Arbeitsrecht Annahme Kündigungseinschreiben verweigert

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Fleescha

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2007
14979
Tach auch,

folgendes Szenario:

nehmen wir mal an eine Mitazubine aus meinem ehemaligen Kurs, welche mit einer 50% Stelle bei einer Sozialstation angestellt ist, wird angerufen und gefragt, ob sie an 2 ihrer freien Tage Dienste übernehmen könne, welches sie verneint, da die Tage verplant sind. Daraufhin wird das Telefonat wortlos abgebrochen von seitens der PDL.
10 Min. später teilt die PDL mit, dass sie die gesamte Woche nicht zu kommen brauche, da eine neue Mitarbeiterin eingearbeitet werde, und sie solle sich nochma melden.

Da nochmehr schief zu laufen scheint bei der Sozialstation, hat sich die Mitazubine dazu entschlossen fristgerecht zu kündigen und dieses per Einschreiben geschickt (nehmen wir mal an Mittwochs). Donnerstagsabend kommt die PDL mit Anhang zu ihr nach Hause und händigt eine fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung (arbeiten trotz frei) aus.

Da noch kein Rückschein der Post eingetroffen ist, geht man davon aus, dass die Annahme des Einschreibens verweigert wurde...

Unabhängig davon, dass die fristlose Kündigung meines Erachtens nicht rechtens ist, wie ist dass, wenn ein Einschreiben nicht angenommen wird...
In der Kündigungsfrist zählt ja der Kündigungschutz ... ?!

:kopfkratz: :kopfkratz:
 
Qualifikation
Gesundheits - & Krankenpfleger
Fachgebiet
Berlin/Brandenburg
Weiterbildungen
da gibt es keine Arbeitsgruppe... ;o)
postoperativ

postoperativ

Mitglied
Basis-Konto
01.04.2007
67551
Hallo,

ein Nicht-Einspringen ist keine Arbeitsverweigerung. Der Dienstplan zählt. Wenn dies überhaupt ein Kündigungsgrund wäre dann vielleicht nur wenn eine Dienstanweisung ins Haus flattert. Aber bei einem normalen anruf, mit bitte um einspringen, nicht.

Wenn die Annahme das Einschreibes verweigert wurde müsste das bei der Post nachvollziehbar sein. Ein nicht annehmen/ öffnen, (nach dem Motto "nicht gelesen nicht gekündigt") ect, einer Kündigung gibt es nicht. Dies gilt für AN und AG.

Deine Kollegin sollte sich schnell rechtlichen Rat einholen. Sie hat 2 Wochen Zeit auf eine fristlose Kündigung zu reagieren. Nach den 2 Wochen ist es zu spät.

LG, postoperativ
 
Qualifikation
exam. Altenpflergerin
Fachgebiet
ambulante Pflege
Weiterbildungen
PDL, PA,TQB
L

Lisy

Hallo flescha,
wenn deine Kollegin nich expliziet ein Einschreiben mit Rückantwort verschickt hat, ist übrigens eine ehr teure Variante, bekommt sie keinen Antwortschein.
Gruß Lisy
Grund Ein wichtiges Wort hat gefehlt
 
Clavius

Clavius

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12.09.2006
44143
Hallo zusammen,

nicht einspringen bei dienstpllanmässigem Frei ist kein Künigungsgrund, weder ordentlich noch ausserordentlich.
Deine Kollegin sollte eine Kündigungsschutzklage einreichen (Frist 14 Tage).
Da sie aber ohnehin kündigen wollte hat sie aber doch alles was sie wollte, oder habe ich etwas verpasst?
Wenn ein Einschreiben nicht angenommen wird gilt meiner Meinung nach die Kündigung trotzdem als zugestellt, da sie sich im Empfangsbereich des Adressaten befand.

Grüsse von Clavius
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
PDL
J

Jogibaer

Mitglied
Basis-Konto
Hallo!

Das muss man sich mal vorstellen...da kündigt man seinen Arbeitsvertrag und die PDL kommt zu einem nach Hause und übergibt die fristlose Kündigung.

