Intensiv Bauchlagerung bei instabiler HWS-Fraktur

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Cook

Ich bin auf der Suche nach einem Lagerungssystem für folgendes “Patientenprofil”:
Polytraumatisierter Patient mit
- externen Fixateuren beider Oberschenkel
- instabiler HWS-Fraktur, die eine achsengerechte Lagerung des Kopfes erfordert
- schwere Lungenkontusionen bds. mit fistelnden Bülaus u. beginnendem ARDS

Da der gute Mann
> aufgrund der HWS-Fraktur nicht in 135 Grad Seitenlage mit zur Seite gedrehtem Kopf liegen konnte
> vom Rotorestbett u. 60/60- Schwenken nicht profitierte
> aufgrund der fistelnden Bülaus nicht mit den nötigen Beatmungsdrücken HF-osszilliert werden konnte
> grottenschlecht war und wir (und der Patient erst mal!) mit dem Rücken an der Wand standen
haben wir ihn mit entsprechendem Aufwand (ihr ahnt es...) in die Bauchlage gebracht.
Dieses geschah, ich nenne jetzt mal einfach Namen, auf einer ProNimbus-Matte. Das umlagern war aufwendig, das Ergebnis eigentlich ganz ansprechend.
Sonst liegen unsere Patienten immer recht flott in 135 Grad Seitenlage oder, wenn’s irgendwie kneift (Beckenfixateur o. ä.), auch schon mal im Schwenkbett.
Für die o.g. unglückliche Kombination passte dieses aber alles nicht so recht.
Es soll da z.B. Ringe geben, die man am Kopfende des Bettes fixiert und wo man den Patientenkopf “hineinplaziert” oder die “Sandwichbetten”....
Hat jemand in dieser Runde Erfahrungen mit anderen Lagerungssystemen bzw. Betten gemacht, die über ein Experimentierstadium hinaus (wichtig!) gegangen sind?
Wir sind interessiert an den Tips routinierter Anwender.

Viele Grüsse aus dem hohen Norden!

Haiko
 
S

Sabine Rüdebusch

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Haiko,

was ich aus Ihrem Beitrag nicht herauslesen konnte, ist, ob Sie die ProNimbus mit dem entsprechenden verfügbaren Kopfring benutzt haben? Dieser luftgefüllte Kopfring bietet jedoch m.E. nur eine relative Stabilität bei HWS- Frakturen!
Eine andere Möglichkeit ist das ROTOPRONE- Therapiesystem der Fa. KCI ( Kombinierte Bauchlage & Rotation in BL ), aber auch hier sehe ich Schwierigkeiten bzgl. der Stabilität der HWS. Optimalerweise sollte die HWS- Fraktur operativ versorgt werden :))
Soweit meine Gedanken zum Thema!!! Grüsse aus Oldenburg!

Sabine Rüdebusch

PS: Nachdem ich eine Eigenerfahrung im Sandwich- System gemacht habe ( Gott sei Dank gesund!!! ) kann ich nur davon abraten. Ich fühlte mich eingequetscht wie unter einer Betonplatte!!! :rolleyes:
 
Qualifikation
FKS I& A, Lehrerin für Pflegeberufe
Fachgebiet
FWB Intensiv- und Anästhesiepflege
M

Markus Schmidt

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2001
50679
HI Hi...

kann mir Dein Problem gut vorstellen und nachvollziehen. Ich arbeite auf einer neurochirurgischen Intensiv und wir haben immer wieder diese Problematik. Ganz einfach ausgedrückt: "Was der Lunge gut tut ist sch... für die HWS bzw. den Kopf...".
Eine Frage habe ich jedoch ... Was für eine HWS-Fraktur hat Euer Patient und warum wird sie nicht stabilisiert? Das ist bei uns i.d.R. üblich, schnellst mögliche operative Stabilisierung. Bei einer kompletten Dens-Fraktur werden die Patienten bis zur operativen Stabilisierung mit einer Crutchfield-Extension versorgt. In diesem Falle ist eine Lagerung definitiv nicht möglich. Anders sieht das bei HWK 3-7 Frakturen aus. Hier wird individuell entschieden.
Bei den Lagerungssystemen kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Ich glaube in diesem Falle ist mit dem Rotorestbett das Ende der Fahnenstange erreicht.
Wir haben mit dem Rotorestbett sehr gute Erfahrungen gemacht bei schwerst polytraumatisierten Patienten. Jeder Therapie und Pflege sind Grenzen gesetzt. Ist leider so.
Gruss aus Köln

Markus
 
Qualifikation
Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
C

Cook

Themenstarter/in
Hallo Sabine, hallo Markus,
vielen Dank für Eure Antworten.
Letztlich lag der Patient auf der NimbusPro auf dem Bauch. Das transparente und einstellbare Kopfteil ließ einen (relativ) guten Einblick aufs Gesicht zu. Nach 8 Stunden sah das selbige auch noch ganz akzeptabel aus.
Als Plus lässt sich auch der Preis (30 - 40 Euronen / Tag) und die schnelle Verfügbarkeit verbuchen ( 2h ). (Rotorest 101,- plus MwSt.)
Diese finanzielle Diskussion muß ich vor jedem Einsatz eines solchen Mittels übrigens ebenfalls führen. Die Zeiten ändern sich.
Was das von Sabine angesprochene Rotoprone von KCI angeht, muß ich den Preis noch mal recherchieren. (Ist inzwischen nicht mehr ganz so dringend)
Der Lunge hat's letztlich nur ein wenig gebracht. Daraus ergibt sich für uns auch das Fazit, daß ein Patient, der sich schon im Rotorest als "Non-responder" entpuppt, nicht auch noch einer solch heiklen Umlagerungsaktion unterzogen wird. Raus aus dem Rotorest und fertig...
Da ist denn eben das von Markus angesprochene Ende der Fahnenstange.
Der Patient hatte eine HWK-4 Fraktur. Die schnelle operative Stabilisierung war natürlich auch hier angestrebt, nur war der Patient schlichtweg nicht mehr transportfähig. Mit seiner rapiden Verschlechterung hatte er eben die Chirurgen überholt...
Markus:
>Jeder Therapie und Pflege sind Grenzen gesetzt. Ist leider so.<
Stimmt. Nur hapert's oft mit dem Erkennen der Grenzen und vor allem mit dem Akzeptieren, daß es überhaupt welche gibt. Aber das ist schon wieder eine andere Diskussion....

Ich grüsse euch aus Kiel!

Haiko
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
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