Aromatherapie und MRSA

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volkmar

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Guten Abend zusammen,
wer von euch hat evtl. Erfahrung mit Methoden der Aromatherapie.
Mir geht es speziell um die Möglichkeiten Öle und MediHoney bei MRSA-Patienten einzusetzen.

Grüße
Volkmar
 
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matras

Hallo?

muß mich beherrschen, nicht noch Pendeln und Kartenlegen vorzuschlagen! Ups - jetzt ist es passiert. Ich glaube einfach nicht, dass sich der (prakmatische) Mikrokosmos von Aromatherapie beeindrucken läßt. Vielleicht aber läßt sich die immunologische Situation der Patienten etwas verbessern? Medihoney ist als Medikament zugelassen und für solche Dinge angedacht.

Matras
 
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Ameise

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Hallo Volkmar,

in unserem Haus wird die Aromatherapie begleitend eingesetzt. Dazu gibt es ein Konzept, welches inhaltlich mit allen "Bestimmern" abgesprochen ist. Selbstverständlich kann die Aromatherapie auch bei MRSA Patienten eingesetzt werden. Warum denn nicht? Wichtig ist nur, dass Ziel bzw. was will man erreichen.
Wenn es um die Sanierung eines MRSA Trägers geht oder um die Therapie einer MRSA Infektion, dann muss (und dass nicht nur aus meiner Sicht) die Schulmedizin ran.

Gruß Ameise
 
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lavandula

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Eine gute Möglichkeit die ätherischen Öle bei bakteriellen Erkrankungen gezielt einzusetzen bietet das Aromatogramm.
Der Therapeut, Arzt oder Heilpraktiker macht einen Abstrich, von dem was ausgetestet werden soll. Der Abstrich wird an ein spezielles Labor geschickt, welches sich mit Aromatogrammen auskennt, um ihn dort auf Keimwachstum zu testen.
Sobald sich auf dem Nährboden (der Agarplatte) gezüchtete Keime zeigen, gibt man ätherische Öle in kleinsten Mengen zu und beobachtet, ob sie die Keime am Wachstum hindern. Die ätherischen Öle, welche die Keime am meisten hindern, sie haben einen sogenannten Hemmhof, sind am besten geeignet, eingesetzt zu werden. Hat man die wirksamsten ätherischen Öle gefunden, überlegt man, in welcher Anwendung sie dem Patienten am ehesten helfen.
Es kann eine Salbe gerührt, ein Massageöl gemischt oder ein Zäpfchen hergestellt werden – immer mit den selben Ölen, welche sich im Aromatogramm am wirksamsten gezeigt haben. Wichtig hierbei ist, Öle mit der gleichen Chargennummer, wie im Aromatogramm ausgetestet zu verwenden!
Positive Erfahrungen mit den ätherischen Ölen gibt es bei Scheiden- (candida albicans) und Harnwegsinfektionen (Escherichia coli), bei chronischen Entzündungen der Nasen-Nebenhöhlen (Sinusitis), im Rachenbereich (Paryngitis), bei Hauterkrankungen und oberflächlichen Wundbehandlungen.

Diese Methode ist in Deutschland leider noch relativ unbekannt. In den meisten Fällen in denen sie angewendet wurde, hatte sie Erfolg.
 
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Rixte

hallo lavendula,
was du da schreibst finde ich sehr interessant.
wo kann ich das nachlesen , um es auf Station vorzustellen?
LG Rixte
 
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lavandula

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Hallo Rixte,

schreib mir einfach eine Mail, dann kann ich Dir konkreter dazu antworten.

LG
Lavandula
 
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Ameise

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Hallo Lavendula,

gibt es denn schon Erfahrungen / Berichte die die Anwendung zur Sanierung des MRSA Trägers durch Aromaöle bezeugen.
Die Anwendung nach Austesten (Aromatogramm) soll ja bei Infektionen erfolgen. Bein MRSA Träger ist aber nicht die Infektion, die im Vordergrund steht, sondern die Kolonisation.

neugierige Grüße von der Ameise
 
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*kate*

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Dass einige Öle bei MRSA unterstützend eingesetzt werden können, hab ich auch schon gelesen...wir habens bisher nicht versucht...

