Arbeitsrecht Arbeitgeber will gegen genehmigte Kur vorgehen

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romana

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Hallo Ihr da draußen !

Folgendes ist vorgefallen: Eine MA wollte im Büro ihren genehmigten Kuraufenthalt bekanntgeben und ist von der HL recht forsch angefahren worden, dass sie ja schließlich im März 2009 in Altersteilzeit gehe und ohnehin dadurch Mehrkosten für den AG entstehen. Sie solle sich schämen, jetzt noch eine Kur zu machen, nachher habe sie genug Zeit dafür, sie werde das an die Geschäftsleitung weiterleiten.
Die MA hat mich in meiner Eigenschaft als MAV gefragt, ob der AG das verbieten kann, sie war nach dem Vorfall sehr unsicher und aufgeregt.
Ehrlich gesagt bin ich sprachlos, schließlich ist das eine ärztlich genehmigte Kur und darauf kann und darf der AG doch keinen Einfluss nehmen ?
Wie seht ihr das ?Auf jeden Fall muss ich die Sache am Montag klären, wäre schön, ein paar Meinungen dazu zu hören.

LG
Romana
 
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Sittichfreundin

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Die Kur ist doch ärztlich verordnet und wird auch ihren Sinn haben. Der AG kann natürlich nichts dagegen tun. Sie ist krankgeschrieben und basta.
Man kann sich Termine für eine Kur nicht immer aussuchen. Wenn sie sie jetzt ablehnt, kriegt sie vielleicht keine mehr. Auch wenn es nicht schön ist für den AG, laßt Euch nicht einschüchtern! Ich würde ihm ganz klar sagen, dass der Termin so zugeteilt wurde und er auch nicht zum Faulenzen gilt, sondern eine Kur zur Erhaltung der Arbeitskraft durchgeführt wird.
Zum Nachlesen: Arbeitsrecht Arbeitszeugnis Kündigung Arbeitsvertrag Abfindung Urlaub Zeugnis
 
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Rosi S.

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Ich hatte auch mal ne Kur(Mutter-Kind), ich wurde nicht krankgeschrieben. Leider teilte ich der Stationsleitung den Termin zu früh mit( ich habe es gut gemeint, dass sie dann auch frühzeitig Ersatz bekommt), tja tja, und hatte dann zufällig 3 Wochen am Stück frei!!! Ich bin TZ!
 
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romana

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Hallo !

Hier eine kurze Info zur Sache : Im Gespräch meinte die HL, dass sie ja nur mit Hinweis auf die sowieso entstehenden Mehrkosten durch die Altersteilzeit an das Gewissen der MA appelliert habe, Rücksicht auf den Dienstgeber und die vertretenden Kollegen zu nehmen. Auf mein Argument, dass die Beantragung und Genehmigung einer Kur ein ganz normaler Vorgang und vom Dienstgeber nicht beeinflussbar wäre,meinte sie , man könne es ja versuchen. Als ich sagte, dass ich es nicht gut finde, der MA deswegen ein schlechtes Gewissen zu machen ( sie= die MA solle doch für einen "sauberen" Abgang sorgen ),antwortete sie ganz einfach, dass sie das schon möchte. Sie hat sie zu Hause angerufen und aufgefordert, ihren folgenden freien Tag für ein Gespräch mit der Ärztin zu nutzen zwecks Verschiebung der Kur. Die Ärztin hat empört reagiert, da die MA ihre fällige OP eines Zwerchfellrißes eh schon nach hinten nach dem März geschoben hat. Sie werde das der BVA melden, die springt im Notfall für die Kosten ein.
Als das die HL gehört hat, war sie ganz begeistert über die Möglichkeit, die Kosten über jemand anderen bezahlen zu lassen und hat dies gleich an die GL weitergegeben.
Ehrlich gesagt bin ich schockiert über die Art und Weise, wie mit psychischem Druck versucht wird, MA zu lenken. Diese MA ist seit 21 Jahren dabei, hat wenig Krankheitstage, springt immer ein, ist fleißig und zuverlässig. Dass da nach dieser Zeit nur der Kostenfaktor zählt, ist schon krass. Schließlich sind wir doch nicht nur jemand, der Personalkosten verursacht, sondern bringen auch Leistung dafür, und das unter schwierigen Bedingungen.
Theoretisch hat jeder über 50 in der Schwerstkörperpflege alle zwei Jahre das Recht auf eine Kur. Wir haben davon sechs MA, von denen war noch niemand in Kur, die betr. MA ist die Erste !
Bin frustriert, aber das Team steht hinter der MA, von dieser Seite hat sie wenigstens keine Vorwürfe zu erwarten, selbstverständlich wird sie die Kur machen .

LG
Romana
 
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