Arztverordnung bei Medikamentengabe

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L

Lilly 2

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20.06.2007
20539
Hallo und guten Tag

kann mir hier jemand sagen wo es festgeschrieben steht das ein Arzt die Medikamentengabe seiner Bewohner nicht nur anordnen sondern auch mit Handzeichen versehen muss!!!!!!!!!!
Stosse im Moment auf eine Horde dickköpfiger Dorfärzte die meinen dies nicht tun zu wollen.:mad_2:


Gruss Lilly
 
Qualifikation
ex.Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
L

lemuelreist

Hallo Lilly.

diese Vorschrift ("mit Handzeichen versehen muss") existiert allgemein nicht.
Der Arzt ist zwar nach Arztrecht verpflichtet, über seine Verordnungen Dokumentationen zu führen. Darüber hinaus gibt es aber keine allgemeinen Regelungen zur Niederschrift.
Allerdings bestehen Vorgaben der MDK, wonach Pflegeeinrichtungen und Haus-/Fachärzte Kommunikationsstrukturen sichere vereinbaren sollen. Auch die Ärtzekammern geben entsprechende Empflehlungen heraus.

Das ist eigentlich Sache der PDL und HL auf solche Vereinbarungen hinzuwirken.

Gruß,
Lemuel
 
K

Kikey

Mitglied
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27.06.2007
35037
Hallo!
Da kann ich Lemuel nur Recht geben. Das ist Sache der PDL sich dort einzumischen. Bei uns hat sich das relativ gut " eingelebt " das der Arzt auch immer zeitnah seine Kürzel macht, der MDK fordert das und auch in unseren Qualitätsmanagment wird es gefordert. Gibt es so etwas bei Euch auch??

Liebe Grüße von Kikey
 
Qualifikation
Altenpflegefachkraft
Fachgebiet
Gerontopsychiatrie
U

UlrichFürst

Frage von einem nicht in AH arbeitenden:
Woher weiß man dann, dass die Anordnung vom Arzt ist, wenn er nicht unterschreibt?

Ulrich
 
S

stern3007

Aktives Mitglied
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29.07.2005
Köln
Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
nightwish

nightwish

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21.10.2006
75181
Hallo...

wenn der Arzt nicht zeitnah dokumentieren kann, lassen wir uns die Verordnung faxen und heften diese in den Kartex, so ist man immer auf der sicheren Seite.
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, PA, WBL
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
WB PA, AG QM
S

stern3007

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29.07.2005
Köln
Machen wir auch so. Bin allerdings in der ambulanten Pflege. Leider kommt es da immer wieder vor, das ein Patient schon längere Zeit ein Medikament verordnet bekommt, wir wissen aber nix davon.

Manchmal sehen wir dann beim Patienten ein uns unbekanntes Medikament, aber nicht immer. Bei manchen Ärzten habe ich das Gefühl, die glauben, wir haben eine Kristallkugel, in die wir nur schauen müssen, um die aktuellen Verordnungen zu erkennen;-)

Besonders toll finde ich es immer, wenn unseren dementen Patienten mündliche Infos mitgegeben werden. Da kommt unheimlich viel bei uns an ;-)
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
B

bradon

Mitglied
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05.01.2007
55129
Hallo Lilly 2,

die Sache ist ganz eifach, ihr müßt den HA klar machen. Wenn er seine Anordnung nicht Unterschreibt, dass ihr diese Medikation nicht verabreichen könnt. Dadurch ist natürlich d. Therapieplan vom Arztr nicht einzuhalten und der HA ist derjenige der es zuverantworten hat, wenn d. Therapieplan nicht eingehalten kann.
Zu meinen HA sage ich immer. Keine HDZ keine Anordnung.

Ihr müsst es auf diese Schiene den Ärten näher bringen und den Klarmachen, dass ihr damit nach den Richtlinien vom MDK sowie Versorgungsamt handelt.
 
