Intensiv Anhängen von EKs

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Rolf

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Hallo all
angeregt durch einen Beitrag in einem ander Forum des Boards möchte ich von euch wissen,wie das Anhängen der EKs bei euch geregelt ist.
Bei uns,chirurgische Intensivstation mit Schichtdienst auch der Ärzte,wird das so gehandhabt:Nach schriftlicher Anordnung durch den Stationsarzt bereitet die zuständige Pflegekraft das EK vor.Der vorgeschriebene Bedsidetest wird durch die Pflegekraft durchgeführt,der Stationsarzt kontrolliert und bürgt durch seine Unterschrift für die Richtigkeit.Das EK wird dann wiederum von der Pflegekraft angehängt.Die notwendige Krankenbeobachtung obliegt ja sowieso dem Pflegepersonal.
Mir geht es dabei ausdrücklich um die Praxis auf der Intensivstation.
Greetz,Rolf
 
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Kai-Uwe Klöting

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Hallo Rolf

Bei uns ist alles was mit den E.K.s zu tun hat Arztsache also auch die Bedsitetest und vor allen Dingen das Anhängen der Konserven da dies eine Transplantation darstellt, und diese natürlich nur vom Arzt ausgeführt werden dürfen.Wenn es zu einem Zwischenfall kommt und es irgendwelche Wirrungen geben sollte ist die Pflegekraft auf jeden Fall ihre Zulassung los.
 
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Frank Fischer

Hallo,

bei uns ist der Bedside-Test und das Anhängen der EK´s auch Arztsache.
Wir bereiten nur vor und selbst dieses finde ich eigentlich schon zuviel, in Hinsicht darauf das die EK`s oder TK`s manchmal viel zu lange angestochen hängen.
Einen guten Satz habe ich im Klinikleitfaden Intensivpflege gefunden,
" Das Anlegen einer Transfusion ist eine nicht delegierbare ärzliche Aufgabe. Er muß auch die Blutgruppenformel überprüfen."

und

".....während die Überwachung der laufenden Transfusion an das Pflegepersonal delegiert werden kann."

ich denke das ist deutlich genug....sonst kann ich ja auch bald selbstständig eine Knochenmarkstransplant oder die Gabe von peripheren Stammzellen durchführen. ;)

Verständnis habe ich nicht, wenn sich die ärzlichen Kollegen von ihren Aufgaben befreien wollen, wenn ihnen die Zeit fehlt, müssen sie halt bei ihren Chef vorsprechen :D , dabei ist das rechtlich nicht abgedeckt, frag mal Eure rechtliche Abteilung, oder besser noch Euren Universitären Leiter, schriflich natürlich, bin mal gespannt was der dazu sagt!!!

Viel Spass dabei, lieber Rolf

Gruss aus Berlin
 
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paule

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15.06.2001
rhein-main
[QB]Hallo all
angeregt durch einen Beitrag in einem ander Forum des Boards möchte ich von euch wissen,wie das Anhängen der EKs bei euch geregelt ist.
Bei uns,chirurgische Intensivstation mit Schichtdienst auch der Ärzte,wird das so gehandhabt:Nach schriftlicher Anordnung durch den Stationsarzt bereitet die zuständige Pflegekraft das EK vor.Der vorgeschriebene Bedsidetest wird durch die Pflegekraft durchgeführt,der Stationsarzt kontrolliert und bürgt durch seine Unterschrift für die Richtigkeit.Das EK wird dann wiederum von der Pflegekraft angehängt.Die notwendige Krankenbeobachtung obliegt ja sowieso dem Pflegepersonal.
Mir geht es dabei ausdrücklich um die Praxis auf der Intensivstation.
Greetz,Rolf[/QB]
[ 06. Juli 2001 23:47: Beitrag editiert von paule ]
 
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paule

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15.06.2001
rhein-main
Hey Rolf,

ich muß den anderen mit ihren aussagen zustimmen, wobei es noch nicht einmal unbedingt um die juristische seite geht, sondern vielmehr um den zeitfaktor!
Dazu das altbekannte zitat "welcher Dr. holt den Pat. aus der sch.."
Fazit: keine EK`s

G&K PAULE
 
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Willi

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:eek: Ich bin erschrocken, als ich die Frage las.
Das Anhängen von Blutkonserven und FFP durch Pflegepersonal ist ein Verstoss gegen das Transfusionsgesetz und deshalb abzulehnen. Natürlich versuchen die diensthabenden Ärzte immer wieder um diese "Gefälligkeit" zu bitten, aber bei uns (interdisziplinäre ITS) haben wir diesem Ansinnen einen Riegel vorgeschoben. Unsere Assistenten sind mittlerweile auch schon "geschult". Ansonsten schließe ich meinem Vorredner Kai in allen Punkten an. (Schöne Grüße Übrigens)
Willi
 
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07.07.2000
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Hallo Willi,
[QB] :eek: Ich bin erschrocken, als ich die Frage las.
Das Anhängen von Blutkonserven und FFP durch Pflegepersonal ist ein Verstoss gegen das Transfusionsgesetz und deshalb abzulehnen...[/QB]
Die rechtlichen Hintergründe sind hier nur nicht das Thema, sondern die gängige Praxis auf den Stationen.

