Aufgaben der Stationsleitung

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B

borderglück

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25.09.2007
41515
Hallo!

Bin jetzt neu im Forum, seit 9 Jahren Stationsleitung einer internistischen Station sowie einer onkologischen Ambulanz. Habe bis jetzt erstmal nur gelesen. Wurde aber durch eine Diskussion, die wohl schon einige Jahre zurückliegt ( es ging um Kernarbeitszeit für die Stationsleitung), angeregt meinen ersten Beitrag zur Diskussion zu veröffentlichen. In meinem Leitungskurs wurde uns schon als erstes mitgeteilt, daß die Grundpflege ab sofort nicht mehr zu unserem Aufgabengebiet gehört, ansonsten sollten wir
weiter in nicht leitender Funktion arbeiten. Eine Stationsleitung steht im mittleren Management und hat was Pflege anbetrifft die kontrollierende Funktion, d.h. daß ich bei pflegerischen Problemen mit Sicherheit helfend zur Seite stehe. Meine Ausbildung liegt schon sehr lange zurück (1974-1977), d.h. für mich, daß ich durch geeignete Fortbildungen bzw. einfach durch Zuhören (Schüler, Praxisanleiter usw.) das Pflegewissen verbessern bzw. komplettieren muss. Ich glaube, dies gelingt mir sehr gut. Ganz wichtig ist für unser Krankenhaus die Zusammenarbeit Stationsleitungen, Abteilungsleitungen, Pflegemanager, Krankenhausdirektor. Wir haben 6 bis 8 Sitzungen pro Monat, alle neuen Dinge, bzw einzuführenden Dinge werden im Vorfeld mit uns besprochen. Delegieren von Aufgaben und Bindeglied zwischen den einzelnen Berufsgruppen im Krankenhaus zähle ich mittlerweile zu meinen Hauptaufgaben. Dauernd werden neue Dinge eingeführt, entweder Computersoftware, die vermittelt werden muß (Time Office Dienstplan, Küchensoftware mit Versorgungsassistenten= wir haben 5 verschiedene Auswahlmenus usw. usw.) Ich könnte stundenlang nun meine Aufgabengebiete aufzählen, aber es gehört mit Sicherheit nicht dazu, morgens um 6 Uhr zur Grundpflege da zu sein und deshalb oft um ca. 17Uhr noch immer auf Station zu sein!! Denn meine Kollegen sind nicht diejenigen, die auf die Versammlungen müssen, Fortbildungen mit organisieren, Dienstpläne aktualisieren usw. usw. Sie gehen meist pünktlich um 14Uhr nach Hause und das war es. Bei uns ist es seit zwei Jahren zur Pflicht geworden, daß Stationsleitungen Kernarbeitszeit verrichten, auch damit sie schichtübergreifend arbeiten. Genauso gibt es für mich auch keinen Feiertags- bzw. Wochenenddienst. So ist das eben. Und ich fühle mich noch nicht mal schlecht dabei, denn ich bin eine Vollblutstationsleitung und kann mich trotz meines schon etwas älteren Semesters schnell und präzise auf neue Dinge einstellen. Für mich war schon damals klar, daß man als Leitung den pflegenden Bereich verlassen muß. Man kann nicht beides gut machen. Ich habe meine Leute, auf die ich mich verlasen kann und die das gut machen.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie ihr das so seht und warte auf Antworten

Liebe Grüße

Borderglück
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin
Borgi

Borgi

Aktives Mitglied
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15.09.2006
86647
Also...was möchtest Du hören?
Mich interessiert erstmal, wie die MA darauf reagieren....meine Stationsleitungen haben sich nicht vom Pflegedienst entfernt, haben WE und FT gearbeitet trotz Neuerungen..haben auch delegiert-z.B. an stv.Stl....bei uns gab es auch EDV- Einführungen und Neuerungen und diese Stationsleitungen sind heute älter als Du....

Und die Menüs beeinducken mich ebenso wenig, weil wir die Arbeit damit hatten...3 Menüs...jedoch freie Kombination der Beilagen (Reis, Kartoffeln, Nudeln/ Fleisch, Geflügel, Fisch/Gemüsesorten) war möglich...klare oder gebundene Suppe? Pudding Obst oder Kompott? Frühstück und Abendessen wurde tgl. abgefragt (kompl. Platten oder "Sorten nach Auswahl", Brotsorten..wieviel? Salat? Wieviel Butter/Margarine...Welches Getränk?u.u.u.)Alles konnte einzeln markiert werden und wurde möglich gemacht.....nur von exam. durchführbar wegen der diätetisch beratenden und überwachenden Funktion(war Order!)!

