Allgemein Bandscheibenvorfall

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Wilko83

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23.06.2005
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Vor einer Woche hatte ich auf der Arbeit einen Bandscheibenvorfall, der im Krankenhaus behandelt werden musste. Dort sagte man mir, dass dieses nicht als Arbeitsunfall anerkannt würde. Kann das richtig sein???
Wer kann mir weiterhelfen?
 
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Krankenpfleger
Fachgebiet
Gerontologie
Monika58

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26.09.2005
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Ja, das kann richtig sein.
Ein Bandscheibenvorfall ist eben kein Unfall, sondern eine Erkrankung

Um den Bandscheibenvorfall als Berufserkrankung anerkannt zu bekommen musst Du nachweisen, dass
a) ausschliesslich die Arbeit in der Pflege ursächlich ist
und
b) dass Du alle Hilfsmittel, die zur Verfügung stehen, genutzt hast
Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
Isis

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16.05.2005
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Ich kann Monika nur voll zustimmen. Besteht auch nur der Hauch einer Möglichkeit, daß Du schon vorher rückengeschädigt warst, grinst die BG sich einen und lehnt die Anerkennung als Berufskrankheit ab.
 
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Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Monika58

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26.09.2005
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Besteht auch nur der Hauch einer Möglichkeit, daß Du schon vorher rückengeschädigt warst, grinst die BG sich einen und lehnt die Anerkennung als Berufskrankheit ab.
Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Anspruchshaltung.

Wenn ich mich auf Station erkälte, weil ständig alle Türen aufstehen, ist das ja auch kein Fall für die BG, sondern für die Krankenkasse.

Wenn jemand einen Bandscheibenvorfall bekommt, weil er zu bequem ist, Hilfsmittel einzusetzen, ist das, m.E. sein Problem und auch kein Fall für die BG.

Nur mal so als Beispiel: wir haben in unserem Haus einen kostenlosen (!!) Workshop zum Thema "rückengerechtes Arbeiten" angeboten; die Tilnahme wurde zu 100% als Arbeitszeit gerechnet.
Ich hatte genau 3 (!!!!!!!!!) Teilnehmer ..........

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
Isis

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16.05.2005
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Nur mal so als Beispiel: wir haben in unserem Haus einen kostenlosen (!!) Workshop zum Thema "rückengerechtes Arbeiten" angeboten; die Tilnahme wurde zu 100% als Arbeitszeit gerechnet.
Ich hatte genau 3 (!!!!!!!!!) Teilnehmer ..........

Gruß
Monika
Das ist natürlich extrem traurig und auch ärgerlich....:angry:
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Sahawe

Sahawe

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Hallo Wilko 83

ein Bandscheibenvorfall mit 22 ist eine ernste Sache, vor allem wenn man bedenkt , dass du noch ein langes, in deinem Job vermutlich arbeitsreiches Leben vor dir hast. Ich würde mich mit so einer Aussage " es wird als Berufskrankheit nicht anerkannt " nicht einfach abfinden. Ein Bandscheibenvorfall hättest du bestimmt nicht bekommen, wenn du zu Hause auf dem Sofa gelegen hättest, und wenn man dich stationär behandeln musste, war das auch keine Kleinigkeit, die man sonst mit einer physiotherapeutsichen Maßnahme behandelt hättte. Ich würde auf jeden Fall den ganzen Vorgang erstmal dokumentieren (Zeit, Ort, genaue Beschreibung des Vorfalls mit gegebenf. Berücksichtigung der eingesetzten Hilfsmittel, Erstmaßnahme, MRT - Bilder- Kopien, Beurteilung des Arztes, Stadieneinteilung, Prognose usw.) und mir eine Akte mit allen Befunden anlegen. Dann würde ich dies alles verschriftlichen und der Berufsgenossenschaft mitteilen, auch wenn es jetzt nicht gleich anerkannt wird, haben die schon mal von dir gehört und sollte es zu einem späteren Zeitpunkt zu weiteren Beschwerden kommen (die zu Krankmeldungen, oder vielleicht zu Berufsunfähigkeit oder gezwungener maßen zur Umschulung führen können) kannst du immer auf deinen Antrag auf Anerkennung verweisen. Auch kannst du eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen, es gibt viele Kanzleien, die sichauf versicherungsrechtliche Fälle spezialisiert haben. Die können dir auf jeden Fall sagen welche Chancen du hast. (Da würde ich aber erst die Reaktion der Berugsgenossenschaft abwarten, welche Begründung sie dir zukommen lassen). Es gibt immer Einzelfälle wo das Sozialgericht Anerkennungen ausspricht. Dies alles ist natürlich viel Aufwand, aber ich finde ein Versuch ist es wert, vor allem weil ich glaube, dass das nicht das letzte Mal sein wird, wo du mit deiner Wirbelsäule Probleme hast. Auf jeden Fall wünsche ich dir gute Besserung. Gruß Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Isis

