Baby mit Gipssäge verletzt

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TinaH

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22.01.2018
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Hallo zusammen, ich bin neu hier und versuche mich hier grade zurecht zu finden.

Mein Baby wurde mit der Gipssäge beim Gips entfernen verletzt. Die Klinikleitung spricht von einem oberflächlichen Kratzer, ich finde, es ist erheblich mehr.

Die Frage ist, wie gehe ich da weiter vor? Der Vorfall liegt schon einen Moment zurück und auch das Procedere im Anschluss war für mich nicht zufriedenstellend. Die Schwester nahm ein Papiertuch com Waschbecken der ZNA, tüpfelte es unter den Wasserhahn und wischte damit die Wunde ab. Das ganze lief dann als "Wundversorgung"

Wie soll ich mich hier nun am besten verhalten. Ich bin verärgert und möchte das alles so nicht stehen lassen.

Über Erfahrungen oder Tipps freue ich mich
 
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lulli00

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17.02.2016
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Schwer von hier aus zu beurteilen.

Erstmal bei einer medizinischen und/oder pflegerischen Versorgung sollte man sich abschminken das dass immer 100% Perfekt läuft und man immer Gesund und unverletzt dabei raus kommt. Wo gearbeitet wird fallen späne. Auch wenn Kinder im Spiel sind und das doch eigentlich "niemals" passieren darf.

Hat der Arzt/Pfleger alle erforderliche Sorgfalt gebracht kann man ihm keinen Vorwurf machen. Ne Wundversorgung mit nem feuchten Tuch... nicht gut. Aber woher weißt du das er nicht einfach etwas auf der unverletzten Haut weggewischt hat? Ich wische meine Patienten auch mal mit nem Feuchten Tuch ab wenn das Blut z.b. den Arm runtergelaufen ist. Aber natürlich es gehört ausschließlich steriles Material an offene Hautstellen. Wenn dem so war dann wurde hier falsch gehandelt.

Hat dein Kind einen Schaden außer der Verletzung selber davon getragen?

Wenn der Arzt/Pfleger sich wirklich fahrlässig verhalten und dein Kind daraus einen Schaden erlitten hat dann geh dem nach. Einfach nur "Das will ich nicht so stehen lassen" finde ich ist die falsche Motivation. Würde jemand alle meine Fehler anklagen einfach nur weil er das nicht so stehen lassen will, dann gäb's ordentlich was für die Justiz zu tun...

Nimms mir bitte nicht übel. Bitte geh noch mal in dich und schau mal ob es nicht nur um "Dein Baby" geht. Ich erlebe da häufig auch überreaktionen.

Ansonsten wäre es natürlich günstig gewesen die Verletzung von einem anderen Kinderarzt nochmal aufnehmen zu lassen. Und zwar sofort, was nun ja zu spät ist.

Ich hoffe deinem Wonneproppen geht es wieder gut...
 
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TinaH

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22.01.2018
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Hallo Lulli,

ich verstehe Deinen Standpunkt. Ich bin nur so verärgert, weil aus Bequemlichkeit direkt zur Gipssäge gegriffen wurde, anstatt es mit der Schnabelzange zu probieren. Ich habe sehr oft zugesehen und weiß dass das schon einen enormen Kraftaufwand erfordert, aber es wäre für mich Wünschenswert gewesen. Die Gipssäge ist meinem Baby auch nicht fremd und er lässt das auch immer lieb mit sich machen ohne zu weinen. Bei diesem Mal hat er geweint und auf meinen Einwand, dass ich verstehen kann, dass es für Ärzte, Pfleger und Schwestern eine Herausforderung sein kann, wenn da plötzlich eine Mutter steht und ihren Senf dazu gibt, bekam ich als Antwort, ich bin ja nur Mutter und da könnte nichts passieren, da die Säge nur oszilliert... Naja, ich versuch mal ein Bild von Ergebnis dran zu hängen ... Vielleicht verstehst du dann meinen Unmut.

Der QM verantwortliche spricht von "leicht oberflächlich angekratzt" und "rückstandsloser Verteilung" was aber meiner Auffassung nach nicht korrekt ist.

