patholoischen Beißreflex gibt oder nicht.
Es ist letzten bei einer Fortbildung gesagt worden es gabe keinen.

Gruß Nicole
 
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Nicole
Es kommt sicher darauf an, wie ich den Reflex interpretiere: als etwas negatives, störendes oder als genetisch vorgegebene Möglichkeit der Entdeckung der Umwelt.

<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>
DIE BEDEUTUNG DER ORALEN REFLEXE FÜR DAS FRÜHE ESSVERHALTEN DES SÄUGLINGS
Die Grundlage zum Saugen und Schlucken bilden die oralen Reflexe, wie der Such-Reflex (Rooting), Saug-Schluckreflex, Beißreflex und Würgereflex.

Der Suchreflex dient dem Säugling die Nahrungsquelle ausfindig zu machen und bereitet ihn auf die eigentliche Nahrungsaufnahme vor. Durch Berührung der Lippen wird der Saug-Schluckreflex ausgelöst. Neugeborene haben ein rhythmisches Saugmuster, jeder hat ein eigenes Tempo beim Saugen, eine individuelle Saugkraft (abhängig vom Muskeltonus und damit verbundener Wangen- und Kieferstabilität) und ein bestimmtes Verhältnis von Saugen und Pausen. Der Beißreflex beeinflusst die Kieferkontrolle beim Saugen durch ein rhythmisches Öffnen und Schließen des Kiefers. Der Würgereflex stellt einen Schutzmechanismus dar. Diese umgekehrte peristaltische Bewegung des Rachens schützt den Säugling vor dem Verschlucken. Auch bei Erwachsenen besteht noch ein Würgreflex, jedoch ist die Auslöseschwelle nach hinten verlagert.

Reflexe sind die Bausteine zur Entwicklung von kontrollierbaren, motorischen Bewegungsabläufen. Obwohl Altersangaben für die Dauer von Reflexen bestehen, ist es schwierig, sie eindeutig altersbezogen festzulegen. Zwischen 4 - 6 Monaten sind die meisten Reflexe nicht mehr obligatorisch und werden durch die neurologische Reifung in willentlich steuerbare Bewegungen umgebaut. Bei Persistieren dieser Reflexe über einen längerem Zeitraum wird die physiologische Entwicklung der orofacialen Bewegungen beeinträchtigt.<HR></BLOCKQUOTE>

Ich denke aber, daß du dich eher auf Patienten mit einem schweren SHT beziehst. Ich hab die Erfahrung gemacht, daß es den Beißreflex als solches eigentlich nicht gibt. Unsere Neurologen konnten mir auch nichts gegenteiliges sagen, außer siehe Zitat. Ich hab dann in der Regel den Ablauf der Mundpflege geändert und mit etwas Geduld gabs dann auch den gewünschten Erfolg.

Viele Grüße
Elisabeth
www.pflegediskurs.org
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
Dieses Thema hat seit mehr als 365 Tagen keine neue Antwort erhalten und u.U. sind die enthalteten Informationen nicht mehr up-to-date. Der Themenstrang wurde daher automatisch geschlossen. Wenn Du eine ähnliche Frage stellen oder ein ähnliches Thema diskutieren möchtest, empfiehlt es sich daher, hierfür ein neues Thema zu eröffnen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.