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AltenpflegerInnen und Heimbeatmung

  1. Ich habe heute gehört dass es seit einigen Wochen AltenpflegerInnen verboten ist betamete Patienten zu betreuen.Sowohl im Altenheim als auch im ambulanten Bereich.
    Dies sei zukünftig nur möglich wenn diese eine bestimmte Weiterbildung besucht haben.
    Wer kann mir Auskunft über diese Vorschrift und die Weiterbildungsmöglichkeiten geben ?
     
  2. hallo, woher hast du denn die info?
     
  3. Hallo!
    Die Info habe ich durch meine PDL.
    Wir haben in unserem Altenheim eine Station mit beatmeten Bewohnern und dort müssen jetzt alle AltenpflegerInnen schnellstmöglich zu dieser Fortbildung.
     
  4. und woher hat sie das? muss ja irgendwie belegt sein.weisst du wo ich die aussage finden kann? wir haben nämlich auch in der intensivpflege aps.
     
  5. Hallo,

    unabhängig woher diese Information stammt. Ist es nicht sinnvoll eine Weiterbildung zu besuchen, zu einem Thema mit dem Ihr definitiv arbeitet?

    Gruß invitus
     
  6. Hallo!
    Habe heute folgende Antwort bekommen :

    Sehr geehrte Frau Kollmeier,
    das Landesministerium NRW hat einen Erlass herausgegeben, nach dem selbst Krankenschwester/-pfleger nur Intensivpflege ausführen dürfen, wenn sie die Fachweiterbildung absolviert haben. Das widerspricht jeder Praxis zudem es pflegen auch Angehörige beatmete Menschen. Wir haben deshalb eine Stellungnahme dazu verfasst, die in dieser Woche noch an das Ministerium geht, der Sie auch den Part für die Altenpflege entnehmen können.
    Die Stellungnahme schicke ich Ihnen im Anhang mit. Falls Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne -auch telefonisch- an mich wenden
    <>
    Mit freundlichen Grüßen
    Pflegewissenschaftlerin
    Eveline Lindenberg, MScN
    -Referentin für Pflegewissenschaft und -praxis-
    Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, LV Nordwest e.V.
    Regionalvertretung West
    Altendorfer Str. 97-101 - 45143 Essen
    Tel.: 0201-36 55 713
    Fax: 0201-36 55 711
    DBfK - Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe


    Stellungnahme
    zum Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
    vom 13.07.2007
    Intensivmedizinische Behandlung in Altenheimen

    Den grundsätzlichen Ausführungen des Ministeriums zu den berufsrechtlichen Grundlagen der Altenpflegerinnen und Altenpflegern sowie der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpflegern ist zuzustimmen. Die genannten Berufsgruppen erhalten nach dem Bundesaltenpflegegesetz bzw. nach dem Krankenpflegegesetz einen Berufsbezeichnungsschutz, nicht aber einen Berufsausübungsschutz. Ein Katalog der auszuübenden Tätigkeiten ist in den Berufsgesetzen nicht geregelt.
    Die in der jeweiligen Ausbildung erlernten Tätigkeiten und Fachgebiete der Pflege als einzige Grundlage der Berufsausübung und des Berufsbilds anzunehmen, ist jedoch aus der Sicht des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe zu kurz gegriffen.

