Ansichten zur Sendung Report Mainz 3.07. 21.45h

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H

Hermann L

Mitglied
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11.01.2006
26817
Hallo Zusammen

Ich habe gestern Abend die Sendung Report Mainz gesehen und war von dem Bericht über Mißstände in Pflegeheimen Recht Schockiert das es so was noch gibt und das der MDK solange gezögert hat in dem besagten Pflegeheim Einzuschreiten:devil:, wenn die Bew. unterernährt sind und Mißhandlungen in Form von unrechtmäßiger Fixierung stattfinden solle eine solche Einrichtung meines Erachtens sofort geschlossen werden oder zu Mindeste unter genauere Beobachtung gestellt werden.
Entsetzt war ich auch über den Umgang mit der Pflegekraft die sich gegen diese Mißstände gewehrt hat da sieht man mal wider das Recht und Gerechtigkeit nicht in Einklang ist, um so Beeindruckter bin ich wie sie gegen diese Mißstände angegangen ist.
Leider habe ich auch ( wie fast immer bei solchen Berichten) den faden Beigeschmack gehabt das in der Reportage mal wider alle Alteneinrichtungen über einen Kamm geschert wurde und er Ruf der Pflege wider mal arg geschädigt wurde:angry:.
Mich würde interessierten was ihr von der Reportagen haltet wenn ihr sie gesehen habt.
Gruß Hermann L
 
Qualifikation
Altenpfleger/ Hospizhelfer
Fachgebiet
Pflegezentrum
Isis

Isis

Aktives Mitglied
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16.05.2005
2
Hallo,
also grundsätzlich fand ich gut, daß gesagt wurde, das genau diese Mißstände in genau diesem Heim aufgefallen sind, also eben nicht alle Pflegeheime unter Generalverdacht stehen.
Dann aber kam der Herr Fussek ins Bild, und immer, wenn ich den sehe, weiß ich nicht, ob ich heulen oder ihm zustimmen soll. Wenn ich ihn höre, dann höre ich immer nur "es gibt so viele Mißhandlungen an alten Leuten, Altenpflege ist die Hölle", und ich frage mich, ob ich ihn einfach nicht richtig verstehe. Es gibt eine ganze Menge Mißstände in der Pflege, da brauchen wir uns keinerlei Illusionen hingeben, und darüber muss geredet und vor allem, diese Zustände müssen abgeschafft werden. Aber ich glaube nicht, daß in der Pflege grundsätzlich schlechter gearbeitet wird als in anderen Branchen - bloß, bei uns geht es halt gleich um gesundheitliche Folgen bzw. um Leben und Tod. Das ist natürlich was ganz anderes, als wenn irgendein Autokonzern mal eben 50 000 Autos einer Baureihe zurück ruft, weil da mal eben ein Fehler passiert ist.
Über das Urteil des Landesarbeitsgerichts bin ich entsetzt, nur muss man halt als "Entschuldigung" sagen, dieses Gericht hat diese Sache lediglich unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten zu beurteilen, und da kann man sehr geteilter Meinung sein.
Eine Zivilklage der Kollegin hinsichtlich Verleumdung oder ähnliches würde möglicherweise anders ausfallen (aber ich bin natürlich keine Juristin). Da passte der Satz von Herrn Fussek, der Richter habe sicher noch nie ein Pflegeheim von innen gesehen, überhaupt nicht rein, weil eben dieser Richter nicht die Pflege zu bewerten hatte. Vielmehr sollten Angehörige von Betroffenen Anzeige erstatten und das Ganze gerichtlich verfolgen lassen, und das ist halt ein völlig anderer Schuh.
Den Mut der Kollegin kann man natürlich nur bewundern, keine Frage. Und ich finde auch, daß eine so negativ ausgefallene MDK-Prüfung völlig andere, härtere Konsequenzen haben muss - ansonsten kann ich mir die Prüfung an sich nämlich echt sparen....
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.09.2005
Bonn
Auch ich bin sehr zwiegespalten über die Aufmachung dieser Reportage. Für mich ist viel zu wenig thematisiert worden, wie erbärmlich wenig der MDK reagiert hat. Dafür war ein unangemessener Schwerpunkt auf dem arbeitsrechtlichen Geschehen, was, rein formal gesehen, korrekt war.
Bei "Otto Normalverbraucher" bleibt aber der Eindruck, daß gegen ein solches Haus (ich teile Isis' Meinung, dass gut war, dass die Einrichtung eindeutig bnannt und ihr Logo mehrfach gezeigt wurde) eh' kein Kraut gewachsen ist nach dem Motto "wenn schon eine Fachkraft kein Recht bekommt, was sollen wir als Angehörige/Betroffene schon ausrichten?".
Unterm Strich glaube ich, dass der Report für die Pflegekraft günstig war.
Aber nicht für die Sache.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
G

