Ambulante Pflege/ Pflegestufen

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Corola

Hallo,
trotz Suchfunktion finde ich meinen ersten Thread nicht mehr, drum eine neue Anfrage: (Vielleicht kann der Forumsverantwortliche die Threads zusammenführen?)

Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass die Höherstufung in Pflegestufe 2 meinen Eltern keine finanzielle Unterstützung bieten würde, denn Vorraussetzung für eine Höherstufung ist eben der grössere persönliche Pflegebedarf. Meine Mutter kann und will sich aber noch z.T. selbst waschen, braucht dabei einfach nur Hilfe an den Stellen, wo sie nicht mehr selbst hinkommt. Das rechtfertigt die Höherstufung nicht und vor allem wird es nicht auf die hauswirtschaftliche Hilfe angerechnet. Gesundheitsbedingt braucht sie aber dringend mehr Unterstützung im Haushalt. Mein Vater ist gesundheitlich auch nicht mehr in der Lage, ihr im Haushalt alles abzunehmen, was sie lt. Arzt nicht mehr machen darf, aber wie zum Teufel finanziert man das? Meine Mutter hat Pflegestufe 1, in der Pflege kommt sie damit hin. Aufgrund ihres verschlechtertens Gesundheitszustandes bräuchte sie aber dringend mehr Unterstützung im Haushalt, damit beide noch so lange wie möglich selbständig in ihrem Haushalt leben können.
Hat da jemand eine Idee dazu, die mir weiterhelfen könnte?

Viele Grüss und herzlichen Dank im Vorraus,
Corola
 
Benzodiazepin

Benzodiazepin

Mitglied
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AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Gemäß § 45b SGB XI stehen deiner Mutter seit 01.01.2015 zusätzliche Betreuungsleistungen in einer Höhe von 104 EUR zu (208 EUR bei Demenz).

Informiere dich diesbezüglich bei der Kasse. Anspruch hat jede Person, die in eine Pflegestufe eingestuft ist. Die Diagnose Demenz ist dafür nicht mehr Voraussetzung.
 
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Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
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Gerhild

Themenstarter/in
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Bei den Betreuungsleistungen spielt nicht Demenz eine Rolle sondern die eingeschränkte Alltagskompetenz, der Anspruch besteht auch nicht für jeden mit Pflegestufe, sondern wie es der Name schon sagt : Anspruch haben Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz siehe :§ 45a SGB XI Berechtigter Personenkreis
Hilfe im Haushalt ist immer schwierig über Krankenkasse, gewollt ist hier eher Nachbarschaftshilfe, dass Kinder sich um Eltern kümmern, Ehrenamt o.ä.
 
Benzodiazepin

Benzodiazepin

Mitglied
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AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

der Anspruch besteht auch nicht für jeden mit Pflegestufe.
Falsch. Seit 01.01.2015 hat jede in eine Pflegestufe eingestufte Person Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen.

Lies nochmal den von dir zitierten § 45a SGB XI.

(1) Soweit nichts anderes bestimmt ist, betreffen die Leistungen in diesem Abschnitt Pflegebedürftige in häuslicher Pflege, bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung (§§ 14 und 15) ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Dies sind
1. Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II und III sowie
2. Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht

Das bedeutet, dass auch demenziell Erkrankte, für die es nicht zu einer Pflegestufe reicht, bei Erfüllung der Voraussetzungen unter Absatz 2 Anspruch auf diese Betreuungsleistungen haben.

Siehe hierzu auch die Broschüre des Bundesministeriums:

bla.jpg
 
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Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
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Henoch

Henoch

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11.10.2011
63517
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Falsch. Seit 01.01.2015 hat jede in eine Pflegestufe eingestufte Person Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen.
YES, im neuen Absatz 1a) des § 45b SGB XI definiert: "Pflegebedürftige, die nicht die Voraussetzungen des § 45a erfüllen, können ebenfalls zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (Anm.: jetzt auch Entlastungsleistungen, z.B. hauswirtschaftliche Unterstützung) nach Absatz 1 in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür werden bis zu einem Betrag in Höhe von 104 Euro monatlich ersetzt."

...der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht
Genau, die sogenannte Pflegestufe 0 :ironie: Nach 9 Monaten müsste das doch auch in den Schulen angekommen sein...


Gerhild, die "Hilfe im Haushalt" betrifft hier auch nicht die §§ 24h oder 38 SGB V (Krankenversicherung) sondern den § 36 SGB XI (Pflegeversicherung), hier ist diese fester Leistungsbestandteil. Aber auch die 24h od. 38´er Leistungen sind, bei richtiger Antragstellung einfach zu erhalten. Langwieriger gestalten sich da eher die § 42 SGB VII (od. § 54) oder § 70 oder 27 SGB XII Leistungen.

