AVR Caritas 450 Euro

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Celine12356

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Hallo Ihr Lieben,
ich hätte einige Fragen zu einer geringfügigen Beschäftigung bei der Caritas (Altenheim). Ich bin 27 Jahre alt, ledig und habe keine Kinder. Ich werde demnächst als Pflegehilfskraft eingesetzt. Ich habe eine Ausbildung als Sozialassisstentin. Ich habe eine wöchentliche durchschnittliche Arbeitszeit von 9,0 Stunden(23,08 %) In der Vergütungsgruppe steht Kr 1 Ziffer 1 Anhang D Anlage 32.
Ist die Arbeitszeit und die Vergütungsgruppe in Ordnung?

In meinen Dienstvertrag sind lauter Paragrafen, die auf jeweils weitere Paragrafen/ Anlagen hinweisen. Also keine schlüssigen Aussagen zu Weihnachtsgeld, Kündigungsfristen, Urlaubsanspruch sowie ein Stundenlohn. Ich habe bereits nach Antworten im Internet gesucht, werde daraus aber nicht wirklich schlau!

Wäre sehr toll, wenn mir jemand helfen könnte! Ansonsten wende ich mich noch mal an meinen Arbeitgeber.
 
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Pflegehilfskraft
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romana

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Hallo Celine,

ich versuche mal, es kurz zu erklären. In der AVR gibt es den allgemeinen Teil, der solche Dinge wie Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen, Zuschläge etc. Dann gibt es die Anlagen, die die Vergütung regeln. Wenn Du Dir das mal ansehen möchtest, empfehle ich gerne die Seite www.schiering.org, hier sind immer die aktuellen Versionen aufgeführt, auch nach Bundesland.

Nun zu Deinen Fragen:

- Urlaubsanspruch hast Du soviel wie jeder Mitarbeiter auch, er wird nur anders gewertet. Wie das bei Euch im Bertrieb geregelt ist, musst Du dort nachfragen, es hängt davon ab, ob Du eine 5-Tage-Woche hast oder weniger. Bei uns wird z.B. die gleiche Anzahl an Urlaubstagen gegeben, aber pro Urlaubstag nur 1h gewertet. Da Du aber wahrscheinlich nurzwei Tage die Woche arbeitest, kann es auch sein, dass Du entsprechend weniger Urlaubstage bekommst, aber dann für die Urlaubswoche auch nur diese zwei Tage Urlaub nehmen musst. (Urlaubsanspruch Anlage 14 zu den AVR)

- Kündigungsfristen sind gleich wie bei allen anderen Mitarbeitern, stehen unter AVR allgemeiner Teil §14. Im ersten Jahr sind es 4 Wochen, dann wird es je nach Betriebszugehörigkeit länger

- Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld hast Du auch, aber da Du bei einer geringfügigen Beschäftigung nicht mehr als 450€ im Monat verdienen darfst, wird das anteilig auf die Stunden angerechnet, weswegen Du dann weniger Stunden arbeiten musst. Wie das mit den Zuschlägen für Feiertage verrechnet wird, musst Du ebenfalls im Betrieb nachfragen, hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist, dass Du prinzipiell Anspruch auf diese Zuschläge hast wie jeder Teilzeitbeschäftigte auch.

- Die EInstufung in KR 1 ist aus meiner Sicht korrekt, einen Stundenlohn gibt es nicht, der Stundensatz wird entsprechend dem Gesamtlohn berechnet und liegt auf jeden Fall über dem gesetzlichen Mindestlohn in der Pflege.

Ich hoffe, ich konnte es etwas klarer machen, aber Du musst die Details im Betrieb bei der MAV nachfragen und/oder beim Arbeitgeber.

LG
Romana
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
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Weiterbildungen
Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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Celine12356

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Hallo Romana,
vielen lieben Dank für deine schnelle informative Antwort!:thumbsup: Ich werde überwiegend an zwei Tagen in der Woche eingesetzt (Sa,So) und manchmal in der Woche! Gibt es den ein mindestens Regelung an Urlaubstage?
Bezüglich Urlaubstage und weitere Zulagen muss ich dann noch mal nachfragen, wenn es nicht einheitlich geregelt ist. Z. B. in Form einer Tabelle ersichtlich ist.
Könntest du mir vielleicht noch sagen, was es sich mit einer steuerfreien Aufwandsentschädigung auf sich hat? Steht sie in Verbindung mit Zuschlägen?

LG :)
 
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Fachgebiet
Pflege
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romana

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Hallo Celine,

wie gesagt, Du hast wie alle anderen Mitarbeiter einen Jahresurlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr, bei einer 2-Tage-Woche wären es dann entsprechend weniger (etwa 18 Tage), aber Du brauchst ja auch nur an den festen Arbeitstagen Urlaub nehmen.

Mit der steuerfreien Aufwandsentschädigung meinst Du vermutlich die Übungsleiterpauschale, die jeder Arbeitnehmer neben seinem Verdienst ohne steuerliche Abgaben dazuverdienen darf. Sie ist gedacht worden für ehrenamtliche Tatigkeiten wie z.B. Trainer im Verein, Nachbarschaftshilfe o.ä. Hier gibt es eine Höchstgrenze von 2400 € im Jahr,die man ohne Abgaben dazuverdienen darf. Im Pflegeheim darf man diese Höchstgrenze in der Pflege ausschöpfen, im Einsatz in der Hauswirtschaft sind es jährlich glaub 500 €. Das geht aber nicht neben einer regulären festen Anstellung im gleichen Bereich. Also wenn Du in der Pflege arbeitest mit einem Anstellungsverhältnis, darfst Du dort nicht nebenberuflich tätig sein, in der Hauswirtschaft oder z.B. Betreuung schon. Da das kein Arbeitsverhältnis sondern eine Aufwandsentschädigung ist, gibt es auch keine Zuschläge, hier muss auch kein Mindestlohn bezahlt werden. Wenn so etwas angedacht ist, um eventuelle Überstunden und/oder Zuschläge auszubezahlen, musst Du nachfragen, wieviel pro Stunde ausbezahlt wird.

Ich hoffe, ich konnte helfen und wünsche ein schönes Wochenende!

Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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