Diesen Service hätte ich woanders gerne gehabt!!!!
Und Neuerungen wie EDV/ Menüs laufen irgendwann und nicht nur die Stl. hat die Arbeit damit...uns haben EDV-Beauftragte bei Hängern oder Fragen geholfen...

ehrlich gesagt....ich erkenne Deine Intention anscheinend nicht richtig.....oder doch? Oder möchtest Du hören, dass Du aus organisatorischen Gründen aus der Pflege in "das Management" hineingeschlittert bist?


Nachdenkliche Grüße von

Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
I

intensivotter

Mitglied
Basis-Konto
17.09.2007
40589
Also,
für meine Erstleitung und mich ist es selbstverständlich weiterhin mit in der Pflege zu arbeiten und zwar in allen Schichten!
Auch wir haben einige Besprechungen im Monat, auch bei uns stehen Veränderungen an - was für uns aber nicht heißt, das wir alles alleine umsetzen wollen und müssen!
Es gibt einige Aufgaben die von anderen Kollegen übernommen wurden:Mentoren,EDV-Beauftragte,Gerätebeauftragte,etc.Bei plötzlichen Ausfall eines Kollegen sind unsere Kollegen durch aus in der Lage diese Engpässe Dienstplan mäßig zu beheben, wenn keiner von greifbar ist.
Sind wir nicht da( Urlaub, Krankheit;FB o.ä.)wissen unsere Mitarbeiter sehr wohl was zu tunen-weil sie da hingegen "erzogen "haben.Das hat zu folge,das wir ein gutes Team haben.
Keine Angst-wir haben noch genügt typische Ösenarbeiten, die wir selber machen-aber die Pflege an Pat. ist uns wichtig!
 
Qualifikation
fachkrankenschwester
Fachgebiet
intensivstation
Borgi

Borgi

Aktives Mitglied
Basis-Konto
15.09.2006
86647
Und.....

wenn dem so ist...dass Du nicht mehr explizit in der Pflege arbeitest...dann hoffe ich doch sehr für Deine MA, dass der Stellenplan um eine ex. Pflegekraft erweitert worden ist. Die Aufgaben wachsen überall...nur nicht alle sind in der Lage weiter zu deligieren,...weil da gibts keinen mehr..

Entschuldige, Du kannst nichts für das System!

Jetzt aber entgültig Gute Nacht @all....bevor ich hier noch festhänge:wink:

Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
M

matras

Hallo,

ich glaube es ist nicht gerechtfertigt hier so über Borderglück herzuziehen. Sie ist Leitung einer Station (unbekannter Größe) und einer Ambulanz (unbekannter Patientendurchsatz) mit einem Personalstand von exakt x Pflegepersonen. Wie soll vom Forum beurteilt werden ob hier "mitgearbeitet" werden kann (soll), wenn der Organisationsaufwand nicht bekannt ist? Klar läßt sich aus der Entfernung trefflich über das Für und Wider argumentieren.
Ich bin der (unmaßgeblichen) Meinung, dass Bordergück präzisieren soll, was genau sie möchte und die notwendigen Daten dazu liefern die das Forum in die Lage versetzen zu helfen oder die Situation zu diskutieren.

Liebe Grüße Matras
 
HBR69

HBR69

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.10.2000
58644
Ich kenne nur Leitungen die nicht mehr in der Pflege arbeiten und eine Kernarbeitszeit von 08.00 - 16.00 Uhr haben. Wir haben 46 Planstellen die "verwaltet" werden müssen. Für uns "Kofferträger" alles kein Problem da vieles Oragnisatorische von unserem Leiter erledigt wird.
Habe mich in einem anderen KH als Leitung beworben und bin angenommen worden. Natürlich auch dort (35 Planstellen) eine Stationsleitung die nicht mehr in der Pflege arbeitet. Werde sehen, wie ich das hinbekomme da ich bis heute sehr gerne in der Pflege arbeite und mir bestimmt etwas fehlen wird. Auf der anderen Seite: Kein WE und kein Schichtdienst mehr. Auch nicht schlecht, oder?


Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
Mitgliedschaft bei der DGF
B

borderglück

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
25.09.2007
41515
Hallo, Ihr alle!

