Aufgaben der Stationsleitung

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Allround

Allround

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27.01.2008
65779
Ich denke eine SL ist eine Art "Dienstleistung" für die Teammitglieder, zu dem sie durchaus auch gehört. Es gilt der sozialen, organisatorischen und menschlichen Verantwortung gercht zu werden.
Hallo Onkopfleger,

also das unterschreibe ich bestimmt nicht. Ganz bestimmt nicht.

Mitarbeiterzufriedenheit, also auch Dienstleistung am MA, und Kundenzufriedenheit sind gleichberechtigt und gleich wichtig. Soweit gehe ich mit.

Was ist wenn der Kunde berechtigten Grund zur Unzufriedenheit hat?

Und das auch an der mangelhaften Leistungserbringung und vielleicht am mangelndem Dienstleistungsverständnis des einzelnden MA liegt?

Wer muss Stellung nehmen, wenn es zu Beschwerden kommt?

Wer führt dann die Kritikgespräche unter Umständen?

Für mich klingt dein oben zitierter Satz ein bisschen zu sehr danach, als ob wir für den Wohlfühlfaktor verantwortlich sind.

Die Stationsleitung muss einen Spagat hinkriegen, zwischen dem Kunden, dem Mitarbeiter als auch den Vorgaben von Geschäftsleitung und Kontrolling.
Dafür kann sie sich leider aus keinem Bereich, auch dem Pflegerischem, ganz herausziehen.

Schafft man nur mit Kommunikation, ständiger Aufmerksamkeit, Geduld und nicht zuletzt Optimismus und Humor.

LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
O

OnkoPfleger

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26.04.2005
73447
Ja, Allrounder da stimme ich Dir voll und ganz zu. Aber auch Kritikgespräche, Mitarbeiterentwicklung und die Qualität der gleisteten, pflegerischen Leistung des Teams am Kunden tragen schließlich zum "Wohlfühlfaktor" bei.

Allerdings möchte ich den "Wohlfühlfaktor" nicht als eine Art Weichspüler verstanden wissen. Es liegt auf der Hand das Team- und Mitarbeiterentwicklung nur statt finden kann, wenn auch negative Aspekte direkt angesprochen werden.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger (RbP)
Fachgebiet
bei der Arbeit
Allround

Allround

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27.01.2008
65779
Aber auch Kritikgespräche, Mitarbeiterentwicklung und die Qualität der gleisteten, pflegerischen Leistung des Teams am Kunden tragen schließlich zum "Wohlfühlfaktor" bei.
Werden die Kritkgespräche auch von allen so aufgenommen, dass sie das Wohlfühlen nicht trüben?

Bleibt das Wunschdenken?

Kann eine professionelle Einstellung zur Arbeit mit dem Verlangen sich wohlzufühlen im Einklang stehen?

Oder ist sie dann eigentlich schon nicht mehr professionell?

Ich kann nur für mich sagen, dass es meinem Wohlgefühl erst mal nicht primär zuspielt, Kritkgespräche zu führe. Dementsprechen überlege ich mir genau, ob es angebracht und verhältnismäßig ist.
Leider ist es meine Erfahrung, dass die Entscheidung dagegen oftmals nicht die richtige ist, da es zu Wiederholungen des Anlasses kommt.

Lange überlegen kann man auch nicht, da sie zeitnah geführt werden müssen.

Ich kenne diese Einforderung an die SL für ein "nettes" Betriebsklima zu sorgen. Stelle auch fest, dass die, die sich selbst alle Nachlässigkeiten in ihrer Arbeitsqualität am großzügigstem verzeihen, am meisten danach schreien.

Jetzt sollen MA-Gespräche zwecks Personalbewertung und Leistungsprämie eingeführt werden. Ein Aufschrei geht durch die Belegschaft. Motto: Wir sind doch alle sooo gut. Mal schaun, habe erst mal eine Teambesprechung angesetzt.