    Der Auffassung des Ministeriums, wonach nur fachweitergebildeten Pflegenden intensivmedizinische Pflege und Betreuung erlaubt ist, kann aus juristischer Sicht nicht gefolgt werden. Dies widerspricht den berufsrechtlichen Grundlagen, die eben keinen Berufsausübungsschutz im Sinne von konkret beschriebenen Tätigkeiten normieren, wie das Ministerium selbst zutreffend feststellt. Das Ministerium betrachtet die Berufstätigkeiten in der Pflege allein aus dem Aspekt der formellen Qualifikation gemäß der jeweiligen Ausbildung entsprechend verliehenen Berufsbezeichnung und verkennt, dass daneben auch die materielle Qualifikation zu berücksichtigen ist. Die materielle Qualifikation umfasst das tatsächliche Können und das durch die Berufspraxis erworbene Erfahrungswissen. Die Ausbildung in den Pflegeberufen bildet, wie in nahezu allen anderen Berufen auch, die allgemeine Grundlage zur späteren Tätigkeit in den unterschiedlichsten Fachdisziplinen der Pflege. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin und der Gesundheits- und Krankenpfleger kann nach dem Examen in der allgemeinen Pflege tätig sein, aber beispielsweise auch auf Intensivstationen und im OP-Bereich. Es ist Pflegenden selbstverständlich erlaubt, ohne Fachweiterbildung auf diesen Gebieten tätig zu sein. Bei Beachtung der Delegationsgrundsätze ist es Pflegenden ebenfalls erlaubt, ärztliche Aufgaben zu übernehmen. Hierbei kommt es entscheidend darauf an, dass die Pflegekraft angeleitet und geübt ist und dass sie die an sie delegierte Maßnahme sicher beherrscht.

    Diese Grundsätze gelten auch für Altenpflegerinnen und Altenpfleger. Zwar haben Altenpflegerinnen und Altenpfleger in ihrer Ausbildung keine intensivmedizinische Pflege und Betreuung erlernt. Jedoch kann die Pflege eines z.B. dauerbeatmeten Patienten bzw. Bewohners nach sorgfältiger Anleitung und entsprechender Erfahrung übernommen werden. Im ambulanten Bereich wird oftmals ein beatmeter Patient von seinen Angehörigen versorgt, gegebenenfalls mit teilweiser Unterstützung durch Pflegefachkräfte. Nach der Darstellung des Ministeriums dürfte es solche in der Praxis üblichen Heimbeatmungen gar nicht geben, denn Angehörige mit einer absolvierten Fachweiterbildung in Intensivpflege wird es kaum geben.

    Der Träger einer Altenpflegeeinrichtung wird immer sorgfältig zu prüfen haben, wie er die rechtlichen, organisatorischen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen kann, wenn er intensivmedizinische Maßnahmen durchführen lassen will. Dass nun aber, wie im Erlass ausgeführt, rechtliche Schritte einzuleiten sind, ist für den DBfK nicht nachvollziehbar.


    Essen, den 07.09.2007

    Rechtsanwältin
    Anja Sollmann
     
  7. Das Thema würde mich auch interessieren. Ich habe mal eine Auge auf diesn Beitrag.

    Gruß double
     
  8. :nono: Also Angehörige betreuen beatmungspflichtige Pt. und Pflegefachkräfte aus der Altenpflege dürfen das nur bedingt.......
    dann sollte sich "DAS SYSTEM" mal ne Lösung einfallen lassen. Ich wurde z.B. von einem renommierten HB- Service abgewiesen weil Qualität vor Quantität steht. Also nur Fachkräfte mit mind. 1 -jähriger Berufserfahrung auf INT oder FWB um im Zweifelsfall zur Sicherheit der Pat. adäquat reagieren zu können...finde ich absolut o.k.

    Also Pflegedienste benötigen entsprechend qualifizierte MA aber Angehörige dürfen das.... WARUM?

    Nur seriöse Anbieter verfügen über entsprechendes Fachpersonal oder fordern entsprechend ein, die WB zu machen....

    Man sollte diesbezüglich die Verantwortung nicht unterschätzen! Nicht nach dem Motto 1000 Mal ists gut gegangen aber beim 1001 Mal..wär man lieber nicht dabei gewesen!

    Ich habe mittlerweile den Eindruck, das nur wirklich qualifizierte HB-Dienste Wert auf Qualifikation legen!

    Ich würde mich ohne wenigstens 1 Jahr INT oder diese WB in Traunstein oder sonstwo , Fachpflegekraft für ausserstationäre Intensivpflege nicht auf dieses Thema einlassen- zur Sicherheit der Patienten!

