Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

J

Jana1

Mitglied
Basis-Konto
0
30916
0
:ermm:Hallo,
möchte heute hier mal meinen Ärger los werden und hoffe, das mich hier jemand verstehen kann. Wir haben eine Bewohnerin bei uns die eine Höherstufung von uns bekommen sollte, von 1 auf 2. Hatte schon hier im forum darüber geschrieben. Die Nichte und die Schwester von ihr habe ich darüber auch informiert. Die Nichte von der Bewohnerin ist selbst auch im Gesundheitswesen tätig wo genau ist mir nicht bekannt. Kennt sich also in der Pflege aus. Ich habe dann die Nichte angerufen und sie kam auch dann. Nun wollte sie den Grund wissen, warum wir eine Höherstufung benötigen. Habe ihr die Gründe gesagt und auch das ihr geistiger Zustand sich auch verschlechtert hat. Sofort hat sie ihr Handy genommen und den zuständigen Hausartzt angerufen. Er hat sich dann beschwert, warum er nicht zuerst informiert wurden ist und das er sich bei der Stiftsdirektion über mich beschweren will, sofort habe ich mit ihm gesprochen und mich entschuldigt. Er will immer zuerst informiert werden und nicht die Angehörigen. Der
Artzt ist ziemlich schwierig. Kommt kaum zur Visite nur wenn es nötig ist. Der ganze Familienklan ist bei diesem Artzt und ich glaube die halten alle zusammen. Nun fragte mich die Nichte, ob sie von meiner Pfle
geplanung eine Kopie bekommen könnte, ich sagte nein und ich muß das vorher abklären. Nun habe ich erfahren, das die Nichte bei unserem Stiftsdirektor war und mit unserem kommisarischen PDL gesprochen hat und gebeten hat, wie auch immer was sie gesagt hat das sie nicht will das ich weiterhin die Pflegeplanung schreibe also nicht mehr die Bezugspflegekraft bin! Nun ist sie heute aus dem KKH gekommen hatte zwei Schlaganfälle und da muß die ganze Pflegeplanung neu geschrieben werden. Kann es nur nicht verstehen aus welchen Gründen die Nichte so einen Einflu0 hat. Die Bewohnerin ist schon seit 3 Jahren bei uns und ich war seit dem die Bezugspflegekraft und nun kommen die Angehörigen auf die Idee eine andere Bezugspfl. sollte sich kümmern. Heute hätte ich die Gelegenheit gehabt mit ihr persönlich zu sprechen nur unser PDL meinte ich sollte nach Hause gehen und mir keine Gedanken machen. Mich ärgert es aber und unser PDL sagt mir nicht den wahren Grund. Er wollte wohl heute selbst mit ihr sprechen und ich sollte dafür im Tausch eine andere Bewohnerin nehmen. Ich kann und will es einfach nicht verstehen und ich will die Wahrheit erfahren nur mir sagt keiner was. Die Sache kann ich nicht auf mir sitzen lassen.:mad_2: So nun habe ich mir das von der Seele geredet und dafür ist ja auch das Forum da.
Wenn Ihr Éuch in meine Lage hineinversetzen könnt, was würdet ihr machen?
Danke es tat gut alles hier zu schreiben.

Danke Jana1:ermm:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäre ALTENPFLEGE
T

thorstein

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
85221
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Hallo jana,

wenn es zu deinen Aufgaben gehört, Höherstufungen in die Wege zu leiten und dass mit den Angehörigen zu besprechen, verstehe ich deinen Ärger vollkommen. Dich als Bezugskraft abzuziehen ist aber unabhängig davon ein Vertrauensbruch, vor allem, wenn es nicht einmal begründet wird.Ich nehme an, die Beohnerin kann sich dazu nicht mehr äussern?

Ich kann die Gesamtsituation natürlich nicht beurteilen. Bei sehr "schwierigen" Angehörigen empfiehlt es sich aber grundsätzlich, Kontakte auf Leitungsebene zu "verschieben". Damit erspart man den Pflegkräften dann die Diskussionen, wer, wann, was gesagt oder behauptet hat. Insofern könnte man es auch positiv bewerten, wenn dich deine Vorgesetzten aus der Schusslinie nehmen wollen.

