Aspirationsgefahr

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Britt123

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Hallo,

auf unserem Wohnbereich sind zur Zeit mehrere Personen stark aspirationsgefährdet. Als Fachkraft bin ich oft alleine in meiner Schicht, sodaß ich bei den Mahlzeiten nicht bei jedem der Bew. anwesend sein kann. Wie verabreicht ihr die Mahlzeiten? Reichen bei euch auch Pflegehelfer bei Aspirationsgefahr die Mahlzeiten? Gibt es genaue Richtlinien vom MDK?

Hoffe auf rege Antworten.

Eure Britt
 
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smily

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Hallo,

also wir haben bei unseren Patienten häufiger Kau-Schluckstörungen aufgrund von Schlaganfällen und unsere Patienten müssen beim Essen beaufsichtigt werden.

Zu diesem Zweck haben wir in unserem Aufenthaltsraum bei den Mahlzeiten eine sogenannte Essgruppe, d.h. die betroffenen Patienten werden von den Zimmern in den Aufenthaltsraum geholt und es wird gemeinsam gegessen, wobei immer täglich abwechselnd eine Pflegefachkraft mit im Raum ist. Wenn Essen eingegeben werden muss, kann das NACH Einweisung auch ein Pflegehelfer machen, aber die Aufsicht muss im Raum sein.
So hat man zum einen alle unter Kontrlle, kann bei Problemen sofort eingreifen(Stationszimmer mit Kollegen und Notfallausrüstung ist gegenüber) und man kann sehen, was die Patienten gegessen/getrunken haben ( was ja meist weniger ist, als bei Patienten ohne KS-Störung ist).

Liebe Grüße, smily
 
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romana

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Also sicher ist es wünschenswert, wenn immer eine Fachkraft beim Essen eingeben da wäre ,ist aber bei uns nicht die Realität. Unsere Bew. leiden häufig unter Schluckstörungen, das Essen wird morgens vom Frühstücksdienst gegeben, das sind nicht mal Pflegehelfer. Das Pflege-Personal ist mit Grund- und Behandlungspflege beschäftigt bis 10,30Uhr. Beim Mittag- und Abendessen bekommen fünf Bew. früher Essen, weil wir es sonst nicht schaffen würden, da wir zu fünft sind und außer dem Austeilen des Essens vom Kontainer dann noch zwölf Bew. zum Essen eingeben haben. Bei den "Voressern " sind meist die Pflegehelfer, weil das examinierte Personal für die Sondenkostler zuständig ist.Aber es ist immer jemand in Rufweite, in kritischen Situationen war auch immer ein Examinierter da.
Da es bei uns häufig vorkommt, dass sich jemand extrem verschluckt, wissen aber alle Bescheid und reagieren souverän in kritischen Situationen, so dass wir uns diesbezüglich sicher fühlen. Schwieriger finde ich, dass die Medi's zwar morgens von einer Fachkraft an den Tisch gestellt werden, aber die Einnahme erfolgt durch die Dame vom Frühstücksdienst .Es sind auch schon Pannen passiert, da wir zu unserem Leidwesen nicht mehr die Schieber mit dem Namen des jew. Bew. haben, sondern Becher, für jede Schicht ein Tablett. Auf den Bechern selbst steht ja kein Name und wennn sich jemand umsetzt, steht der dann am falschen Platz.
Aber als wir das monierten hieß es nur, die Becher haben wir jetzt und sie werden auch benutzt, basta.

Aber nichts ist perfekt, gelle ( =des isch schwäbisch !) ?

LG
Romana
 
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smily

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Hallo nochmal,

@romana,
das sind ja grauenvolle Zustände, aber beweist mal wieder, daß immer an der falschen Stelle gespart wird. Zählen denn Eure Bewohner gar nichts?
Bekommen denn wenigstens die Patienten mit Kau-Schluckstörungen entsprechendes Essen- sprich passiert, ohne Fisch und und Reis etc.? Das würde zumindest das verschlucken vielleicht etwas mildern.

was die Medis angeht- Ihr bewegt Euchauf sehr dünnem Eis! Wenn was passiert, hängt nicht die Laienkraft, sondern Ihr bzw. die, die so eine Humbuck anordnen! Vielleicht zählt ja das als Argument!

