AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Morbus Bahlsen

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In Mecklenburg-Vorpommern ist ein heftiger Streit um die Zukunft der häuslichen Krankenpflege entbrannt. Die Pflegedienstleister werfen der AOK Nordost vor, die Ausgaben drastisch zu kürzen und die Versorgung im Nordosten zu gefährden. Es geht um Leistungen, die nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt sind, zum Beispiel Insulinspritzen oder Wundversorgung. Mit der Kürzung würde sich die Qualität der Pflege massiv verschlechtern, befürchten die Pflegebetriebe. „Dann gibt es Pflege nur noch im Akkord“, verdeutlicht Sven Wolfgramm, Landesbeauftragter beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der rund die Hälfte der 430 Pflegedienste in MV vertritt.
Kern der Neuerung ist die Umstellung von der Abrechnung einzelner Tätigkeiten auf Pauschalen, die bei den privaten Diensten schon länger üblich sind. Allerdings soll die Bezahlung der Privaten auch um 20 Prozent sinken, errechnete der Verband BPA.
http://www.nachrichten.de/politik/Mecklenburg-Vorpommern-BPA-Bundesverband-privater-Anbieter-sozialer-Dienste-Pflegeversicherung-Wolfgramm-cid_9250346/

Die meisten Pflegedienste arbeiten ja jetzt schon an der Grenze des machbaren. Noch mehr rationalisieren geht auch nicht und das was teilweise jetzt schon in einigen ambulanten Pflegediensten abgeht, ist Fließbandarbeit. Wie soll das dann erst bei einer pauschalen Vergütung aussehen, wenn ich für eine Medikamentengabe das gleiche bekomme, wie für einen aufwendigen Verbandswechsel oder gar eine Portversorgung.

Wenn wir schon dabei sind, warum führen wir sowas nicht auch für andere Dienstleistungen ein? Dann bezahl ich beim Friseur immer das Gleiche, egal ob ich lange oder kurze Haare habe, ob ich sie mir nur schneiden oder Strähnchen färben lasse. Oder beim Klempner: bezahl ich das Gleiche für das Wechseln einer Dichtung an meiner Waschmaschine, wie für das Wechseln der Mischbatterie an meinem Waschbecken.

Man verzeihe mir meinen Sarkasmus, aber was Anderes habe ich für sowas nicht mehr auf Lager.
:angry:
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Diese scheiß AOK!! Schon jetzt zahlen die in Mecklenburg die schlechtesten Sätze.. Z.B. ambulante Intensivpflege.. In anderen Bundesländern gibt's da locker 30€ pro Stunde.. In Mecklenburg (wo leider sehr viele Leute bei der AOK sind) kann man vom Glück reden wenn man 28€ bekommt.. Diese verfluchte AOK sollte man zerstören!!! Das ist unter aller Sau was die mit ihren Versicherten machen!!!
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Hallo zusammen, es ist ja nicht nur die AOK, sondern auch die IKK und Knappschaft, die diese Kürzungen in Mecklenburg- Vorpommern, Berlin und Brandenburg durchzieht. Intensivpflegesätze werden hier bei 23 Euro als Verhandlungsbasis angebeoten. Hierzu müssen die Pflegefachkräfte die nicht länger als ein Jahr in der Intensivpflege arbeiten, dann eine Fachweiterbildung " Ausserklinische Intensivpflege" mit insgesamt 200 Stunden nachweisen !!!
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen


Wenn wir schon dabei sind, warum führen wir sowas nicht auch für andere Dienstleistungen ein? Dann bezahl ich beim Friseur immer das Gleiche, egal ob ich lange oder kurze Haare habe, ob ich sie mir nur schneiden oder Strähnchen färben lasse. Oder beim Klempner: bezahl ich das Gleiche für das Wechseln einer Dichtung an meiner Waschmaschine, wie für das Wechseln der Mischbatterie an meinem Waschbecken.

Man verzeihe mir meinen Sarkasmus, aber was Anderes habe ich für sowas nicht mehr auf Lager.
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Die Idee ist Klasse. Ich muss meine Hütte sanieren. Dachdecker bekommt ne Pauschale für ne Reparatur an der Regenrinne... Dach ist die nächsten 40 Jahre wie neu (aber wehe der arbeitet nicht ordentlich).
 
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stern3007

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Warum machen die Kassen das denn?
Weil es immer wieder Pflegedienste gibt, die solche Verträge unterschreiben und dann den Druck an ihre Angestellten weiter geben in Form von enormem Zeitdruck und extrem schlechter Bezahlung.

Wenn niemand solche Verträge unterschreibt, müssen die Kassen nachgeben.
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Wenn ein PD den Vertrag mit der Kasse nicht unterschreibt, wie soll er dann seine Patienten versorgen bzw. kann dann eben Patienten der entsprechenden Kasse nicht mehr betreuen. Wie soll das ein PD finanziell durchhalten, wenn er dank der aktuellen Sätze schon zum Teil an der unteren finanziellen Grenze arbeitet.
 