Aber zum Thema wissenschaftliche Erkenntnisse:

aus: Elaine Zimmermann "Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe" (2006)

Ätherische Öle und Bakterien

"...Es wurden auch schon Untersuchungen in geschlossenen Räumen vor und nach dem Zerstäuben von ätherischen Ölen vorgenommen. Während in einem Beispiel vorher 210 Keime gefunden wurden (einschließlich zwölf Arten von Schimmelpilzen und acht Staphylokokkenstämmen), überlebten nur acht Keimarten die halbstündige Beduftung mit ätherischen Ölen. Hier wirken vor allem monoterpenhaltige Öle der Nadelbäume und Öle aus den Schalen der Zitrusfrüchte...Bei Untersuchungen der antibakteriellen Wirkweise von Melaleuca alternifolia hat man festgestellt, dass der Staphylokokkus aureus unter dem Einfluss dieses Öles Kaliumionen verliert und dass sich seine Morphologie, vor allem die seiner Zellmembran, stark verändert. Ätherische Öle aktivieren zudem verschiedene biologische Prozesse, vor allem auf neurologischem, endokrinologischem und immunologischem Gebiet, so dass dem Körper die Abwehr gegen die pathogenen Keime erleichtert wird."

In einer Forbildung haben sie uns folgendes gesagt:
Die ätherischen Öle, die eingesetzt werden bei MRSA Trägern stellen eine unterstützende Maßnahme dar. Sie reduzieren die Keime und verändern deren Struktur, wodurch sie leichter zu bekämpfen sind, gleichzeitig stärken sie die Abwehr des Trägers....
 
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lavandula

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Ich kann selbst von einigen Erfahrungen berichten, was aber hier den Rahmen sprengen würde. Es gibt in Karlsruhe ein Labor (Dr. Zoulek & Kollegen), die verschicken auch gerne Informationsmaterial zu dem Thema.

Das Thema MRSA und Keimsanierung gehört auch zu der von mir angebotenen Ausbildung zum Arompfleger/zur Aromapflegerin.

Es gibt einige meiner Schüler die dies auch schon in Ihren Einrichtungen umgesetzt haben und von großem Erfolg berichten. Selbstverständlich immer in Zusammenarbeit mit den Hausärzten der Bewohner.

Zu der Keimreduzierung in Räumen hier noch ein Ausschnitt aus dem Buch von Jean Valnet:
Die beiden Forscher Morel und Rochaix konnten die bakterientötende Wirkung des Zitronen-Öls durch verschiedene Untersuchungen beweisen. Verdampfte Zitronen-Essenz zerstört innerhalb von 15 Minuten den Menningokokkus, in weniger als einer Stunde die Ebert-Bakterien, in 1-3 Stunden den Pneumokokkus, in 2 Stunden den Staphylokokkus aureus und in 3-12 Stunden die hämolytischen Streptokokken. Die reine Essenz kann sogar in einer Verdünnung von 0,2 % den Tuberkulose-Erreger an der Vermehrung hindern!!!
 
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Akropolis

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Hallo, dieses Thema finde ich äußerst interessant. Wir hatten letztes Jahr eine Diabetikerin, deren offene Beine von der Hausärztin mit Medy-honey versorgt werden sollten - mit super Erfolg! Die Stellen waren innerhalb ganz kurzer Zeit wieder zu. Wurde sogar von der Kasse genehmigt. LG Akropolis.
 