Unabhängig davon was im Vorfeld ggf. vorgefallen ist, ein starkes Stück.

Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung. Diese wird wirksam zu dem Zeitpunkt in welcher sie ihm zugeht, nicht zu dem Zeitpunkt wo er Kenntnis von nimmt.

Beispiel: §130 BGB Wirksamwerden von Willenserklärungen
Das Kündigungsschreiben nimmt der AG am 1.Mai entgegen.Kenntnis nimmt er davon aber erst am 15.Mai weil er den Brief aufmacht. Es ist unerheblich WANN er die Kündigung liesst, entscheidend ist das Datum der Entgegennahme.

Nun zu der fristlosen Kündigung....:nono: :spinner: ich bin platt. Wird Zeit dass Deine Bekannte diesen Laden verlässt.

Die Führungskräfte sind in meinen Augen - zunächst - was den "Fall" betrifft inkompetent. Die interne Kommunikation, Personalpolitik zeugt nicht besonders von Führungswissen und Stärke. Wie gesagt, ich weiß nicht was vorher vorgefallen ist.

Rechtlich gesehen ist eine "Arbeitsverweigerung" ein Kündigungsgrund. Jedoch - wie bereits schon von anderen User erwähnt - m.E. kein Grund wenn man frei hat und ander weitig verplant ist. Irgendwo habe ich diesbezüglich mal einen LINK hier aus dem Board gehabt. Muss mal suchen...

Bei einer fristlosen Kündigung greift das KSchGesetz nicht.

Da Deine Bekannte zu erst gekündigt hat - alleine schon wichtig wegen Arbeitszeugnis - ist die fristlose Kündigung m.E. unwirksam.

Würde dennoch mir Rat bei einem Anwalt einholen...und würde mich freuen von Dir zu lesen was dabei heraus gekommen ist.

Gruß
Jogibaer

P.S. Andere Ideen / Vorschläge / Verbesserungen ?
 
Qualifikation
Unternehmer,Fachwirt SG,QMB,Rettass,Krpfl,
Fachgebiet
Ambulante Pflege
U

Ulli_T.

Hallo,
Deine Kollegin sollte sich schnell rechtlichen Rat einholen. Sie hat 2 Wochen Zeit auf eine fristlose Kündigung zu reagieren. Nach den 2 Wochen ist es zu spät.
Auch wenn es hier zweimal im Thread erwähnt wird:

Die Klagefrist gegen eine Kündigung beim Arbeitsgericht ist dennoch 3 Wochen ! (KschG, §4)

Ulli
 
U

Ulli_T.

In der Kündigungsfrist zählt ja der Kündigungschutz ... ?!
Hallo Fleescha,

ich verstehe den Zusammenhang nicht, wozu es wichtig sein soll, ob die Kündigung Deiner Kollegin angekommen ist - oder nicht.

Wenn bei Deinen Hinweisen nichts Dramatisches fehlt, dann entbehrt diese fristlose Kündigung jeglicher Grundlage und Vernunft.
Dennoch wird sie unumstößlich gültig, wenn man nicht innerhalb von 3 Wochen nach Zugang eine Klage beim Arbeitsgericht einreicht. Dies kann man (falls keine Rechtsschutzversicherung besteht) durchaus selber und formlos machen. Beim AG gibt es auch Rechtspfleger, die beim Aufsetzen des Schreibens helfen (aber keine Rechtsberatung machen dürfen).

Ob Deine Mitazubine nun selber gekündigt hat und diese Kündigung eingegangen ist oder nicht, spielt keine Rolle, weil sie nach Eingang der fristlosen Kündigung ja sowieso nicht mehr in die Firma muss.

Grundsätzlich sollten vernünftige Menschen ja eigentlich in der Lage sein dieses Arbeits-, bzw. Ausbildungsverhältnis einvernehmelich zu beenden und einen Arbeitsgerichtsprozess zu vermeinden. Zumindest versuchen sollte man das!
Wenn sich die andere Seite aber stur stellt, dann wird man sich wohl vor dem Arbeitsgericht einigen müssen...

Ulli
 
J

Jungsmama4

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03.02.2008
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05.07.2001
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