    Weil-"hab ich schon 1000 mal ohne Zwischenfälle gemacht" heisst nicht, "ich weiss, was ich hätte falsch machen können".. oder noch schlimmer...."ich weiss nicht warum ich etwas falsch gemacht haben sollte"!
    Erfahrung ist nicht immer gleich Wissen!

    Jooa a Guats Nächtle Mitanand!

    Petra
     
  9. Hallo!
    Ich halte es auch nicht für schlecht diese WB zu machen, im Gegenteil.
    Für mich ist nur die Frage welche es sein muss.
    Denn es werden wohl nicht alle anerkannt.
    Und da man als Altenpflegerin keine "normale" Intensivweiterbildung machen darf ist die Frage was es für Möglichkeiten gibt.
    Wer weiß mehr darüber?
     
  10. Halli hallo....:wink:
    also, ich versorge in unserem Seniorenheim einen Bewohner mit Tracheostoma, vorher wurden meine Kollegin und ich zur Weiterbildung in eine Neurologische Klinik geschickt. Mit der Maßgabe, dass wir ab diesem Zeitpunkt weitere BW mit Tracheostoma und Beatmung aus den Kliniken aufnehmen. Ein interessantes Aufgabengebiet, dass sehr hohe Erwartungen an die Pflegekraft stellt.
    Mir macht es sehr viel Spaß und der Umgang mit diesen BW ist sehr herzlich und aufschlußreich (lehrreich).
    Eine Weiterbildung zur Intensivpflegekraft ist als Altenpflegerin nicht möglich, oder sollte ich sagen nur schwer. Es gibt die Möglichkeit einer nochmaligen Ausbildung von drei Jahren, wenn man/frau einen Ausbildungsbetrieb findet. Und natürlich mit Ausbildungsgehalt.:blushing:
    Vielleicht gibt es ja in einem anderen Bundesland andere Möglichkeiten....ich rate informieren und nachfragen...
    viel Spaß noch...Gruß resedoma
     
  11. Hallo kobold04!

    Hat das Bundesverfassungsgericht zur Frage ob Altenpflege ein Heilberuf ist, festgestellt, daß Altenpflege im sogenannten präoperativen Bereich agiert, ohne Stationsarzt, den man fragen kann? Ja, das hat es!

    Hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, daß Altenpfleger/ innen eine ("eigentlich") höhere Fachkompetez haben müssen, als Krankenpfleger/ innen, da sie alleine entscheiden müssen? Ja, das hat es!

    Dürfen Altenpfleger/ innen auf "Inneren" arbeiten, eben weil sie in Anatomie/ Physiologie/ Krankheitslehre sehr gut ausgebildet sind? Ja, das dürfen sie!

    Demnach muß die formale Qualifikation (generell) vorhanden sein - in Frage kommt daher allenfalls eine Fortbildung; keinesfalls eine langwierige Weiterbildung! Wer sich danach nicht fit fühlt, darf die delegierte Aufgabe (individuell) getrost ablehnen (wegen Unsicherheit)!

    Altenpflege ist nunmal, nach dem Vorrang der ambulanten Versorgung, die Pflege von Schwerstpflegefällen und Moribunder, und impliziert insofern zunehmend die Intensivpflege, als logisches Ende der Langzeitpflege. Egal ob es sich hierbei um Ca/SHT/AIDS, oder sonstiges handelt, oder "nur" um die Stilllegung eines Tracheostomas, bei dem der Bew. ersticken kann.
    Die Versorgung "beatmeter" Pat., insbesondere in häuslicher Umgebung (bei der kein Stationsarzt gerufen werden kann), könnte daher genausogut von Altenpfleger/ innen übernommen werden (eine entsprechende Fachfortbildung vorausgesetzt). Das auch in der Altenpflege nur wenige ihr Examen mit 1 absolvieren, dürfte klar sein.

    Ich glaube daher, daß die Träger gegen diesen "Schnellschuß" des Ministeriums Sturm- laufen- werden und dieses Verbot fallen wird. Insbesondere deshalb, weil Altenpfleger/ innen die "Intensiv" - Weiterbildung verwehrt ist, und die Altenheime demnach überwiegend Krankenpfleger/innen einstellen müßten, was nicht im Sinne der Altenpflege sein kann.