Erst mal danke für die Antworten bzw. Diskussionsvorlagen. Also, jetzt werde ich Euch etwas mehr verraten. Auf unserem Dienstplan gibt es Stationsleitung, Stellvertretung und 5 weitere Vollzeitkräfte. Dann habe ich noch eine KPH in Vollzeit. Außerdem gibt es noch 8 Teilzeitkräfte und eine Teilzeit-Stationssekretärin. Es gibt keine Dauernachtwachen, d.h. es müssen 3 Schichten besetzt werden. Auch müssen wir 2 bis 4 mal im Monat, je nach Rhythmus die Pausenablösungen der Nachtwachen in der Inneren besetzen. Des weiteren werden 2 Mitarbeiter täglich für die Onko-Ambulanz abbestellt, die von Montag bis Donnerstag von 7Uhr30 bis 14Uhr30 und Freitags von 7Uhr30 bis 13Uhr30 geöffnet ist. Schüler haben wir im Schnitt auch noch 2, sowie einen festen Jahrespraktikant. Unsere Station hat 26 Betten inklusive 1 Palliativzimmer mit Angehörigemzimmer. 3 meiner Mitarbeiter (2Vollzeit, 1Teilzeit) haben in den letzten 9 Monaten eine Weiterbildung in Palliativ Care mit Abschlußprüfung besucht. Da wir 2 Chefärzte haben (ich arbeite auf einer Privatstation), haben wir 4 Visiten pro Tag (je 2 morgens und 2 abends). Der eine betreut die Patienten mit gastroenterologischen bzw. onkologischen Problemen, der andere die mit cardiologischen. Außerdem schlagen bei uns im Laufe des Tages die ambulanten Privatpatienten auf, die wir mit betreuen müssen. Neuaufnahmen laufen bei uns über die Station und nicht über die Ambulanz(bzw. meistens), da sie als Privatpatienten nicht warten sollen. Auch das ist bei uns mit viel Mehrarbeit verbunden. Der Durchlauf der Patienten ist rasant, da möglichst viele Untersuchungen in möglichst kurzer Zeit gelaufen sein sollen, am besten schon gestern.

In der onkologischen Ambulanz (eine Station über uns, mit Treppenhaus direkt zu erreichen von unserer Station aus) haben wir 15 Behandlungsplätze und 4 Betten. Dort werden auch Punktionen gemacht.

Also ihr seht, jede Menge Arbeit (aber das kennt ihr ja sicher alle).

Früher war das bei uns so: nach der Übergabe morgens wurde dann natürlich erst mal ausgiebig geklönt, bevor dann um 7 Uhr (das stimmt), in die Pflege gegangen wurde. Das ist natürlich heute nicht mehr möglich, aber man wird ja auch fürs Arbeiten bezahlt.

Im Frühdienst arbeiten bei mir meist 2 Examinierte, 1 Schüler und 1 Praktikant (Jahrespraktikant), bzw. 2 Ex., 1 KPH, 1Schüleroder Praktikant. Im Spätdienst sind es meist nur 1 Examinierte und 1 Schüler, oder 1 Ex und 1KPH, oder 2 Ex. Je nachdem. Aber mein Dienst geht ja meist bis 16 oder 16Uhr 30, dann geht es. Der Jahrespraktikant fängt um 7 an und bleibt bis 15Uhr45.

An Wochenenden und Feiertagen arbeiten wir mit 2 Ex im Früh, und 1Ex und 1Schüler im Spät. Auch das geht da dann erfahrungsgemäß keine Untersuchung läuft und nur eine Visite ohne Begleitung stattfindet, auf der dann auch nicht sonderlich viel angeordnet wird.

Es herrscht schon eine straffe Organisation, aber keiner meiner Mitarbeiter hat mehr als 5 Überstunden!!

So, erst mal genug von mir.

