Arbeitsrecht Arbeitsrecht/Personalakte

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pdlandy

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In wieweit hat ein Mitarbeiter das Recht in seine Personalakte zu schauen?Darf etwas geschwärzt werden?Ist dies ad hoc möglich oder muss man seinen Mitarbeiter dazu einen Termin geben um Einsicht in seine Akte zu nehmen?Gibt es gesetzliche Grundlagen die zu berüchsichtigen sind?
Vielen Dank für eure Antworten schon im Voraus.
 
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Hallo pdlandy,

soweit ich weiss, darf jeder seine Personalakte einsehen, natürlich mit Thermin, bei der insicht darf ein Vertreter der MAV oder des Betriebsrates dabei sein. Aus der Personakte darffür dei Einsicht nichts entfernt odergeschwärzt werden.
Hoffe ich konnte Dir helfen.

Grüsse DvD
 
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pdlandy

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Erstmal Dake DvD,
hoff noch auf weitere Info´s.
mfg
 
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Hallo pdlandy,
jeder Arbeitnehmer hat grundsätzlich das Recht auf Einsichtnahme in seine eigene Personalakte. Dieses Recht gewährt ihm das Betriebsverfassungsgesetz. Zu dieser Einsichtnahme kann er als Zeuge ein Mitglied des Betriebsrates mitnehmen.
Sind in der Personalakte Tatsachen beschrieben, die aus der Sicht des Arbeitnehmers nicht zutreffen, hat er das Recht, der Akte eine Gegendarstellung beizufügen. Von diesem Recht sollte man z. B. Gebrauch machen, wenn in einer Abmahnung Vorwürfe erhoben werden, mit denen man nicht einverstanden ist.
Neben der Hinzufügung von Erklärungen wie einer Gegendarstellung hat der Arbeitnehmer auch das Recht, Schriftstücke aus der Personalakte entfernen zu lassen. Findet der Arbeitnehmer z. B. Unterlagen, die in der Personalakte nichts zu suchen haben, kann er auf das Entfernen aus der Akte bestehen.
Darüber hinaus haben Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, dass Abmahnungen aus ihrer Personalakte entfernt werden, wenn sie sich in einer bestimmten Zeitspanne untadelig verhalten haben. Ein fester Zeitraum ist nicht festgelegt, da es auf die Situation im Einzelfall ankommt. Als Bandbreite werden zwischen 12 und 42 Monate genannt.
Gruß Theresa
 
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SchwesterWolfgang

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. . . bei einer Terminsetzung zur Einsicht würde ich als Arbeitnehmer dankend darauf verzichten, weil ich dann den Verdacht nicht loswürde, dass vorher Dinge herausgenommen wurden, die ich nicht sehen soll. Deswegen ist vom Gesetzgeber auch keine Terminsetzung vorgesehen. Natürlich kann es durchaus passieren, dass es gerade nicht passt, wenn ich angetrudelt komme, aber dann würde ich mein Anliegen nicht gleich kundtun, sondern einfach später wiederkommen. In kleinen Betrieben sollte es in der Regel sofort möglich sein und für große Betriebe werden in den einschlägigen Kommentaren Sprechstunden für die Personalabteilung vorgeschlagen . . .
 
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Rayman

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Hallo pdlandy,

zusammengefasst heisst das:
- das Recht hast Du immer
- nimm Dir den BR als Zeugen mit
- es sollte ohne Termin gehen

Gruß
Rayman

... @Theresa: das mit der Bandbreite zum Entfernen der Abmahnungen sind wirklich 'nur' Richtwerte, nach denen sich mehr oder weniger viele Personalchefs halte, verpflichtet eine Abmahnung aus der Akte zu entfernen sind sie nicht, es sei denn Du hast Dir das Recht erstritten.
 
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pdlandy

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Hey vielen lieben Dank euch kompetenten Ansprechpartnern,

trotzdem noch eine Frage dazu: Wenn kein BR vorhanden ist , kann sich der Mitarbeiter dann einen x-beliebigen Zeugen mitnehmen?
Nochmals Danke im Voraus.
mfg
 
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. . . das mit dem x- beliebigen Zeugen ist ein wenig schwierig. Entweder es ist ein nicht dem Betrieb zugehöriger Mensch, dann kann die Personalabteilung mit Recht sagen, dass ein Außenstehender nichts in der Personalabteilung zu suchen hat (außer bei einer eigenen Bewerbung) und schon gar nicht bei den Personalakten. Bei einem Betriebsangehörigen ist die Schwierigkeit - entweder hat er Arbeitszeit, dann kann er nicht einfach weglaufen um für einen anderen den Zeugen zu spielen, oder er hat frei, dann hat er/sie im Betrieb nichts zu suchen, es sei denn in eigener Sache. Das einzige Schlupfloch, welches ich sehe, wäre dann gegeben, wenn beide in der Pause hingehen und dass die Personalabteilung eine andere Pausenzeit hat, also verfügbar ist . . . .
Aus dem BetrVG weiß ich, dass es nicht mal Ersatzmitgliedern die gerade nicht als solche eingesetzt sind, nicht möglich ist, dieses Einsichtrecht wahrzunehmen. Das Recht als Zeuge o.ä. Einsicht zu nehmen, steht nur amtierenden BR zu . . .
 