LG, Allround :eek:riginal:
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
H

Hartwig

Mitglied
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30.11.2005
75010
Ein kleiner Einwurf von mir, bezüglich Aufgaben der Stationsleitung: Bei uns in Frankreich arbeitet die Stationsleitung überhaupt nicht mehr in der Pflege, die Leitung hat ein eigenes Büro, das mitunter noch nicht einmal auf der zur verwaltenden Station untergebracht ist. Wenn die Lage wirklich mal am Brennen ist, gehen sie vielleicht mal los und nehmen Blut ab, ansonsten sind sie völlig aus dem Tagesgeschäft raus. Die Ansichten, ob das sinnvoll ist gehen hier auch auseinander: Einerseits ist die Doppelbelastung Pflege und Leitung kaum zu schaffen, andererseits darf auch der Kontakt zur Praxis, zumindest auf der Ebene nicht völlig verloren gehen. Meiner Ansicht nach sollte aber eine Stationsleitung zumindest von einem grossen Teil der äuf Station üblichen Aufgaben befreit sein, um sich um organisatorische Dinge, aber auch den Theorie - Praxis Transfer, also die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu kümmern. Ich sehe die Aufgabe der Sationsleitung nicht darin, in die Zimmer zu gehen und Kaffee zu verteilen.

Gruss Hartwig
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Endoskopie
Allround

Allround

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27.01.2008
65779
Meiner Ansicht nach sollte aber eine Stationsleitung zumindest von einem grossen Teil der äuf Station üblichen Aufgaben befreit sein, um sich um organisatorische Dinge, aber auch den Theorie - Praxis Transfer, also die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu kümmern.
Sicher, mehr Zeit zur Organisation wäre gut. Gute Organisation setzt voraus, das zu Organisierende gut zu kennen.

Theorie-Praxis-Transfer: Da ist sie nur ein Glied in einer Kette, denn es muss eine Stabsstelle für Fortbildung oder ähnliches geben, die zusammen mit entsprechenden Qualitätszirkeln diesen Transfer ermöglicht.

Frage mich ob der "Titel" Stationsleitung noch richtig ist, wenn die SL gar nicht mehr auf Station ihr Büro hat.
Kann mir auch schwer einen ausreichenden MA-Kontakt vorstellen.

Muss die SL in Frankreich auch MA-Beurteilungen in Form von MA-Gesprächen führen?
Gibt es dann auf der Station eine Vertretung?


Ich sehe die Aufgabe der Sationsleitung nicht darin, in die Zimmer zu gehen und Kaffee zu verteilen.
Wäre auch schön, wenn sowas auch kein exam. Personal machen müsste....
Das definiert nicht unser Berufsbild.

LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
O

OnkoPfleger

Mitglied
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26.04.2005
73447
Stelle auch fest, dass die, die sich selbst alle Nachlässigkeiten in ihrer Arbeitsqualität am großzügigstem verzeihen, am meisten danach schreien.
Dies scheint eine persönliche Erfahrung von Dir zu sein, ich habe es anders erlebt.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger (RbP)
Fachgebiet
bei der Arbeit
O

OnkoPfleger

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26.04.2005
73447
Wäre auch schön, wenn sowas auch kein exam. Personal machen müsste....
Das definiert nicht unser Berufsbild.
LG, Allround
Diesen Aspekt finde ich auch sehr wichtig. Man muss sich auch Gedanken darüber machen, wie die einzelnen Kollegen aus dem Team entlastet werden können, um pflegerische Arbeit auf professionellem Niveau zu leisten.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger (RbP)
Fachgebiet
bei der Arbeit
Allround

Allround

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27.01.2008
65779
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
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Interdisziplinäre Station
O

OnkoPfleger

Mitglied
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26.04.2005
73447
Sehr gerne Allround-

ich erlebe das eine SL, die sich eben nicht ausschließlich um rein organisatorische Aufgaben kümmert, sonder sich auch ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Kollegen des Teams bewusst ist, sehr erfolgreiche Arbeit auf allen Ebenen leisten kann.

Dazu gehört eben auch ein "nettes" Betriebsklima. Wenn die SL es schafft durch Mitarbeitergespräche und -Entwicklung ein Arbeitsklima zu schaffen, das für beide Seiten konstruktiv ist, so steigt die Mitarbeiterzufriedenheit.