Vielleicht solltest du deinen Ärger offen ansprechen, wenn das mit deiner Pdl möglich ist.
Grüsse
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
01983
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Sehe es ähnlich wie meine Vorrednerin. Gut von PDL dich aus der Schußlinie zu nehmen, wenn es denn so ist. Allerdings würde ich mit einem klärenden Gespräch noch warten, ein wenig und nicht allein mit dieser Nichte. Sie scheint mir etwas tja wie soll ichs nennen,geltungsbedürftig zu sein. Und gut das du deinen Ärger hier Luft gemacht hast und nicht vor der Nichte oder PDL.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Hallo Jana,

so ganz schlau werde ich aus der Situation nicht. Die Einrichtung biete eine Dienstleistung an. Die Kosten ergeben sich aus dem Pflegebedarf. Wenn der Aufwand nachvollziehbar und begründbar gestiegen ist, dann wird eine Höherstufung notwendig. Die Einrichtung geht in Vorleistung und wird eine Begutachtung beantragen, um den Aufwand bezahlt zu bekommen. Zwar werden die Angehörigen informiert - diese können ja auch gerne anderer Auffassung sein - , aber erteilt wird die Pflegestufe von der Pflegekasse auf der Basis des Gutachtens im Rahmen der Begutachtung durch den MDK. Notfalls eben auch unabhängig von der Auffassung der Angehörigen. Stellt sicherlich die Ausnahme dar, da die Einrichtungen für gewöhnlich an einem guten Kontakt interessiert sind.

Was habe ich nicht bedacht ? Warum sollte ein Hausarzt sich darüber ärgern, wenn er nicht als Erster über eine ggf. notwendige Höherstufung des Bewohners informiert wird ? Die Pflegestufe leitet sich doch grundsätzlich aus den Bereichen der Grundpflege (und Hauswirtschaft) ab und das ist die Aufgabe der Pflegekräfte und nicht des Hausarztes. Ich kann mir auch nicht vorstellen das ein Hausarzt sich mit der Begutachtungsrichtlinie des MDK beschäftigt hat - warum auch ?

Deinen Ärger kann ich gut verstehen. Aus Deiner Perspektive bist Du ohne ersichtlichen Grund von einer Bewohnerin abgezogen worden. Aber vielleicht - und Thorstein hat eine mögliche Variante angeführt - gibt es dafür ja einen plausiblen Grund.
Persönlich würde ich auch das Thema fachlich über die Pflegeplanung angehen. Wenn ich merke das die Angehörigen dieser Argumentation nicht folgen wollen oder aus diversen Gründen heraus ärgerlich sind, dann verweise ich gerne an die PDL / HL. Was soll ich groß diskutieren, wenn die andere Person für Argumente nicht zugänglich ist und die Situation für beide Seiten nur ärgerlich und unnütz wäre ?

Manchmal würde ich mir - obwohl unser HL es beinahe zur Perfektion als Grüß-Gott-Onkel gebracht hat - wünschen, dass man den Angehörigen auch irgendwann Grenzen setzt. Anstatt mit einer Engelsgeduld den Ausnahmeangehörigen, denen man nichts recht machen kann, immer wieder neue Zugeständnisse machen, könnte man auch irgendwann zu dem Punkt kommen und sagen: Wenn Sie uns nicht Vertrauen, dann suchen sie sich doch eine Einrichtung, die ihren Vorstellungen entspricht.
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
Pfleger*m84

Pfleger*m84

Mitglied
Basis-Konto
0
95352
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

muss meinem vorredner absolut recht geben. ps: meist sind verwandte die in der pflege tätig sind die " unangenehmsten ". die frage ist doch, wer hat die betreuung der bewohnerin? ist die nichte nicht betreuerin, hat sie sowieso keine auskunft zu bekommen...

gruss
 
Qualifikation
ex. Altenpfleger, PA
Fachgebiet
Stationäre Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter
T

thorstein

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
85221
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Notfalls eben auch unabhängig von der Auffassung der Angehörigen. Stellt sicherlich die Ausnahme dar, da die Einrichtungen für gewöhnlich an einem guten Kontakt interessiert sind.
HalloCDS,

ich hab zwar schon einige Jahre nichts mehr mit Höherstufungen zu tun, würde mich aber wundern, wenn ein Antrag ohne Zustimmung des Betroffenen oder des Betreuers möglich wäre. Und das System ist ja nach wie vor so gestrickt, dass bei der Pflegestufe 1 die Kosten für die Angehörigen am niedrigsten sind.

Wenn sich also Angehörige, Bewohner, der Hausarzt und die Einrichtung nicht einig sind, ergibt sich da rechtlich ein gordischer Knoten. Da es also um Kohle geht, sollten meiner Ansicht nach Gespräche auf der Ebene der Vertragspartner stattfinden.

Ein Grüß-Gott-Onkel muss ja nicht die schlechteste Variante sein, wenn es dem guten Mann gelingt, Dampf aus dem Kessel zu lassen. Viel schlimmer finde ich Leitungskräfte, die den Ärger ungefiltert an die Pflegekräfte weiterleiten, gerne auch mit Schuldzuweisungen.

