Auszubildende soll alleine fahren

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F

felicitas

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11.05.2002
41334
Hallo, bin zur Zeit eine Weiterbildung am machen zur Praxisanleitung. Wir haben eine Schülerin die 2 Jahre ihre Ausbildung in einem Altenheim gemacht hat, und dort nicht zufrieden war. Daher macht sie nun bei uns ihr 3tes Ausbildungsjahr zu Ende. Nun soll sie alleine eine unsrerer Touren fahren. Ist das rechtens? Ich brauche dringend Rat.
 
Qualifikation
altenpflegerin
Fachgebiet
altenpflege
L

Lisy

Hallo,
es ist erlaubt, ich würde es ohne gute Einarbeitung nicht machen, die Qualität leidet.
Gruß Lisy
 
D

doruely nurse

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Auszug aus meinem Buch

Das Fit - Diplom

Das Fit - Diplom erhält ein jeder Neueinsteiger, ob als Praktikant, als Schüler oder als Examinierter, wenn er folgende Dinge beherzigt:

1. Der erste Arbeitstag testet die Konzentration und die Merkfähigkeit.
Sofortige Einprägung folgender Liste ist Voraussetzung:
a) Wo befindet sich was
b) Patientennamen, Kurven, Aufnahmen, Entlassungen,
Telefonanmeldungen, Zimmerzuordnungen
c) Tagesablauf
d) Mitarbeiter mit Rang und Namen

2. Notizen sind erlaubt, wenn diese den Tagesablauf und die Effektivität des
sich Erklärens nicht irritieren

3. Eine sehr hohe Flexibilität wird vorausgesetzt. Eingesetzt werden da, wo
Langzeitmitarbeiter für sich eine Baustellenumleitung inszenieren.

4. Fragewn stellen, die Du Dir bereits selbst beantwortet hast

5. Unbedingt zu allem " ja, ist doch selbstverständlich" sagen

6. Schnell, flott mit Düsenantrieb arbeiten

Die besten Chancen für das Fit - Diplom bestehen darin, wenn Du am drietten Tag Deines Einsatzes komplett selbständig alleine arbeitest.
So gewinnen die Langzeitmitarbeiter Freizeit, können ihre Urlaubspläne besprechen, sind von weniger Strapazen geplagt und fühlen sich so richtig entspannt.

Wer das Fit - Diplom erhält, kann sich wirklich glücklich schätzen, weil er selbst als Praktikant oder Schüler bereits in der ersten Woche voll eingestetzt werden kann. Überall beliebt bei den bei den Langzeitmitarbeitern.
Jede Station wünscht sich jemandem mit dem Fit - Diplom.

Kein Praktikumszeugnis ist so wertvoll wie das Fit - Diplom!

Schnell! Super! Günstig!

Nach dem Startschuß das Äußerste geben! Zwei Zimmer mehr als Susi, Morgen bereits die halbe Station und Du hast es geschafft...

--------Dein Fit - Diplom!--------
:grin:
 
Qualifikation
Schul-Krankenschwester
Fachgebiet
Grundschule Bielefeld
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Auszug aus meinem Buch

Ich kann nur hoffen, dass Das FIT-Diplom in Deinem Buch deutlicher als Satire gekennzeichnet hast als hier :mad_2:

Nun soll sie alleine eine unsrerer Touren fahren. Ist das rechtens?
Es ist Rechtens, wenn sich eine verantwortliche Pflegekraft davon überzeugt hat, dass die Schülerin dieser Aufgabe gewachsen ist. Also der übliche Weg: 1. examinierte Pflgekraft nimmt Schülerin mit auf die Tour und arbeitet sie ein 2. Examinierte Pflegekraft fährt mit Schülerin und beobachtet, ob Schülerin alles beherrscht 3. Schülerin fährt alleine und examinierte Pflegekraft macht Stichproben.