Grisu1911

Mitglied
Basis-Konto
01.07.2006
82452
Hallo, ich habe den Bericht leider nicht gesehen, aber die Vorschau dazu in einer anderen Sendung. Es ist traurig, aber immer noch wahr, dass es Pflegeheime in Deutschland gibt, die mit einer Minderpersonalbesetzung auf Teufel komm raus wirtschaften um ihren finanziellen Reibach zu machen. Ich finde den Mut der Kollegin einfach nur bewundernswert. Endlich hat sich mal wieder eine getraut den Mund aufzumachen und sich dagegen zu wehren. Das Urteil des Gerichts kann ich nicht nachvollziehen; mangelnde Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ( das spottet jeder Beschreibung ). Eine gute Pflegekraft zeichnet doch aus, wenn ihr solche Mängel auffallen. Immerhin trägt sie ja auch die Verantwortung dafür. Ich finde es wehren sich immer noch zu wenig Pflegekräfte und das finde ich wiederum sehr schade. Der Verlust eines Arbeitsplatzes ist meist immer mit den Folgen verbunden und vielen fehlt der Mut dazu, Konsequenzen zu ziehen. Der Pflegekraft die sich hier gewehrt hat, kann ich nur sagen: Danke für deinen Mut und die Kraft sich gegen diese Missstände zu wehren. -
Und es stimmt nicht, dass alle Pflegeheime so sind wie dieses Eine da. Leider haben gute Pflegeeinrichtungen keine Lobby und es sind immer die negativen, die in die Schlagzeilen geraten. Aber das kennen wir ja inzwischen. Aber ich muss auch sagen, dass das Buch von Hr. Breitscheidel ( der sich in verschiedene Pflegeeinrichtungen eingeschleust hat und danach berichtete ) doch auch wie in der Reportage immer noch auch Realität darstellt. Von daher sollten wir als Pflegekräfte uns ein Herz fassen und auf Missstände reagieren; nur so können wir eine bedarfsgerechte und menschliche Pflege entsprechend der Bedürfnisse und nach unserem eigenen Gewissen gewährleisten.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensivpflege
M

martha_hari2000

Mitglied
Basis-Konto
28.06.2006
03046
Hallo Zusammen!
Auch ich habe den Bericht am 3.7.2006 gesehen und war doch leicht schockiert.
Momentan ergeht es mir genauso,denn wir ( mit mir noch 3 andere Kollegen) haben auch unseren Betrieb ( gemeinnütziger Verein ) wegen Betruges beim MDK Berlin-Brandenburg angezeigt.Das war im März 2006.Die Kassen haben es der Staatsanwaltschaft weitergegeben und ermitteln selbst auch weiter.
Soweit so gut,aber jetzt haben wir Juli und sind dem Psychoterror unserer Chefin ausgesetzt.Nächste Woche darf ich bei der Staatsanwaltschaft erstmal meine Zeugenaussage tätigen,d.h. noch kein Gerichtstermin in der Nähe.
Unsere PDL wurde suspendiert,was ich auch teilweise war.Momentan bin ich auf Psyche krank und aus dem Verkehr gezogen ( Telefonterror bzw. Klingeln an Haustür).Habe auf anraten meines Arztes Anzeige erstattet.
Aber was ich hiermit sagen möchte: ist nicht jede Pflegekraft verpflichtet solche Misstände aufzudecken???Sollten wir nicht im Sinne der Patienten arbeiten????
Schade nur ,dass man dann von den Kassen so im Stich gelasn wird,denn in jedem Versorgungsvertrag steht,wenn grobe Verletzungen des Vertrages vorliegen,dann erfolgt fristlose Kündigung des Vertrages.Hat das schon mal jemand erlebt??? In unserem Fall möchten die Kassen dem Staatsanwalt nicht vorgreifen ( klar sie müssten eigene Fehler eingestehen,denn schliesslich hat unsere Chefin 2 Prüfungen überstanden).
 
