Arbeitsrecht Arbeit auf Abruf / Rufbereitschaft im Nachtdienst

Susanne B-Sch

Susanne B-Sch

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Hallo zusammen,
ich soll einen noch verlässlicheren Dienstplan für unsere Mitarbeiter erstellen als bisher. Es geht um den Ersatz für erkrankte Nachtwachen. Unsere MAV weis nicht so recht, wie das Problem gelöst werden kann....
Wir sind - natürlich- chronisch unterbesetzt, versuchen aber den Dienstplan so Mitarbeiterfreundlich wie möglich zu gestalten. Wir haben einen Regeldienst und zusätzlich einen Rufbereitschaftsdienst für den Tag, der bei extrem hoher Arbeitsbelastung und auch im Krankheitsfall gerufen werden kann. Natürlich korrekt mit 12,5 % Arbeitszeit vergütet.
Nachts ist es bislang so, dass beim Ausfall einer NW nach Ersatz gesucht wird. Irgendjemand findet sich immer...
Nun wollen wir auch für diese Situation einen Rufdienst installieren. Die NW dauert 8 Std., ein Rufdienst für diesen Zeitraum "kostet" also im Jahr 365 Std., unabhängig davon, ob er gerufen wird oder nicht.
Das sind 365 Std., die ich eigentlich nicht übrig habe- besser fände ich es für die Kollegen, wenn ich den größten Teil dieser Stunden in zusätzliche Dienste an bestimmten besonders brisanten Tagen umwandle...
Nun meine Idee: Der Mitarbeiter, der ggf. im Nachtdienst einspringt, wird z.B. im Zeitfenster von 19 - 21 Uhr (zumindest offiziell) informiert, dass er arbeiten muss, bekommt dann für diese 2 Std. auch seine 12,5 % und natürlich die Inanspruchnahmezeit als Zeit angerechnet. Der Mitarbeiter geht im Gegensatz zu jetzt nicht völlig leer aus und alle anderen Mitarbeiter würden davon profitieren, dass an einigen Tagen die Besetzung besser wäre.
Ist das Eurer Meinung nach rechtens? Hat vielleicht sonst noch jemand eine gute Idee?
Ich bedanke mich im voraus für die Antworten,
Susanne
 
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spielemann

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Hallo Susanne,
zu deinem Posting habe ich einige Fragen.

ich soll einen noch verlässlicheren Dienstplan für unsere Mitarbeiter erstellen als bisher. Es geht um den Ersatz für erkrankte Nachtwachen. Unsere MAV weis nicht so recht, wie das Problem gelöst werden kann....
Z.B. Rufdienst, Höhere Vergütung für Kollegen, die kurzfristig einspringen, ein Poolsystem, Extrawachen, Zeitarbeitsfirma, Kooperation mit anderen Arbeitgebern

Wir sind - natürlich- chronisch unterbesetzt, versuchen aber den Dienstplan so Mitarbeiterfreundlich wie möglich zu gestalten. Wir haben einen Regeldienst und zusätzlich einen Rufbereitschaftsdienst für den Tag, der bei extrem hoher Arbeitsbelastung und auch im Krankheitsfall gerufen werden kann. Natürlich korrekt mit 12,5 % Arbeitszeit vergütet.
Nachts ist es bislang so, dass beim Ausfall einer NW nach Ersatz gesucht wird. Irgendjemand findet sich immer...
Nun wollen wir auch für diese Situation einen Rufdienst installieren. Die NW dauert 8 Std., ein Rufdienst für diesen Zeitraum "kostet" also im Jahr 365 Std., unabhängig davon, ob er gerufen wird oder nicht.
Warum soll es Nachts nicht genauso gemacht werden wie am Tag?

Das sind 365 Std., die ich eigentlich nicht übrig habe- besser fände ich es für die Kollegen, wenn ich den größten Teil dieser Stunden in zusätzliche Dienste an bestimmten besonders brisanten Tagen umwandle...
Hast du die Stunden nun über oder nicht?

Nun meine Idee: Der Mitarbeiter, der ggf. im Nachtdienst einspringt, wird z.B. im Zeitfenster von 19 - 21 Uhr (zumindest offiziell) informiert, dass er arbeiten muss, bekommt dann für diese 2 Std. auch seine 12,5 % und natürlich die Inanspruchnahmezeit als Zeit angerechnet. Der Mitarbeiter geht im Gegensatz zu jetzt nicht völlig leer aus und alle anderen Mitarbeiter würden davon profitieren, dass an einigen Tagen die Besetzung besser wäre.
Das würde der Weg sein, dass der eingesprungene Nachtdienst besser vergütet wird, als die sonstigen Nachtdienste.
Ob ich als Kollege aber für eine eingesprungene Nacht mit einer zusätzlichen Vergütung von 15 min. einverstanden wäre???????
Außerdem darf im Dienstplan nicht hinterlegt sein, dass ein spezieller AN an dem Tag diese 2 Stunden Rufbereitschaft hätte. Dann wäre für den AN der Abend nicht planbar und das für die Vergütung von 15 min.!!!!!!

Ist das Eurer Meinung nach rechtens? Hat vielleicht sonst noch jemand eine gute Idee?
Wenn dies nicht im Dienstplan hinterlegt ist, kann man dies auch nicht als Rufdienst abrechnen.

Wenn das Geld nicht ausreicht, die Patientenversorgung nach den Regeln der Kunst, den gesetzlichen Vorgaben und Patientenfreundlichen auszuführen, muss man sich von einer der drei Säulen entfernen.
Häufig entfernt sich der AG von den gesetzlichen Vorgaben, hier muss die MAV darauf achten, dass dies nicht akkzeptiert wird.
Also bleibt nur die Einschränkung der medizinischen Qualität oder die Reduzierung der Patientenzufriedenheit.

Dies ist von der Politik so gewollt.
Grüsse
Spielemann
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Wundexperte
Fachgebiet
Krankenhaus
U

UlrichFürst

Ich finde die Idee prinzipiell gut!
Dann weiß ich nämlich auch, dass ich schon mal nicht angerufen werde, wenn ich keinen Rufdienst habe und das kann bei manchen AGs ein großes Plus sein (wenn's nämlich oft vorkommt, dass man einspringen soll). Insofern: Sprich doch mal mit Deinen Mitarbeitern was die davon halten.

Ulrich Fürst
 
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