Arbeitsrecht Beatmungspflichtige Bew. im Altenpflegeheim

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Kaya81

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Hallo,
ich hoffe ihr könnt mir helfen einige Kollegen und ich suchen schon lang nach einer Antwort. Also wir arbeiten in einem Altenpflegeheim mit 104 Bew. von Stufe1- 3 auf 3 WB verteilt. Auf einem der WB sind 9 Bew. mit Trachealkanüle von denen 5 beatmet werden außer diesen Bew. sind noch 25 Bew. auf diesem WB. Nachts sind wir zu dritt im Haus meistens 2 Pflegekräfte und 1 Fachkraft die den WB mit den Kanülen auch nicht verlassen darf. 3 dieser Bew. sind nachts hauptsächlich damit beschäftigt die Kanüle oder das Beatmungsgerät zu entfernen. Die Geräte sind nicht an die Klingel angeschlossen mit der Begründung das die ja noch klingeln können. Wenn jetzt auf einem anderen WB ein Notfall ist stehen wir blöd da und wissen nicht wie wirs richtig machen.
Die Frage ist jetzt ob es rechtens ist, dass nur eine Fachkraft im Haus ist und diese noch nicht mal irgendeine Weiterbildung im Bezug auf Beatmung und die verschiedenen Geräte hat?
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Nun, auf jedenfall muss wohl eine Geräteeinweisung nach dem MPG erfolgen, ich finde es aber auch etwas heikel Beatmungsgeräte zu betreiben, wenn man (ich weiß ja nicht ob es auf deine Kollegen zu trifft) keine Ahnung von Beatmungsparametern hat oder diese auch noch einstellen muss.
Wenn die Bew. sich eigenständig diskonnektieren, tendiere ich doch eher dazu das Beatmungsgerät mit einem zentralen Alarm zu verbinden. Ist das nicht der Fall und der Bew. erleidet durch die Minderverorgung Folgeschäden oder gar den Tod und der Hang zur Diskonnektion ist auch noch bekannt, glaube ich schon, dass man dort rechtliche Probleme bekommen kann.
Eine examinierte Pflegekraft, die ihre Station nicht verlassen darf, reicht auch nach meinen Kenntnissen von Recht und Gesetz, nicht aus. Im übrigen, nur so nebenbei, muss der AG ihre Pausenzeit vergüten oder für eine Ablösung sorgen.

Gruß
Dennis
 
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jackylein

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hi
ich schließe mich mal jack daniels an, also das mit der Pause muss schon geregelt werden! aber ich bin der Meinung, hab ich zumindest in meiner ausbildung noch gelernt, das in der Nacht nur eine Fachkraft anwesend sein muss!

lg jacky
 
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Kaya81

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Hi,
hätten wir die beatmungspflichtigen Bew. nicht wäre es mit nur einer Fachkraft gar kein Problem. Wir möchten nur gerne wissen wie es in diesem Fall ist.
Mit den Geräten kennt sich keiner so richtig aus. Als ich das erste Mal auf dem WB war haben sie mir gezeigt auf was sie stehen müssen. Als ich fragte was ich machen müssen wenn mal was nicht stimmt habe ich zur Antwort bekommen, dass das nicht passiert.
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Da besteht auf jedenfall noch einiges an Nachbesserungsbedarf und ich muss dir auch ganz ehrlich sagen:
Um auf der für dich sicheren Seite zu sein müsstest du die Tätigkeit ablehnen.

Ja, eine Examinierte reicht ja, nur ist diese die ganze Nacht örtlich gebunden und steht für andere Bew. eigentlich nicht zur Verfügung.


Gruß
Dennis
 
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Manu5959

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Hallo Kaya 81,

welche Pflegestufe haben denn die Beatmungspflichtigen Bewohner?
Sind sie nach Härtefall eingestuft?
Wenn die Fachkraft ihren Bereich nicht verlassen darf, und damit schlussfolgernd anderen Bewohnern nicht zur Verfügung steht,kann 1 Fachkraft nicht ausreichend sein!
Wie verfahrt ihr denn im Notfall? Welche Dienstanweisung/Standard gibt es hierzu?
Was sagt denn der MDK dazu?

Außerdem sind eure Einweisungen in die Beatmungsgeräte mehr als unzureichend.
Wenn ich nicht weiß, wie ein Gerät funktioniert, ich nicht ordnungsgemäß eingewiesen worden bin, und auch nicht weiß, wie ich im Notfall zu reagieren habe, lasse ich ganz schlicht die Finger davon!

Grüßle Manu

PS: Ich versteh überhaupt nicht, das euer Pflegepersonal bei der großen Anzahl an beatmungspflichtigen Bewohnern keinerlei Fortbildung zum Thema erhalten hat! Für mich ne rießengroße Sauerei, und ganz mies für die Bewohner!
 
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KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Altenheim
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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Kaya81

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Hi Dennis,
habe mal zur PDL gesagt, dass ich mir das unter diesen Umständen nicht zutraue da ich nichts davon gelernt habe. Zur Antwort bekam ich das interessiert mich nicht Du bist examiniert und Du musst das machen. Und so renne ich die ganze Nacht mit Magenschmerzen rum und hoffe das es bald 7Uhr ist und nichts passiert ist. Bin da aber nicht die einzige den anderen geht es genauso.