Letztlich ist es ja so, dass die Schülerin 1 Tag nach ihrem Examen alleine auf Tour geschickt wird (etwas überzogen, aber nicht unrealistisch). Wie soll sie das lernen, wenn nicht unter der Kontrolle und Obhut ihres Ausbildungsplatzes?
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
W

Willy_Wuff

Aktives Mitglied
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01.12.2005
Deggendorf
Auszug aus meinem Buch

Das Fit - Diplom


:grin:
Hmmm.... da bezeichnest Du einen schon als Fitt ?
Also meiner Meinung nach fehlen da noch zwei essentiell wichtige Punkte :

Hellsehen ......
Und Schleimspur hinterlassen ;-)
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
:devil: Die Schleimspur könnte der wichtigste Punkt sein.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Barbara2

Barbara2

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04.04.2006
69250
Nach einer Einarbeitungszeit, bei der sich die PDL davon überzeugt hat, das die Schülerin die Arbeiten beherrscht, ist es durchaus legitim, sie auch alleine los zu schicken. Sie sollte allerdings immer wieder einmal kontrolliert werden.

Für mich war auch sehr wichtig, das man bei der Abrechung darauf achtet, das eine Schülerein als ergänzende Hilfe abgerechnet wird, zumindest in der Pflege.

Nun stellt sich die Frage, wie man eine Schülerin bei der Behandlungspflege abrechnet. Weiß das jemand?
Die Krankenkassen legen ja umbedingt Wert darauf, das es Pflegefachkräfte sein müssen, mit einer dreijährigen Ausbildung. Heißt das dann, das Schülerinen keine Behandlungpflege machen dürfen?
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
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Die Krankenkassen legen ja umbedingt Wert darauf, das es Pflegefachkräfte sein müssen, mit einer dreijährigen Ausbildung. Heißt das dann, das Schülerinen keine Behandlungpflege machen dürfen?
Da Schülerinnen nachweislich noch keine Pflegefachkräfte sind sind, dürfen sie alleine keine abrechenbare Behandlungspflege (außer evtl. Anziehen von Kompressionsstrümpfen, Medikamentengabe, Augentropfengabe - sofern es vertraglich zulässig ist) durchführen. Das wird als Vertragsverstoß gewertet, kann im schlimmsten Fall die Zulassung kosten.

Was bedeutet ergänzende Hilfe?
Für mich war auch sehr wichtig, das man bei der Abrechung darauf achtet, das eine Schülerein als ergänzende Hilfe abgerechnet wird, zumindest in der Pflege.
Gruß
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
Barbara2

Barbara2

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04.04.2006
69250
Was bedeutet ergänzende Hilfe?

Nicht ausgebildete Kräfte.
Hauswírtschaftliche Kräfte, ohneAusbildung.
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulante Pflege
D

doruely nurse

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Basis-Konto
Hallo Monika58,
natürlich ist es satirisch, aber leider auch mancherorts immer wieder Realität.
Hier sind nicht nur die Schüler und Praktikanten gemeint, sondern die neuen Mitarbeiter meist Mitarbeiterinnen die examiniert einsteigen.

Oft werden solche Neueinsteiger sehr vernachlässigt. Um so besser finde ich Einarbeitungsstandards für jeden Neuanfänger.Die Praxis sieht doch oft anders aus, als die Theorie!
In der Theorie wissen viele Bescheid, jedem ist klar, daß niemand einfach ins kalte Wasser geschuppst werden darf. Natürlich überzeugen sich Fachkräfte bei Schülern und Praktikanten, aber ich habe immer wieder miterlebt wie eine solche konkrete Einarbeitung nicht stattfinden kann oder aber einfach nicht stattfindet.Wir sollten vor solchen Dingen nicht die Augen verschließen..Wie sieht nun die Praxis aus? Vielleicht melden sich auch mal andere zu Wort und erzählen aus eigener Erfahrung....
 
Qualifikation
Schul-Krankenschwester
Fachgebiet
Grundschule Bielefeld
Barbara2

Barbara2

Mitglied
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04.04.2006
69250
Oh ja, oft brannte es und man hatte zu tun, das man selbst um die Ecke kam.

Seit ich PDL bin versuche ich, dies zu vermeiden.
So nervig es auch ist, aber unser Büro ist ein Durchgangsort, d.h. das ein ruhiges arbeiten nicht möglich ist. Meist erst ab 12:30, wenn alle zu Hause sind.
Aber das nehme ich gerne in Kauf, weil ich gerade für die "NEUEN" da sein möchte und unter Umständen auch schnell handeln zu können, möchte, evtl. schnell mal hin fahren. Das geht bei uns sehr einfach, weil wir ein kleiner Ort sind.

