Arztverordnung bei Medikamentengabe

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W

Werktätiger

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23.03.2006
26169
Es geht doch gar nicht um Erpressung oder Drohung oder Nötigung, sondern darum, dass die Pflegekräfte eine saubere Handlungsgrundlage brauchen.

Was der Arzt mit seinem Patienten beredet und abmacht, kann sich der Patient ja aufschreiben. Aber in der (Alten-)Pflege müssen Informationen fließen und auch zu finden sein, wenn der Arzt grad nicht da ist/der Patient geistig nicht ganz bei der Sache ist/Übergabe nicht gerade durch die Pflegekraft geschieht, die bei der Visite mitgegangen ist.

OK, man kann es dieser Visitenbegleitung anbefehlen, alle Informationen einzutragen und mit dem eigenen Handzeichen für die Richtigkeit zu bürgen.
Natürlich sollte dann der Arzt mindestens die Ruhe haben, diese Eintragung gegenzuchecken - und warum dann nicht sein kleines Zeichen dranzuhängen? Dann wissen alle Pflegekräfte, was Sache ist.

Muss direkt fragen, warum denn der behandelnde Arzt sich dagegen wehren will, "gezwungen zu werden", in der Dokumentation sein Handzeichen zu machen? Ganz abgesehen von der "Rechtsgrundlage" ist es doch einfach vernünftig, bei so sensiblen Gebieten wie Medikamentenverordnung für Informationssicherheit zu sorgen. Die Apotheken geben die Medikamente nur gegen Rezept her, und ich Pfleger soll aufgrund einer anonym dokumentierten Verordnung das gleiche Medikament austeilen, obwohl ich nur vom Hörensagen weiß, wer von was wie oft wieviel kriegt und welcher Arzt das verschrieben haben soll? Unter solchen Voraussetzungen soll ich Haftung und Verantwortung umarmen? :w-fahne_2
 
Qualifikation
Altenpfleger (exam.)
Fachgebiet
ich bin raus in die Rente
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
Muss direkt fragen, warum denn der behandelnde Arzt sich dagegen wehren will, "gezwungen zu werden", in der Dokumentation sein Handzeichen zu machen? Ganz abgesehen von der "Rechtsgrundlage" ist es doch einfach vernünftig, bei so sensiblen Gebieten wie Medikamentenverordnung für Informationssicherheit zu sorgen. Die Apotheken geben die Medikamente nur gegen Rezept her, und ich Pfleger soll aufgrund einer anonym dokumentierten Verordnung das gleiche Medikament austeilen, obwohl ich nur vom Hörensagen weiß, wer von was wie oft wieviel kriegt und welcher Arzt das verschrieben haben soll? Unter solchen Voraussetzungen soll ich Haftung und Verantwortung umarmen?
Werktätiger du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich bin in der ambulanten Pflege aktiv. Da ist das Problem noch größer, da wir oft garnicht mitbekommen, wann Herr oder Frau Doktor einen Hausbesuch macht oder der Patient in die Praxis gegangen ist. Ich möchte nicht wissen, wievielen Patienten wir derzeit die Medikamente falsch geben, weil wir über Änderungen in der Medikation nicht informiert werden. Vor ein paar Tagen habe ich noch per Zufall festgestellt, dass eine meiner Patientinnen seit Moanten schon Pantozol erhalten sollte. Nur wußte ich mal wieder nichts davon.

Ich wäre über eine Unterschrift in der Dokumentation glücklich. Aber ich wäre noch viel glücklicher, wenn man in den Arztpraxen endlich begreifen würde, dass eine Mediplanänderung auch an den Pflegedienst gefaxt werden sollte. Immerhin sollten Arzt und Pflegedienst zusammenarbeiten. Nur leider sind wir da meilenweit von entfernt. Ich sehe auch keine Erpressung in einer evtl. Verweigerung der Medikamentengabe, nur weil man in den Praxen einfach nicht begrift, wie wichtig Information ist.

