Arbeitsrecht Arbeitsunfall, Arbeitgeber droht mit ....

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suchender

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Hallo zusammen,

ein Dankeschön für die PMs zu meinem ersten, leider mißglücken Thema. Ich will es hier noch mal in Ruhe, vernünftig schildern. Es geht nicht um mich, sondern um ein Familienmitglied, das als Nachtschwester in einem Krankenhaus arbeitet.

Folgendes ist passiert:
Krankenschwester stürzt im Nachtdienst schwer, von einem vom Betrieb angeschaften Fahrzeug (Roller). Nach mehrmonatiger Genessung steht fest: Sie kann den Nachtdienst aufgrund eingeschränkter Bewegungs und Hebebelastbarkeit der Schulter nicht mehr alleine durchführen. (Patient mit beiden Armen heben, geht nicht )

AG:
-droht mit möglicher Kündigung
-hohen Anwaltskosten
-zweifelt Arbeitsunfall an (sei grob fahrlässig?!! passiert)
-versucht die Lohneinstufung zurückzusetzen
-droht mit über 10 Jahre alten Abmahnungen

Es geht in der Sache vorran, Eure Meinungen wären aber trotzdem interesant. Vielleicht hat ja schon jemand ähnlich Erfahrungen gemacht. Für mich, als nicht im Pflege oder medizinischen Gewerbe tätig, ist es schockieren wie mit den Mitarbietern umgegangen wird.

danke vorab für Eure Anworten.
 
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UlrichFürst

Folgendes ist passiert:
Krankenschwester stürzt im Nachtdienst schwer, von einem vom Betrieb angeschaften Fahrzeug (Roller).
Mal zum Verständnis: War das ein Roller, der für die Pflegenden oder Boten da ist um schneller von A nach B zu kommen, ist vllt. ein Rollator gemeint ("rollende Krücken" für einen Patienten) oder lieg ich ganz falsch?

Entlassungsbericht: Aus orthopädischer Sicht sollten dringend die Prinzipien der Gruppenpflege zur Anwendung kommen. Es wird eine Befreiung vom Nachdienst bei fehlender Gruppenpflege ausgesprochen.

vor Ort: alleinige Nachtschwester.
Die Geschäftsleitung: Wenn jemand angehoben oder zur Toilette gebracht werden soll, könnten die im Ruheraum befindlichen Personen (1Arzt, 1Zivi) gerufen werden.

Ca. 40-50% der Patienten die Nachts klingeln, benötigen Hilfe, die ein Heben oder Stützen erfordert.
Ich vermute mal das die beiden Bereitschaftsdienst haben? Dann werden die sich freuen. Nichts desto weniger sollte sie sich diese Hilfe holen, wann immer nötig. Es wird sich dann evtl. kurzfristig herausstellen, dass es dann eben keine Bereitschaftsdienste mehr sind, sondern normal Arbeitszeit und demjenigen (Zivi) als solche angerechnet werden müssen. Dazu sollte der zu Hilfe gerufene natürlich darüber Buch führen, wie oft er tatsächlich arbeitet.

Die Geschäftsleitung versucht mit allen Mitteln die Nachtschwester im Nachdienst zu halten, obwohl die empfohlene Gruppenpflege so nicht vorhanden ist.

-droht mit möglicher Kündigung
-hohen Anwaltskosten
Anwaltskosten verstehe ich nicht. Wofür einen Anwalt (von Seiten des AG)?

-zweifelt Arbeitsunfall an (sei grob fahrlässig?!! passiert)
Ich weiß jetzt nicht wer das nachweisen muss (AG oder AN) aber deshalb meine erste Frage ganz oben.

-versucht die Lohneinstufung zurückzusetzen
Nicht das wir da aneinander vorbei reden: Ein niedrigerer Lohn wird auf alle Fälle herauskommen, wenn sie mit gleicher STundenzahl nur noch am Tag arbeitet (wegfall der Wechselschichtzulage).

-droht mit über 10 Jahre alten Abmahnungen
Inwiefern bzw. mit was genau?

Ulrich
 
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suchender

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Hallo,


Lohneinstufung: klar das Tagschicht, weniger Entgeld bedeutet, es ging hier um die "Lohnklasse", nach Tarif usw..

Abmahungen: .. die sind ja noch in der Akte, bla bla. Würden dann wohl für alle Fälle wieder rausgekramt usw... (wie gesagt, alle über 10 J. alt, seitdem nichts mehr vorgekommen )
 
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UlrichFürst

mit Roller ist ein Beföderungsmittel gemeint. Ein Fuß-Roller, um die langen Wege zu verkürzen.
Und den hat sie benutzt nehme ich an? Worin begründet den der AG die (auch noch gobe) Fahrlässigkeit?

Zum Rest: Ich persönlich würde das als Muskelspiele/Einschüchterungsversuche einschätzen, kenne aber latürnich nicht die Situation...

Ulrich
 
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traveler

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Hallo weiss jetzt nicht so recht zu was du eine Meinung haben willst?

droht mit möglicher Kündigung: mit welcher Begründung?

hohen Anwaltskosten: jeder zahlt seinen selbst, auch der der Gewinnt. Ist also von allen Prozessen der günstigste.

zweifelt Arbeitsunfall an (sei grob fahrlässig?!! passiert): ist es strittig ob dieser überhaupt passiert ist? Hat die BG bezahlt?
Was heißt grob fahrlässig. Wie ist die Begründung? Hat Sie die nach Dienstanweisung angeordneten Schneeketten nicht aufgezogen obwohl Glatteis auf dem Gang war?:kopfkratz:

versucht die Lohneinstufung zurückzusetzen: warum?

droht mit über 10 Jahre alten Abmahnungen: Unsinn, Schnee von gestern. Antrag auf Entfernung stellen. Wundert mich dass dies nicht schon längst passiert ist. Dazu gibt´s auch Regelungen im Manteltarifvertrag. Bei uns sogar eine Betriebsvereinbarung, daß nach spätestens 3 Jahren Abmahnungen entfernt werden müssen, wenn keine neuen dazugekommen sind.

AG lässt die Muskeln spielen, na ja. Gut derjenige der eine kostenlose Rechsberatung bzw. -vertretung als Gewerkschaftsmitglied hat.:p

Gruß renje
 
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suchender

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@renje

Kündigung: ist völlig haltlos, aber schon ein starkes Stück, das dem AG überhaupt sowas in den Sinn kommt.

Anwaltskosten: sind es hier sicherlich wert, und werden moderat bleiben.

... grob fahrlässig: was soll man dazu sagen, das Beispiel mit den Schneeketten trifft es ganz gut, vielleicht gibts auch eine Anweisung nach der sie vorher die Beleuchtungsanlage hätte prüfen müssen, im Nachdienst auf dem Gang ohne Abblendlicht unterwegs, ohoh. :)

Lohneinstufung: hier ist die Begründung wohl, das die Leistungsfähigkeit eben nicht mehr 100% entpricht, da ja seit dem Unfall (leider) eingeschränkt.

Abmahnungen: soweit ich weiss gibt es keine feste Verjährfrist, aber da die Gründe für die Abmahnungen nicht sooo dramatisch waren und seither nichts mehr vorgekommen, dürfte es exact so sein wie Du schreibts. Danke für Deine Einschätzungen.
 
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