Aufstehen statt schlafen!

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Surrogat

Auf meinen Vorschlag hin, eine Überlastungsanzeige nach der anderen an ihre Vorgesetze zu verfassen, antwortete sie, dass derzeit jeder, der aufmuckt, gefeuert wird. Alle Mitarbeiter stehen kurz vor dem Burnout-syndrom, hätten aber viel zu große Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.
Deiner Freundin mag evtl. diese Überlegung helfen:

(1) Die Pflegesituation wird sich durch Stillhalten und Durchbeissen nicht verbessern.
(2) Die psychische und physische Leistungsfähigkeit der PP's wird weiter fallen.
(3) Krankheitszeiten werden zunehmen.Unsicherheit steigt.Frustration.Aggression.Eigen- und Fremdgefährdung.

(zurück zu 1)

So wie ich das sehe, wird also der AG irgendwann deiner Freundin aufgrund nachlassender Leistungsfähigkeit und langer Ausfallzeiten die Kündigung nahelegen, direkt kündigen bzw. sie brennt von alleine aus und geht dann...sowieso.

Der einzige Unterschied liegt daran das sie bei o.g. Szenario später und mit deutlich grösserem persönlichen Schaden entlassen wird (sich entlässt) und der nächste potentielle Arbeitgeber ein Wrack vorfindet, das er dann erst einmal wieder aufbauen muss und welcher AG hat dafür Zeit/Interesse?

Also kann sie genauso gut jetzt noch etwas unternehmen, da das Outcome (Kündigung) in beiden Fällen möglicherweise eintreten kann - bleibt nur die Frage wer es aktiv gesteuert hat und in welchem Zustand sie geht.

Raus aus der Opferrolle - und die Initiative behalten!

Gruss,

Surrogat
 
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Surrogat,
Raus aus der Opferrolle - und die Initiative behalten!
Ich gebe dir in allen Punkten recht! Zu meiner Freundin dringe ich aber kaum noch durch, sie hat sich mit ihrer Opferrolle "naja, kann man halt nichts ändern" abgefunden.
Mittlerweile depremieren mich viele Beiträge hier immer mehr und ich habe das Gefühl, dass alles noch viel schlimmer wird.

Ich bin schon fast zwei Jahrzehnte lang Arbeitgeberin, d.h. auf der etwas sicheren Seite, weil ich viele Regeln für mein Unternehmen selbst festlegen kann.
Aber trotzdem bin und bleibe ich Krankenschwester - mit den Pflegekräften in diesem Land fühle ich mich dennoch solidarisch verbunden. Ich bin stolz auf meinen Beruf und vertrete gerne nach außen hin, dass dieser zwar anstrengend, aber trotzdem ein wunderschöner ist - wenn man uns denn mal lässt!
Warum lassen wir uns diese Negativpresse gefallen, warum wehren wir uns nicht gegen Mißstände? Weil wir Pflegekräfte schön abwarten, bis jemand kommt und uns rettet - aber der wird niemals kommen. :innocent:
So long
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
C.Tina

C.Tina

Mitglied
Basis-Konto
30.01.2006
25489
Weil wir Pflegekräfte schön abwarten, bis jemand kommt und uns rettet - aber der wird niemals kommen. :innocent:
So long
Valentina[/quote]


Hallo Valentina,

da gebe ich Dir absolut Recht :thumbsup2: .Wir könnten dann bis zum *Sanktnimmerleinstag* warten :wink:


LG,Tina
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin
Fachgebiet
Senioren - und Pflegeheim
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Palliative Care
E

Esme

Mitglied
Basis-Konto
30.04.2006
10551
Und wenn wir die Berufsverbände mit Post überschütten? Und Redaktionen, wie z.B. "hart aber fair"? Die nach der Sendung über den MDK Bericht auf ihrer Website Stefan Görres und Doris Schiemann zu Wort kommen lassen, anstatt sich Experten aus der Pflege direkt in die Sendung einzuladen?
Gruß
Esme
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wundmanagement
stinkfisch

stinkfisch

Mitglied
Basis-Konto
21.07.2007
23554
moin moin,

ich würde euch gerne auf die entwürfe einer petition, die hier im forum diskutiert werden hinweisen. guckt doch mal unter berufspolitik/ petition und beteiligt euch, wenn ihr was tun wollt um unsere und die situation unsere patienten/bewohner/kunden zu verbessern!!!
 