Grüsse
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
C

Chef de Saucier

Aktives Mitglied
Basis-Konto
1
30625
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Hallo Thorstein,

Du hast Recht. Zu Anfang steht die Mitteilung an die Angehörigen / den Betreuer. Diese werden über den höheren Aufwand aus Sicht der Pflege informiert und werden gebeten einen Antrag auf eine Begutachtung zu stellen, ob tatsächlich eine höhere Pflegestufe erreicht ist. Da die Kosten sich erhöhen, werden einige das u.U. Ablehnen. Dann folgt:

Stellt ein Pflegebedürftiger keinen Antrag auf Einstufung in eine höhere Pflegestufe, obwohl sich der Pflegeaufwand erhöht hat, ist die Pflegeeinrichtung berechtigt, den Betroffenen schriftlich zur Antragstellung aufzufordern. In diesem Fall muss die Pflegeeinrichtung allerdings den höheren Pflegeaufwand auch begründen... In den Fällen, in denen der Pflegebedürftige trotz Aufforderung durch das Pflegeheim keinen Antrag auf Höherstufung stellt, ist das Pflegeheim berechtigt ab dem ersten Tag des zweiten Monat nach der Aufforderung einen Pflegesatz nach der nächst höheren Pflegestufe zu berechnen. Die Pflegekasse hingegen darf keine höheren Pflegeleistungen erbringen, solange kein Höherstufungsantrag gestellt wird.
Ich habe das so Verstanden das es im Grunde eine Sache zwischen dem Pflegebedürftigen und der Einrichtung selbst oder Ersatzweise zwischen der Einrichtung und den Angehörigen/ Betreuer ist. Ich bin schon seit Jahren nicht mehr im Tagdienst, aber während der Begutachtungen durch den MDK spielte bei mir der Hausarzt eigentlich niemals eine Rolle, die Meinung des Arztes eigentlich auch nicht.

Gruß
CDS
 
Qualifikation
* - *
Fachgebiet
PFK
T

thorstein

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
85221
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Hallo CDS,

spätestens wenn die Pflegeeinrichtung eine Einstufung "erzwingt", kommen die Fachanwälte ins Spiel. Ich kann mich an einen Fall erinnern, wo die Tochter mit (!) einem Anwalt beim Einstufungstermin aufgeschlagen ist. Die Gutachterin des MDK war damit heillos überfordert. Man kann sich gut vorstellen, welche Kreise das zieht, wenn zum Beispiel Angehörige über ihren Anwalt behaupten, dass die Leitungen in der Pflegeplanung gar nicht erbracht werden. Und einem solchen Kuddelmuddel kann sich dann auch der Hausarzt nicht entziehen. Auf dem Papier klingt alles so nachvollziehbar -in der Realität sieht es dann anders aus. Allerdings reden wir hier von Ausnahmefällen.

Grüsse
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
J

Jana1

Mitglied
Basis-Konto
0
30916
0
AW: Angehörige üben Macht auf Pflegepersonal aus

Hallo.
:smile: Danke für Eure netten Kommentare zu meinem Problem.Habe gestern einen Kollegen gefragt, ob er was mitbekommen hat was die Nichte mit unserer PDL gesprochen hat und er sagte, das die Bewohnerin wohl angeblich gesagt haben soll das sie mit mir nicht klar kommt. Das kann ich nicht glauben weil die Bewohnerin eine Persönlichkeitsstörung hat und zur Zeit und Ort und zu Personen nicht mehr orientiert war. Namen oder Personen konnte sie sich nicht merken. Zu mir hat sie mal geäußert, das sie mit der Nachtwache Probleme hätte und das konnte ich ihr auch glauben denn unsere Nachtwache hat keinen guten Umgang mit ihr gehabt das habe ich an ihren Übergaben mitbekommen, wie sie über sie gesprochen hat. Ich war auch die einzige, die sie duschen konnte weil sie sich immer gewährt hatte.Die anderen Kollegen konnten es nicht. Es kam schon vor das die Angehörigen sich beschwerdt haben das sie 3 Wochen nicht geduscht wurden ist. Daher kann ich das alles nicht glauben. Schade, das die Bewohnerin sich nun nicht mehr aüßern kann. Jetzt tut sie mir sehr leid, denn sie will nicht mehr leben durch den Schlaganfall ist sie jetzt ein richtiger Pflegefall geworden.Will nicht mehr essen und trinken bekommt nur Infusion.Wenn sie mich anschaut, kommen mir die Tränen und ich würde ihr noch gerne so viel sagen.
Nun würde ich ihr wünschen, das sie bald in den Himmel kommt denn das ist auch kein Leben mehr.
Ich werde der Sache noch auf den Grund gehen und am Montag meine Heimleitung darauf ansprechen,
denn er müßte ja auch den Grund kennen.:innocent:
Ich werde Euch informieren, was ich erfahren habe. Also Danke nocheinmal an Euch:smile:
Jana1
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
stationäre ALTENPFLEGE
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen