AOK spart

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Griesuh

Griesuh

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Für einen Kunden mit demenziellem Prozess b. Z. nach Beinvenenthrombose wurde vom Arzt eine Verordnung über einmal tgl Heparin s.c Injektion ausgestellt.

Diese wurde bei der AOK zur Genehmigung eingereicht.

Jetzt erhielt der Kunde von der AOK einen Fragebogen, warum er sich nicht selbst oder ein Familienmitglied die Heparin Spritze s.c. geben kann.

Die Ehefrau ist 80jahre, der Kunde 85jahre. Die Kinder wohnen ca. 30 km entfernt.
Ja, unsere AOK immer für Sie da!!!, wenns ums sparen an den Kunden geht.

Lesen diese "Sachbearbeiter" nicht die Diagnosen auf den Verordnungen???
Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit der AOK??
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
L

Lisy

Ja, die AOK tritt auch bei uns das Recht mit Füßen. Das geht bei uns soweit, das AOK Mitarbeiter Hausbesuche machen, um ihre Mitglieder davon zu überzeugen, die Behandlungspflege selbst zu übernehmen. Unsere Hausärzte sind von den vielen AOK Anrufen so generft, das sie kaum Verordnungen ausstellen
Gruß Lizy
 
M

Murkel

Hallo Griesuh, hallo Lizy,
der Hausarzt einer Ca-Patientin im Endstadium stellte meinem Pflegedienst eine Verordnung über Morphininjektionen s.c. bis zu 5 x tgl. aus. Nach Einreichung der Verordnung bei der AOK machte die Pflegefachkraft der AOK einen Hausbesuch bei der Patientin und lehnte die Genehmigung der Verordnung ab, da die Angehörigen das Morphium spritzen könnten/sollten. Bei der Patientin und den Angehörigen ist ein Alkoholproblem bekannt.
Gruß Birgit
 
L

Lisy

Hey Birgit
in so einem ähnlichen Fall sind wir vors Gericht gezogen. Der bpa hat für solche Ablehnungen einen speziellen Rechtanwalt. Die Frau Baumann macht nichts anderes als gegen diese Art von Rechtsbeugung vorzugehen. Manchmal hifts auch schon, die Vorgestzten der AOK Mitarbeiter auf die Unrechtmäßigkeit dieses Handeln hinzuweisen. Kein Angehöriger ist zu Erbringung von SGB V verpflichtet, im Gegenteil, wenn der Patient nicht von Angehörigen gespritzt wird und er will dies nicht, dann ist das Körperverletzung.
Übrigends: über den bpa läuft gerade einen Musterprozess gegen die AOK
Lizy
 
E

Elisabeth Dinse

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13.08.2000
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Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
L

Lisy

Na das ist doch mal ein schönes Beispiel für die Inkompetenz der beim MDK tätigen. Warum muss ich eigentlich mit meinem Beitrag so etwas bezahlen?

Elisabeth
Mißverständniss
nicht die MDK Mitarbeiter kommen, sondern die Sachbearbeiter, die für die Genehmigung zuständig sind. Die machen den alten Leuten ein schlechtes Gewissen, wenn sie die Leistung abrufen. z. B. Insulingabe 3 mal täglich kostet rund 9 € das sind im Monat fast 900 €. Dieses Geld muß von ihren Enkeln als Beitrag entrichtet werden. Kein Wunder, wenn der Beitrag so hoch ist. Tenor Sachbearbeiter.
Das der Hausbesuch aber auch Geld kostet, und das eine unzulängliche Insulinversorgung sehr teuer ist, wird nicht berücksichtigt.
Lizy
 
G

Gerd

Mitglied
Basis-Konto
15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Griesuh,
ich kann deinen Ärger verstehen. Jedoch weiß die Sachbearbeiterin bei der AOK aufgrund der Verordnung nicht ob ein Angehöriger da ist, der die Sache übernehmen kann (kann ja vorkommen und warum sollte mit den Beiträgen nicht sorgsam umgegangen werden?). Der Sachbearbeiter ist nun mal verpflichtet dies zu überprüfen. Warte erst mal ab, ob die Kostenübernahme abgelehnt wird. Dann kannst du die Sau rauslassen, Dienstaufsichtbeschwerde, Information an das Bundesversicherungsamt, Presse und natürlich den Widerspruch nicht vergessen.