Liebe Grüße

Borderglück
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin
K

Ken

Hallo,

ich weiß ja, daß es zu diesem Thema sehr kontroverse Ansichten hier im Forum gibt und ich eigentlich die Finger stillhalten sollte ;-)

Für mich
bleibt ein Unterschied zwischen einer PDL oder Abteilungsleitung und einer Stationsleitung; und der sollte sich für mich auch im Aufgabenbereich widerspiegeln.
Eine Stationsleitung muß die Abläufe auf Station kennen und sie muß erkennen können, wie ihre Mitarbeiter qualitativ arbeiten. Ersteres erfährt man am besten durch gelegentliches Mitmachen, zweiteres durch "Zusehen".
Ich wollte mir zum Beispiel nach meinem letzten Wechsel keine Beurteilung von meiner Leitung ausstellen lassen, weil die KEINEN BLASSEN SCHIMMER von meiner Arbeit hat. (Wäre sicherlich keine schlechte gewesen, aber eben völlig aus den Fingern gesogen.) Sie nahm vielleicht Lob oder Beschwerden von Patienten und Mitarbeitern auf oder konnte beurteilen, wie ich die Dienstpläne schrieb; ansonsten sah ich sie lediglich die paar Stunden, wo sich die Gleitzeit mit meiner Schicht schnitt. Und da nur ab und zu von Besprechungen zu Arbeitsgruppen wetzen, oder ganz wichtige Gespräche im Pausenraum führen.

Ich meine nicht, daß eine Leitung voll 3 Schichten arbeiten muß und ich meine nicht, daß eine Leitung voll in der Pflege arbeiten muß. Aber sie sollte sich nicht so weit von der Pflege entfernen wie z.B. eine PDL. Für mich hieße das schon, von Zeit zu Zeit mal in allen Schichten mitzuarbeiten. (Ich kenne sogar PDL´s, die das machen.)

Spätdienst sind es meist nur 1 Examinierte und 1 Schüler, oder 1 Ex und 1KPH, oder 2 Ex. Je nachdem. Aber mein Dienst geht ja meist bis 16 oder 16Uhr 30, dann geht es.
Welchen (arbeitstechnischen) Nutzen hat der Spätdienst von Deiner Anwesendheit? T´schuldigung. Aber Dienstplanung und Besprechungen sind ja wichtig, nutzen aber akut dem Spätdienst in der Patientenbetreuung nicht. Ansonsten finde ich Delegieren eine gute Sache zur Mitarbeiterförderung; aber die Zeit dafür muß der Mitarbeiter dann natürlich auch bekommen.
Euere Besetzung ist wie überall sehr knapp bemessen. Wie kommen die wenigen Überstunden? Nehmen Deine Mitarbeiter bei Krankheit Urlaub ;-) oder bekommt Ihr immer einen Springerersatz von sonstwo her?

Ich bin jetzt mal gespannt, wie ihr das so seht und warte auf Antworten
Mitarbeiterzufriedenheit und Patientenzufriedenheit

Wenn das bei Dir stimmt, dann machst Du wohl alles richtig.
Ich glaube nicht, daß es DEN einen Führungstil gibt. Jeder muß das machen, was zu ihm paßt.

LG
der Ken
 
S

summer-july

Mitglied
Basis-Konto
24.09.2007
48477
Bei uns ist es so dass auch die Stationsleitung und die ist nebenbei noch stellvertretene PDL mit in der Pflege arbeitet, sie macht genauso WE und FT Dienste und arbeitet gelegentlich während der Urlaubszeiten auch im Nachtdienst. Hat sehr viele Überstunden wie wir auch, aber dafür haben wir ein super Arbeitsklima und lernen alle voneinander. Und so muss es sein!
Vorteil unserer Station ist einzig allein die Grösse mit 17 Betten, aber die geriatrische Pflege mit den multimorbiden schwer betroffenen Patienten ist auch sehr arbeitsintensiv. Mir macht es richtig Spass genau wie meinen Kollegen und so ist auch die höchste Anforderung zu schaffen!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere mit Akutgeriatrie
B

borderglück

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
25.09.2007
41515
So, da bin ich wieder.

Pflege definiert sich mit Sicherheit nicht über die Grundpflege. Grundpflege ist etwas, was ich einfach voraussetze. Das muß ich weder selber machen noch bei meinen Mitarbeitern kontrollieren. Viel wichtiger sind spezielle Pflegeprobleme, Ressourcen der Patienten erkennen, Krankenbeobachtung, therapeutische Maßnahmen usw. Habe selber auch vor meiner Leitungsfunktion jahrelang (2 Jahre Altenpflegeheim, 8 Jahre auf meiner Station (erst als Dauernachtwache, dann im Wechseldienst gearbeitet) gearbeitet.
Pflegevisiten finden bei uns laufend statt! Außerdem gibt es bei uns die Übergabe ,zu mindest der Problempatienten ,am Krankenbett (dieses Thema hatte ich damals als Abschlußarbeit meines Stationsleitungskurses erarbeitet und eine durchführbare Form für meine Station gefunden).