Dr. Keßel, erklären sie mir doch einmal bitte, wie man Patienten korrekt versorgen soll, wenn der Arzt die einfachste Basis, nämlich die Kommunikation mit dem Heim/Pflegedienst verweigert. Wir dokumentieren solche Vorkommnisse übrigens peinlich genau und wir setzen auch die Angehörigen/Betreuer in Kenntnis von den Vorkommnissen.

Es kann nicht angehen, dass Patienten wegen der Verweigerung der Kommunikation der Gefahr ausgesetzt werden, Schaden zu nehmen. Es kann auch nicht angehen, dass wir wöchentlich bei den Ärzten anfragen müssen, ob sich etwas geändert hat.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
B

bradon

Mitglied
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05.01.2007
55129
Hallo Ludger Keßel,

es geht hier nicht um Erpressung usw. Es geht um eine reine Grundlage worauf die Pflegekraft ihre Arbeit vollrichten kann. Die Pflegekraft hat bei der Medigabe oder sonstige Verichtungen die Durchführungsverantwortung.Damit die Pflegekraft auch diese Verantwortung übernehmen kann und sicher sein kann, benötigt diese Person eine ärztliche deligation. Und diese sollte schriftlich erfolgen, da sonst die PK nicht beweisen kann,dass es eine ärztliche Anordung war.

Es geht Hier nicht darum irgendwelche Ärzten auf die Füße zutreten, sondern es geht hier um die eigene rechtkiche Sicherheit der jeweiligen Pflegekraft. Es ist richtig das ein Arzt nicht gezwungen werden kann, in unsere Dokumentaion abzuzeichnen,aber wir dürfen NICHT ohne schriftliche Anordung laut Heimaufsicht einfach Medikamente verabreichen.
Ein Arzt erwartet eine zuarbeit vom Pflegepersonal damit er als Arzt seine ENtrscheidungen treffen kann und wir erwarten einfach nur eine entsprechende zusammenarbeit im Bereich der Dokumentation damit wir unsere Verantwortung tragen können.
Eins müssen die Ärzte verstehen, das durch solche ignoranz und Ablehung der der Verantwortlichen Zusammenarbeit, wir dazu gezwungen werden alles genau zu dokumetieren. Es ist eurer ignoranz , die dazu führt, das keine Grundbasis bei der Kommunikation vorhanden ist und das es fast unmöglich ist das letztendlich die Bewohner/Pat. darunter leiden müssen.
Ihr Ärzte müßt es einfach mal verstehenm das ihr keine "Götter in weiß" seit sondern einfach nur Menschen in eine anderen Berufsgruppe.
Gott sei dank gibt es mittlerweile eineige Ärzte die es schon verstanden haben und das Ergebnis bei der Zsammenarbeit mit diesen Arzten ist sehr gut. Aber es sind immere noch zuviele dabei die das nicht einsehen wollen.

Ich will damit nicht das Berufsbild der Ärzte verschmutzen, es soll einfach meine langjährige Erfahrumg mit den Ärzten zeigen.

Gruß Bradon
 
Qualifikation
Pflegefachwirt + PDL und QM
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
Hallo Ludger Keßel,

es geht hier nicht um Erpressung usw. Es geht um eine reine Grundlage worauf die Pflegekraft ihre Arbeit vollrichten kann. Die Pflegekraft hat bei der Medigabe oder sonstige Verichtungen die Durchführungsverantwortung.Damit die Pflegekraft auch diese Verantwortung übernehmen kann und sicher sein kann, benötigt diese Person eine ärztliche deligation. Und diese sollte schriftlich erfolgen, da sonst die PK nicht beweisen kann,dass es eine ärztliche Anordung war.

