Anrede der Bewohner?!

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Siddy

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Hallo und einen guten Abend!

Ich hab mal eine Frage was Eure Erfahrungen sagen, zu der Frage ob man an demenz Erkrankte Bewohner lieber dutz oder siezt. Wie ist Eure Meinung dazu?
Beispielsweise gibt es ja Bewohner die in "ihrer Welt" noch Kind sind, da wäre es ja unpassend sein, zu siezen.

Vielen Dank für die Antworten!

Gruß Siddy
 
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pegean

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AW: Anrede der Bewohner?!

Es muß gerade bei dementen Bew. immer individuell fest gelegt werden wie sie angesprochen werden oder auf welche Anrede sie reagieren .
Sehr wichtig ist auch hier die Biografie .
So kann es auch sein das z.Bsp. ein Mann der zeitlebens "Onkel Franz" (häufig in ländl.Gegenden üblich) gerufen dann eben nur auf diese Anrede reagiert .

LG
 
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Ulmerich

Ulmerich

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AW: Anrede der Bewohner?!

Hallo Siddy,

spannende Frage die Du da stellst :) ! Da mache ich mir auch schon viele Jahre so meine Gedanken. Ich arbeite seit nun elf Jahren als Nachtwache in einem Pflegeheim. Unter anderem haben wir auch sehr viele dementiell erkrankte Bewohner. .......Die ersten 8-9 Jahre (is´ wirklich wahr) wäre es mir niemals in den Sinn gekommen, "meine" Bewohner zu dutzen. Hatte immer das Gefühl, mir würde diese Art der Anrede definitv nicht zustehen. Habe daher grundsätzlich die Sie-Form verwendet. Anmerkung:
a) Ich selbst hatte nicht das Gefühl, durch diese Anredeform einen schlechteren Zugang zum Bewohner zu erlangen. Denke, es kommt auf deutlich mehr Faktoren, als nur auf den der Anrede an.
b) Bin Krankenpfleger. In meiner Ausbildung lagen die Schwerpunkte im Fach Kommunikation/Gesprächsführung/Psychologie sicherlich nicht im Bereich " Umgang und Kommunikation mit Demenzkranken"....die Ausbildung zum Altenpfleger hat da sicherlich ein wesentlich detaillierteren und "anderen" Anspruch an dieses Thema.
c) Die meisten , aber auch nicht alle AP-Kollegen, dutzten diese Bewohner fast durchweg. "Komm Heini, jetzt trink noch mal was", .....oder "Mensch Katrin,...Du hast ja ein tolles Kleid an" usw. usf. ......................................:( fand ich immer komisch
und, wie schon gesagt, mir nicht zustehend.:( Habe, vielleicht auch ein bißchen aus Prinzip, es gar nicht erst versucht. PUNKT

Naja, seit knapp zwei Jahren verwende ich diese Anredeform auch immer wieder mal. Es gibt, so habe ich für mich gelernt, durchaus die Eine oder den Anderen, die/ der sich wunderbar, wahrscheinlich sogar viel besser auf die Dutzform einläßt. Es gelingt wirklich ein vertrautes und entspannteres Verhältnis aufzubauen. Das "Sie" scheint bei manch einer Person ein großes Gefühl der Distanz zu erzeugen, ...und das ist gerade im Umgang mit Demenzkranken nicht unbedingt förderlich.

Mein Fazit: Es kommt ganz klar auf die Person an, mit der man in Kommunikation tritt. Sowohl das "Sie", als auch das "Du"
können die probate Anrede sein. ....In der Art der Anrede kann durchaus der Zugangscode zum Menschen liegen.

Gruß Ulmerich
 
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traveler

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AW: Anrede der Bewohner?!

Dazu gibt es schon sooooo viele threads in denen sehr ausführlich über das Für undf Wieder diskutiert wurde.

Bitte mal Suchfunktion benutzen und Anrede eingeben.
 
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petzinato

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AW: Anrede der Bewohner?!