Einen schönen Abend noch
:coff:
 
Qualifikation
Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
Fachgebiet
MDK
Weiterbildungen
Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
C

Corola

Themenstarter/in
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Hallo,

ganz herzlichen Dank an alle! Das hilft mir wirklich ein Riesenstück weiter! Mühsam ist, dass die KK nicht von sich aus kommunizieren, welche Hilfen man noch zusätzlich beantragen kann. Meine Mutter hat mit der KK telefoniert, um sie über den geplanten Wechsel des Pflegedienstes zu informieren, aber dort herrschte nur eisiges Schweigen über mögliche Ergänzungsleistungen. :sad: Also muss ich mir von überall Infos holen, um zu erfahren, auf was meine Mutter berechtigten Anspruch hat.

Vielen tausend Dank nochmal!
Viele Grüsse, Corola
 
G

Gerhild

Themenstarter/in
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

gut, ich habe mich ungenau ausgedrückt, den Anspruch hat jede/r , aber die Voraussetzungen erfüllt nicht jede/r ... das ist auch bei mir angekommen, aber am formulieren muss ich wohl noch üben
 
C

Care2000

Aktives Mitglied
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18.02.2014
Berlin
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Heißt das nicht eher "unterhalb der Pflegestufe I"?!

Pflegestufe 0 bedeutet doch immer auch 0 Min Hilfebedarf in der Grundpflege
Unterhalb der Pflegestufe I = 1 Min und mehr Hilfebedarf in der Grundpflege
 
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TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
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Wolfgang M.

Wolfgang M.

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11.09.2008
89134
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Je nach Einkommen / Vermögensverhältnisse kann man bei der Sozialbehörde auch Leistungen gem. § 61 - 66 SGB XII beantragen
siehe auch: Karlsruhe: Hilfe zur Pflege
 
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selbständig
Fachgebiet
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Weiterbildungen
Weiterbildung: Beatmung außerhalb v. Intensivstationen, Palliativcare
Pflegeberatung gem. § 7 a SGB XI, Sachverständiger
Tätigkeit als: Pflegefachkraft, Pflegeberater, Sachverständiger
S

Soschei

Mitglied
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04.03.2008
Bielefeld
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Hallo,
Wenn deine Eltern schon länger die Pflegestufe haben: viele Pflegedienste bieten Hauswirtschaftliche Leistungen auch über Verhinderungspflege an.zumindest in Deutschland funktioniert das gut.
Viel Erfolg
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Ambulant
Henoch

Henoch

Mitglied
Basis-Konto
11.10.2011
63517
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

gut, ich habe mich ungenau ausgedrückt
Passiert uns allen häufig genug... dafür haben wir ja einen kollegialen Austausch und hier die Möglichkeit, dass immer noch einige Augen drüberlesen oder ´ne Idee einbringen können. :icon_wave

Heißt das nicht eher "unterhalb der Pflegestufe I"?!
Pflegestufe 0 bedeutet doch immer auch 0 Min Hilfebedarf in der Grundpflege
Unterhalb der Pflegestufe I = 1 Min und mehr Hilfebedarf in der Grundpflege
Lass mich kurz nachdenken ... :kopfkratz: Nein ...
Per Definition u.a. in den RiLi wäre der etwas längere Satz:
"Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung haben, der nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht, mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung im Rahmen der Begutachtung nach § 18 als Folge der Krankheit oder Behinderung Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt hat, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt haben."
die zutreffende Beschreibung. Aber, wer möchte schon jedesmal 67 Wörter resp. 539 Zeichen tippen... daher P(flege)S(tufe) 0
Personen der sog. PS 0 können ohne weiteres z.B. einen Hilfebedarf von (theoretisch...) nur 44min in der Grundpflege oder 46min in bei nur einer Verrichtung aufweisen. Ergo: unter 45min bei wenigstens 2 Verrichtungen = keine Pflegeeinstufung.
Grüße und einen nicht zu verregneten Tag noch
:coff:
 
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Pflegeberater (7a), CM, Pflegegutachter (FH)
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Fachkrankenpfleger Intensivpflege & Anästhesie
Fachkrankenpfleger Psychiatrie -Gerontopsychiatrie
TQM-Auditor
C

Corola

Themenstarter/in
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Hallo,
Jaein, ich habe festgestellt, dass die hauswirtschaftliche Hilfe eher selten in Kombination mit dem Pflegedienst ist. Die Mehrheit der Pflegedienste bietet nur den Pflegedienst an. Für Verhinderungspflege, d.h. hauswirtschaftliche Hilfe, Hilfe beim Einkaufen etc. gibt es höchstens diverse Kombinationen, d.h. ein Pflegedienst hat ein Abkommen mit einem Hauswirtschaftsdienstleistungsanbieter. D.h. aber auch, dass getrennt abgerechnet wird, was für meine Eltern die Sache kompliziert.

