GuK Ausbildung zur GuKP: Ja oder nein?

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RestlessMind_

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Hallo an alle.

Ich bin Laura, 19 Jahre alt und mache grad seit knapp 4 Monaten mein FSJ in der stationären Altenpflege (kleines Heim mit 10 Bewohnern). Ich bin momentan für 5 BW (alle PS II) zuständig. Meine Arbeit macht mir echt Spaß, möchte aber keine Altenpflegerin werden. Im Moment schwanke ich deswegen zwischen einer HEP und einer GuKP Ausbildung. Meine Chefin und sämtliche Kollegen sind absolut dafür, dass ich die GuKP Ausbildungmache weil sie mich für sehr geeignet halten, bin mir aber selbst nicht so ganz sicher... Mir ist sehr bewusst wie der Krankenhausalltag aussehen kann. Viele Patienten, viel Verantwortung, enormer Zeit- und Kostendruck... Ich selbst habe auch mein eigenes Päckchen zu tragen (leide an einer Persönlichkeitsstörung habe aber schon viel Therapie hinter mir und bin nach und nach auf dem Weg der Besserung) aber ich würde alles dafür geben, dass es auf der Arbeit dann funktioniert. Das tut es ja bis jetzt auch.

Mit welchen Problemen bei der Entscheidungsfindung hattet ihr so zu kämpfen?
Bei mir ist halt auch irgendwie eine ziemliche Angst vor dem OP vorhanden, dass ich mit der Situation überfordert sein könnte etc.
Ich habe auch Angst davor auf einer beschissene Station zu landen auf der ich nur ausgenutzt werde und ich dann in mitten meiner Ausbildung dem Zusammenbruch nahe bin.

Ich hoffe ihr versteht meine Befürchtungen und könntet mir etwas weiterhelfen.

Vielen lieben Dank!
 
Qualifikation
FSJlerin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
S

Surrogat

Hallo.
Ich tue mir in der momentanen gesundheits-, sowie berufspolitischen Diskussion und Entwicklung sehr schwer, jemandem die Ausbildung im Bereich der Pflege zu empfehlen.

Dir muss klar sein, dass deine aktuelle Tätigkeit als FSJ mit sehr wenigen Patienten in einem maximal begrenzten Umfeld in nahezu keinem Bereich der Pflege die berufliche Realität darstellt.
Viele Patienten, viel Verantwortung, enormer Zeit- und Kostendruck
ist hier die Regel und dessen muss sich jeder zukünftige Azubi in jedem Ausbildungsbereich ganz bewusst sein.
Und dass wir, als seit teilweise Jahrzehnte im Beruf und "unter Strom" stehende Arbeitnehmer, diesen Druck nicht immer und in jeder Situation von den Azubis nehmen können - oder in einigen speziellen Fällen auch wollen - sollte auch klar sein.

Auch wenn das deine Entscheidungsfindung nicht erleichtert: überlege dir vorher, ob du mit dem angestrebten Berufsabschluss weitere Abschlüsse oder insbesondere Höherqualifikationen problemlos machen kannst und willst (falls das gesamte Arbeitsfeld überhaupt nicht mehr gefällt) oder zumindest ohne Schwierigkeiten in einen anderen Bereich wechseln kannst (im Rahmen einer akuten, nicht zu behebenden Problematik im aktuellen Arbeitsbereich). Hier sind natürlich eigene Präferenzen wichtig.
Das scheint mir gerade wegen deiner individuellen Problematik ein nicht unwichtiger Aspekt zu sein.

Gibt es für dich die Möglichkeit eines dualen Studiums in der Pflege?
Vorteile sind u.a. ein Bachelor-Abschluss, der wiederum einen weiterführenden Masterabschluss nach sich ziehen kann, sowie die Möglichkeit sich in anderen Studiengänge Modulabschlüsse anerkennen zu lassen. Das schafft sofort nach Abschluss des Studiums Optionen, die man sich mit einer regulären Ausbildung erst erarbeiten muss.
Ausserdem erhälst du während der dualen Ausbildung eine Ausbildungsvergütung und kannst gefördert werden.
Problematisch kann die längere Ausbildungsdauer sein - ausserdem sollte man keine Berührungsängste mit Hausarbeiten, sowie keine Defizite bei Selbstmotivation und der eigenen Lernstruktur haben.