Schülerinnen, die bei mir Praktikum gemacht hatten, melden sich nicht selten und möchten nach der Ausbildung gerne bei uns arbeiten.
Derer habe ich jetzt schon zwei im Team.

Ich wurde in meiner Ausbildung selbst sehr viel alleine gealssen.
Das möchte ich den mir Anvertrauten ersparen.

( Klingt das jetzt sehr geschwollen, ....soll es aber nicht. Ich meine es wirklich so.)
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
aber ich habe immer wieder miterlebt wie eine solche konkrete Einarbeitung .........einfach nicht stattfindet.
Auch hier finden wir eine Teufelskreis ..... ich weiss nicht, wie man einarbeitet, weil ich selber nie eingearbeitet wurde. weil ich nie eingearbeitet wurde, weiss ich nicht wirklich, ob das, was ich tu, wirklich richtig ist. Wenn ich nicht weiss, ob das, was ich tue, richtig ist, halt ich mich lieber aus der Einarbeitung raus, weil ich *uswuswusw*.

Nach meinem Exanem wechselte ich nicht nur Krankenhaus, sondern auch Bundesland und Träger ..... ich kam gerade mit dem Formularwesen überhaupt nicht klar ..... statt Einarbeitung hörte ich '"Du bist examiniert, Du must das wissen"

Na, klasse

Meine Botschaft: mit einem Examen hat man Qualifikation nachgewiesen, aber keine Omnipotenz. Wenn jeder, der nur 1 Jahr vorher sein Examen abgelegt hat, sich darauf besinnt, was ihm in der Einarbeitung gefehlt hat und das dem Nachwuchs mitgibt ist alles paletti.
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
L

Löwenherz

Mitglied
Basis-Konto
10.03.2006
63150
Hallo ihr alle,

also, ich kann mich erinnern daß ich während meiner Ausbildung auch nach relativ kurzer Zeit Einarbeitung (vvlt 10 Tagen oder so) alleine eine Tour gefahren bin im Ambulanten Dienst. Damals noch mit dem Radel durch die Stadt weil ich noch nicht volljährig war und keinen Führerschein besaß.
Die Schwester die mich anleitete war sehr fürsorglich und hat mir wirklich sehr gut und umfassend erklärt was wichtig ist.

Sicher erinnere ich mich, daß ich bei meinen ersten Touren alleine schon bissi schiß hatte. Aber: ich habs geschafft und da war ich megastolz!!!!

Ich hab damals nach jeder Tour mit der für mich zuständigen Schwester immer besprochen wie alles so lief - wo es Probleme gab oder was eben mir wichtig erschien. Es gab ja noch keine handys, hab mich aber trotzdem nicht alleine gefühlt und hätte in der Sozialstation immer jemanden erreichen können.

Insgesamt hat es mir viel Selbstbewußtsein gegeben und ich habe eine sehr gute Anleitung gehabt. Ich hab das immer noch vor Augen und als ich dann selber SchülerInnen oder neue MA betreut habe, da dachte ich oft daran.

Okay..ich hör auf bevor ich sentimental werde :whistling

Gruß Löwenherz
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Gesundheitszentrum
humorexperte

humorexperte

Neues Mitglied
Basis-Konto
21.10.2005
28199
Hallo,

ich finde es komplett daneben, einen Schüler/Auszubildenden alleine fahren zu lassen!! Egal, wann in deren Ausbildung das ist und egal, wie vermeintlich einfach die Tour für ihn ist. Bin übrigens Pflegepädagoge. Würde mir bekannt, dass ein Pflegedienst Schüler alleine losschickt, wäre das sofort ohne Diskussion der letzte Schüler dort gewesen!!

Die Schüler heißen so, weil sie etwas lernen sollen, sie sind in Ausbildung und nicht zum billigen Ersetzen (Überstundenabbau etc.) von anderen Mitarbeitern da.

Mir ist klar, dass auch rudimentär oder gar nicht ausgebildete "Hausfrauen" auf Touren geschickt werden, aber solche Pflegedienste halte ich für mindestens genauso daneben. Gute Pflege erfordert gute Ausbildung - und das hat nur sehr wenig mit der unseligen Unterscheidung von Grund- und Behandlungspflege zu tun. M.E. braucht man auch für gute Grundpflege eine Ausbildung!

Amen!