Hallo, ich bin ja grundsätzlich der Meinung das ich nicht das Recht besitze einen Menschen der ca 40 oder 50 oder gar 60 Jahre älter ist als ich mit Du anzureden. Ich finde das ich ihm das schuldig bin und ihm mit dem nötigen Respekt zu begegnen.
Es hat natürlich Fälle gegeben wo es Angehörige erlaubt haben den Dementen Bewohner mit opa.... z.B anzusprechen weil er darauf besser reagierte jedoch konnte ich dieses auch nicht umsetzen- weil es einfach nicht mein Opa und demzufolge kein Familienangehöriger ist. Ich finde man sollte sich auch einen gewissen Abstand zu den betreuenden bewahren um auch zu <Hause mal abschalten zu können.
Ich muß sagen ich bin nunmehr seit 4 Jahren Fachkraft für Gerontopsychatrie aber mit dem Du zu denziell erkrankten Bewohnern habe ich mich noch nicht angefreundet.Und werde es wahrscheinlich auch nicht tun. Natürlich passiert es mal das man jemanden mit seinem Vornamen anspricht oder ähnliche Verfehlungen.
Aber mein früherer Chef aus dem Handwerk hat immer gesagt- Sie A.....loch ist schwieriger geagt wie Du A....loch. Und so halte ich es auch mit den Lehrlingen und Praktikanten.
Gruß petzinato
 
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Siddy

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AW: Anrede der Bewohner?!

Hallo und guten Abend!
Erstmal vielen Dank für die vielen Meinungen. Und sorry, wenn ich dieses Thema erneut angeschnitten haben, hab inzwischen einige der alten Diskussionen gefunden.
Danke @ renje für den Suchhinweis.
Grundsätzlich sehe ich es auch so,... der Spruch mit dem Du A.... und Sie A... trifft ja durchaus zu. Allerdings glaube ich nicht, dass man vor jemanden weniger Respekt hat wenn man ihn duzt. Die Einstellung
ich bin ja grundsätzlich der Meinung das ich nicht das Recht besitze einen Menschen der ca 40 oder 50 oder gar 60 Jahre älter ist als ich mit Du anzureden. Ich finde das ich ihm das schuldig bin und ihm mit dem nötigen Respekt zu begegnen.
kann ich auch durchaus verstehen. Ohne weiteres würde ich auch nicht auf die Idee kommen, jemanden einfach so zu duzen.
Für mich persönlich muß ich sagen, dass es im Pflegealltag den Bewohnern gegenüber absolut von meinem Gegenüber abhängt, seiner Biografie und seinem Verhalten. Wenn das "Du" einen Zugang und damit den Umgang erleichtert ist es sicherlich kein Vergehen.
Ein eindeutiges pro oder contra gibt es denke ich nicht. Trotzdem muss ich sagen, dass ich ein absolutes Verbot des duzens auch für überflüssig halte. So geschehen gerade im Pflegeheim meines Mannes, aber wie ich mitbekomme durchaus üblich.
In der Regel sollten wir doch alle "alt genug" sein, um mit der Entscheidung der Anrede angemessen umzugehen.

Einen schönen Abend noch, viele Grüße

Siddy
 
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Schokokeks

AW: Anrede der Bewohner?!

@Siddy,

beim "Duzn" kommt es auf das Bedürfnis des älteren Menschen an. Man sollte als Pflegekraft keinesfalls sein eigenes Bedürfnis befriedigen, um ältere Herrschaften zu Duzen. Respekt und Achtung ist vor allem bei demenziell erkrankten Menschen groß geschrieben. Diese Gespärchsform nennt man Validation und dabei versucht man, in den Schuhen des Bewohners zu gehen. Es funktioniert, wenn man von haus aus einfühlsam und feinfühlig ist, sonst geht das nicht.
Beim "Duzn" kommt es IMMER auf das Bedürfnis des Bewohners an, ansonsten gelten die allgemein bekannten gesellschaftlichen Regeln.
Ältere Herrschaften einfach zu Duzen, ohne sein Bedürnis ergründen zu wollen fände ich persönlich eher geringschätzend. Sowas würde ich keinem wirklichr raten. Es ist meiner Meinung nach nur dann sinnvoll, wenn man es pflegerisch begründen kann, wie beispw mit einer Validation, ansonsten nicht.
 
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