Die Überstunden haben sich bei uns durch den edv-gestützten Dienstplan drastisch reduziert. Gleichzeitigen Urlaub gibt es immer nur für 2 Leute. Dabei ist jeder Tag des Jahres dann mit Urlaub belegt. Tja, und das muß ich nun mal sagen, da die Überstunden so niedrig sind und auf Wunschdienste in der Vorplanung Rücksicht genommen wird, ist der Krankenstand bei uns extrem niedrig. Denn wer, wie früher bei uns üblich, 100 und mehr Überstunden vor sich her schiebt, dem fehlt eine gewisse Erholungszeit und DER WIRD KRANK. Kommt es dann doch einmal vor, sind es meist nur wenige Tage, die gerecht aufgeteilt werden. Die Last bleibt nicht bei einem hängen.
Dieser eingesprungene Tag für den Einzelnen muß dann ja auch nicht als ganzer zurückgegeben werden. Es gibt immer mal Tage im Monat, wo man sich freut, daß man mal 2 oder 3 Stunden eher gehen kann, weil die Belegung es erlaubt. So sind ÜBs schnell wieder abgabaut.

Liebe Grüße

Borderglück
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin
E

ErsteHilfe08

Mitglied
Basis-Konto
07.03.2007
10555
Hallo,

ich leite einen Wohnberech für 34 demente Menschen, der sich über 2 Etagen erstreckt. Recht weitläufig und eckig verbaut. Im Frühdienst eine Fachkraft (bin ich) und zwei Pflegehelfer. Im Spätdienst eine Fachkraft (ich nicht mehr!) und eine Pflegehilfskraft. Im Grunde ein Wunder. Würde ich mich rausnehmen wollen aus der direkten Pflege wäre es eine Zumutung für die verbleibenden
Mitarbeiter und auch sind kaum alle Aufgaben delegierbar...!!!
Meinen Humor habe ich zumindest nicht verloren. Ergänzend sei auch noch hinzugefügt das eine Menge (11) MAE-Kräfte fast täglich hier ihren Dienst leisten. Ich kämpfe an zwei Fronten, möchte gerne 100% WBL-Arbeit leisten und auch den Bezug zur Pflege nicht verlieren. Durch diesen reichlich eingeschränkten Personalschlüssel bin ich genötigt an beiden Fronten 100% arbeiten zu müssen. Ehrlich, das klappt nicht immer wirklich.:sick:

Noch ehrlicher...es ist spät, ich muß früh raus und würde gerne noch richtig viel schreiben wollen und warte auf den Tag an dem irgendetwas so richtig aus dem Ruder läuft. Das Problem ist sicher auch, das alle immer meinen alles schaffen zu müssen, ohne Verzug.

Nee, das entartet jetzt...

Schönen Abend noch, bißchen gefrustete ErsteHilfe08 :heul:
 
Qualifikation
WBL/stv.PDL
Fachgebiet
Pflegezentrum
B

borderglück

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
25.09.2007
41515
Hallo,

es ist eigentlich schade, daß die meisten Leute meinen, wenn man morgens bei der Grundpflege nicht dabei sein kann, daß man dann den Bezug zur Pflege verliert. Das stimmt so nicht!!

Natürlich ist es auch für mich ein unheimlicher Einbruch geworden. Erst wollte ich das so auch nicht, da ich eigentlich an allen Fronten kämpfen wollte. Aber ich mußte einsehen, daß das nicht geht, denn sonst wäre ich auf der Strecke geblieben. So nach und nach sind auch alle unsere Leitungen dahinter gekommen, daß man seine Aufgaben nur im eigenen Bereich gut und zufriedenstellend für alle erfüllen kann, wenn man seine Dienstzeiten entsprechend anpaßt. Natürlich bin ich mir im klaren darüber, daß es einfach in manchen Häusern so nicht machbar ist, wie bei uns, aber ich merke dann auch immer eine große Unzufriedenheit bei den Leitungen, die ihre Leitungsfunktion nicht 100%ig ausfüllen können.