Natürlich hast Du völlig recht, aber auch mir ist die Situation nicht unbekannt: der Stationsarzt macht den ganzen Schriftkram "drumherum" und bereitet das erste EK / FFP oder wasauchimmer vor und fragt den Pflegenden, ob er es anhängen würde, bzw. bei mehreren Beuteln umsteckt.

Das ganze ist natürlich dann auch nur ein Gefallen für den ärztlichen Kollegen - wenn's drauf ankommt, hat der die Beutel natürlich selbst angehängt.

Rechtlich nicht erlaubt, aber praktisch an der Tagesordnung. Eine besondere Gefahr sehe ich bei diesem Vorgehen übrigens nicht: 1. kann jeder selbst entscheiden, ob er Blutprodukte anhängen möchte oder nicht, 2. wenn eine Transfusionsreaktion eintritt wird sie es unabhängig davon tun, ob der Arzt oder ich die Rollklemme aufgedreht hat.
Im positiven Fall ist der ärztliche Kollege dann schneller wieder zu Stelle als das Lämmchen mit dem Schwanz wackeln kann.

Wie sieht's bei Euch denn mit Gerinnungsfaktoren aus? Arzt oder Pflege?

Freundlich grüßend,

Hanno H. Endres

[ 10. Juli 2001 18:55: Beitrag editiert von Hanno H. Endres ]
 
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Kai-Uwe Klöting

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17.07.2000
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Hallo Hanno

Du magst Recht haben das es genauso nicht sein sollte das Gerinnungsfaktoren gegeben werden es ist aber so das es im Falle der EK`s schon Richtersprüche gegeben hat. Bei uns im Haus ist das mit den EK´s durch eine Hausinterne verbindliche Dienstanordnung geregelt deswegen wird darüber auch gar nicht mehr Diskutiert
:D.
 
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sunflower

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Hi,

bei uns auf Station läuft es ähnlich wie Rolf und Hanno beschrieben. Kommt immer auf die jeweilige Pflegekraft und den entsprechenden Arbeitsanfall an. Häufig ist soviel zu tun, daß die aufgewärmten EK's sonst stundenlang herum liegen würden.
FFP's und TK's hängen bei uns grundsätzlich wir Pflegekräfte an, ebenso verabreichen wir auch alle Gerinnungsfaktoren. Mir ist es auch ein Rätsel, warum dies der Arzt tun sollte.
Würde dann ein PPSB oder ATIII etwa besser beim Patienten wirken, wenn es aus der Hand des Arztes gespritzt wird???

Die Dokumentation laut TFG erledigen wir auch, ebenso wie die Sonderentgeltzettel für die Apotheke.

Gruß,
sunflower
 
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Metternicher

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Das ist schon richtig das es hier nur um die Praxis geht, aber vielleicht muß man die Praxis überdenken.
Stehen eure Ärzte hinter euch wenn mal was schief geht und seine Kariere dadurch vielleicht beendet ist.
Wie soll der Azt begründen das ihr die Transfusion durchgeführt hat wenn er es garnicht delegieren darf?
Was macht ihr wenn der Arzt sagt das er diese Anweisung nie gegeben hat? :confused: :confused:
 
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07.07.2000
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Hallo zusammen,
[QB]...
Wie soll der Azt begründen das ihr die Transfusion durchgeführt hat wenn er es garnicht delegieren darf?
Was macht ihr wenn der Arzt sagt das er diese Anweisung nie gegeben hat? :confused: :confused:[/QB]
Message not understood:

Der Arzt braucht nicht zu begründen, warum er die Transfusion durch den Pflegenden angeordnet hat, weil er's a) nicht darf und b) auch nie angeordnet hat
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>
Was macht ihr wenn der Arzt sagt das er diese Anweisung nie gegeben hat? <HR></BLOCKQUOTE>

Funktioniert nicht (siehe auch a) und b) oben), weil er schliesslich auch die komplette Organisation der Transfusion (Bestellung, Bedside-Test usw.) übernimmt und auch entsprechend die Durchführung so dokumentiert, als ob er selbst sie erledigt hätte.

Selbst wenn der Arzt dem Pflegenden an die Karre fahren wollte, könnte er nicht - schliesslich hat keine Möglichkeit zu beWEISEN, dass er die Transfusion nicht selbst durchgeführt hat.

Klar, dass sowas nur bei absolutem wechselseitigem Vertrauen funktioniert.

Regards,
HHE

[ 15. Juli 2001 00:36: Beitrag editiert von Hanno H. Endres ]
 
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sunflower

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06.07.2000
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Hallo,

muß da Hanno voll zustimmen.
Die interne, stillschweigende Deligation an erfahrenes, kompetentes Pflegepersonal durch die Ärzte kann nur durch absolutes Vertrauen funktionieren. Dies bedeutet dann aber auch, daß man "dicht" hält, falls ein Fehler unterlaufen sollte.
Würde mir dann ein Arzt an den Karren fahren wollen, hätte ich, aus schon wie bei Hanno beschriebenen Gründen, nie die Transfusion angehängt. Dann stünde Aussage gegen Aussage...