Positiv:
Eine Arbeitsstelle im Bereich der Pflege zu finden ist heute und wohl auch in Zukunft eher simpel - insbesondere wenn man nicht zwingend ortsgebunden ist.
Ob diese dann auch langfristig attraktiv ist und auch so vergütet wird, dass man im Rentenalter signifikant über der Grundsicherung liegen wird, ist jedoch nicht garantiert.
 
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Ich habe mich mit 33 Jahren entschieden die Ausbildung zu machen.

Zu Anfang habe ich sehr gezweifelt ob ich das alles schaffe und mir das überhaupt spaß macht.
Allerdings bin ich einfach mit den Gedanken rein gegangen. "Ich fang mal an und guck wie weit ich komme" Mein erstes Ziel war es nur die Probezeit zu überstehen.
Ich finde es ist keine Schande wenn man eine Ausbildung in der Pflege abbricht. denn dazu muß man schon aus einem bestimmten Holz geschnitzt sein. Und zu wissen ob man aus diesem Holz ist, das geht nur wenn man es mal gemacht hat.

Ich bin jetzt seit 1,5 Jahren in der Ausbildung. Ich schlage mich seeeeeehr viel besser als ich selber erwartet habe.

Probier es aus, lassen kannst du es immer noch...
 
Qualifikation
Pflege
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RestlessMind_

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Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

@Surrogat mir ist klar, dass sowas wie ein Krankenhaus etwas absolut anderes ist als das Heim in dem ich im Moment arbeite. Ich kenne die Rahmenbedingungen schon einigermaßen.
Mich spornt eben das mit dem Fachkrankenpfleger und den enorm vielfältigen Bereichen in denen ich arbeiten könnte.
Im Moment kommt sowas wie ein Studium für mich leider nicht in Frage. Ich habe lang genug die Schulbank gedrückt und brauche eine praktische Aufgabe, weil ich sonst "eingehen" würde. Ich kann mich auch absolut nicht zu langen schriftlichen Ausarbeitungen motivieren.

@lulli00 ich hab sogar am Anfang meines FSJs gezweifelt ob ich das schaffe. Habe mir auch gesagt "Hoffentlich packst du die Probezeit". Jetzt hab ich die locker hinbekommen und alle sind zufrieden mit mir. Bin sozusagen über mich hinausgewachsen.
Danke für deine lieben Worte :)

Ich würde gerne meine Ausbildung an der Uniklinik Tübingen machen. Einerseits weil es endlos viele Bereiche gibt und andererseits weil sich hier eh der Großteil meines sozialen Umfelds befindet und alles an einem Fleck ist.
Ich schreibe auch jemanden an von der Uniklinik und frag nach einem Beratungstermin
 
Qualifikation
FSJlerin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Ach ja. Ich habe mich Bewusst für die GuK Ausbildung entschieden. Damit bin ich eben flexibler. GuKK wollte ich nie werden und als GuK kann man eben auch im Heim arbeiten etc.
Nach der Ausbildung kommt entsprechend auf jeden fall noch eine Fachweiterbildung dran. Ich weiß aber noch nicht genau welche.
Ich würde gerne in eine ZNA Fachweiterbildung Notfallpflege, aber auch ein anderer Funktionsbereich wie Endo oder Dialyse könnte mir gefallen.
 
Qualifikation
Pflege
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Hans K.

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ich will dir Mut machen, es kann streßig werden Ja, aber wenn du motiviert bist und es wirlich machen willst, dann mach es einfach, es gibt nichts zu velieren... Diese Ausbildung prägt einen, im positivem Sinne ;)
 
Qualifikation
KP
Fachgebiet
KP
Pflegeboard.de

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05.07.2001
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