Die Abteilungsleitung unserer internistischen Station hat auch wieder ein komplett anderes Aufgabengebiet. Sie wirkt unterstützend, aber arbeit viel enger mit dem Pflegedirektor zusammen, d.h. jeden morgen 2 Stunden Frühbesprechung, wo er dann für uns so gut wie nicht erreichbar ist. Er ist halt die rechte Hand unseres Direktors, muß Schlips und Kragen tragen usw. Für ihn war das vor einigen Jahren auch eine komplette Umstellung und immer fühlt er sich damit nicht wohl (wirkt manchmal sehr gehetzt). Aber auf Grund sehr straff organisierter Umstellungsmaßnahmen blieb ihm auch keine andere Wahl als sich anzupassen. Auf jeden Fall sind im Laufe der Zeit die verschiedenen Rollen von allen Mitarbeitern akzeptiert worden. Wenn es auf einigen Stationen so großen Personalmangel gibt, daß ein reibungsloser Ablauf nicht mehr gewährleistet ist, heißt es aber niemals, daß
jetzt die Leitungen der Stationen in der Pflege arbeiten müssen, sondern wir haben eine Springerpool mit 3 Vollzeitkräften, bzw. chirurgische Mitarbeiter, die vielleicht auf Grund einer niedrigen Belegung (ab und an ist bei uns die Kurzzeitchirurgie für mehrere Tage geschlossen) auf den internistischen Stationen mit helfen müssen. Ihr seht also, daß das nur über eine interdisziplinäre Verschiebung geht.

Also, ich finde schon, daß die Leitungen in unserem Haus im Laufe der letzten Jahre in eine komplett andere Situation gebracht worden sind und mit Sicherheit noch werden.

Ach, ich habe natürlich vergessen zu erwähnen, daß Leitungen natürlich auch keine Schichtzulage mehr bekommen, was dem Haus natürlich wieder etwas spart.
Allerdings wird auch von uns verlangt, pro Jahr 3 Nachtdienste abzuleisten, u.z. 2 Nächte mit einem Mitarbeiter zusammen und eine Nacht allein. Diejenigen Mitarbeiter, die nur Nachtdienst machen, müssen 5 Tage im Jahr Früh- oder Spätdienst arbeiten.

Liebe Grüße und schönen Tag mit nicht zu viel Streß.

Borderglück
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Innere Medizin
A

access

Mitglied
Basis-Konto
28.09.2007
41517
Hallo, habe mit großem Interesse die Beiträge gelesen und kann mich einigen Meinungen anschließen. Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung und Werdegangs habe ich aber eines nie aus dem Auge verlohren. Was habe ich gelernt, was hat mich als Pflegender gestört, was sind meine Aufgaben und Tätigkeiten in meiner beruflichen Qualifikation / Stelle.Wie kann ich den Spagat hinbekommen um der Sache/ Aufgabe gerecht zu werden. Wenn ich den Kontakt zu meiner Basis (Personal und Patienten)als Leitungskraft verliere, verliere ich auch den Anspruch Leitung zu sein. Leiten bedeutet nicht nur delegieren, hinter Leiten steht viel mehr. Wir arbeiten in einem humanitären Bereich, dann sollten wir auch danach handeln.
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Management
Valentina

Valentina

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo,
ich denke, dass man als Stationsleitung irgendwie den "goldenen Mittelweg" hinbekommen muss.
Meine "Karriere" begann vor 20 Jahren als Stationsschwester einer 60-Betten-Station im Pflegeheim. Zuständig für die Belange von 20 Mitarbeitern, Ansprechpartner für Bewohner, Angehörige, Vorgesetzte, Ärzte und Vertreter und verantwortlich für alle organisatorischen Tätigkeiten.
Würde ich mich rausnehmen wollen aus der direkten Pflege wäre es eine Zumutung für die verbleibenden
Mitarbeiter und auch sind kaum alle Aufgaben delegierbar...!!!
Aus Personalmangel war ich selbstverständlich zu etwa 75% mit in der Pflege tätig - schließlich wollten wir ja auch eine ordentliche Arbeit leisten -, viele der organisatorischen Aufgaben erledigte ich daher im Anschluss an meine Arbeitszeit oder auch daheim.
Nach drei Jahren Leitungserfahrung besuchte ich einen dreimonatigen Stationsleitungskurs, der mir endgültig die Augen öffnete, dass Theorie und Praxis zwei verschiedene paar Schuhe sind. Sechs Monate danach war ich k.o. und kündigte.

