Wundmanagement Amputation bei diabetischer Grosszehennekrose

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Nati

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13.12.2006
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Hallöchen zusammen :)

Hat jemand von euch Erfahrung in der Pflege von Patienten mit Fuss-bzw Unterschenkelamputation?

Mein Patient ist 72jährig und leidet seit Jahren an Diabetes, der eigentlich gut eingestellt ist, dennoch musste letztes Jahr der rechte Unterschenkel amputiert werden.
Nun ist er vor 3 Wochen mit einer Grosszehennekrose eingetreten, mittlerweile wurde der Vorderfuss amputiert.
Anfangs sah es recht gut aus, doch leider ist die Wundheilung miserabel und die Wundränder sind nun bereits wieder nekrotisch. Ein Débridement steht laut Oberarzt wegen schlechter Durchblutung gar nicht erst zur Diskussion, folglich wird nun zwangsläufig auch der linke Unterschenkel amputiert werden müssen, um eine Sepsis zu vermeiden.

Mit einer Prothese konnte der Pat noch gehen, aber mit zwei Prothesen wird das wohl nicht mehr gelingen. Dies belastet ihn sehr, da er seinen Bauernhof dann aufgeben müsste, da er nicht rollstuhlgänig ist.

Wie geht ihr mit einer solchen Situation um? Zum Beispiel ist der Pat zum Pflegepersonal immer nett, wenn aber seine Frau zu Besuch ist, lässt er all seine Wut an ihr aus (vor den Mitpatienten, ist ein Viererzimmer). Aufmunternde Worte sind sowohl für ihn als auch für sie schwer zu finden...

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Stumpfpflege? Muss oft ein Débridement gemacht werden oder ist dies eher selten der Fall?

Lernt der Pat mit HIlfe der Physiotherapie mit den Prothesen zu gehen oder ist das bei euch Aufgabe der Pflege?

LG Nati
 
Qualifikation
Pflegefachfrau i.A.
Fachgebiet
Chirurgie
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Amonima

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15.12.2006
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Hi Nati

Zu deinen Fragen:

Das Debridement macht nur Sinn Wenn die Durchblutung gegeben ist ansonsten würde das Bein Scheibchenweisse abgetragen.

Zur Reha:
Generell muss der Stumpf abheilen vollständig eh die Mobilisation mittels Prothese angestrebt werden kann, so lange streben wir eine Rollstuhlmobilität an. Die Krankenkassen bezahlen sogar den geriatrischen Rehaaufenthalt dafür.
Wenn die Wunde abgeheilt ist, kann versucht werden mit Prothesen zu mobiliesieren was generell von der Physiotherapie geleitet und von uns nach deren Anordnung mit umgesetzt wird
In dem geschildertem Fall ist das schwierig da mit 72 bei beidseitger Amputation oft sowohl die Physischen und auch die Motivationsgrenzen erschöpft sind.

Bei dem anderem Problem mit der Frau haben wir den Vorteil das zu unserem generellem Stationsteam eine Psychologin dazugehört. Allerdings kann es natürlich sein das der Mann privat schon immer so war und nur seine Aussenwelt das nicht merken lässt, man kann meist nicht hinter die Fassaden sehen. Generell würde ich empfehlen wenn du in einer solchen Situation dazukommst versuchen zu vermitteln und gegebenenfalls bei eurem Stationarzt eine zusätzliche psychologische Behandlung anzuregen.
 
Qualifikation
Gesundheits- u. Krankenpfleger
Fachgebiet
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05.07.2001
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