Qualifikation
kinderkrankenschwester
Fachgebiet
ambulante sozialpsychiatrische fachpflege
G

GPP

Hallo ESME...
Und wenn wir die Berufsverbände mit Post überschütten?
ist eine richtig gute Idee, zumindest was die Fernsehredationen u.ä. "Expertengremien" anbetrifft.
Die Berufsverbände lässt Du mit solchen Protestaktionen am besten in Frieden, mindestens so lange, bis Du hinterfragt hast, ob die nicht schon diesbezüglich in Aktion getreten sind. Die sollen die Interessen ihrer Mitglieder vertreten und haben besseres zu tun, als sich mit Priotestschreiben zu Fernsehsendungen rumzuschlagen, zumal sie hierfür nix können.
Wenn Du jetzt aber mal schaust, wieviele unserer engagierten Kolleginnen sich die Zeit genommen haben um die Petitionsentwürfe (http://www.pflegeboard.de/forum/29744-petition-abstimmung.html) zu lesen und entsprechend zu voten, bin ich zudem mal gespannt, wo Du die Mengen an Postings herkriegst um irgendjemanden mit Post zu überschütten. Nix für ungut, aber die Pflege ist im Moment noch ein ganz müder Haufen. Daran änderst Du so nix.

Gruß aus Mannheim

Gerhard
 
F

Fleescha

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2007
14979
Tach

@ emse & alle anderen

ich habe ebenfalls ein schönes Beispiel zu dem Thema 'Sendung'.

Ich bekam an 12. Sept. folgende eMail:

[...]
am morgigen Donnerstag, 13.09.2007, um 14.00 Uhr, wird in der ZDF-Sendung 'Heute' ein DBfK-Statement ausgestrahlt. Gertrud Hergenhahn, 1. Vorsitzende des DBfK, LV Berlin-Brandenburg e.V., wird Stellung zum Thema Gemeindeschwester nehmen.[...]

und folgende am 17.:

[...]
wir hatten Sie am 12.09.2007 informiert, dass am 13.09.2007 in den heute-Nachrichten des ZDF ein DBfK-Statement zum Thema Gemeindeschwester ausgestrahlt werden sollte.

Es kam anders. Leider zeigte sich, wie leicht die Themen der Pflege „hinten runter fallen". Dabei war der Anfang vielversprechend. Der Leiter des Potsdamer ZDF-Landesstudios hatte seinen Interviewwunsch zum Thema Gemeindeschwester angekündigt, und wir waren entschlossen, die gute Gelegenheit für ein klares berufspolitisches Statement zu nutzten. Das Fernsehteam des ZDF kam zum Drehen in die DBfK-Geschäftsstelle. Ebenso war als Interviewpartnerin Gertrud Hergehahn aus Berlin angereist. Als uns der genaue Ausstrahlungstermin zugesichert wurde, informierten wir Sie, unsere Mitglieder. Doch alle, die vor dem TV-Gerät auf die Ausstrahlung warteten, wurden enttäuscht. Offensichtlich war der Beitrag gestrichen worden. Über die Gründe der Programmredaktion können wir nur mutmaßen.
[...]

Soviel zum Thema... :mad_2:
 
Qualifikation
Gesundheits - & Krankenpfleger
Fachgebiet
Berlin/Brandenburg
Weiterbildungen
da gibt es keine Arbeitsgruppe... ;o)
flocky

flocky

Mitglied
Basis-Konto
25.12.2005
14157
offensichtlich ist es leider so dass die Problematik nachrichtentechnisch nichts her macht - ich hatte eigentlich gedacht nach der Veröffentlichung des Pflegethermometers 07 mit der´Quintessenz "wenn sie ins Krankenhaus gehen können sie nicht sicher sein dass sie richtig versorgt werden" sich mehr öffentliches Interesse regt aber einen Tag in fast allen Medien vertreten und am nächsten Tag wieder verschwunden . Irgendwie scheint man das Problem zu verdrängen , so nach dem Motto:" ist schon schlimm" aber jeder hofft natürlich daß ihm nichts passiert. Ich bin eifriger Leserbriefleser , ich habe in den Tagen nach der Veröffentlichung nicht einen einzigen Leserbrief zu diesem Thema gefunden.
Einen kleinen Lichtblick aber hatte ich doch letzte Woche da stand in unserer Tageszeitung dass die Schleswig Holsteinische Krankenhausgesellschaft auch davon ausgeht dass die Sicherheit in den Krankenhäusern nicht mehr gewährleistet werden kann. Ein kleiner Schritt zumindest - denn bisher habe die dass ja immer wieder bestritten - kömmte ja sein dass die Patienten ausbleiben .
@ esme : wenn du schon jemanden zutexten möchtest dann habe ich hier ne interessante Adresse: abgeordnetenwatch.de: Abgeordnete online befragen
Da kannst du dich direkt an deinen Bundestagsabgeordneten wenden . Oder wie ich an die Zuständigen "Fachpolitiker" die Mitglieder des Gesundheitsauschusses.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
G