Qualifikation
Pflegefachwirt + PDL und QM
Fachgebiet
Stationäre Pflege
S

stupanka

Aktives Mitglied
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29.11.2006
52070
Hallo,ich glaube Bradon,dass das nicht der geeignete Weg ist,wobei ich auch nicht denke,dass wir die Anordnung des Arztes einfach nicht ausführen können.Es besteht tatsächlich keine gesetzliche Regelung.
Entweder soll der HA die Anordnung mit auf das Rezept schreiben,oder es wird zugefaxt.Bei ganz schwierigen Ärzten lassen wir die Anordnung per Telefon geben,stellen den Lautsprecher an und unterzeichnen die Anordnung zu 2 PK mit dem Vermerk,dass der Arzt nicht unterschreiben will.
Somit bist Du auf der sicheren Seite.

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
B

bradon

Mitglied
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05.01.2007
55129
Hallo stupanka,

da liegst du mit deinem Urteil falsch. Ein Arzt kann es Dir eine Therape deligieren, allerdings muß der Ha die Therapie verantworten. Wir verantworten NUR die Durchführung. Zum deligieren muß der HA es schriftlich mitteilen z.B durch das Abzeichnen im Mediblatt.
Wenn ein HA nicht abzeichnen möchte, kannst du diese Deligation zurück weisen!!!
Deligation müßte wenn es mich nicht Irrt im BGB verankert sein.

Als Tipp: Achten wirklich drauf, dass der HA es auch abzeichnet, ihr könnt mit den Amter große Probleme bekommen. Ich spreche dabei wirklich aus eigene Erfahrung!!! Und damit meine ich nicht nur, das es mal im Mängelbericht der Ämter steht, es kann bis hin zur weiteren konsequenzen Seiten der Ämter führen.

Persönlicher Tipp. mit dem Lautsprechert und zwei Pk die es bezeugen.
Ihr müßt es auch dokumetieren, dass der HA informiert ist, das ihr den Lautsprecher auf laut gestellt habt. (rechtliche Sache).Be schwierigen Ärtzen würde ich auf keinen kompromis eingehen!!
Am sicherszen Seit ihr wirklich , wie es oben schon beschrieben ist, die Anordnung per Fax und Hdz euch zukommen zulassen.

Achten wirklich darauf, schöießlich ist der jenige dran der die Medis verabreicht hat und Ärtze verstehen auch ihren Handwerk wenn es darum geht, sich raus zureden!!!
 
Qualifikation
Pflegefachwirt + PDL und QM
Fachgebiet
Stationäre Pflege
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stupanka

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29.11.2006
52070
Hallo bradon,ich werd es noch mal nachlesen mit der Delegation,klar haben wir die Durchführungsverantwortung.Aber wie gesagt,ich versuch es mal rauszufinden wie die rechtliche Grundlage ist.
Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
S

stupanka

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29.11.2006
52070
Hallo,also ich find nix gescheites.......vielleicht hat einer von Euch was Betreff der gesetzlichen Grundlage??

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
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Stationär Altenheim
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Qualifikation
Krankenschwester
S

stupanka

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29.11.2006
52070
Hallo Wassermann,erst mal danke für den Link.

"Soweit eine Delegation an hinreichend formell und materiell qualifizierte Mitarbeiter möglich ist, erwächst der Mitarbeiter in den Status auch eines ..."

Hier ist m.E die formelle und materielle Qualifikation des PP gemeint.
Hinreichend formell scheint sich nicht auf die abgezeichnete Arztanordnung zu beziehen.

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Ja aber die §§ sind doch interessant.
Nach versuchter Übersetzung dieser ins "deutsche", sehe ich es so, dass der Arzt der Verantwortliche und im gegebenen Falle, der Schuldige ist.
Er muss nach Vorschrift der Einrichtung, also Therapien abzeichnen, handeln. Der Erfüllungsgehilfe bzw. Verrichtungsgehilfe(Pflegekraft) führt die Therapie durch.
Geht was schief, ist der Arzt schuldig.

Eveline
 
Qualifikation
Krankenschwester
M

---Merlin---

Mitglied
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30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo zusammen,

da muß ich bradon Recht geben.

