Arbeitszeitmodelle in der Pflege

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T

thinkpink

Mitglied
Basis-Konto
03.04.2002
Hallo Boardmanager,

ich schlage das Thema Arbeitszeitmodelle in der Pflege vor.
Warum?

Die üblichen Arbeitszeitmodelle werden in der Regel selten von den Pflegekräften begrüsst, diese fügen sich meist nur (notgedrungen) in die vorgegebenen Arbeitszeitvorlagen.

Dienstbeginn in Krankenhäusern und Pflegeheimen, nicht selten schon um 6 Uhr morgens, sind nicht sehr Arbeitnehmerfreundlich (u.a. öffentliche Verkehrsmittel an Wochenenden und Feiertagen) und die Patienten und Bewohner lassen sich auch nicht immer probemlos so früh aus ihren Träumen reissen.

Ausserdem sollten sich doch verschiedene Dienstzeiten für verschiedene Typen von Menschen finden lassen:
-der Tagmensch, steht gerne sehr früh auf und geht gerne am frühen Abend in die Falle
-der Nachtmensch, bleibt abends gerne etwas länger auf und kommt darum morgens schlecht aus den Federn
-der Familienmensch, muss seine Kinder in den, von der Gesellschaft vorgegebenen Normzeiten, versorgen können
-der unabhängige gesellige Mensch, möchte ab und zu gänzlich flexible Arbeitszeiten
-etc.

Ich denke, dass ein grosser Teil der Probleme im Pflegebereich, willige Arbeitskräfte zu finden, mit der Arbeitzeit zu tun hat.

Es wäre vielleicht sinnvoll und bestimmt ziemlich kommunikationsfördernd, wenn in diesem Arbeitszeitmodell-Board (oder einem Unterboard) dann auch die Möglichkeit bestände, für einzelne Personen, ihre Vorstellung von ihrer persönlichen Idealarbeitszeit darzulegen - wertfrei, ohne Rücksicht auf wirtschaftlich machbare Lösungen.

Nur so als Anregung

Gruß
thinkpink
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
?
J

johannes

Mitglied
Basis-Konto
hallo thinkpink,

wenn Sie einmal auf meine page sehen, finden Sie ein Arbeitszeitmodell, mit dem auch die Pflegekraft als Mensch zur Geltung kommt.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
H

Harry Plewa

Mitglied
Basis-Konto
29.03.2002
69198
www.pflege.de
Hallo Johannes,
bin zuerst ziemlich erschrocken 7 Tage Woche, aber ein 7 7 Modell ist natürlich ok.
Das zeigt Verständnis für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Und ist für die Pflege wirklich eines der Sinnvollen Arbeitszeitmodelle.
Die Sklaventreiber die sich Pflegedienstleiter nennen (sind natürlich nur die reinen Betriebswirte gemeint) und dann mit 6 Tage Woche kommen möglichst noch Teilzeit und gegen den Willen der ganzen Pflegenden! Und damit viele viele Qualifizierte Pflegekräfte aus der Pflege vertreiben um selbst 4,50 E mehr zu verdienen, sollte mal eigenlich ofiziell nicht mehr Pflegedienstleiter sondern Aufseher nennen.
In vielen großen Häuser wird diese Katastrophenmodell heute ernsthaft diskutiert bzw. wieder eingeführt.

Auch der Kurzeinsatz 3 oder 4 Stunden in einer Schicht oder Teildienste werden dort zum Beispiel Uni Klinikum Düsseldorf ernsthaft eingeführt.

Das ist Personalverachtend und diskreminierend! Pflegepersonal wird damit vom Pflegepersonal gezielt unterdrückt Anstatt die eigendliche Funktion wahrzunehmen degradieren sich solche Aufseher wie ich sie ab jetzt nenne zu Helfershelfer einer Wirtschaftstheorie, die dem Mitarbeiter eine Art Maschienenfunktion zuweisen.

Dabei verschlechtern solche Arbeitzeitmodelle das Ansehen der Pflegeberufe drastisch. Durch solche Ausbeutungsmodelle wird klar hier ist ein Beruf in dem ich mich als Opfer fühlen muss!

Von daher schrecken die Jugendlichen sofort zurück, wenn ihnen klar wird wie sehr sie dort in eine Abhänigigkeit getrieben werden. Ich muss sagen ich bin froh das die Jugenlichen heute so klug sind nicht mehr in die Pflege zu gehen. Solange sich Pflegende solche Arbeitsbedingungen wie die 6 Tage Woche und Teildienste gefallen lassen, kann ich niemanden raten diesen sonst so guten Beruf zu ergreifen.

Außer er möchte sich selbst zum Sklaventreiber Ausbilden lassen...? :mad:

[ 17. April 2002 11:17: Beitrag editiert von Harry Plewa ]
 
Qualifikation
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet
Orthopädische Uniklinik Heidelberg
J

johannes

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Harry,

Deinen Rat an Jugendliche, nicht in die Pflege zu gehen, halte ich persönlich nicht für glücklich. Es ist zwar richtig, daß häufig - oder fast immer - schlechte Arbeitsbedingungen vorhanden sind. Doch diese werden nicht besser, wenn keine neuen Kräfte nachkommen. Einen anderen Ansatz halte ich für sinnvoller:

Das SGB XI, § 80 Abs. 4 schreibt vor, daß Pflege aktivierend zu geschehen hat. Das bedeutet nach diesem Gesetz, daß vorhandene Fähigkeiten des Pflegebedürftigen erhalten werden sollen und Anleitung gegeben werden soll, verlorene Fähigkeiten wieder zu gewinnen.

Wenn nun die Mitarbeiter in der Pflege gezielt nach dieser gesetzlichen Vorschrift pflegen, werden die Arbeitgeber bald nicht mehr umhin kommen, mehr Personal auszubilden und einzustellen. Dann werden sich auch die Arbeitsbedingungen automatisch verbessern. Es wird wohl kaum jemand in der Lage sein, eine Arbeit, die nach dem Buchstaben des Gesetzes ausgeführt wird, zu kritisieren.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
[email protected]

Ich selbst erlebe auch in einigen Krankenhäusern der Umgebung den Rückgang von der 5 Tage-Woche in eine 5,5 oder sogar 6 Tage Woche.Diese Entwickelung stimmt mich Persönlich traurig da wir so keine Atraktivität in unserem Beruf haben der Jugendliche veranlasst diesen Beruf zu erlernen.Desweiteren wird so nur die Berufsflucht bei vielen eher herbeigeführt da dies nicht mehr mit der sozialen Umgebung zu vereinbaren ist.Wir sollten diesen Beitrag vieleicht in dem Forum Berufspolitik weiter Diskutieren, ich eröffne dort mal dieses Thema.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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