Meine Freundin hingegen ist seit ihrer Ausbildung im Krankenhaus tätig. Im Laufe der Zeit wurden diverse Umstrukturierungen vorgenommen und vor allem nach und nach Personal abgebaut.
Der Dienstplan sieht super aus, z.B. 5 "Mann" + eine Schülerin im Frühdienst. Davon ist eine die Stationsleitung (die keine direkte Pflege mehr ausführt), deren Stellvertretung, die als beste Freundin mit der Stationsleitung zusammen in einer Schicht arbeitet (und mit ihr im Büro sitzt) und dann wäre dann noch die Stationssekretärin, (die als Krankenschwester auch nur für administrative Tätigkeiten zuständig ist).
Die verbleibenden zwei Pflegekräfte und die Schülerin rennen mit hängenden Zungen durch die Station. Aber zum Konzept des Hauses gehört seit neustem sowieso, dass die Betten nur noch im Bedarfsfall gemacht werden und viele Patienten sich auch mal selbst versorgen sollen. Merkwürdigerweise sind die Patienten, die aufgenommen werden, aber immer pflegebedürftiger.
Die Stationleitung und ihre Vertretung arbeiten stets zusammenn und nur im Frühdienst - halt stopp, einen Spätdienst im Monat machen sie doch, weil ihnen sonst die Schichtzulage gestrichen würde. :wink:
Das überstrapazierte Restpersonal nimmt es so hin - ist schließlich seit 25 Jahren so, was kann man da schon machen - aber wir sind ein Superteam...

Gruß
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
G

guppy09

Neues Mitglied
Basis-Konto
23.08.2007
59594
Hallo Zusammen.

Habt alle irgendwie Recht ABER

Borderglück !

Sie sind ebenfalls angestellt und Ihre "Mitarbeiter" sind Ihre Arbeitskollegen und nicht Ihre Mitarbeiter !!!!!!

Wir sind alles Berufskollegen und keine Konkurenten, oder Mitarbeiter, es sei denn, Sie sind Selbststänig !!
Nur Vereinzelte von uns haben die Change und das Glück genutz in einer anderen Position angestellt zu sein !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eine Bitte an alle !!! Vergesst nie wo Ihr herkommt! stelle immer wieder fest, dass die Meisten Ihre Positionen glanzvoll nutzen um sich als was Besseres darzustellen.
Denkt mal an den Grundsatz der Krankenpflege !!!!
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Sans
K

Kalimera

Unterstützer/in
Basis-Konto
17.01.2001
Hamburg
Die Überstunden haben sich bei uns durch den edv-gestützten Dienstplan drastisch reduziert.
Das interessiert mich jetzt sehr, wie sich durch einen EDV-gestützten Dienstplan Überstunden reduzieren können. Das müsste dann doch auch mit einem "Handmade DP" mgl. sein, da wir (noch) keine EDV diesbzgl. haben.
Wäre nett, wenn Du mir dazu ein paar Tipps liefern könntest.
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
A

access

Mitglied
Basis-Konto
28.09.2007
41517
Hallo sigjun,
Eine Reduzierung von Überstunden/Mehrarbeit über ein EDV-gestützte Dienstplanung ist meiner Meinung nach nur möglich. wenn feste Größen
(vorher festgelegte MA-Anzahl/Schicht) hinterlegt sind. Dabei wird keine Rücksicht genommen auf die tatsächlichen, täglichen Veränderungen der anfallenden Arbeiten, Patientenanzahl usw. Es wird nach dem Arbeitsaufwandszeitenanalyse/Stosszeiten (Festlegung durch Vorgesetzten) gearbeitet.

LG
Access
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Management
U

UncelRemus

Mitglied
Basis-Konto
16.07.2006
53845
Hallo,
hab auch schon oft den arbeitsspektrum der Leitung aus nächster nähe erlebt. Ich meine mich züzckerinnern zu können, auch darüber was in der schule gelernt zu haben. von wegen verplanen wie es der leitung arbeitsmäßig passt(also selber nur zwichendienste geben). wochenende nicht zwingend, und ich mein auch, dass sie nicht unbedingt aktiv an der Grundpflege teilnehmen muss. Ach ja, sie darf sich auch mit "sie" ansprechen lassen.
Im laufe meine berufszeit habe ich schon allemöglichen varieanten erlebt. Selbst in der selben einrichtung lief es auf den einzelnen etagen oft unterschiedlich ab. Dazu kommt noch, dass verschiedene häuser auch ne andere personalbesetzung haben.
Denke, das die wbl, die gepostet hat (sie mit 2ph´s im früh bei 35 dementen) sich nich einfach mal so rausziehen kann und sagt "ich geh jetzt mal ins dienstzimer...." Grad bei 35 dementen die über den Flur spazieren :)
(passe selber auf 12 auf und hin und wieder kommt die verantwortung der 12 über mir auch noch mir zu)
Denke einfach, das der leitung diese rechte zu stehn sollen (is hallt nicht easy, der job), solange sie dadurch den karren gut ans laufen hällt. is aber nicht überall drinne....
Grüße
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Geri
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
27.01.2008
65779
Hallo borderglück.