Isis

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16.05.2005
2
Hallo Sabine,
Probleme mit der BG gibt es allein schon, wenn man Übergewicht mit sich rumschleppt oder eine bis dahin nicht bekannte, angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule hat (um nur mal zwei Beispiele zu benennen).
Um mich mal als Beispiel zu nennen: angeborene Spinalkanalstenose in der HWS von C3/4 bis C7/8, dazu erworbener Haltungsschaden (Überstreckung der HWS) - vielleicht Folge des Berufs, vielleicht Folge von Übergewicht, vielleicht Folge des aufrechten Ganges (da wollte man sich nicht so festlegen), wurde erst im "zarten" Alter von 26 Jahren festgestellt per MRT, aufgrund Dysästhesien und Parästhesien in den Händen und nachdem die üblichen Therapieverfahren wie Streckung und Wärme nix halfen (im MRT dann deutlich zu sehen: Bandscheibenprotrusion von C3/4 bis C7/8, Wurzelreizung etc.). Mein damaliger Orthopäde, auch als Gutachter für die BfA und die BG's unterwegs, meinte gleich, damit bräuchte ich erst gar nicht zur BG gehen, ich hätte halt Pech.

Um die Frage von Wilko83 also wirklich beantworten zu können, müßte man schon genaueres wissen. Allerdings sind Wirbelsäulenprobleme mittlerweile so häufig, daß die BG sicher nach jedem Strohhalm greift, um eben nicht zahlen zu müssen....
 
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Krankenschwester/Nachtwache
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Altenpflegeheim
Monika58

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26.09.2005
Bonn
Ich würde mich mit so einer Aussage " es wird als Berufskrankheit nicht anerkannt " nicht einfach abfinden.
Es ging ja nicht um die Frage, ob der Bandscheibenvorfall als Berufskrankheit anerkannt wird, sondern um die Frage, ob das ein Arbeitsunfall ist.

Grundsätzlich gebe ich Dir aber in der Vorgehensweise Recht, um spätere Ansprüche geltend machen zu können.

Gruß
Monika
 
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Sahawe

Sahawe

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Hallo Isis, ich stimme dir zu, dass man von der Ferne und mit so wenig Information den Fall von wilko 83 nicht beurteilen kann. Ich selbst bin vor 2 Jahren bei Glatteis gestürzt, konnte mich mit einer Hand zwar noch auffangen aber es gab so einen starken Ruck, dass ich ein schlimmes Schleudertrauma hatte von dem ich mich bis heute nicht richtig erholt habe. Dabei wurde festgestellt, dass ich eine nicht altersbedingte Arthrose im Bereich C5/C6
habe. Die Schmerzen traten erst 1 Woche (wie das ja oft üblich ist bei Schleudertraumen)später in der Nacht auf und zwar so heftig dass ich zum Notarzt musste, auch konnte ich meinen Kopf nicht mehr selbständig halten. Ich möchte das jetzt nicht näher ausführen, aber der Orthopäde hat mir das als Arbeitsunfall anerkannt nur aufgrund meiner Schilderung 1 Woche später. Was ich damit sagen will ist, ob so etwas anerkannt wird oder nicht, hängt oft von der Beurteilung oder Entscheidung einer Person ab. Aber so eine Entscheidung kann man auch anfechten, aber wenn man sich von Aussagen von anderen Menschen "da brauchst du erst gar nicht hingehen" schon von vornerein abschrecken lässt kommt man auch nicht weiter und wenn man so einen Weg geht ist der meistens nicht einfach, ständig bekommt man Steine in den Weg gelegt und trifft auf Leute die ganz furchtbar wichtig sind und die ihre Machtposition gerne ausleben. Da ist die Frage hat man die Ausdauer und die Beharrlichkeit sich diesen Situationen zu stellen. Im Falle von Wilko 83, weiß ich jetzt natürlich nicht was zu diesem Prolaps geführt hat und ob schon Befunde vorher da waren. Davon bin ich jetzt erstmal nicht ausgegangen, sondern, dass der Prolaps aufgrund einer schweren Überlastung aufgetreten ist. Ich kenne aus meiner Berufserfahrung (Ich habe auch viel Nachtdienst gemacht) Situationen, wie diese, dass sich ein 100 kg schwerer Patient auf mich hat fallen lassen, weil ihm der Kreislauf versagt hat. Erstens hatte ich das Überrraschungsmoment und zweitens war er einfach zu schwer für mich, da hilft die ganze Technik nichts mehr. Ich hätte ihn natürlich fallen lassen können und hätte sagen können," es tut mir ganz furchtbar leid Herr X, aber meine Wirbelssäule geht vor", aber in der Regel macht das keiner. Und sollte beispielsweise so eine Belastung vorgelegen haben, bin ich schon der Meinung, dass das als Arbeitsunfall zu werten ist, aus dem vielleicht Folgeerkrankungen entstehen. Und somit liegt dann eine Erkrankung vor, die berufsbedingt ist und auch anerkannt werden sollte. Da dieses EReignis jetzt mit 22 aufgetreten ist, und Wilko 83 nicht gerade eine rückenschonende Arbeit macht, finde ich es schon wichtig, dass er sich darum kümmert. Gruß Sabine
 