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pdlandy

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Hi und Danke,

mit x-beliebig meinte ich natürlich auch kein Aussenstehenden , sondern einen x-beliebigen Mitarbeiter. Hast meine Frage aber gut beantwortet. Danke
 
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traveler

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Hallo,

ich reibe mir etwas verwundert die Augen ob dieser Diskussion.
1. natürlich habe ich das Recht in meine Personalakte zu schauen.
2. warum kann ich mich nicht an meinem Arbeitsplatz auch mal nach Dienstschluss aufhalten? Wie oder wo sollte das generell verboten sein?
3. welches Interesse sollte denn der AG haben irgendwas aus der Pers.akte zu nehmen und wer sollte das tun? Der Geschäftsführer persönlich der, ausgenommen Kleinstbetriebe, gar keine Ahnung hat, wer gerade zur Einsicht kommt. Der Sachbearbeiter um sich massiven Ärger einzuhandeln - irgendwann kommts ja doch raus? Und was sollte denn entnommen werden? Schlechte Beurteilungen - die müssten dir doch sowieso bekannt sein, da du alle durch Unterschrift zur Kenntnis nimmst. Alles andere, Arbeitsvertrag, Zeugnis, Erlaubnis Berufsbez., Fortbildungen, Beschäftigungsverlauf, Eingruppierung usw. macht keinen Sinn da etwas für die Einsicht zu entfernen.

Wie stellst du dir vor, dass ein Zeuge was denn bezeugen sollte?

Wenn ich meinem AG sowas unterstelle wäre das Arbeitsverhältnis ziemlich zerrüttet.

Habe mehrmals in den letzten Jahren in meine Pers.akte geschaut, hatte grosse Erwartungen beim ersten Mal und war etwas enttäuscht, dass da eigentlich so wenig und dann nur verwaltungstechn. Dinge in der Akte sind die eh schon gekannt habe.

Also lass die Kirche im Dorf, mach einen Termin, schau dir das Ganze mal an und entscheide dann weitere Schritte. Wenn du meinst da wurde was entfernt, dann schau in ein paar Monaten nochmals rein, wäre unwahrscheinlich, dass dann der/diejenige wieder dieselben Blätter entfernen würde.

Vielleicht bin ich in diesem Pkt. zu naiv, aber ich wüsste auch nicht was ein MAV Mitglied dabei sollte, wenn ich in meine Akte sehe.

Gruß renje
 
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. . . hallo renje,
ist ja schön, wenn bei Euch alles so toll harmonisch abläuft. Ihr seid da wahrscheinlich inzwischen die Exoten, denn wenn Du es noch nicht bemerkt haben solltest - inzwischen ist seit ca. 10 Jahren der Umgang AN/AG frostiger geworden. Schau Dich mal in diversen Foren um - Du wirst schon über die Fragestellungen entsetzt sein - die signalisieren schon, wie harsch man miteinander umgeht. Und das Entfernen von Unterlagen aus der Personalakte ist gelebte Realität. Mitunter findet man da Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen und da ist es schon besser, einen Zeugen dabei zu haben, denn später sind sie nicht mehr aufzufinden. Auch der MA der Personalabteilung steht in einem Abhängigkeitsverhältnis . . .
 
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pdlandy

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Hi renje,

du bist auf jeden Fall diesbzgl. zu naiv - keine Frage - Sorry! ,

wenn ein verrütetes Vertrauensverhältnis zwischen AN und AG vorliegt , so werden in der PersoAkte durchaus gern einmal Stellungen vom AG genommen , die sich auf mangelhaftes Verhalten , angebliche Krankmacherei usw. beziehen. Kommst du nun allein , ist es potentiell möglich das einzelne Blätter entfernt werden , damit du dazu keine Gegendarstellung nehmen kannst. Dieses Procedere umgehst du mit einen Zeugen.
Also Augen weiter wischen und dann langsam aufwachen und feststellen , das jede Einrichtung ihre eig. Gepflogenheiten aufweist.
 
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Hallo pdlandy,

zu naiv? Ich habe offensichtlich einen AG der korrekt mit seinen MA umgeht.
Vielleicht steh ich auf der Leitung, aber ich kapiers immer noch nicht:
Also der AG nimmt etwas aus der Akte, der Zeuge sieht nichts, was bezeugt dieser nun bzw. welches Procedere kann ich damit umgehen? Vorher raus, hinterher rein geht doch auch mit Zeugen?

Wie du aus meinem Profil ersiehst bin ich Supervisor und damit auch in anderen Einrichtungen unterwegs - als keine Angst ich lebe nicht im luftleeren Raum. Aus meiner Erfahrung ist diese Vorgehensweise nicht die Regel sondern die Ausnahme.