So, entschuldigt den Nachdruck - aber da geht mir das Victorinox in der Tasche auf...

Durchaus freundliche Grüße, Humorex.
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
ambulante Pflege
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.09.2005
Bonn
Hallo,

ich finde es komplett daneben, einen Schüler/Auszubildenden alleine fahren zu lassen!! Egal, wann in deren Ausbildung das ist und egal, wie vermeintlich einfach die Tour für ihn ist. Bin übrigens Pflegepädagoge. Würde mir bekannt, dass ein Pflegedienst Schüler alleine losschickt, wäre das sofort ohne Diskussion der letzte Schüler dort gewesen!!

Die Schüler heißen so, weil sie etwas lernen sollen, sie sind in Ausbildung und nicht zum billigen Ersetzen (Überstundenabbau etc.) von anderen Mitarbeitern da.

Mir ist klar, dass auch rudimentär oder gar nicht ausgebildete "Hausfrauen" auf Touren geschickt werden, aber solche Pflegedienste halte ich für mindestens genauso daneben. Gute Pflege erfordert gute Ausbildung - und das hat nur sehr wenig mit der unseligen Unterscheidung von Grund- und Behandlungspflege zu tun. M.E. braucht man auch für gute Grundpflege eine Ausbildung!

Amen!

So, entschuldigt den Nachdruck - aber da geht mir das Victorinox in der Tasche auf...

Durchaus freundliche Grüße, Humorex.
Das ist mir als Pädagogin etwas zu schwarz-weiß gemalt. Ich halte mehr von dem Prinzip "sehen - unter Aufsicht üben - selber machen". Das erscheint mir, bei einem nicht geringen Anteil von "Handwerk" in der Pflege, sinniger als "sehen - sehen - sehen - Examen machen - verantwortlich sein". Das gilt gleichermaßen für alle Bereiche der Pflege.

Das darf natürlich nicht bedeuten, daß SchülerInnen als Entlastung fürwasauchimmer missbraucht werden (bei Missbrauch jeder Art geht mir noch was ganz anderes in der Tasche auf).

Zugegeben, wenn ich einen Schüler "nur" 2-4 Wochen betreuen kann, weil sein Einsatz nicht länger dauert, wird es schwer fallen, ihn so zu betreuen, dass er am Ende des Einsatzes selbständig arbeiten/Tour fahren kann. Damit sind wir aber in der berufspolitischen Diskussion, ob bei (berechtigten) 2100 theoretischen Ausbildungsstunden eine dreijährige Ausbildung ausreichend ist.

Freundschaftlichen Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
D

doruely nurse

Mitglied
Basis-Konto
Alle Achtung Humorex!!!
Solche wie Du müßte es öfter geben.Das würde die Pflege aufwerten!!!

Stimmt genau- Schüler alleine, dann brauchte es doch gar keine Ausbildung mehr geben.
Verzichten wir doch gleich auf die Ausbildung zur Krankenschwester und lernen nur noch an. Hinführen zur Pflegeemanzipation, zum selbstständigen Handeln bedeutet auch bis zum Schluß Verantwortung übernehmen für den Schüler und vor Ort auf konkrete Fragen zu antworten.

Wie wir wissen, können jeder Zeit unerwartete Situationen eintreten. Wer vor Ort die Arbeit leistet, entscheidet manchmal im Sekundentakt. Weiß eine examinierte Fachkraft eigentlich was sie da verantwortet?
Vielleicht muß mal erst wieder etwas passieren, daß gehandelt und auch mal richtig verurteilt wird.Hört sich nach schwarzfärberei an, ist es aber nicht mehr mit solchen Befürwortungen von Alleingängen der Schüler, und wir können uns von dem Krankenpflegeausbildungsgesetz verabschieden....
Ich stimme Deiner Ansicht voll zu! Wir sind keine kleinen Ärzte, sondern "selbstbewußte Pflegefachkräfte", die den Menschen als Ganzes wahrnehmen - die vor allem seine Ressourcen wahrnehmen, beobachten und motivieren - und das von der Grundpflege bis hin zur Behandlungspflege ( eh keine besonders gute Differenzierungsart).
 
