Arbeitsrecht Androhung Mehrarbeit nach Krankenschein

mo75

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Hallo,
ich bin in einem ambulanten PD als PFK beschäftigt. Musste mich leider krank melden (grippaler Infekt, Bronchitis), dies geschah ordnungsgemäß in einem Telefonat mit meiner PDL, wie auch mit meiner Kollegin, welche nun meine Tour übernimmt.
so weit so gut...
Nach dem Besuch bei meiner Hausärztin stehe ich nun für 6 Tage unter antibiotischer Therapie. Und bin für 9 Tage krank geschrieben. Mit "Murmeln im Bauch" bin ich ins PDL-Büro und habe meinen gelben Schein abgegeben. PDL gerade unterwegs außer Haus... Habe um Rückruf gebeten, weil ich schon ahnte, dass meine PDL im Karree springen wird. DENN: meine Arbeitsunfähigkeit geht über die Osterfeiertage, an denen ich mit Dienst geplant bin. Habe mir das Datum meiner Arbeitsunfähigkeit nicht ausgesucht.
PDL: es liegen schon 3 Krankmeldungen vor (eine Auszubildende, natürlich als "volle Kraft" geplant über die Feiertage, und eine Kollegin dauerhaft krank) und ich werde dann die Pfingstfeiertage arbeiten müssen, weil ja Kollegen für mich einspringen. Das heißt dann Pfingsten für mich: 3 Wochenenden aufeinander folgend Dienst und die Urlaubsplanung im A....!
Was mache ich nach dieser verheerendn Reaktion meiner PDL? Anruf bei meiner Hausärztin: bitte ändert meine AU, dass ich Ostern nicht ausfalle. Werde die Bitte auch noch an meinen Körper stellen. Wie findet Ihr das? Wie hättet Ihr reagiert als PDL oder an meiner Stelle? Im Nachherein bin ich ganz schön sauer... Danke für Eure Meinungen im Voraus.
 
Qualifikation
Gesundheits-und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Weiterbildungen
Praxisanleiterin, QMB
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supetrosu

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bleib zu Hause, geh ins Bett, werd erstmal wieder gesund. Und dann such dir einen anderen Job. So einen Chef kannst du in die Tonne kloppen. Sorry, da schwillt mir der Kamm wenn ich so was lese....
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Hämatologische Intensiv
Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Hallo,
ich bin in einem ambulanten PD als PFK beschäftigt. Musste mich leider krank melden (grippaler Infekt, Bronchitis), dies geschah ordnungsgemäß in einem Telefonat mit meiner PDL, wie auch mit meiner Kollegin, welche nun meine Tour übernimmt.
so weit so gut...
Nach dem Besuch bei meiner Hausärztin stehe ich nun für 6 Tage unter antibiotischer Therapie. Und bin für 9 Tage krank geschrieben. Mit "Murmeln im Bauch" bin ich ins PDL-Büro und habe meinen gelben Schein abgegeben. PDL gerade unterwegs außer Haus... Habe um Rückruf gebeten, weil ich schon ahnte, dass meine PDL im Karree springen wird. DENN: meine Arbeitsunfähigkeit geht über die Osterfeiertage, an denen ich mit Dienst geplant bin. Habe mir das Datum meiner Arbeitsunfähigkeit nicht ausgesucht.
PDL: es liegen schon 3 Krankmeldungen vor (eine Auszubildende, natürlich als "volle Kraft" geplant über die Feiertage, und eine Kollegin dauerhaft krank) und ich werde dann die Pfingstfeiertage arbeiten müssen, weil ja Kollegen für mich einspringen. Das heißt dann Pfingsten für mich: 3 Wochenenden aufeinander folgend Dienst und die Urlaubsplanung im A....!
Was mache ich nach dieser verheerendn Reaktion meiner PDL? Anruf bei meiner Hausärztin: bitte ändert meine AU, dass ich Ostern nicht ausfalle. Werde die Bitte auch noch an meinen Körper stellen. Wie findet Ihr das? Wie hättet Ihr reagiert als PDL oder an meiner Stelle? Im Nachherein bin ich ganz schön sauer... Danke für Eure Meinungen im Voraus.
Ich habe Deinen Beitrag mal ins richtige Forum verschoben - schließlich geht es ums Arbeitsrecht.