Keines falls darf die SL zu einer Art "Pausenclown" mutieren, ich glaube das war vielleicht dass was Du meintest (?)- ein "schlechtes" oder "nicht nettes" Beriebsklima wird in jedem Fall das Team negativ beeinflussen. Somit gehört zur EIgenschaft einer SL für mich auch immer ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl für den eizelnen Kollegen. Sorgen und Nöte müssen ernst genommen werden. Manchmal (und das ist nun mein subjektives Erleben) habe ich den Eindruck SL`s glauben ihre einzige und alleinige Aufgabe sei es "den Laden auf Biegen Brechen" am Laufen zu halten.

Wie schon erwähnt, ein gesundes Maß sozialer Verantwortung für die Kollegen gehört dazu. Insofern ziehe ich den Vergleich der Erbringung einer Dienstleistung: Der Organisation/ Klinik gegenüber, aber auch den Kollegen des Teams gegenüber.

Grüße
Onkopfleger
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger (RbP)
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Allround

Allround

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27.01.2008
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Dazu gehört eben auch ein "nettes" Betriebsklima. Wenn die SL es schafft durch Mitarbeitergespräche und -Entwicklung ein Arbeitsklima zu schaffen, das für beide Seiten konstruktiv ist, so steigt die Mitarbeiterzufriedenheit.
Also ich vermute jetzt mal, dass du nicht SL bist? Wenn ich falsch bin, korrigiere mich einfach.
Entspricht es deiner Erfahrung, dass immer alles konstrukriv auf deiner Station aufgenommen wird? Dass das Arbeitsklima immer gut ist?
Dann kannst du natürlich glücklich sein. :laughing:

Nur liegt das allein an der Leistung der SL?

Ich glaube da würde sie ne Supermegatollleitung sein müssen, wie es kaum geben kann.

Glaube eher, dass die Rahmenbedingungen und das Management des Hauses, die Vision und die Unternehmenskultur entscheidend sind, die natürlich von vielen oder allen Vorgesetzten entsprechend gepflegt und ausgefüllt werden müssen.

Ein Einzelkämpfer kann das nicht schaffen.


Keines falls darf die SL zu einer Art "Pausenclown" mutieren, ich glaube das war vielleicht dass was Du meintest (?)
Nein, meinte ich nicht.

Als ich fragte, wie du es erlebst, meinte ich, dass du mir bitte schilderst, wie deine SL mit den Nachlässigkeiten einzelnder Ma umgeht.
Ich lese jetzt was von Fingerspitzengefühl, Sorgen und Nöte ernst nehmen-klar, alles auch schön und wichtig.
Aber wenn man zB den Dienst dringend besetzen muss, wird das auch mal relativ. Und dann darf man nicht alle Wünsche sich zu Herzen nehmen als SL.
Und da hat es die erwähnte franz. Sl von Hartwig vielleicht leichter mit, da sie gar nicht primär auf Station anwesend ist. Wäre diese für dich nicht in ihrer sozialen Verantwortung eine Zumutung, ich meine bei deinen Wünschen?


Manchmal (und das ist nun mein subjektives Erleben) habe ich den Eindruck SL`s glauben ihre einzige und alleinige Aufgabe sei es "den Laden auf Biegen Brechen" am Laufen zu halten.
Also aus dem Kontext heraus entnehme ich, dass du mit "auf Biegen und Brechen" ihr Sich-Hinwegsetzen über die persönlichen Wünsche, Sorgen und Nöte der MA meinst.
Das kann aus Verantwortung dem Unternehmen gegenüber passieren. Sie ist nicht nur dem MA gegenüber verpflichtet. Handelt sie aber willkürlich und demonstriert ihre Macht, ist das natürlich nicht in Ordnung.


Wie schon erwähnt, ein gesundes Maß sozialer Verantwortung für die Kollegen gehört dazu. Insofern ziehe ich den Vergleich der Erbringung einer Dienstleistung: Der Organisation/ Klinik gegenüber, aber auch den Kollegen des Teams gegenüber.
Und dem Kunden gegenüber. Alle drei gleichberechtigt und in Abwägung.

Nochmal zum Abschluss: Nicht zuletzt entscheiden die vorhandenden Ressourcen, Rahmenbedingungen und die Maßnahmen im Qualitätsmanagement mit, wie die Aufgabenstellung von der SL erfüllt werden kann.

LG, Allround
 
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Stationsleitung Krankenschwester
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Interdisziplinäre Station
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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05.07.2001
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