gelu1963

Neues Mitglied
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21.03.2007
79725
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Sozialstation
K

Kris

Mitglied
Basis-Konto
21.04.2006
50677
Hallo, Ihr Lieben!
Nachdem wir alle mehr oder minder feststellen konnten, dass es mit der Pflege abwärts geht und mit ihr die Qualität und unser "Auftrag", würde ich gern von Euch in Erfahrung bringen, wie es denn jetzt weitergehen soll! Wie können wir uns mehr Gehör verschaffen, wie können wir vorwärtsschauen, wie können wir als deutschlandweit größte community etwas auf die Beine stellen und wie soll das aussehen? Wie könnten wir die Presse und die Öffentlichlkeit aufrütteln, wie gegen diskriminierende Artikel und Bücher vorgehen? Länderbezogene Gruppen für eine Öffentlichkeit bilden? Die Landtage/ den Bundestag anschreiben? Oder was sonst? Gemeinsam mit den Senioren auf die Straße?..................
Ich bitte um kreative Beiträge, mit dem Meckern und Wehklagen ist jetzt Schluß (zumindest in diesem thread, danke!), jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht! Hoffentlich.
Wieder liebe Grüße,
Euer Jens.



Wenn Sie Interesse daran haben, dass eine breitere Öffentlichkeit über die Arbeitsbedingungen und den Alltag in deutschen Pflegeeinrichtungen informiert wird - reflektiert und nicht sensationalistisch - dann schauen Sie doch mal bei folgendem Link vorbei. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Die Umfrage ist anonym.

http://www.pflegeboard.de/forum/30363-umfrage-pflegealltag-sterbehilfe-fuer-ard-dokumentation.html


Herzliche Grüße,
Kris :eek:riginal:
 
Qualifikation
Regisseur und Autor
Fachgebiet
Selbstständig
U

UlrichFürst

@Kris:
Auch wenn da andere Fragen mit dabei sind, ist mir das zu sehr auf Sterbehilfe und die umliegende Thematik ausgelegt. In diesem Thread geht es aber m. E. um die Qualität der Pflege im allgemeinen, die Arbeitsbedingungen der Pflegenden und die Verbesserung/Klarstellung der Rechte und Pflichten sowie die Festlegung von Vorbehaltsaufgaben von Pflegenden (oder eben auch nicht).

Ulrich
 
K

Kris

Mitglied
Basis-Konto
21.04.2006
50677
@Kris:
Auch wenn da andere Fragen mit dabei sind, ist mir das zu sehr auf Sterbehilfe und die umliegende Thematik ausgelegt. In diesem Thread geht es aber m. E. um die Qualität der Pflege im allgemeinen, die Arbeitsbedingungen der Pflegenden und die Verbesserung/Klarstellung der Rechte und Pflichten sowie die Festlegung von Vorbehaltsaufgaben von Pflegenden (oder eben auch nicht).

Ulrich

Lieber Ulrich,

Sie können selbstverständlich nur auf die Fragen antworten, die mit der Qualität und den Rahmenbedingungen der Pflege zu tun haben. Sie haben Recht, der Fragebogen zielt sehr auf Sterbehilfe ab, was damit zu tun hat, dass ihm eine wissenschaftliche Studie zu diesem Thema zugrundeliegt, die anhand auch dieses Fragebogens durchgeführt wurde. Ich werde ihn dahingehend überarbeiten. Vielen Dank für den Hinweis.