Meine Eltern haben bisher die Illusion, das mit einer Rechnung insgesamt abwickeln zu können, weil die Abrechnung einfacher kontrollierbar wäre, aber wir stossen momentan auch hier schon wieder auf neue, bzw. andere Grenzen des neuen Pflegedienstes: Uns wurde zugesagt, dass ein Einkaufsdienst besteht, aber, was uns erst jetzt durch eine Pflegerin gesagt wurde, der Einkaufsdienst hat nicht das Recht, meine Mutter mit derm Auto zum Einkaufen zu fahren, sondern darf nur den Einkaufszettel in Empfang nehmen und muss die Einkäufe zu Fuss erledigen....!

Sorry, das ist ein absoluter Schwachsinn, denn das Wohnviertel meiner Eltern ist seit Jahren tot, es gibt ausser einem Bäcker und einem Friseur keine Läden mehr in nächster Nähe und zu Fuss könnte der arme Zivi oder wer auch immer nie und nimmer 1-2x/Monat die geplanten Einkäufe meiner Eltern zu ihnen schleppen. Ist schlicht unmöglich!

Und selbstverständlich komme ich regelmässig in rel. kurzen Abständen meine Eltern besuchen und um ihnen zu helfen, aber es ist auch eine wirtschaftliche Frage, ob es Sinn macht, alle 2 Wochen hin-und zurück insgesamt 700km zu fahren, nur damit meine Mutter im knapp 5 km entfernten Supermarkt wieder Vorräte für die nächsten 2 Wochen einkaufen kann.... Ich habe immer noch die vielleicht idealistische Vorstellung, dass es hier eine Lösung geben könnte?

Ich weiss nicht, ich bin momentan wieder am Verzweifeln, obwohl ich viele neue, mir bisher unbekannte Tipps hier im Forum gewonnen habe, aber die angewandte Praxis bzw. das Angebot der verschiedenen Pflegedienste lässt mich ab und zu wieder verzweifeln. :/

Trotzdem, ganz herzlichen Dank für jeden Tipp und auch für die, die vielleicht noch kommen werden!
Viele Grüsse, Corola
 
R

resigniert

Aktives Mitglied
Basis-Konto
03.01.2013
Münster
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

hier bei uns im Ort gab es mal das Angebot des Supermarktes ( na ja, ein Ed..a, in dem jeder jeden kennt) den Einkauf zum Kunden zu bringen.
Aber wie das funktionierte weiß ich nicht. Es war bei mir kein Bedarf mich näher zu erkundigen.
Oft funktioniert auch die Nachbarschaftshilfe, da wo es noch gewachsene Strukturen gibt.
Was funktioniert, eine "Nachbarschaftshilfe" im Ortsteil durch Ehrenamtliche, organisiert von der Caritas.
Evtl. gibt es so etwas bei deinen Eltern im Ort auch?
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
C

Care2000

Aktives Mitglied
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18.02.2014
Berlin
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Mitnahme eines Kunden im Dienstauto würde ich ebenfalls allein schon aus Versicherungstechnischen Gründen ablehnen (Siehe Personenbeförderungsschein und und und).
Das die Fahrt mit dem Dienstauto zum Supermarkt, beispielsweise im Rahmen des Leistungskomplex 11 nicht erlaubt sei, ist nicht plausibel.
 
Qualifikation
TQM Auditor, Gutachter, Wundspezialist, DCM, exam Krpfl. etc.
Fachgebiet
QM
C

Corola

Themenstarter/in
AW: Ambulante Pflege/ Pflegestufen

Hallo,
herzlichen Dank für die neuen Antworten. Sicher ist es manchen Diensten aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich einen Kunden zum Eionkaufen zu fahren, aber im Quartier meiner Eltern hat es einfach keine Läden mehr, die selbst ein Zivi in 10-15 Min. erreichen könnte. Sowas wie Nachbarschaftshilfe kennt der Ortsteil auch nicht, leider! Und auf Bekannte können meine Eltern leider nicht mehr zählen, denn ab einnem gewissen Alter sterben einem die Bekannten weg...Aber wir haben diese Woche einen Termin beim Pflegestützpunkt und hoffen, der kann uns weiterhelfen!

Dank eurer Hilfe habe ich viele Tipps und Ratschläge bekommen und hoffe, demnächst die Hilfen für meine Eltern besser regeln zu können!
Ganz herzlichen Dank nochmal,
Corola
 
Pflegeboard.de

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05.07.2001
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