Qualifikation
Schul-Krankenschwester
Fachgebiet
Grundschule Bielefeld
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doruely nurse

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Das ist mir als Pädagogin etwas zu schwarz-weiß gemalt. Ich halte mehr von dem Prinzip "sehen - unter Aufsicht üben - selber machen". Das erscheint mir, bei einem nicht geringen Anteil von "Handwerk" in der Pflege, sinniger als "sehen - sehen - sehen - Examen machen - verantwortlich sein". Das gilt gleichermaßen für alle Bereiche der Pflege.

Das darf natürlich nicht bedeuten, daß SchülerInnen als Entlastung fürwasauchimmer missbraucht werden (bei Missbrauch jeder Art geht mir noch was ganz anderes in der Tasche auf).

Zugegeben, wenn ich einen Schüler "nur" 2-4 Wochen betreuen kann, weil sein Einsatz nicht länger dauert, wird es schwer fallen, ihn so zu betreuen, dass er am Ende des Einsatzes selbständig arbeiten/Tour fahren kann. Damit sind wir aber in der berufspolitischen Diskussion, ob bei (berechtigten) 2100 theoretischen Ausbildungsstunden eine dreijährige Ausbildung ausreichend ist.

Freundschaftlichen Gruß
Monika
Also, ich habe von Humorex nicht daraus entnommen sehen- sehen - sehen und dann Examen!
 
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Fachgebiet
Grundschule Bielefeld
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Ich stimme Deiner Ansicht voll zu! Wir sind keine kleinen Ärzte, sondern "selbstbewußte Pflegefachkräfte", die den Menschen als Ganzes wahrnehmen - die vor allem seine Ressourcen wahrnehmen, beobachten und motivieren - und das von der Grundpflege bis hin zur Behandlungspflege ( eh keine besonders gute Differenzierungsart).
Jetzt geht das Gespräch offenbar voll an mir vorbei ....

Wer hat denn an selbstebwussten Pflegekräften gezweifelt? Wie kommt der "kleine Arzt" plötzlich aufs Tapet?

Die Frage ist doch, wie ich Schülern vor Ort Selbstbewusstsein lehren kann .... und das geht nicht darüber, dass sie als "Staffage" immer hinter den Examinierten herlaufen, sondern darüber, dass ich sie befähige, selbständige Entscheidungen zu treffen.
Damit meine ich nicht "learning by doing ----- ein Guter hält es aus, um einen Schlechten ist es nicht schade".

Ich meine damit:"ich gebe Dir eine Aufgabe, ich habe Dir die nötigen Informationen gegeben, ich habe mich davon überzeugt, dass Du die Aufgabe lösen kannst, Du kannst mich jederzeit kontaktieren, wenn Du Schwierigkeiten hast und Du kannst sicher sein, dass ich schnellstens bei Dir bin ...... zieh los, und löse die Aufgabe"
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
S

sr. tequila

Hallo,
also auch von mir ein klares NEIN,
ich weiss selber noch, wie ich mich in meiner Ausbildung gefühlt habe, als ich aus Personalmangel alleine losgeschickt wurde.
Auf der einen Seite mächtig stolz, als ich alleine hinter dem Steuer des kleinen roten Flitzers mit der Aufschrift "Ambulanter Pflegedienst" sass,
aber auf der anderen Seite wurde mir schon beim 2. Patienten klar, das ich völlig überfordert war. Nicht nur mit der strengen Zeit im Nacken, auch teilweise mit den vielen Fragen mit denen mich die Pflegebedürftigen konfrontiert haben, die ich ihnen grösstenteils nicht beantworten konnte.

In unserem Pflegedienst ist es nicht möglich, das eine nichtexaminierte Kraft eine Aussentour fährt, da jeder "Auftrag" auch oder nur eine Behandlungspflege enthält.

lg sr.tequila
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
ich weiss selber noch, wie ich mich in meiner Ausbildung gefühlt habe, als ich aus Personalmangel alleine losgeschickt wurde.
Personalmangel darf niemals Grund dafür sein, den Schüler alleine losziehen zu lassen, in keiner Ausbildungssituation.

Wohl wissen, dass jeder Vergleich hinkt versuche ich es trotzdem: Wenn sich ein Kind an der offenen Flamme verletzt verbanne ich nicht alle Kerzen von dieser Welt; ich überprüfe mich selber, ob ich dem Kind im Umgang mit Kerzen alles beigebracht habe und führe es an den Umgang mit offenem Feuer heran.
 
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Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
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