Bei uns kamen die Mitarbeiter der AOK vom "Sozialen Dienst" (um der armen AOK zu helfen) nach Anmeldung, meist erschienen sie nicht zu den angekündigten Terminen und kamen früher oder später wenn wir und die Angehörigen wieder weg waren. Das gab dann jedesmal ne Beschwerde an den Vorstand der AOK. Mittelerweile halten sie Termine ein und in der Regel werden die Kosten dann, wenn wir und Angehörige dabei waren, auch übernommen.
Gruß
Gerd


www.freier-himmel.de
 
Qualifikation
Dipl.Sozialarbeiter
Fachgebiet
Pflegedienst
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Ein Sachbearbeiter mit einer medizinischen bzw. pflegerischen Grundausbildung dürfte sehr selten sein. Als Sachbearbeiter hat man eine kaufmännische Ausbildung.

Was da für Deppen am Start sind hab ich mal live erlebt. Ich war zur Kur und lernte dort eine KS Kardiologie und eine Sachbearbeiterin Krankenkasse kennen. Man unterhält sich so über die Arbeit, da stellt die Sachbearbeiterin ff. fest: Es wird viel zuviel Geld ausgegeben für nutzlose Dinge. Beispiel: Pat. erleidet gegen 17 Uhr Herzinfarkt und wird mit dem Rettungshubschrauber in die nächste Großstadt gefahren. Da hätte doch auch ein Rettungswagen gereicht. Sie wußte einfach nicht, dass in der Heimatstadt des Pat. die kardiolog./ radiolog. Einheit nur bis 16 Uhr geöffnet hat und das bei Herzinfarkt Minuten zählen von denen das Outcome abhängt.

Ich hab vor Jahren einmal selbst auf der Station so etwas erlebt. Pat. Anfang 30 wird aus einem peripheren KKH gegen 10 Uhr angemeldet in der Stroke unit: Sparchstörungen, Halbseitenlähmung. Die Übernahme wird besprochen und darauf hingewiesen, dass der Transport mittels Hubschrauber erfolgen muss, da das akute Ereignis erst eine Stunde her war. ... Die Pat. kam abends gegen 18 Uhr mit einem einfachen Krankentransport. Pat. Anfang 30, Mutter von 2 Kleinkindern- mit einer Lyse wären die Symptome schnell rückläufig gewesen. Danke Krankenkasse.

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
M

Murkel

Hallo,
im Fall der Ca-Patientin im Endstadium erklärten sich die Angehörigen bereit die Morphininjektionen zu geben. Sie sahen kein Problem darin, die Injektionen durchzuführen. Der Hausarzt wurde von der Pflegefachkraft gefragt, ob die Angehörigen das Morphium spitzen könnten. Er hielt dies für möglich!!!! :sick:
Die Bearbeitung zur Genehmigung oder Ablehnung einer Verordnung wird von Sacharbeitern durchgeführt. Diese reichen die Verordnungen an die Pflegefachkräfte zur Beurteilung weiter. :angry:

Gruß Birgit
 
E

Elisabeth Dinse

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13.08.2000
00000
Welche Ausbildung hat eine solche FACHKRAFT?

Elisabeth
 
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Murkel

Hallo Elisabeth
Gute Frage! Soweit ich weiß, sind es Krankenschwestern!!
Herzliche Grüße Birgit
 
Griesuh

Griesuh

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Hallo Griesuh,
ich kann deinen Ärger verstehen. Jedoch weiß die Sachbearbeiterin bei der AOK aufgrund der Verordnung nicht ob ein Angehöriger da ist, der die Sache übernehmen kann (kann ja vorkommen und warum sollte mit den Beiträgen nicht sorgsam umgegangen werden?). Der Sachbearbeiter ist nun mal verpflichtet dies zu überprüfen.
www.freier-himmel.de

Hallo, auf der Rückseite der Verordnung muss ausgefüllt werden ob eine im Haushalt lebende Person die Leistung erbringen oder nicht erbringen kann.
Diese Felder sind auf der Rückseite der Verordnung aufgedruckt.
Es wurde ausgefüllt, dass keine im Haushalt lebende Person die Leistung erbringen kann.
Der / die Sachbearbeiter wussten also bescheid.
grüße
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
Griesuh

Griesuh

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Themenstarter/in
genau das sind auch unsere Erfahrungen mit der AOK.
Interesannt ist, dass gegen die AOK etliche Verfahren laufen, wovon sie schon 2/3 verloren hat und nachträglich Leistungen zahlen u. erbringen musste.
Deshalb, bei Ablehnungen von den Kassen immer Wiederspruch einlegen. Wenn vorhanden das Urteil mit Aktenzeichen dazulegen.
Aber ich gaube die AOK lernst nimmer. Erstmal ablehnen ist die devise. Denn ca. 60 % der Betroffenen legen keinen Wiederspruch ein. Das spart Millionen.

Grüße
 
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Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
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Ambl. Pflegedienst
Griesuh

Griesuh

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Themenstarter/in
Dass die Angehörigen dies mit der Kasse klären müssen ist mir geläufig. Nur die meisten älteren trauen sich nicht gegen eine "Behörde" vor zu gehen. Wir die Pflegedienste stehen unseren KUNDEN dabei zur Seite. In diesem Fall wollte die Kasse wissen warum keiner im Haushalt des Versicherten die SGB V Leistung, Injektion, erbringen kann. Zusammen mit der Ehefrau haben wir die "Erklärung" wie es offiziell heisst ausgefüllt. Der Ehefrau wird es es beim zuschauen einer Spritzengabe schlecht. Der Vers. zeigt einen demenziellen prozess, wie soll er sich selbst spritzen können? Erklären sie uns das!
Die Angehörigen wohnen ca. 30 km entfernt.
Der Sachbearbeiter wude auch auf die Rückseite der Verordnung hingewiesen, da dort schon eine Erklärung erfolgen muss ob eine im Haushalt lebende Person die Leistung erbrinngen kann oder nicht.
der Vorschag zum Chef gehen bringt wenig, da diese Anweisungen, erst einmal alle Verordnungen abzulehnen eben von diesen Chef's kommt.
Es stimmt, kämpfen muss der Betroffene gegen diese wilkür, insbesondere gegen die der AOK. Sie ist die Kasse die bei Ablehnungen immer vorne weg rennt.
Wer von Angehörigen und den Betroffenen solche Ablehnungen erhält soll u. muss auf jedefall Wiederspruch einlegen. Gegen die AOK sind sehr viele Gerichtsverfahren anhängig, wegen nicht genehmigter SGB V Leistungen. Bei den meisten Urteilen hat die AOK verloren und musste die Bewilligug erteilen und Kosten von etl. Monaten nachzahlen.
Also nur Mut. Geht gegen die willkür der Kassen vor.
 
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Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
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Elisabeth Dinse

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13.08.2000
00000
Hallo Elisabeth
Gute Frage! Soweit ich weiß, sind es Krankenschwestern!!
Herzliche Grüße Birgit
Die AOK beschäftigt KS außerhalb der Tätigkeit des MDK??? Find ich ja interessant. Was ist denn deren Aufgabe? Überredung der Pat. zum eigenen Handeln? Das geht doch gar nicht. Lt. Gesetz dürfte dies doch nur ein Arzt tun?