Wir haben uns zunächst aus dieser Richtung auf das Thema zubewegt.
Für unsere Dokumentation ist Sterbehilfe (aktive/passive) und Tötung (Sonthofen, Wachtberg, Berlin etc) inzwischen nur noch einer von vielen Aspekten. Je mehr ich mich mit dem Thema Pflege beschäftige - Erfahrungsberichte lese, mit Pflegekräften spreche - desto mehr interessiert mich die Organisation des gesamten Apparats, gerade in Zeiten zunehmender Privatisierung von Heimen, die ja gewinnorientiert arbeiten müssen. "Schlechte Pflege wird belohnt? Gute bestraft?" Ist das so?
Ebenso würde ich gerne herausfinden, ob das starre Pflegestufenmodell wirklich den Realitäten (den Individuen) angemessen ist, ob man in einem "normalen" Pflegeheim überhaupt mehr als die Grundversorgung gewährleisten kann, oder ob dafür einfach die Zeit und die Ressourcen fehlen? Im Forum findet man viele Hinweise darauf, dass dem so ist und das eine generelle Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation herrscht. Was kann/muss geändert werden? Wo liegen die Hauptprobleme? Mir ist bewusst, dass ich auf diese Fragen 100 verschiedene Meinungen zu hören bekomme, aber das ist erwünscht. Denn wir wollen die herrschenden Meinungen sammeln und nicht persönliche Vorbehalte und gängige Klischees kommunizieren. Denn die Medien haben ebenfalls eine Verantwortung dem Thema gegenüber, zumal die öffentlich-rechtlichen, für die wir arbeiten. Helfen Sie mit.

Vielen Dank & Herzlichst,
Kris
 
Qualifikation
Regisseur und Autor
Fachgebiet
Selbstständig
Hawkeye Pierce

Hawkeye Pierce

Mitglied
Basis-Konto
08.05.2007
14476
Hallo Vaiolenz,
wie wäre es denn für den Anfang mit einer T-Shirt und/oder Buttonaktion nach dem Motto UND WER PFLEGT MICH? (oder so ahnlich)?
Grüße
Valentina

Das Shirt sollten wir mal dem Bundestag schenken und uns schnell aus dem Staub machen, denn ich möchte diese lahme Krähe von Bundesadler nicht pflegen!

Wer sagte Proletarier aller Länder vereinigt euch!?

Hier gibt es ja nicht mal eine ernst zu nehmende Gewekschaft. Verdi ist doch ein Lacher und über den Marburgerbund lacht schon die ganze Welt, vor allem die Ärzte die mehr Arbeiten für noch weniger Geld!
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Krankenhaus
C

chrodechilde

Mitglied
Basis-Konto
27.02.2006
36039


Patienten und Bewohner zahlen bei Weitem genug KV-Beiträge bzw. Heimkosten/KOsten für
amb. Pflege - sie dürfen erwarten, dass ausreichend qualifiziertes Personal vor Ort ist!

Und das ist eben der Knackpunkt

Die Allgemeinheit zahlt zwa eine Menge Geld aber irgendwie rechts ja wohl trotzdem nicht.

Ich weiss auch nicht wo es hingeht aber es reicht wohl nicht.

Und so geht es uns halt so wie den Leuten in der industtrie und Wirtschaft.

Alle sollen mit immer weniger leuten immer mehr Leistung bringen.

Und dann auch noch immer höhere ansprüche von Patienten, Angehörigen und Bürokratie.

Aber um was zu bewegen müssten wir schon ein Budget für eine image kampagne haben das in etwa dem von Mercedes oder VW entspricht.

da seh ich also zimlich schwarz das sich unser Bild in der öffentlichkeit ändert.

Das ideal einer Krankenschwester ist nun mal leider eine Schwester Stefanie wie in der erbärmlichen Serie.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurochirurgische Wachstation
K

Kris

Mitglied
Basis-Konto
21.04.2006
50677
Ich glaube nicht, dass das so einfach ist. V.a.: was ist gute Pflege? (Wird/wurde hier auch irgendwo diskutiert)

Ulrich
Lieber Ulrich,

was wäre Ihrer Meinung nach "gute Pflege"? Und muss sie teuer sein? Das heisst, noch mehr kosten als sie zur Zeit kostet? Oder ist das klassische Pflegeheim mit seiner bald 200-jährigen Geschichte vielleicht nicht mehr zeitgemäß? Macht das Heim (besonders, wenn die Mitarbeiter unter permanentem Stress stehen, für nichts wirklich Zeit ist und man ganz zwangsläufig mit einem Minimum an zwischenmenschlicher Zuwendung auskommen muss) Menschen unter Umständen noch "kränker" als sie ohnehin schon sind? Ich weiß, dass dies eine polarisierende Frage ist - doch nach vielen Berichten, die ich inzwischen studiert habe, stellt sie sich. Denn so wie bisher geht es scheinbar nicht weiter - weder für die Pflegenden, noch für die zu Pflegenden.

Ich habe gerade gelesen, dass in Skandinavien viele Heime geschlossen wurden und man von der Versorgung großer Gruppen an wenigen Orten, zu kleineren, intensiver betreuten Gruppen von pflegebedürftigen Menschen übergegangen sei, und dass mehr Zeit für die zwischenmenschlichen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen (also auch Teilnahme an einem Alltag, der nicht nur aus Versorgtwerden besteht, sondern ggf. selbst im Rahmen der Möglichkeiten tätig und auch verantwortlich zu sein) insgesamt eine Verbesserung ihres Befindens bewirkt. Ein angemessener Personalschlüssel, der Erschöpfungszustände und Verschleißerscheinungen bei den Pflegenden reduziert, natürlich vorausgesetzt.

Wäre dies ein Modell für Deutschland? Gibt es Ihrer Meinung nach andere?

Beste Grüße,
Kris
 
Qualifikation
Regisseur und Autor
Fachgebiet
Selbstständig
U

UlrichFürst

was wäre Ihrer Meinung nach "gute Pflege"? Und muss sie teuer sein?
Sollte ich das herausfinden und v.a. formulieren können, wäre ich einen Schritt weiter. Das wird hier und andernorts seit längerem diskutiert.

Mein aktueller Stand:
Ich möchte das eigenverantwortlich tun dürfen, was ich gelernt habe. Dazu gehört auch eine Pflegeplanung und vor allem der Pflegeprozess. Ich möchte den Patienten optimal fördern können mit dem was er/sie benötigt. Und zwar nicht wie aktuell v.a. ersetzen von z. Z. nicht vorhandenen Fähigkeiten, sondern Hilfe zur Selbsthilfe durchführen können. Dazu benötigt man aber Zeit. Manchmal sehr viel Zeit. Und einheitliches Arbeiten.
Dazu müssten sich entweder sehr viele Personen einig werden, was ich auch aus Zeitgründen für nicht optimal halte, oder es gibt jemanden, der diese Richtung vorgibt. Daran müssen sich dann die anderen beteiligten Pflegepersonen halten; angepasst wird nur mit Rücksprache des "Richtunggebenden".
Habe ich schon erwähnt, dass dann natürlich genügend Personal und Zeit da sein muss, diese Planung auch tatsächlich durch zu führen?

Zum Kostenaspekt:
Ich denke, dass in der Tat mehr Geld ausgegeben muss in Bereichen, in denen jetzt aktuell sehr gespart wird (Zeit und Personal kostet halt). Ich kann mir aber vorstellen, dass sich diese Investition langfristig rechnen würde. Nur geht das m. E. mit dem aktuellen System nicht.
Meines Erachtens ist ein großes Problem, das die Kostenträger aufgeteilt sind und jeder versucht zu sparen, auch wenn der Sachbearbeiter am Nachbarschreibtisch dann das 10fache drauflegen muss. Für die Krankenkasse dann wohl eher kein Gewinn. Das Prinzip lässt sich vermutlich auch ausweiten auf Pflegeversicherungen, Rehabilitationen und was es da sonst noch für Töpfe gibt.
Ich bin aber kein Wirtschaftler sonder Pflegefachkraft und kann das deshalb nur sehr eingeschränkt, wenn überhaupt, beurteilen.
Um wieviel z. B. durch eine bessere Versorgung (mit u. U. auch mehr Personal) die Liegezeiten im Krankenhaus verkürzt ist ja nicht alleine ausschlaggebend. Da kommt ja noch dazu, ob die Liegezeit sich um so viel bzw. mehr verkürzt, als der (personelle) Mehraufwand kostet. Hilft die Reha für diesen speziellen Patienten wirklich Geld sparen auf Lange Sicht? Wäre Präventionsmaßnahmen nicht nur für den einzelnen und seine Lebensqualität sinnvoll, sondern auch für die "Durchschnittliche Gesundheit" der Bevölkerung? usw. usf.

Ulrich
 
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