Ach ja, bitte sachlich bleiben, sonst ist ein Diskussion nicht möglich - DANKE.

Gruß renje
 
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Hallo renje,
also, wie schon beschrieben, komme ich mit vielen Betriebsräten zusammen und bin auch in einigen öffentlichen und nichtöffentlichen Foren zum Thema Arbeitsrecht angemeldet. Und was ich da höre und lese - dazu die diversen Informationen aus Fachzeitschriften zum Arbeitsrecht - das liest sich alles ein wenig anders als korrekt. Und der Kollege hat diese Frage hier garantiert auch nicht eingestellt, weil er einfach interessehalber mal sehen wollte, wie so eine Personalakte aussieht. Und wenn Du mal realistisch herangehst - Deine Erfahrungen als Supervisor helfen bei der Lagebeurteilung nicht so richtig, denn die unangenehmen Zeitgenossen unter den Arbeitgebern, die ihre Leute wie ein Zitrone ausquetschen, die werden mit Sicherheit kein Geld für einen Supervisor ausgeben.
Und wie ich schon geschrieben hatte: es ist schön und tröstlich, dass es noch korrekte Arbeitgeber gibt, nach meiner Beobachtung ist das jedoch in Deutschland eine aussterbende Spezies . . .
Eigentlich wollte ich Dir ein aktuelles Beispiel aus der Praxis anfügen, da das Verfahren jedoch nicht abgeschlossen und dies ein offenes Forum ist, verkneife ich mir das. Vielleicht später mal . . .
 
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traveler

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Hallo SchwesterW
unangenehmen Zeitgenossen unter den Arbeitgebern, die ihre Leute wie ein Zitrone ausquetschen, die werden mit Sicherheit kein Geld für einen Supervisor ausgeben.
Da ist was Wahres dran, muß ich zugeben.

Ich verstehe bei solchen AG die Funktion eines Zeugen immer noch nicht s.o.

In der Hoffnung dass solche AG die Minderheit darstellen

einen schönen Abend.

Gruß renje
 
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Okay renje,
die Hoffnung stirbt zuletzt ;-) Nee, mal im Ernst - kann ja auch sein, dass wiederum ich nur die negativen Beispiele erlebe. Andererseits - die Fachpresse . . . .
Nun doch mal zur Zeugenfunktion am praktischen Beispiel (zum Glück ist mir noch eins aus den vergangenen 5 Jahren eingefallen):
Ein großes Unternehmen, mehrere Pflegeheime, häuslicher Pflegedienst an mehreren Standorten, Tages- und Kurzzeitpflege in mehreren Orten und Behindertenfahrdienst. Eine MAin, alleinstehend - mit 20 Wochenstunden fest in der stationären Pflege beschäftigt, zusätzlich 20 Wochenstunden befristet in der häuslichen Pflege, ist bei der PDL der stationären Pflege in Ungnade gefallen. Diese führt hinter dem Rücken der MAin ein Gespräch mit der PDL häusliche Pflege und erklärt ihr, dass die MAin künftig im stationären Bereich die Gelegenheit hätte, Mehrstunden zu leisten und deshalb für den häuslichen Bereich nicht mehr planbar ist. Über dieses Gespräch wird ein Protokoll angefertigt, in dem zu lesen ist, dass die MAin mit dieser Regelung einverstanden ist. Nichts davon stimmt - weder die versprochenen Mehrstunden kommen, noch hat die MAin je ihr Einverständnis erklärt. Sie erfährt auf Umwegen von diesem Protokoll, nimmt Einsicht in die Personalakte im Beisein eines BR- Mitgliedes, fertigt eine Abschrift an und lässt diese von dem BRM gegenzeichnen. Ebenso fix lässt sie sich vom häuslichen Pflegedienst bestätigen, dass die sie gern einstellen würde, wenn dieses Protokoll nicht wäre. Was denkst Du nun - wie gut waren ihre Aussichten auf Schadensersatzforderung wegen entgangenem Verdienst?
Und was meinst Du, was der kleine Sachbearbeiter im Personalbüro unter Druck gemacht hätte, wenn nicht eben diese durch schriftliches Zeugnis beglaubigte Abschrift vorgelegen hätte?
 
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traveler

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Hallo SchwesterW,

halleluja jetzt habs sogar ich kapiert :thumbsup2:. In der Reihenfolge macht es für mich Sinn.

Ich danke dir für deine Erklärung, jetzt kann ich beruhigt ins Bett gehen:eek:riginal:

Eine ruhige Nacht, auch für diejenigen die Arbeiten müssen.

Gruß renje
 
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. . .hihi, da bin ich aber jetzt echt auch beruhigt :)
 
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pdlandy

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Danke Schwester Wolfgang für deine Bemühungen - schön renje dass du nun weißt , weshalb wir sodenken und zu handeln versuchen.
mfg
 
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