.
Pflege definiert sich mit Sicherheit nicht über die Grundpflege.
Dieser Aussage stimme ich nicht zu. :nono: Pflege definiert sich hauptsächlich über die Grundpflege.
Es sei denn, für dich bedeutet Grundpflege, dass die Nachtwache mal schnell in den Morgenstunden ein paar Pat liegend "feucht abstaubt", und der FD vor dem Frühstück im Schweinsgalopp den Rest. (Bei uns wird niemand nachts gewaschen, es sei denn es ergibt sich gut situativ.)


Grundpflege ist etwas, was ich einfach voraussetze. Das muss ich weder selber machen noch bei meinen Mitarbeiter kontrollieren.
Meine Erfahrung als Stationsleitung ist, dass ich die Qualität der Grundpflege nie ganz aus meinen Augen verlieren darf! Dort passieren die meisten Pflegefehler!

Nun leite ich eine operative Belegstation mit vielen Kurzzeitliegern, sehr vielen Belegärzten und Schwerpunkt Orthopädie. Außerdem haben wir auch einen Onkologen/Gastroent./Hämat. als Beleger und zunehmend Pat der Endoprothetik, die oft entsprechend hochbetagter und mit Vorerkrankungen belastet sind. Entsprechend hektisch und kurzweilig ist der Stationablauf.

Damit die Grundpflege in dieser Situation qual. gut bleibt, bleibe ich also immer am Ball.
Das geschieht in der Form, dass ich besonders bei Problempat. auch selbst pflege, nur so kann ich auch übrigens die Belastung von den MA richtig einschätzen. Bei dem heute zunehmenden Anspruchsdenken mancher nicht nur priv. Kunden, kann ich auch konfliktvorbeugend tätig werden.
Grundpflege umfasst Kommunikation. Ich kann die Patientenzufriedenheit einschätzen, und das in zwangloser Atmosphäre. Wenn Beschwerden geäußert werden, kann ich den Kunden noch vor seiner Entlassung die Verbesserung spüren lassen. Wie schon oben mal gesagt wurde, ich arbeite in einer humanitären Einrichtung und bin für die erfolgreiche Arbeit am Menschen (Grundpflege...), sowohl Pat/Kunde als auch Mitarbeiter verantwortlich.
Ganz davon abgesehen empfinde ich die Arbeit am Bett als Ausgleich und Kraftquelle für den Dauerstress im Stationszimmer. Da muss man auch mal weg von, auch damit man nicht vergisst, worum es geht!

Und übrigens: der Ruf unseres KH ist wirklich überdurchschnittlich, eben wegen der guten Betreuung.:thumbsup2:

Viel wichtiger sind spezielle Pflegeprobleme, Ressourcen der Patienten erkennen, Krankenbeobachtung,
Wo sonst am besten, als bei der Grundpflege?

Alles Gute, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
O

OnkoPfleger

Mitglied
Basis-Konto
26.04.2005
73447
Ich stimme borderglück voll und ganz zu, das ein gewisses Maß an Verstädniss nicht an der "Grundpflege" auszumachen ist. Das währe ja auch `n bisschen einfach mmmh?:wassat:

Für mich ist eines ganz klar:
Stationsleitungen in Kernarbeitszeit ohne WE-Dienst ist sinnvoll, sehr sinnvoll sogar. Nur müssen dazu hausinterne Strukturen geschaffen werden. Die Aufgaben der SL müssen "transparent" sein. D.h. alle Mitarbeiter wissen über deren Aufgabenprofil bescheid.

Ich denke eine SL ist eine Art "Dienstleistung" für die Teammitglieder, zu dem sie durchaus auch gehört. Es gilt der sozialen, organisatorischen und menschlichen Verantwortung gercht zu werden.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger (RbP)
Fachgebiet
bei der Arbeit
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

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