1. Sofern Dein Urlaub genehemigt war, kann Dein AG sich gerne auf den Kopf stellen und mit den Füssen wackeln. In Urlaub fährst Du dennoch. Ich zitiere mich mal selbst:
Das Bundesurlaubsgesetz ist hier unmißverständlich: ein genehmigter Urlaub ist durch den AG nicht verwehr- oder widerrufbar. Einzige Ausnahme besteht dann, wenn der Geschäftsbetrieb eines Unternehmens durch einen unvorhergesehenen Notfall (Feuer oder Hochwasser) existenzbedrohend gefährdet ist und die Gefahr unabdingbar & ausschließlich durch die im Urlaub befindliche Person abgewendet werden kann. Ausdrücklich nicht als Notfall gelten Auftragsspitzen oder Personalmangel.
2. Auch an Pfingsten bleibst Du schön zu Hause. Da ich das nicht alles noch mal schreiben möchte, hier noch ein Zitat:
Der Arbeitgeber hat mit der initialen Erstellung des Dienstplans, dem Einsatz der arbeitsvertraglich zugesicherten (AG) und versprochenen (AN) Arbeitszeit, dessen Genehmigung und Bekanntgabe sein Direktionsrecht hinsichtlich der Dienstplanung vollumfänglich ausgeschöpft (§ 315 Abs. 2 BGB). Ausgeschöpft bedeutet in diesem rechtlichen Zusammenhang, dass er ab diesem Zeitpunkt keinerlei Möglichkeiten mehr hat, den Dienstplan eigenmächtig und einseitig abzuändern. Alles was diesem Zuwiderhandelt, verstösst gegen §106 der Gewerbeordnung.
Es lohnt sich den dortigen Beitrag mal in Gänze zu lesen, da er auch auf Dienstverpflichtungen etc. eingeht.

3. Krank ist Krank. Also kurier Dich in aller Ruhe aus. Andernfalls darf sich Deine PDL sicher nicht wundern, wenn Deine nicht auskurierte Grippe an Pfingsten wieder aufflammt und Du erneut erkrankst und ausfälllst.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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Surrogat

...ich werde dann die Pfingstfeiertage arbeiten müssen, weil ja Kollegen für mich einspringen. .
Neben dem, was Christian bereits geschrieben hat, ist diese häufig getroffene Formulierung immer ein negatives "Highlight".

Im Krankheitsfall springen Kollegen nicht "für dich" ein - sie füllen ein Dienstmerkmal aus, dessen vertrgliche Verfügbarkeit im Einflussbereich des AG liegt.
Direkt: der AG muss für solche Fälle Reserven einplanen und Ausfallpläne formulieren - die Gesundheit der Mitarbeiter muss immer Vorrang haben; im Idealfall sollte der AG sogar den MA in bestimmten Fällen "vor sich selbst" schützen.
Schuldgefühle deinerseits sind also nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv!

Anbei ein Artikel zum Thema "Präsentismus"...und dessen Kosten:
Folgen von Präsentismus: Warum Sie besser nicht krank zur Arbeit gehen sollten [Zugriff: 22.03.2016]
 
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Surrogat

Man muss natürlich auch immer abwägen:
Kommt man schniefend und mit roten Augen zur Arbeit, weil die Pollensaison dieses Jahr wieder heftiger ausfiel bzw. mit Durchfall aufgrund des schon wieder zu ölig ausgefallenen Aal-Auflaufs...oder sitzt man mit subfebrilen Temperaturen hustend im Stationszimmer (damit man die Patienten nicht ansteckt) und seucht die Kollegen durch bzw. besucht möglichst häufig das WC, weil der akut fieberhafte Brechdurchfall erst drei Tage her ist.

Die Frage muss immer lauten: bin ich nur ein Risiko für mich - oder auch noch für andere?

Und selbst dann sollte die eigene Gesundheit Priorität haben und hochgradig relevant sein.
 
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SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

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Im Nachbarfaden wird dies aber empfolen
auf 40 Bewohner - 3 Pflegekräfte | Pflegeboard.de
Beitrag von Oehm #6
. . . ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, diesen "Faden" durchzudröseln. Ich nehme mal stark an, dass es da um die personelle Besetzung pro Schicht geht. Und diese auch bei Krankheitsausfällen zu gewährleisten ist, wie Christian oben schon goldrichtig angemerkt hat, die Aufgabe des Arbeitgebers, bzw. seiner "Erfüllungsgehilfen" (Hausleitung, PDL). Dafür werden diese u.a. auch bezahlt. Den Mitarbeiter/innen ein schlechtes Gewissen einzureden und wie beschrieben Druck auszuüben, das ist zwar nicht strafbar, aber auf keinen Fall der Mitarbeiterzufriedenheit und Förderung eines guten Betriebsklimas zuträglich. Strafbar ist es schon deshalb nicht, weil immer wenigstens 2 dazu gehören: einer der das macht und einer (oder mehrere), der es mit sich machen lässt.
Deswegen würde ich bei meiner Rückkehr in den Bereich schon hin und wieder mal (zur Vorbeugung wegen Pfingstfrei- Debatten) eine Bemerkung darüber fallen lassen, dass der Grund für die zusätzlichen Schichten der Kolleginnen zu Ostern nicht die Krankheit ist, sondern der Unfähigkeit der Verantwortlichen zuzuschreiben ist, für Ersatz zu sorgen . . .
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
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