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
L

Lisy

Hallo Elisabeth
Es sind tatsächlich Krankenschwestern. Bei uns sind sie für das Genehmigungsverfahren zuständig. Eigentlich keine schlechte Idee, denn die wissen(sollten wissen) bei welcher Diagnose, welche Behandlung Sinn macht. Es gibt auch Kassen, die rufen an um zu fragen, warum z. b. bei einem Deku kein Hydrokoloidverband gemacht wird. Anschliesend rufen sie den Hausarzt an und bitten das eine Wundsachverständige sich das mal anschaut. Find ich o.k. Nur bei der AOK läufts anders. Die legen sich auch schon mal selber rein.
s. c. Injektion wurde verordnet. Anruf wieso das die Angehörige nicht macht. Hausbesuch, dann Bitte an uns Pflegeschulung zu machen. 30 € pro schulung. Nach 10 Schulungen die Frage kann die Angehörige jetzt spritzen? Antwort nein. Da haben die echt viel gespart oder?
Lizy
 
pequenahermana

pequenahermana

Mitglied
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16.12.2005
55545
hallo...bei uns ist es nicht anders...die meisten probleme haben wir leider gottes immer wieder mit der aok, keine andere kasse macht soviel schwierigkeiten und probleme!!!
bei uns ging es sogar schon soweit das eine gewisse fr. k. von der aok einfach in die unabgeschlossene wohnung eines patienten rein ging und ihn einfach aufs bett legte und ihn körperlich untersuchte...was soll das, ohne vorher angemeldet zu sein oder sich vorher überhaupt mal vorzustellen- eine freschheit ohne ende. in einem anderen fall, hat diese gewisse fr. k. insulin injektion und bz messung 4x tgl., und medigabe abegeleht und dann nicht mehr auf unsere verordungsanträge reagiert, bei einem pat mit bereits 8, apoplexen, morbus parkinson und medikamentenabusus inkl. bz- werten bis 500.....mit der begründung das können die angehörigen machen die zwar bei ihm wohnen aber eine wirtschaft haben die versorgt werden muss!!!!
wir haben unsere patienten geraten vor das sozialgericht zu ziehen....wir warten immer noch auf die austehenden 3000 euro....von den letzten monaten!!!
 
Qualifikation
PDL, Wundexpertin ICW, Sachverständige für Pflege- und Qualitätsprüfungen
Fachgebiet
amb. Pflegedienst
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Während ich die Beiträge hier in diesem Thread gelesen habe, kam mir noch ein anderer Gedanke:
Die ambulanten Pflegedienste bekommen vorgeschrieben, welches Personal mit welcher Qualifikation was machen darf.

Für mich eine völlig unlogische Situation, wenn gleichzeitig von den Kassen Angehörige zum Spritzen und Medikamente verabreichen herangezogen werden sollen. Wie werden diese Angehörigen "qualifiziert"?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
M

Murkel

Hallo stern3007,
was ist schon logisch, wenn es um Geld geht? Und darum geht es einzig und alleine!:sad: Wenn ein Angehöriger einen Fehler macht, z.B. bei der Insulininjektion........Patient stirbt!!!!!:cry: Gut so, Geld gespart. Der Patient würde ja sonst ewig leben!:angry: Das hört sich sicher sehr zynisch an. Doch die ständigen Kämpfe mit der AOK lassen mich zu diesem Schluß kommen.
Wütende Grüße:sick:
Birgit
 
D

Dikbert

Mitglied
Basis-Konto
07.03.2006
67059
Das geht nicht in mein Hirn. :eek:nline2lo
Wie kann sich ein Kostenträger herausnehmen, ungeachtet der Wundverhältnisse, 3x wöchentliche Verbandwechsel bei suprapubischem Blasenkatheter abzulehnen? 2x wöchentlich hieße doch, drei bzw. vier Tage den Verband zu belassen (was ihrer Genehmigung entspräche). Das würde ja bedeuten, daß wir das Duschen des Patienten weglassen müssen oder teures Duschpflaster kaufen... ich bin mal gespannt auf die Antwort des Urologen, der kürzlich den Katheterwechsel durchgeführt hat.
 
Qualifikation
Pflegewissenschaftler
Fachgebiet
Stationsleitung
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