Hi Manu,
es ist eigentlich nicht mein WB aber so viel ich weiß ist einer Härtefall und die anderen 3 bis auf zwei von ihnen die sind noch nicht eigestuft.
Wir habe keine Dienstanweisung wie wir im Notfall verfahren sollen. Wir haben nur die, dass die Fachkraft den WB nicht verlassen darf.
Was der MDK dazu sagt? Keine Ahnung. Die werden es wohl nicht wissen.
Die Finger davon lassen ist gut. Würde ich auch gerne machen aber ich muss ja auf diesen WB. Deswegen wollte ich ja wissen ob es rechtens ist. Damit ich was in der Hand habe. Wenn ich dem sage, dass ich das nicht mache weil ich Angst habe wird er nicht sehr beeindruckt sein.
 
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nachteule44

nachteule44

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Hi Kaya,
wie schon einer meiner Vorredner sagte, da du den WB mit den beatmungspfl. Bw. nicht verlassen darfst, ist keine examinierte Pflegekraft auf den anderen WB. Das kann also nicht legal sein, auch wenn eine ex. Kraft im Haus ist, darfst du ja nicht auf den anderen WB.
Ganz klar ein Fall für die Heimaufsicht!
Und ohne gründliche Fort/Weiterbildung würde ich mich auch weigern die beatmungspfl. Bw zu versorgen.
Viel Glück bei der Änderung dieser unverantwortlichen Zustände bei Euch,
gruß, nachteule
 
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jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Nun, das hat sie sehr wohl zu interessieren und sie hat dafür Sorge zu tragen, dass das eingesetzte Personal auch geeignet ist mit den Gerätschaften, die im Hause vorherrschen, umzugehen weiß.
Ich würde mich an deiner Stelle, falls ihr so etwas habt, an eure Mitarbeitervertretung oder Betriebsrat wenden und auf diese Missstände hinweisen.

Gruß
Dennis

PS: Die Mitarbeiter verfolgen, die Forenmitglieder sind, schade, das niemand die AG verfolgt deren Missstände sich hier aufzeigen.......
 
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Bari

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Nach dem MPG wird kein Gerät bedient, auf das der Mitarbeiter nicht eingewiesen ist. Sollte der MDK einen Besuch abstatten und du hast deinen Gerätepass nicht dabei, bedienst aber ein Beatmungsgerät, wirst du Schwierigkeiten bekommen. Darf ich mal fragen um welche Form der Beatmung es sich handelt und welche Geräte im Einsatz sind?
Grüße von Bari
 
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access

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Hallo @ all,

bzgl. der "beatmeten" Bewohnern ist zu sagen, dass man diese Beeatmung nicht mit der Krankenhausbeatmung gleichsetzen kann (Geräte technisch).

Des weiteren ist eine Beatmung ohne vorheriger Einweisung und entsprechendem einwandfreien Handling und Erfahrung absolut unzureichend.
Eine Pflegekraft, die trotzdem dieses "Risiko" eingeht, trotz besserem Wissen, handelt grob fahrlässig und kann sogar strafrechtlich belangt werden.
Durchführungsverschulden, bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. Des weiteren gebe ich jackdaniels recht. Es reicht nicht aus nur das Gerät/Geräte zu kennen, sondern man muss auch die ganze Anatomie und Physiologie (Parameter) kennen, um gegebenenfalls adäquat reagieren zu können. dazu gehört auch sicherlich Erfahrung mit "Beatmeten" in Pflege und Umgang.
Die PDL muss über diese Mißstände sofort schriftlich informiert (dient zu eurer eigenen Absicherung) werden und darauf hingewiesen werden, dies sofort, abzustellen. Des weiteren ist die Geschäftsleitung und auch die MA- Vertretung schriftlich einzuschalten.Sie unterliegt dem Organisationsverschulden und der Aufsichtspflicht, die kann sie nicht einfach wegdelegieren, bzw. "wegbefehlen". Weiterhin muss jede Einrichtung ein Notfallkonzept vorliegen haben (s. MDK-Forderungen).
Euch kann ich nur raten diese Verantwortung unmißverständlich abzulehnen, solange ihr euch nicht aus pflegerischer und behandlungtechnischer Sicht sicher seit, beatmete Bewohner zu sicher und zumindest ausreichend versorgen zu können. Aus dem von euch geschilderten Umständen und Efahrungen lehne ich in unserer Einrichtung "beatmungspflichtige" Bewohner prinzipiel ab und zwar aus folgenden Gründen:
1. ich kann das Wohl und die Gesundheit, der meinen MA und mir anvertrauten Bewohnern, nicht zu 100% gewährleisten
2. ich setze das Personal der Einrichtung auf Grund von fehlendem fachlichen Wissen nicht so einer Belastung aus.
Also ran an den PC und eine Überlastungsanzeige schreiben und auf die Mißstände bzgl. eurer beatmeten Bewohner etc. schriftlich hinweisen.

Lg

access
 
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Pflegedienstleitung
Fachgebiet
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