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stern3007

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Wenn ein PD den Vertrag mit der Kasse nicht unterschreibt, wie soll er dann seine Patienten versorgen bzw. kann dann eben Patienten der entsprechenden Kasse nicht mehr betreuen. Wie soll das ein PD finanziell durchhalten, wenn er dank der aktuellen Sätze schon zum Teil an der unteren finanziellen Grenze arbeitet.
War klar, dass das Argument kommt. Du kommst doch sowieso in die Problemzone mit den von den Kassen festgelegten Beträgen. Und du handelst dir noch zusätzliche Probleme ein, weil du für das Geld, was du unter solchen Bedingungen ans Personal weitergeben kannst, keine akzeptablen Löhne zusammen bekommst.

Sicher ist es eine unternehmerische Herausforderung, aber deshalb ist man doch nicht unendlich erpressbar. Dann muß man sich Alternativen suchen um die Einnahmelücken zu füllen.

Was glaubst du wie schnell die Kassen reagieren werden, wenn z.B. in Berlin plötzlich niemand mehr eine Medikamenten- oder Insulingabe machen will weil die Kostendeckung nicht mehr gegeben ist.
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Was glaubst du wie schnell die Kassen reagieren werden, wenn z.B. in Berlin plötzlich niemand mehr eine Medikamenten- oder Insulingabe machen will weil die Kostendeckung nicht mehr gegeben ist.
Ich kann deine Argumentation voll und ganz verstehen, aber wie realistisch ist das genannte Beispiel? Die PD's sind erpressbar, weil sie mehr oder weniger von den Kassen abhängig sind und zwar mehr, als es umgekehrt der fall ist.

Und selbst wenn sämtliche Pflegedienste und Freiberufler sich zusammentun würden, keine Behandlungspflege zu diesem Preis mehr zu leisten, gibt es sicher noch Andere die das dann tun. Im Endeffekt verhält sich das hier ähnlich wie bei den Benzinpreisen, die Ölkonzerne drehen an der Preisschraube, in dem sicheren Wissen, dass 90% der deutschen Bevölkerung auf das Auto und damit das Benzin angewiesen sind und tanken werden und müssen auch wenn der Preis irgendwann bei 2 Euro pro Liter liegt.
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Ich kann deine Argumentation voll und ganz verstehen, aber wie realistisch ist das genannte Beispiel? Die PD's sind erpressbar, weil sie mehr oder weniger von den Kassen abhängig sind und zwar mehr, als es umgekehrt der fall ist.

Die Krankenkassen sind auch erpressbar. Spätestens dann, wenn sie niemanden mehr finden, der die Behandlungspflegen ausführt. Es gibt auch einen Markt außerhalb der Krankenkassenleistungen. Dann sollte man sich als Pflegedienst in dieser Richtung mal umschauen und ein kleines zusätzliches Standbeinchen entwickeln.

Vielleicht sollte man mal darüber diskutieren, wie man sich als Pflegedienst zusätzlich absichern kann, anstatt sich ständig weiter erpressen zu lassen. Es muß doch möglich sein, gemeinsam umsetzbare Konzepte zu entwickeln. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man mit dem Pflegepersonal reden kann. Z.B. in der Form, dass sie den Chef durch eine befristete Gehaltsreduzierung unterstützen. Ich persönlich finde es wesentlich vorteilhafter, wenn ich einen Teil meines Gehaltes sozusagen für den guten Zweck spende, als die indirekte Spende durch massive unbezahlte Mehrarbeit.

Was ist denn mit den Verbänden? Alles nur Kopfnicker?

Und selbst wenn sämtliche Pflegedienste und Freiberufler sich zusammentun würden, keine Behandlungspflege zu diesem Preis mehr zu leisten, gibt es sicher noch Andere die das dann tun. Im Endeffekt verhält sich das hier ähnlich wie bei den Benzinpreisen, die Ölkonzerne drehen an der Preisschraube, in dem sicheren Wissen, dass 90% der deutschen Bevölkerung auf das Auto und damit das Benzin angewiesen sind und tanken werden und müssen auch wenn der Preis irgendwann bei 2 Euro pro Liter liegt.
Du da gibt es ein großes Hindernis. Welche anderen sollen denn dann die Arbeit tun? Wenn sich alle Pflegedienste und Freiberufler zusammentun, gibt es niemanden mehr, die den Ansprüchen der Kasse entsprechend die Arbeiten ausführen könnte.
 