Gruß,
sunflower
 
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Frank Fischer

Hallo,
[QB]...muß da Hanno voll zustimmen.
Die interne, stillschweigende Deligation an erfahrenes, kompetentes Pflegepersonal durch die Ärzte kann nur durch absolutes Vertrauen funktionieren. Dies bedeutet dann aber auch, daß man "dicht" hält, falls ein Fehler unterlaufen sollte.
Würde mir dann ein Arzt an den Karren fahren wollen, hätte ich, aus schon wie bei Hanno beschriebenen Gründen, nie die Transfusion angehängt. Dann stünde Aussage gegen Aussage...[/QB]
mich wundert, das des zwar eine undelegierbare Aufgabe des Arztes ist EK`S usw. anzuhängen, anderseits Pflegende aber anscheinend gerne Tätigkeiten des Arztes übernehmen. Es ist doch nicht unsere Aufgabe, oder???
Was versprechen wir uns davon? Hört sich für mich nach gemauschel an.

Gruss Frank
 
M

Metternicher

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13.07.2001
Hallo sunflower!
Hört sich schon ein bischen nach Krimi an was ihr da so macht. Selbstverständlich gehts ohne Vertrauen nicht. Aber glaubt nicht das es euch der Kadie so leicht macht. Die Richter wissen oft mehr über "Gepflogenheiten" in der Pflege als ihr glaubt. Auch die Öffentlichkeit wirft mehr ein Auge auf die Kliniken,ich sage nur Privatfernsehen und deren Reportagen. Aber das führt jetzt vielleicht ein bischen zu weit.Ich möchte eigendlich mehr darauf hinaus das gerade Pflegepersonal in der Intensivmedizin sich oft in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Die Fälle wo auch Pflegepersonal sich vor Gericht verantworten muß häufen sich.Da ist das Thema EK´s anhängen nur ein ganz kleiner Teil. Das schlimme ist das man sich daran gewöhnt hat, das es selbstverständlich ist, das wir ärztliche Tätigkeiten übernehmen,obwohl wir mit unseren Aufgaben echt genug zu tun haben. Achtet mehr drauf was ihr dürft und was ihr, zu eurem eigenen Schutz, besser seinlasst. Es bleibt dabei:
Das anhängen von EK´s darf nicht delegiert werden! :(
 
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Kai-Uwe Klöting

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44225
[QB]Hallo,


muß da Hanno voll zustimmen.
Die interne, stillschweigende Deligation an erfahrenes, kompetentes Pflegepersonal durch die Ärzte kann nur durch absolutes Vertrauen funktionieren. Dies bedeutet dann aber auch, daß man "dicht" hält, falls ein Fehler unterlaufen sollte.
Würde mir dann ein Arzt an den Karren fahren wollen, hätte ich, aus schon wie bei Hanno beschriebenen Gründen, nie die Transfusion angehängt. Dann stünde Aussage gegen Aussage...


Gruß,
sunflower[/QB]
Hallo Sunflower

Ich empfinde das was du hier niedergeschrieben hast als Hammer ich denke nicht das das Anhängen von EK´s Pflegerischer! Kompetenz bedarf es ist und bleibt eine nicht Delegierbare Aufgabe.Und ich denke auch das das gemeinsame
Vertrauensvolle Verhältniss bei der Rechtssprechung endet und dann Anordnugen andere waren. Das andere was mir dabei Einfällt ist das ich für den Pat. da bin und nicht für die Ärztliche Assistenz (was das Dicht halten anbelangt).Und es ist doch auch so das es Pat. gibt die durchaus Wissen wer was gemacht hat und es ist jedes Anhägen eines EK´s verboten auch das ohne Konsequenz!.
 
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meikel

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17.07.2001
An alle Möchtegern-Ärzte (sunflower und Co): Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Ihr stellt Euch wirklich ein Armutszeugnis aus, wenn ihr noch nicht mal merkt, was ihr da tut. Mal abgesehen davon, daß es ein glasklarer Gesetzesverstoß ist.
 
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Hallo zusammen,
[QB]... Es bleibt dabei:
Das anhängen von EK´s darf nicht delegiert werden! :([/QB]
Ich fürchte, die Diskussion gleitet langsam aber sich vom Thema ab.

Von Rolf schrieb ursprünglich "Mir geht es dabei ausdrücklich um die Praxis auf der Intensivstation." - nichts anderes haben wir versucht zu beschreiben.
Dass Transfusionen nicht delegiert werden dürfen, steht völlig ausser Frage, aber wie gesagt: die Praxis!

Auch die Frage, warum Pflegende trotzdem ärztliche Aufgaben übernehmen, kann hier sicherlich nicht umfassend geklärt werden.

Auf ein neues, interessantes Thema wartend,

HHE
 
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Teammitglied
05.07.2001
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