So knallhart es auch klingt, aber bei nicht unterschreiben des Arztes, darf keine Medikation ausgegeben werden.

Sag das mal den Rechtsverdreher, wenn es im Extremfall (z.B. Tod) mal etwas passiert und der Arzt diese Anordnung abstreitet.

Deshalb dürfen wir nie vergessen, daß wir mit einem Bein immer im Knast stehen, auch wenn es zu Lasten des Bew. geht.
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
W

Werktätiger

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23.03.2006
26169
bradon und ---Merlin---

So knallhart es auch klingt, aber bei nicht unterschreiben des Arztes, darf keine Medikation ausgegeben werden.
Wie kannst du das so bestimmt sagen? Das interessiert mich sehr. (Wegen son Mist bin ich fristlos gefeuert worden.)
 
Qualifikation
Altenpfleger (exam.)
Fachgebiet
ich bin raus in die Rente
M

---Merlin---

Mitglied
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30.04.2007
Weilheim in OB
Hallo Werktätiger,

Warum bist Du fristlos entlassen worden? Schildere doch bitte Deinen Fall.
 
Qualifikation
Altenpfleger / PA
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
W

Werktätiger

Mitglied
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23.03.2006
26169
Schildere ich dir per PN, da ich vertraglich einen Maulkorb habe. :vertrag:
 
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Altenpfleger (exam.)
Fachgebiet
ich bin raus in die Rente
L

Ludger Keßel

Neues Mitglied
Basis-Konto
12.07.2007
58285
Guten Abend an alle, die sich zu dem Thema Medikamentengabe in Seniorenheimen und Arztunterschrift in der Pflegedokumentation äußern,

Fakt ist, dass es nach persönlicher Auskunft durch den Justitiar der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Münster, Herrn Rechtsanwalt Bertram Koch, derzeit keine Rechtsgrundlage gibt (wie Sozialgesetzbuch, BGB, StGB u.a.), die einen Arzt dazu zwingt, in der Pflegedokumentation irgendeinen Eintrag zu machen, und sei es eine Unterschrift. Auch die ärztliche Berufsordnung tut dieses nicht. Es wird zwar immer von den MDKs oder den Heimaufsichten das Gegenteil behauptet, aber beweisen können diese Leute das nicht. Als Vorsitzender unseres hiesigen Ärztenetzes habe ich zu diesem Thema kürzlich auch den Leiter unseres Gesundheitsamtes, der für die Heimaufsicht als Vorgesetzter zuständig ist, angesprochen und von ihm bestätigt bekommen, dass die Aussage des ÄKWL-Justitiars nach wie vor korrekt ist. MDK und Heimaufsicht überschreiten hier offensichtlich ihre Kompetenzen, es ist in unserem Ennepe-Ruhr-Kreis bisher auch noch kein Heim abgemahnt worden, weil die Arztunterschriften fehlten. Jedes Heim muss also für sich mit den dort behandelnden Ärzten Übereinkünfte treffen, auf welchem Wege man das Problem lösen möchte. Eines ist dabei sicher: der Weg der Erpressung (sprich, wenn du nicht unterschreibst lieber Doktor, dann gibt es auch keine Medikamente an die Patienten!) ist auch juristisch völlig daneben, da steht die Pflegekraft sehr schlecht da. Drohungen und Erpressungen werden von Juristen sehr eng gesehen. Man muss immer bedenken, dass Patienten, die ihren Arzt in der Praxis aufsuchen, durchaus nicht ständig irgendwelche schriftlichen Anweisungen bekommen und telefonische Berartungen und damit auch Medikamentenanordungen und -änderungen hier auch nicht durch Telefax oder e-Mail abgesichert werden. Außerdem glaube ich, dass niemand auf dem Wege der Erpressung oder Drohung zu überzeugen ist, schon gar nicht die zitierten Hardliner.

Ludger Keßel, Gevelsberg, Ennepe-Ruhr-Kreis
 
Qualifikation
Arzt
Fachgebiet
selbstständig
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