LG smily
 
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romana

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Ja ich weiß, theoretisch und auf dem Papier ist es auch so angeordnet, dass das Fachpersonal Medis gibt, was beim Verteilen auch der Fall ist, aber eben beim Frühstück nicht. Da die Frühstücksphase von 7,45 bis 10,30Uhr geht, ist das personell gar nicht machbar, aber Hauptsache es ist schriftlich fixiert !
Aber ich glaube, wir sind da nicht die Einzigen. Zur geeigneten Kost ist zu sagen, dass wir darauf achten, geeignete Kost zu verabreichen, aber unsere Bew. sind im Schnitt Anfang vierzig Jahre alt und sagen ganz klar, was sie wollen, bei manchen hilft auch das gute Zureden nicht, die wollen trotzdem das gewohnte Essen. MS-Kranke sind nicht unbedingt einfach, sie sind ja auch geistig noch voll da.

LG
Romana
 
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Allround

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Es sind auch schon Pannen passiert, da wir zu unserem Leidwesen nicht mehr die Schieber mit dem Namen des jew. Bew. haben, sondern Becher, für jede Schicht ein Tablett. Auf den Bechern selbst steht ja kein Name und wennn sich jemand umsetzt, steht der dann am falschen Platz.
Aber als wir das monierten hieß es nur, die Becher haben wir jetzt und sie werden auch benutzt, basta.

Aber nichts ist perfekt, gelle ( =des isch schwäbisch !) ?
Hallo romana, also mit dieser Unsicherheit könnte ich nicht leben :nono: und würde unbedingt für Abhilfe sorgen.

Man könnte kleine Aufkleber an die Becher seitlich anbringen, oder man steckt kleine Pappstreifen mit Namen hinein. Oder die Becher werden bei Beendigung des Frühstücks erst geholt/gegeben.
Vielleicht ist irgendeine Lösung möglich?

Und wenn ihr eine Besprechung habt, dann müsste das beschriebene Risiko doch ein Argument für die Wiederbenutzung der Schieber sein?

Gebt nicht auf, Allround
 
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romana

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Hallo Allround !

Das mit den Pappstreifen ist zwar etwas umständlich aber einfach und effektiv! Werde ich machen !
Wenn wir die Medis erst später geben, ist der Abstand zwischen Morgen- und Mittagsmedikation zu kurz, bei den "Voressern" u.U. nur 1-2h.
Wir trauern den Schiebern auch deshalb nach, weil das Richten weniger aufwändig war und die Nachtwache nicht oft die Becher abtrocknen mussten, die die Kollegen vergessen haben aus der Spülmaschine raus bzw. überhaupt rein zu tun. Die Becher brauchen eine Weile, bis sie trocken sind, fürs Abtrocknen von ca. 120 Bechern geht eine knappe halbe Stunde drauf .
Auch der Tipp an die Nachtwache, bei nicht vorhandenen Bechern keine Medis zu richten fruchtet nicht wirklich, da dann das nachfolgende Team, das für die Schlamperei nichts kann, die Suppe auslöffeln muss.

LG
Romana
 
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dieKathi

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Hallo Romana,
wegen der Pappschilder mit Namen:
Das führt in meinen Augen zu Hygieneproblemen (bzw. es könnte als Problem angeführt werden, wenn Pappschilder IN die Becher gestellt werden), immerhin hat die Pappe (durch wieviele Hände ging die vorher???) ja höchstwahrscheinlich Kontakt zu den Tabletten...
Außerdem müßten die ja auch ständig neu geschrieben werden, weil sie sich abgreifen (bei wiederholter Benutzung eh :sick: ) oder wenn man sie nur einmalig verwenden will - wieder zusätzlicher Arbeitsaufwand.

Kleine Etiketten könnte man auf dem PC beschriften, ausdrucken, abziehen, außen aufkleben - sicherlich weniger zeitaufwändig und hygienischer.
Das Problem dabei ist dann sicherlich die Reinigung der Becher in der Spülmaschine.

Kurz hatte ich den Gedanken, Namensschilder zu laminieren - damit hätten sie eine abwischbare Oberfläche und man könnte sie langfristiger verwenden. Aber das ist natürlich auch mit einigem Aufwand verbunden.