Qualifikation
examinierte Altenpflegerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
U

UlrichFürst

Sehr interressant fand ich die Nicht-Antwort auf die Frage (im Interview am Schluss), warum das Gericht von haltlosen/ungerechtfertigten und plötzlichen (weiß die Formulierung nicht mehr genau) Anschuldigungen sprach, wenn der MDK diese schon längst bestätigt hat...

Ulrich
 
T

tanjafinke

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.02.2006
55128
:mad_2: Die vielen Beiträge hier bestätigen meine Überzeugung: In diesem System mit dem lustigen Namen Gesundheitssystem, verfolgen nur ganz wenige das ehrenhafte Ziel Menschen zu helfen. Es geht nicht um die Gesundheit eines Patienten oder darum dem Bewohner einer Pflegeeinrichtung einen höchstmöglichen guten letzten Lebensabschnitt zu bereiten. Es geht um den Kunden (zunehmend wird dieser Ausdruck geläufig). Und wir lieben kleinen Schwesterlein und Brüderlein wir gehören zu diesen ganz wenigen, weil wir das Leid unmittelbar vor uns haben. Wenn wir oder ein auch ein Arzt seine Sache gut macht, ist die Chance Ärger zu bekommen so gut wie sicher.
Für all' die anderen am System beteiligten, ist der Mensch den wir unmittelbar vor uns haben eine Akte. Nichts weiter als ein Haufen Papier mehr oder weniger gewinnbringend.
Im Krankenhaus wird man nicht unbedingt gesund. Die Chancen steigen, daß das Gegenteil der Fall sein wird.
Vor Gericht erhält man nicht unbedingt das was man für gerecht hält. Sondern das was ein guter Anwalt schon im Vorfeld zurecht gedreht hat.
Aber "what shells" der Idealismus ist genauso wenig ausgerottet worden wie

die Idiotie. Also weitermachen................:binnichts
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurochirurgie
S

siggi

Mitglied
Basis-Konto
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo,
ich begrüße solche Sendungen, auch wenn sie die zuständigen Stellen wohl kaum berühren. Den MDK kann man m.E. völlig vergessen, eine so abhängige Organisation, welche selbst die Bundesgesundheitsministerin abschaffen und durch eine unabhängige Stelle ersetzen wollte. Aber, was bekommt diese Frau schon auf die Reihe. Ich befürchte, dass selbst Heimaufsichten hier und da mit Heimen "unter einer Decke stecken" und sich bei langer Zusammenarbeit unseelige Freundschaften entwickeln.

Meine 95-jährige Mutter verhungerte in einem Pflegeheim, wo sie wg. meiner Herz-OP zur Kurzzeitpflege war. Heimaufsicht verwies auf den Privatklageweg, Staatsanwaltschaft stellte das von mir angestrengte Verfahren ein.

Zwar waren Heimleiter und Pflegedienstleitung plötzlich verschwunden, die Zentrale dieser Heimgruppe, schon in "Hart aber Fair" wg. großer Missstände angegriffen, entschuldigte sich nicht einmal und schweigt.

Meine Stieftochter liegt seit 6 Jahren in einem Pflegeheim im Wachkoma. Hier will ich lieber schweigen, denn in erreichbarer Entfernung ein anderes Heim zu finden, ist kaum möglich in NRW.
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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