Es geht Hier nicht darum irgendwelche Ärzten auf die Füße zutreten, sondern es geht hier um die eigene rechtkiche Sicherheit der jeweiligen Pflegekraft. Es ist richtig das ein Arzt nicht gezwungen werden kann, in unsere Dokumentaion abzuzeichnen,aber wir dürfen NICHT ohne schriftliche Anordung laut Heimaufsicht einfach Medikamente verabreichen.
Ein Arzt erwartet eine zuarbeit vom Pflegepersonal damit er als Arzt seine ENtrscheidungen treffen kann und wir erwarten einfach nur eine entsprechende zusammenarbeit im Bereich der Dokumentation damit wir unsere Verantwortung tragen können.
Eins müssen die Ärzte verstehen, das durch solche ignoranz und Ablehung der der Verantwortlichen Zusammenarbeit, wir dazu gezwungen werden alles genau zu dokumetieren. Es ist eurer ignoranz , die dazu führt, das keine Grundbasis bei der Kommunikation vorhanden ist und das es fast unmöglich ist das letztendlich die Bewohner/Pat. darunter leiden müssen.
Ihr Ärzte müßt es einfach mal verstehenm das ihr keine "Götter in weiß" seit sondern einfach nur Menschen in eine anderen Berufsgruppe.
Gott sei dank gibt es mittlerweile eineige Ärzte die es schon verstanden haben und das Ergebnis bei der Zsammenarbeit mit diesen Arzten ist sehr gut. Aber es sind immere noch zuviele dabei die das nicht einsehen wollen.

Ich will damit nicht das Berufsbild der Ärzte verschmutzen, es soll einfach meine langjährige Erfahrumg mit den Ärzten zeigen.

Gruß Bradon
Das war SPITZE!!!

:thumbsup2: Eveline
 
Qualifikation
Krankenschwester
S

stupanka

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.11.2006
52070
Hallo Ludger,danke für den Beitrag,dass es die rechtlische Grundlage nicht gibt.
Das ist wichtig zu wissen.
So,wir haben das Glück,dass unsere Ärzte inzwischen sehr kooperativ sind,d.h.wir haben solange genervt bis dass sie endlich ihr Kürzel gemacht haben.
Klar gibt es immer noch den ein oder anderen ,der es nicht einsieht,aber gut,das dokumentieren wir und gut ist.
Die Medikamente würde ich immer geben so wie vom Arzt angeordnet,denn sie sind lebenswichtig.
Ich kann so einen Schwachsinn ja wohl kaum auf dem Rücken der Bewohner austragen,und die Verantwortung tragen,wenn jemand verstirbt weil ich angeordnete Medis nicht gegeben habe. Nein das sicher nicht.
Klar kann es auch umgekehrt geschehen..aber das ist wohl eher selten der Fall.

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
M

Monika4

Mitglied
Basis-Konto
09.02.2007
59872
Hallo, ich kann Bradon nur zustimmen. Medikamentenblatt mit zum Arzt, Verordnung dokumenteiren und vom Arzt unterschreiben lassen.
Google: Delegation ärztlicher Verordnungen
Hab ich mich heute noch durch gegoogelt. Es gibt dazu interessante Beiträge und Urteile.
Gruß Monika4
 
Qualifikation
Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
geistig behinderte Erwachsene
T

TomBer83

Mitglied
Basis-Konto
25.06.2007
53110
Also generell sollten AO´s vom Arzt abgezeichnet werden. sagen wir mal der patient reagiert allergisch auf ein medikament was der doc angeordnet hat, aber nicht abgezeichnet hat: dann könnte der doc hingehen und diejenige Schwester oder denjenigen Pfleger dafür verantwortlich machen. er könnte behaupten, er habe es nie angeordnet und die pflegekraft hätte eigenwillig gehandelt.... um dies zu vermeiden , einfach alle AO´s vom doc absegnen lassen. Damit rettet ihr in solchen fällen euer Hinterteil...
oder liege ich falsch?
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
allg. Pflege
T

TomBer83

Mitglied
Basis-Konto
25.06.2007
53110
sorry hatte die letzten paar beiträge nicht gelesen und jetzt in kurzform meinen vorgängern aus dem mund geredet........aber naja.....egal..... stimmt aber trotzdem
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
allg. Pflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

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Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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