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Sahawe

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Nur mal so als Beispiel: wir haben in unserem Haus einen kostenlosen (!!) Workshop zum Thema "rückengerechtes Arbeiten" angeboten; die Tilnahme wurde zu 100% als Arbeitszeit gerechnet.
Ich hatte genau 3 (!!!!!!!!!) Teilnehmer ..........


Vielleicht ist das Angebot oder der Kursleiter einfach schlecht. Ich mache bei mir die Erfahrung, dass Vorlesungen bei denen die Dozenten fachlich gut sind immer proppe voll sind (die Leute sitzen auf dem Boden und auf den Fensterbänken), bei denen aber die es nicht verstehen Studenten zu motivieren und bei denen man den Eindruck hat die haben nichts drauf, bei denen sitzen auch immer nur 3 Leute drin
 
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G

Glücksstern

Hallo Ihr da.....:wink:
Hab auch mal eine Frage und zwar.... hab einen Bandscheibenvorfall, festgestellt vor ca. einem Jahr..... wurde konservativ behandelt und kurze Zeit war auch eine Besserung zu spüren, aber Probleme hab ich immer wieder. War heute beim Orthopäden und mir wurde aufgrund der Diagnose NPP L4% und L5/S1 und der damit verbundenden Prognose, dass ich immer wieder damit zu rechnen habe, Schmerzen zu haben, wurde mir geraten ein OP durchführen zu lassen. So... und jetzt?? Soll ich oder soll ich nicht, oder vielleicht irgendwann einmal??? Ich weiß es nicht, was jetzt richtig ist. wie ist die Prognose nach einer Banscheiben-OP? Kann mir jemand etwas raten. Wäre Euch total dankbar.
Liebe Grüße Glücksstern:eek:riginal:
 
G

Glücksstern

Sorry... Fehler beim Schreiben. grins*
L4/5
 
Sahawe

Sahawe

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Hallo Glücksstern,
das ist eine schwierige Entscheidung und ich kann dir da leider nicht raten, da ich darüber zu wenig Kenntnisse besitze. Aber was ich weiß ist, dass nach Wirbelsäulen OPs bei Bekannten, sie nach der OP noch lange eingeschränkt waren (durften mehere Wochen nicht sitzen). Die Erfolge waren unterschiedlich. Ich würde mich jedenfalls genau informieren und einen Neurochirurgen zu Rate ziehen. Ich habe ein paar Links, die ich mir vor Kurzem runtergeladen habe, vielleicht nützen sie dir etwas. Dir gute Besserung und liebe Grüße Sabine

Bandscheibenvorfall

http://tumb1.biblio.tu-muenchen.de/publ/diss/me/2004/schulze_horn.pdf

Medizin: Therapien Laserabtragung der Bandscheibe, Bandscheiben-OP mit Laser, minimalinvasive Bandscheibenlaserung

Forum für Diskussion und Fragen
 
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Glücksstern

Danke Sabine, für Deine Links. :eek:riginal:
Muss darüber nachdenken, was jetzt richtig ist und ob ich es machen lasse oder nicht. Ich finde das total schwer eine Entscheidung zu treffen. Na ja.... wird schon :thumbsup:
Gruß Glücksstern
 
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05.07.2001
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