Arbeitsrecht/Heimgesetz

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I

ingefranz

Neues Mitglied
Basis-Konto
26.09.2006
53809
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin. Habe aber nur eine kurze Frage.

Ich habe vor kurzem die Leitung eines Seniorenheimes übernommen. Bin zwar kein Heimleiter oder Qualitätsmanager aber in einem kaufmännischen Beruf tätig. Insoweit ist das kein Problem.

Nun kommt meine Frage: Die PDL fährt während Ihrer Dienstzeit mit den Bewohnern einkaufen (wie es ihr passt) muß aber dazu sagen das ist ein Familienbetrieb und die PDL ist die Tochter der Inhaberin.(Insgesamt sind davon mehrere in dem Betrieb beschäftigt) Diese hat bisher das Heim mit ihrem Mann geführt (in wirtschaftlicher Sicht mehr recht als schlecht). Aber einkaufsfahrten kann ich ja schlecht mit dem LVR oder den Sozialämtern abrechnen. Sind diese Fahrten überhaupt durch die PDL durchzuführen (Geht ja Arbeitszeit verloren). Nach allem was ich gelesen habe ist das von den Betreuern oder den Angehörigen ja durchzuführen. Kann ich durch diesen Umstand eine Abmahnung schicken oder sogar das Arbeitsverhältnis auflösen? (Wobei Familienbetrieb und auflösen:nono: ). Aber ich muß hier einigen Leuten den Zahn ziehen das ein Familienbetrieb ein Selbstbedienungsladen ist. Was würdet ihr mir raten was ich tun soll?
 
Qualifikation
Steuerfachangestellter
Fachgebiet
Steuerbüro Schwerpunkt Pflegedienste
L

Lisy

Hallo ingefranz,
ich würde mir das ganze noch eine Weile ansehen und analysieren. Was wie ein Selbstbedienungsladen aussieht, muß noch lange keiner sein.
Auserdem kann es sein, das dies so gewollt ist.
Und wenn der Betrieb mehr recht als schlecht läuft und nicht anders rum, ist das doch in Ordnung. Dann nehmen sich die Kinder ihr Erbe halt jetzt schon.
Auf jeden Fall ist es heikel, sich zuweit aus dem Boot zu lehnen.
Es sei denn du hast den eindeutigen schriftlichen Auftrag "klar Schiff" zu machen.
Gruß Lisy
 
T

traveler

Aktives Mitglied
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09.12.2005
Kaufbeuren
Tja da kann ich Lisy nur zustimmen,

Familienbetrieb und kündigen fällt wohl aus.

Ich würde die klassischen Instrumente des Controllings einsetzen. Also analysieren, zusammenfassen, auswerten. Die Zahlen der Familie vorlegen welche Dienstleistung was kostet und was mit wieviel erstattet wird. Ist die Familie bereit bestimmte Dienstleistungen zu erbringen und dabei sogar draufzuzahlen, na dann schmälert es halt deren Gewinn oder wie Lisy sagt das Erbe.

Ich denke deine Aufgabe ist es diesen Zusammenhang klar zu machen und mit entsprechenden Zahlen zu belegen. Die Entscheidung über Maßnahmen oder nicht trifft der Firmeninhaber.

Mit Kritik oder Maßnahmen gegen Angehörige des Inhabers würde ich sehr sehr vorsichtig sein. Ich meine der Gewinner steht vorher schon fest. Also ausschließlich sachlich bleiben, Zusammenhänge klar machen - Zahlen auf den Tisch.

Kann mir schlecht vorstellen, dass dies der große Kostenfaktor sein sollte, der dann das Heim rentabel machen würde.

Kann mir vorstellen, dass es wesentlich höhere Kosteneinsparungspotentiale in anderen Bereichen gibt.

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
I

ingefranz

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
26.09.2006
53809
Da gebe ich euch teilweise recht. Aber ich muß dazu sagen das die Inhaberin über 80 Jahre ist und keine Unternehmensnachfolge bisher zu stande gebracht hat. Außerdem kann es ja nicht die Aufgabe einer PDL sein einkaufen zu fahren wenn andere Dinge nicht erledigt sind (Doku und ähnliches). Die Inhaberin weiß von diesen Geschichten wenn ich ihr mit Zahlen komme (und eine PDL verdient ja nicht schlecht brutto gesehen) und sie das bezahlt ist der Teufel los. Außerdem muß ich euch noch sagen das ich auch noch der Schwiegersohne bzw. Schwager bin. Also Streß in der Familie ist vorgeplant. Außerdem ist es wirtschaftlich gar nicht zu vertreten wenn da ein Tag der PDL für einkaufen drauf geht. In dem Haus ist einiges los. wenn ich das alles erzählen würde wäre ich 2009 noch dran. Die anderen Schwestern fahren ja auch nicht mit den Bewohner einkaufen. Das Recht hat sie sich alleine rausgenommen. Wenn ihre anderen Schwestern das machen würden (sind ja immerhin noch paar) würde Sie denen eine Abmahnung schicken.
 
Qualifikation
Steuerfachangestellter
Fachgebiet
Steuerbüro Schwerpunkt Pflegedienste
L

Lisy

Hallo ingefranz,
Bin echt froh, nicht in deiner Situation zu sein.
Ich würde vermutlich einen "Familienrat" einberufen und einen Supervisor hinzuziehen. Vorher würde ich mir allerdings einen Anwalt suchen.
Die andere Möglichkeit ist kündigen und und sich komplett raushalten.
Gruß Lisy
 
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05.07.2001
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