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orangenblueten

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Habe erst heute mal wieder in das pflegeboard gesehen und deine Meinung gelesen. Um eine Info zu kritisieren sollte man sich vielleicht vorher informieren, um Vorurteile zu entkräften.
1. Es gibt eine Studie der Uni Heidelberg über Orsa und Teebaum, in der sich Teebaum in einer Konzentration unter 1% als äußerst wirkungsvoll erwies und sogar die WHO diesen Ansatz aufgriff als mögliche Therapie in den 3. Welt Ländern. Teebaum greift die lamellenartigen Strukturen in der Bakterien Zelle ab und führt zum Absterben der Zelle.
Auch andere ätherische Öle haben sich als äußerst wirkungsvoll dargestellt. So tötete Ingwer in einer Verdünnung von 0.0075 % Helico bacter pylori ab.
Du siehst also, kein Hokus Bokus sondern fundierte wissenschaftliche Arbeit.
E. Braun- Folta
 
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orbity

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Nur mal so als Frage: Was hat medizinischer Honig mit der Aromatherapie zu tun?

Im übrigen würden viele von uns die Aromatherapie wesentlich eher akzeptieren wenn sich ihre Anhänger mal ein bisschen kritischer damit auseinander setzen würden. Was wir in der Pflege sicher nicht brauchen ist Esoterik die zur Wissenschaft erklärt wird. Aromatherapie kann sicher viel, sicher auch mehr als manch Schulmediziner zugeben möchte. Es hat aber ganz sicher auch ein riesiges wirtschaftliches Potential. Wenn ich heute viel Geld machen möchte gehe ich in eine Pflegeeinrichtung (und bringe natürlich auch viele billige Kugelschreiber mit), erzähle tolle Sachen von denen nur die Hälfte einer wissenschaftlichen Untersuchung standhält (Ich empfehle an dieser Stelle diverse Atikel von Colin Goldner) und verkaufe dann meine Öle für richtig viel Geld. Erinnert euch das nicht an die Methoden der Pharmaindustrie?

Und wer nicht an die Öle glaubt ist ein Ketzer oder Schulmediziner.

So lange Pflegekräfte völlig unreflektiert esoterische Dufttücher durch die gegend werfen ohne sich mal zu überlegen ob die Kopfschmerzen vieleicht gerade vom Öl kommen, so lange werde ich das wort "Schwester" als schimpfwort empfinden.
So genannte Aromatherapeuten kommen ja auch auf die gloreiche Idee, OP-Wunden mit Kräuterwasser zu desinfizieren und wundern sich dann über die zunehmende häufigkeit von Wundheilungsstörungen.:mad_2:

Und ihr wollt respektiert werden?:spinner:
 
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Schwester Christa

Schwester Christa

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Dazwischen auch mal Senf von mir...

Am Interessantesten finde ich ja, wie sich bei solchen Themen die Welt gleich in schwarz und weiß teilt, entweder, oder und wie sich die Pflege Schuhe anzieht, die ihr eigentlich nicht gehören. Oder machen Pflegende jetzt schon Feldversuche zur Wirksamkeit von Medikamenten?

Auch in meiner Klinik arbeiten wir mit Aromapflege. Im Rahmen der Drogenentgiftung werden bei verschiedensten Symptomen ätherische Ölmischungen erfolgreich eingesetzt.
Wir haben eine ausgebildete Aromaexpertin als Kollegin in unseren Reihen, die die Mischungen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen herstellt.

Zudem glaube ich, dass im Zeitalter von Zertifizierungen auf esoterischer Ebene immer weniger läuft dafür um so mehr fachlich belegt sein muss.

Ach ja, und um beim Thema zu bleiben: In einer anderen Abteilung meiner Klinik wurden Aromaöle ebenfalls erfolgreich gegen MRSA eingesetzt.
Ein Unterschenkelulcus mit MRSA besetzt, unter herkömmlicher Behandlung acht Monate offen, war unter Einsatz der Aromapflege und Absetzen aller Antibiotika nach drei Wochen zu!
 
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Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
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Niederschwelliger Drogenentzug
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