Arbeitsrecht Aussage gegen Aussage

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Nachtschwester52

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Eine Bewohnerin (Gast) behauptet, am zweiten oder dritten Tag nach ihrem Einzug wäre sie von mir mit Gewalt zum Trinken gezwungen worden sein. Ich hätte ihr den Becher mit Gewalt zum Mund geführt. DIES ENTSPRICHT NICHT DER WAHRHEIT. Die Bewohnerin hat nach einem Schlaganfall sehr grosse Sprachschwierigkeiten und keiner versteht sie. Ich tats auch nicht und habe nachgefragt. Daraufhin wurde die Bewohnerin sehr wütend und schrie. Die Bewohnerin biss mich in die Hand, was ich in der Dokumentation vermerkt habe. Die Bisswunden habe ich meiner Arbeitskollegin hinterher gezeigt; am Morgen danach auch noch dem Tagdienst. Zwei Tage später wollte die Bewohnerin nachts aufs WC, ich hab meine Arbeitskollegin zur Hilfe geholt und zusammen haben wir sie auf den Nachtstuhl gesetzt. Anschliessend (4 Uhr morgens) wollte die Bewohnerin nicht wieder ins Bett, sondern in einen Sessel gesetzt werden. Wegen der Sturzgefahr konnte diesem Wunsch nicht entsprochen werden. Daraufhin schlug mir die Bewohnerin mit der Hand gegen die Brust, meine Kollegin ist Zeugin dieses Vorfalls. Auch das habe ich in der Dokumentation vermerkt. Nun behauptet die Bewohnerin, ich hätte sie geschlagen (Wiederum ist die Kollegin Zeugin, dass dem NICHT so war)
Unser Arbeitgeber glaubt uns beiden nicht, hat den Arbeitsvertrag meiner Kollegin nicht verlängert (Begründung: Haus ist nicht ausgelastet; komischerweise haben alle anderen mit demselben Arbeitsvertrag wie meine Kollegin schon vor 3 Monaten erfahren, dass sie nicht übernommen werden..), mir wurde die Wahl gelassen, entweder einen Aufhebungsvertrag im beiderseitigen Einvernehmen bis Jahresende zu unterschreiben (habe ich abgelehnt, weil ich mir nichts Zuschulden habe kommen lassen, und das für mich ein Schuldeingeständnis darstellt) oder verklagt zu werden. Desweiteren sagt er, das Niederschreiben im Kartex reicht nicht aus, ich hätte es auch noch im Hartmannbuch (Verletzungsbuch) eintragen müssen. Ausserdem droht er mir mit dem Entzug meiner Altenpflegerlizenz.
Der Arzt und der Betreuer der Bewohnerin behaupten, diese wäre geistig voll zurechnungsfähig, obwohl sie eine Bilanzierung von maximal 300ml am Tag hat.

Hat jemand von euch ähnliches erlebt?
 
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Altenpflegerin
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hexewl2

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Hi, wenn ich mich dazu mal äussern darf, finde ich es von Eurem Chef nicht gerade fair was er mit Euch macht. Ihr könnt doch nix dafür das die Bewohnerin Euch gebissen hat. Mir ist nur einmal in meiner Praktikumszeit zur Altenpflegerin passiert, das eine Bewohnerin behauptet hat beim Chef das ich sie beklaut haben soll. Das hat sie mir paar mal am Kopf geworfen. Ich bin sofort zum Büro runter hab das in Doku eingetragen und denen gezeigt und mir wurde nur gesagt das die Bewohnerin das öfter so macht und ich mir nix bei denken soll. Die waren da sehr human.

Aber was bei dir da abgeht schon allein weil du auch noch Zeugen hast, das finde ich von Euren Arbeitgeben eine Frechheit.
Mir ist nur einmal passiert weil ich nen Arbeitsunfall hatte und noch in der Probezeit war, hieß es das die Patienten mit mir nicht zurecht kommen würden und bin da gekündigt worden. Aber in der Firma war das auch so üblich da.....

und sonst hatte ich solange ich in der Altenpflege tätig war nie Probleme mit Vorgesetzten oder Bewohnern gehabt. Wenn wir solche Patienten dabei hatten, sind wir wo ich zuletzt tätig war, grundsätzlich immer zu zweit hin gefahren damit wir Zeugen haben.

Lieben Gruß von hexewl2
 
Qualifikation
zur Zeit Erwerbsunfähig
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Altenpflegerin
emmielie

emmielie

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Hi,

lass Dich nicht einschüchtern und kopiere unbedingt die Dokumentationsblätter, bevor sie verschwinden.

Dann würde ich an Deiner Stelle einen guten Anwalt aufsuchen.

Als Denkanstoss:Ist Euer Heim in letzter Zeit vielleicht nicht ausgelastet und habt ihr vielleicht etwas zuviel Personal?:sick:
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
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Uli05

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Hallo,
ich ürde auch in die offensive gehen! Nimm Dir einen Anwalt und drohe Deinem Arbeitgeber!! Wenn er Dich los werden will dann soll er wenigstens teuer dafür zahlen!! Sammel bei Deinen Kollegen alles was diese bei der Bewohnerin erlebt haben und lass es Dir gegenzeichnen!! Und keine Angst, so schnell verliert man seine zulassung nicht!!
Die Hauptsache nicht einschüchtern lassen!!
Uli
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Altenheim
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Nachtschwester52

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Vielen Dank für die Antworten. Zwischenzeitlich habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Mein Anwalt sagt, es hätte zuerst eine Abmahnung erfolgen müssen. Mein Arbeitgeber ist seiner Meinung nach im Unrecht, da Aussage gegen Aussage nichts bringt (hebt sich vor Gericht auf) und nur die Zeugenaussage meiner Kollegin den Ausschlag geben kann. Meine Kollegin hat ihre Aussage mittlerweile beim Anwalt gemacht. Anzumerken ist, dass wir keineswegs nicht ausgelastet sind; sogar die Gästezimmer sind belegt. Und in den Nachtdiesnt wird immer mehr reingedrückt, wie z.B. Windeln auffüllen, Tropfen richten, 3 Rundgänge und morgens dann auch noch waschen. Dabei sind es ca. 109 Bewohner und 2 Nachtwachen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Nachtwache
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