Ambulante Intensiv-/Beatmungspflege...

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biiene2003

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Hallo Leute...

ich hatte in den letzten 2 Wochen mehrere Vorstellungsgespräche bei ambulanten Intensiv- und Beatmungspflegediensten in NRW.
Jetzt habe ich drei Stellen angeboten bekommen und muss mich bald entscheiden.

Zur Zeit bin ich mir aber noch nicht sicher ob ich wirklich in die Intensiv- und Beatmungspflege gehen soll oder doch lieber ein ganz normaler ambulanter Pflegedienst.

Hat jemand von euch Erfahrungen in der Heimbeatmung gemacht und kann mir vielleicht ein paar Vor- oder Nachteile nennen?
Wenn ich mich für einen der drei Pflegedienste entscheide, worauf muss ich achten?
Habt ihr schon Erfahrungen mit Intensiv-und Beatmungspflegediensten in NRW gemacht?Gibt es dort Arbeitgeber für die man besser nicht arbeiten sollte und vielleicht welche die ihr mir empfehlen könnt?

Ich weiß es sind viele Fragen, aber ich würde mich freuen wenn von euch viel Feedback zu diesem Thema kommt. Ich wäre euch sehr dankbar.

Liebe Grüße
 
R

RettAss911

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AW: Ambulante Intensiv-/Beatmungspflege...

Hallo biiene2003,

also wenn du eine examinierte Krankenschwester oder Pflegekraft bist, dann ist der Job ehr etwas für dich. Es gibt viele Pflegedienste die für die Beatmung Rettungsassistenten, Rettungssanitäter oder gar Arzthelferinnen suchen. Nach meinen Erfahrungen her, sind diese Personen für den Job nicht wirklich geeignet und das sag ich als Rettungsassistent selbst.

Ich hab das ganze 6 Monate mitgemacht und hab durchweg schlechte Erfahrungen gemacht. Der Arbeitgeber war schon ok, nur hat er selbst nicht den allerwertesten in der Hose gehabt, um mir die Kündigung letztlich persönlich zu überreichen, obwohl der Brief eigenhändig von Ihm eingeworfen wurde. Letztlich bin ich froh das es vorbei ist.

Der Grund dafür sind zum einen die "Kunden" selbst. Aus psychologischer Sicht sind manche Reaktionen der Eltern sicherlich nachvollziehbar. Es ist Ihr Kind. Doch irgendwo sollte da eine klare Grenze gesetzt werden. Wir alle, die diesen Beruf oder "Job" ausüben, haben bereits im Vorfeld eine Ausbildung genossen. Ich arbeite seit 1998 im Rettungsdienst und seit 2009 bin ich Rettungsassistent und man sollte denken, das eine solche Person schon weiß worauf es ankommt.

Das Problem in der Beatmungspflege sind nicht die Patienten, sondern die Angehörigen. Es wird viel in die Arbeitsweise reingeredet. In jedem Team, welches den Patienten betreut, gibt es einen "Lieblingspfleger(in)", selbst wenn man die Arbeitsschritte genau so ausführt wie diese, macht man es falsch. Die Einarbeitung in einem solchen Team erfolgt über die Teammitglieder. Es wird gezeigt wie der Ablauf ist und welche Tätigkeiten anfallen.

Hier ist schon das erste Problem ... Die Einarbeitung ist oftmals ungenau, Lückenhaft und unvollständig. Der Ablauf ist auf die Zeiten genau geplant. Z.B. 08:00 Uhr - Wecken, 08:30 Uhr - Grundpflege, WC-Gang, etc... . Bei 98% der "Kunden" ist es eine totsünde auch nur eine Minute davon abzuweichen. Da wird direkt das große Fass aufgemacht. Einige Handlungsweisen sind auch absolut nicht nachvollziehbar warum einige Dinge so gemacht werden, obwohl es einfachere Wege gibt ... einfach weil es immer so gemacht wurde. Veränderungen ? Um Gottes Willen !

Bei einer Familie hab ich sogar bezweifelt, das ich überhaupt was gelernt habe, weil man dort einfach überhaupt nichts richtig machen konnte. Das ist vom pflegerischen Teil der Punkt.

Zweite Punkt wäre die soziale Anbindung. Ich habe zwei Seiten kennengelernt. Die Eine war eine türkische Familie, alleinerziehende Mutter, Patient war volljährig. Sozial gesehen war das ein völliges Disaster. Mit dem Patienten kam man super klar, war nett, freundlich und man konnte sogar als Pfleger noch spaß mit ihm haben. Die Mutter hingegen war sozial inkompetent und ließ auch nicht mit sich reden. Man gab seine Arbeitskraft, auch was über das Pflichtprogramm hinaus ging und es wurde 0 entgegengebracht, ehr im Gegenteil. So war es unter STRAFE verboten dort etwas Strom zu nutzen. Selbst das heiße Wasser konnte Sie von Ihrem Bereich aus abstellen.

Die andere Seite war eine 180° Grad wendung in die positive Richtung. Allerdings war auch hier das Problem, das Probleme nicht direkt angesprochen wurden, sondern die PDL vorbei kam um sich das und jenes anzuschauen und dann ein Gespräch zu führen. Ich hab bei dem zweiten Patienten etwa 5 Monate gearbeitet und zwar so wie ich angelernt wurde. Nach diesen 5 Monaten kam besagte PDL und auf einmal war das alles falsch was man dort je gemacht hatte ... komisch, denn selbst der "Lieblingspfleger" hat es nicht anders gemacht.

Letztlich wurde mir die Kündigung innerhalb der Probezeit ausgesprochen, worüber ich im Nachhinein glücklich bin.

Problem drei und das letzte Problem sind die Kollegen innerhalb des Teams. Ich habe nette kennengelernt, aber 80% Deiner künftigen Kollegen sind Schweineprister, hinterhältige Kollegen, die nichts anderes zu tun haben als nach DEINEN Fehlern zu suchen und direkt weiter zu geben. Woran liegt das ? Meiner Meinung nach an mangelnder Teamfähigkeit. Es ist halt eine ganz andere Welt, als im Rettungsdienst, denn dort herrscht Teamfähigkeit und Probleme werden untereinander geklärt. Ich kann nicht beurteilen, ob es in Pflegediensten generell so ist oder nur dort so, aber sowas finde ich eine linke Nummer und jene die sich jetzt angesprochen fühlen, sollten sich vielleicht mal ein paar Gedanken darüber machen.

Mein FAZIT : Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, Arzthelferinnen oder schlicht weg alle die keine exam. Pflegekraft sind : Finger Weg von der Heimbeatmung, denn ihr könnt nicht das leisten was dort verlangt wird, nämlich die Arbeit einer exam. Pflegekraft mit 3 Jahren oder mehr Ausbildung im Rückhalte zu erledigen, obwohl ihr niemals oder nur ganz wenig an Pflegewissen habt und Ihr Euch das erst noch aneignen müsst.

Wenn Ihr noch Fragen habt, könnt Ihr mich auch gern anschreiben.

Gruß

Mike
 
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