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stern3007

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Eine kleine spontane Idee:
Im Laufe meiner Pflegedienstjahre bekam ich immer wieder von den Patienten zu hören, dass sie eine Putzhilfe benötigen, aber keine vernünftige finden, bzw. Angst haben, einfach so eine völlig fremde Person sozusagen in Eigenregie anzustellen. Mit einem Vermittlungsdienst kann man seine Einnahmen ein bisschen erhöhen. Man wird natürlich nicht reich dabei, aber ein Schritt ist getan, um das Manko durch die abgelehnte Behandlungspflege zu mindern. Solche Vermittlungen müssen sich nicht nur auf Putzarbeiten beschränken. Alltagsbewältigung ist auch so ein Stichwort, wo sich einiges machen läßt. Es gibt durchaus Patienten, die gewillt sind, zusätzliches Geld auszugeben, sie wissen aber nicht wie sie das regeln sollen.

Das ist nur ein kleiner Baustein. Aber mehrere kleine Bausteine ergeben einen großen. Wir müssen so oder so Einschränkungen in Kauf nehmen. Warum nicht mal völlig anders reagieren als erwartet wird.
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Hallo Stern,
wieso vermitteln, warum nicht selber anbieten, dann bleibt auch was hängen. Aber Vorsicht, diese Dienste sind Umsatzsteuerpflicht- eventuell dann eine 2. Firma gründen und den Garten auch gleich "mitnehmen".
Grüßle Lisy
 
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stern3007

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Ja klar, selbst anbieten ist ein sehr guter Weg. Ich wollte nicht gleich erschreckend wirken ;-)
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Gestern ist der Alptraum wahr geworden! Es gab einen Schiedsspruch in Mecklenburg Vorpommern!
Ab August werden nicht mehr einzelne Leistungen von den Pflegediensten abgerechnet sondern es gibt eine Pauschale.
In Fachkreisen ist von mindestens 8% weniger Geld für die Pflegedienste die rede.. Das ist für Unternehmer in jeder Branche eine gravierende Zahl..
Auch die Fahrkosten sollen gekürzt werden..
Wenn das nicht durch die Klagewelle die jetzt kommt abgewendet wird, dann wird das sicher in allen Bundesländdern nach und nach eingeführt..
Menschenverachtende Schweinerei hoch 1000!!! Allen voran wieder mal die AOK!
Alle Krankenkassen in einen Sack stecken und so lange drauf hauen bis es eine große ist. Die ganze Problematik ist doch nur auf Kapitalismus zurück zu führen.
Krankenkassen sollten Staatlich sein und nicht gewinnorientiert arbeiten dürfen.
 
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stern3007

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Dann wirds jetzt Zeit für die Pflegekräfte, sich darüber klar zu werden, dass das Ergebnis der Problematik keinen Einfluß auf die Löhne haben darf.

Wenn die Pflegedienste nicht in der Lage sind, gegen die Krankenkassen zu wehren, dann muß es halt über das Pflegepersonal erfolgen.
 
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Lisy

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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Ich versteh jetzt nichr wirklich die Aufregung.
In BW wird schon seit längerem nur noch die Leistungskomplexe bezahlt (Pauschalen) Diese Pauschalen sind in Kategorien eingeteilt. Entzerrt ein bischen den bürokratischen Aufwand.
das alles entscheidende wird dann die Höhe der Pauschalen sein.
Lisy
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Hallo Lisy,
es geht nicht nur um die Leistungskomplexe allein, es geht darum das einzelne Leistungen um bis zu 40 % inkl. Wegepauschale gekürzt werden, was zu Einbussen bei den Pflegediensten von 8-18% des Umsatzes ausmacht. Erstmals soll morgen eine große Demo in Berlin stattfinden, alle Pflegedienste aus Berlin, Brandenburg und M-V wollen sich beteiligen. Doch was ist passiert, man hat sich gestern unter Mithilfe der Kassenfreundlichen Ulla Schmidt auf einen faulen Kompromiss eingelassen um die Demo zu schwächen. Unsere tollen Berufverbände und die Liga haben zugestimmt ohne die Mitglieder zu befragen. In einer Pressemitteilung der AOk von gestern heisst es nun: "Unter diesen Umständen und auch, um das erreichte Ergebnis nicht zu gefährden, ist die Teilnahme an der am Montag, dem 03.09.2012, in Berlin geplanten Demonstration für Pflegedienste aus Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr erforderlich". So geht die AOK vor wenn sie sieht das die Pflege zu mächtig wird.
Die Mitgliedsunternehmen vom ABVP aus MV werden trotzdem an der Demo teilnehmen!

Gerd
 
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AW: AOK will Ausgaben für behandlungspflege drastisch kürzen

Klagen denn die Berufsverbände wie der BPA gegen den Schiedsspruch. In NRW haben sich die Berufsverbände der freien Wohlfartspflege zusammengetan und sind momentan dabei die Krankenkassen zu verklagen. Ich denke dass dies ein Weg in die richtige Richtung ist. Man muss sich ja nicht alles gefallen lassen

lixtig
 
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