Mit dem nassen Tuch wurde im Übrigen die Wunde abgetupft, zur Wundabdeckung gab es leider nichts. Auf Nachfrage hin gab es dann immerhin ein Stück Gipsstrumpf.
 

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TinaH

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22.01.2018
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Leider habe ich deinen letzte Absatz zu spät gesehen. Mein Baby wurde auf meibe Eigeninitiative hin im Anschluss in einer nahe gelegenen Kinderklinik versorgt und dort wurde auch alles aufgenommen. Ich habe auch alles dokumentiert und musste mich auch im Anschluss um alles kümmern wie die Wundversorgung etc.
 
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lulli00

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Nein da gebe ich dir Recht.

Hast du dich bei der Geschäftsleitung beschwert und was soll Ziel sein?

Willst du nur das sie ihre Arbeit richtig machen würde ggf. eine Beschwerde und Forderung einer Entschuldigung reichen. Willst du den Rechtsweg gehen brauchst du wohl einen Anwalt.

Ob und wie weit die Säge notwendig war kann hier keiner Beurteilen. Solche Verletzungen können natürlich passieren, gehören aber selbstverständlich anständig versorgt.
 
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TinaH

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22.01.2018
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Also wie ich rückblickend mitgeteilt bekommen habe, war mein Weg offensichtlich der Falsche. Ich bin einen Tag drauf wieder in die Klinik und habe die Pflegedienstleitung aufgesucht, habe den Vorfall geschildert und darum gebeten, gerne noch einmal mit der Schwester sprechen zu können, ihr das Bein zu zeigen damit sie versteht, was aus diesem Vorfall resultierte und soetwas dem nächsten Baby nicht wieder passiert. Ebenso wie die gruselige "Wundversorgung". Ich war ruhig und nicht vorwurfsvoll obwohl es mir schwer fiel und dieses Gespräch wurde abgelehnt.
Grund meines Ärgers ist der, dass wir uns in einer laufenden Gipstherapie zur Klumpfußbehandlung befanden. Durch den Vorfall hat er nicht nur einen lange Narbe zurück behalten, sondern es musste die komplette Versorgung für mehrere Wochen unterbrochen werden, was sich natürlich auch nicht positiv ausgewirkt hat.

Mein ursprüngliche Intention war, klären und hoffen dass es nie wieder passiert. Nachdem aber der QM-Verantwortliche sich völlig arrogant und ignorant zeigt und darauf behaart, dass es sich nur um einen kleinen Kratzer handelt und sogar in seinen Brief an mich schreibt: "schön das alles rückstandslos verheilt ist und Ihnen alles Gute" bin ich sauer.

Die Frage ist nun, macht es Sinn, über die Krankenkasse es als Behandlungsfehler zu melden und ggf. rechtliche Schritte einzuleiten? Es geht mir nicht darum 100€ als Entschädigung für seine Narbe zu erhalten, ich möchte einfach nur schriftlich festgehalten haben was passiert ist, was daraus entstanden ist und erhoffe mir so ehrlich gesagt auch die Herausgabe der Krankenakte, die bisher weder mir noch dem Kinderarzt ausgehändigt wird.

Macht das Sinn? Kann ich da etwas erreichen oder ist das vergebene Liebesmühe?
 
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lulli00

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Wien
Diese Fragen kann dir nur ein Anwalt beantworten.
Krankenakte bekommst du nur nach rechtmäßiger Forderung des Anwalts.

Und ich würde dem nachgehen wenn sich dadurch die Klumpfußbehandlung verzögert bzw. zum Nachteil gestört wurde.

Nein der Weg war nicht unbedingt falsch. Das ein Krankenhaus keinen Brief verfasst in dem Steht "wir sind schuld" sollte klar sein. ;)
Schuldanerkenntnis = Schadensersatzforderung/ Strafe wegen unerlaubte Körperverletzung ;) (Schadenersatz wäre ggf. über eine Betriebshaftpflicht versichert)
 
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TinaH

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22.01.2018
Hessen, Deutschland
Ich danke Dir für's zuhören und deine Tipps. Ich hatte irgendwie gehofft noch einen anderen Weg zu finden
Dann werde ich wohl morgen mal meine Rechtschutz anrufen...
 
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lulli00

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Gerne.

Alles gute Dir und deinem Baby
 
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05.07.2001
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