Gar nicht einfach, allen Anforderungen gerecht zu werden. :blushing:

Ich denke aber auch, dass ihr eine Lösung braucht, die derzeitige Handhabung ist im Grunde unverantwortlich.
Viel Erfolg beim Finden eine passenden Lösung und deren Umsetzung!

Viele Grüße,
dieKathi
 
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Jungsmama4

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Hallo romana,

und wenn ihr die Medibecher nur bei den BW auf den Tisch stellt die auch schon am Platz sind, und die anderen bekommen sie ins Zimmer?
 
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Wir trauern den Schiebern auch deshalb nach, weil das Richten weniger aufwändig war und die Nachtwache nicht oft die Becher abtrocknen mussten, die die Kollegen vergessen haben aus der Spülmaschine raus bzw. überhaupt rein zu tun. Die Becher brauchen eine Weile, bis sie trocken sind, fürs Abtrocknen von ca. 120 Bechern geht eine knappe halbe Stunde drauf .
Hallo romana, womit ihr noch ein schlagendes Argument für die Schieber habt, ich glaube einer kostet vielleicht 15 cent oder so.

Bei uns kommen sie auch in die Küche in einem Gitter zum Spülen. Dann nur noch trocknen lassen.....fertig!

Personalkosten sind die höchsten Kosten: eine halbe Stunde abtrocknen :spinner: , außerdem: hygienisch?

All
 
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romana

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Hallo Britt123 !

Sorry, der thread ist wohl meinetwegen etwas vom Thema abgewichen, wollte ich nicht !

An die anderen Antworter :
Vielen Dank für Euer Kopfzerbrechen, werde die vielen Tipps notieren und mit der PDL samt Team diskutieren, bin nur leider momentan krankgeschrieben und werde es auch noch 1-2 Wochen sein.

Zurück zum Thema Aspirationsgefahr : Ist es bei Euch schon zu kritischen Situationen gekommen bei den Mahlzeiten ? Bei uns ist es manchmal schwierig wenn Besuch da ist und die den Bew. auf deren Verlangen Kekse oder andere Süßigkeiten geben.Da ist dann wirklich niemand dabei vom Personal, uns muss man dann erst "suchen".

LG
Romana
 
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Britt123

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Sorry, konnte aufgrund Zeitmangels die Nachrichten nicht gleich verfolgen, verstehe jedoch, daß das Tablettenproblem sehr wichtig ist und ich mit der Lösung die Tabletten einfach auf den Platz zu stellen auch sehr unzufrieden wäre. Zum Glück essen unsere Bew. alle zur gleichen Zeit, sodaß ich ihnen die Tabletten direkt verabreichen kann.
Mein Problem ist dennoch nicht gelöst. Es gab bei uns einen tragischen Zwischenfall, auf den ich nicht weiter eingehen möchte. Gott sei Dank war ich nicht im Dienst. Unsere Pdl möchte jetzt , daß bei
Aspirationsgefährdeten Bew. immer eine ex. Kraft essen verabreicht, was mir unmöglich erscheint, wenn ich alleine als Fachkraft bin. Daher interessiert mich auch, ob jemand weiß, ob es irgendwelche Vorgaben gibt. Das übrige Personal ist geschult und holt auch bei einem Zwischenfall sofort Hilfe.
Würde mich über Antworten freuen.
Britt
 
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pflegefreak

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Hallo alle miteinander,
die Sache mit den laminierten Schildchen in den Bechern hatten wir auch schon, insbes. bei Parkinson-Pat., die ja bis zu 2-stündlich ihre Medis erhalten. Aber die Schilder müssen a) sehr klein gedruckt sein, b) versickern sie laufend in den Kitteltaschen und stehen dann wieder nicht zur Verfügung. Bei uns in der Altenpflege setzt sich zwar keiner mehr einfach an einen anderen Platz, also sorgen wir einfach dafür, dass jeder Bew. seine Tabletten einnimmt, solange wir danebenstehen. Da auch bei uns das Frühstück über ca 2,5 Std. gedehnt stattfindet, muß man natürlich das Tablett schon mehrfach in die Hand nehmen.
 
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