    Gruß, Altenpflegel
     
  12. Habe da so meine Zweifel ob es ausreichend ist was eine Altenpflegerin an intensivpflegerischen Aspekten in ihrer Ausbildung erhält. Ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass dieses ausreicht, (auch wenn ich mir hier nun nicht wirklich Freunde mache...) um einen Beatmungspatienten zu versorgen.
    Wir bekommen z.Z. Praktikantinnen aus der ambulanten Pflege ( i.d.R. examinierte Altenpflegerinnen), die bei uns eine "Kurzeinweisung Beatmung" erhalten. Sie sollen "lernen" auf was sie alles achten sollen. Hier geht es u.a. um das Absaugen, Versorgung von Tracheostoma, Reagieren bei Beatmungsproblemen, Einweisung in Beatmungsmuster, Pflege eines Beatmungspatienten ect.
    Meine Kollegen und ich sollen also möglichst in zwei Wochen einen "Rundum-Grundkurs-Beatmung" mit diesen armen Menschen machen!!!
    Manche trauen sich erst nach dem 4. Tag einen Absaugschlauch in die Hand zu nehmen, sind mit dieser Tätigkeit völlig überfordert (wäre ich auch mit dem Grundkenntnissstand) und berichten mir von einer Grundausbildung wo von "Intensivpflege" nicht wirklich viel die Rede war.
    Mich jetzt bitte nicht falsch verstehen (ich will hier auch nicht, wie in anderen Threats, eine Diskussion entfachen die fernab von gut und böse ist) aber: Gehören bei mittlerweile mehr und mehr "Intensivpatienten" in Pflegeheimen und in der ambulanten Pflege nicht auch Fachpflegepersonal an die Betten?? Wenigstens eine pro Schicht (oder pro Etage oder pro Station) die man im Zweifelsfalle auch um Rat fragen kann????? Klar, eine finanzielle Frage aber "nur" Altenpflegkräfte alleine finde ich persönlich nicht ausreichend. (auch mit "Weiterbildung"):blushing:

    Gruß
    Heike
     
  13. Also ich pflichte dem bei, was Rettungsmaus einbringt....

    Wie gesagt, gibt es amb. Dienste, die ausschliesslich Fachpersonal einstellen. D.h. gewünscht ist FWB A/I oder mindestens 1 Jahr Pflegeerfahrung auf INT.
    Um eben im Falle eines Falles Patientensicherheit gewährleisten zu können.
    Und diese Einstellung finde ich vor allem den Pat. gegenüber mehr als seriös und vertrauenswürdig.
    Es ist sicher nicht in jeder Einrichtung so aber oft genug sieht der Personalschlüssel eh nicht üppig aus (wenn ich an 2 PP denke die so 30BW "pflegen" müssen- eben ihren Möglichkeiten entsprechend). Kann man dann davon ausgehen, dass Sicherheit gewährleistet ist?

    Ich selbst würde mir auch zutrauen, Heimbeatmungspflege (es geht hier nicht nur um Absaugen und Trachealkanülenpflege!) zu lernen- habe aber zunächst aus o.g. Gründen Abstand davon genommen. Im Falle eines Zwischenfalles wär ich bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe mit einjähriger INT-Erfahrung jedenfalls auf der sichereren Seite.


    Das ist meine Meinung dazu. Und ich betrachte die Entwicklung in diesem "Geschäft" etwas kritisch....ohne jetzt irgendwem was zu wollen.



    LG Petra
     
  14. Hallo Heike; Hallo Petra,

    natürlich habt ihr Recht, Altenpfleger/innen sind fachtheoretisch/ -praktisch auf Intesivmedizin kaum vorbereitet, dennoch verlangt "Pflege bis zum Exitus" zwangsläufig intensivmedizinisches Handeln.
    Altenpfleger/innen sehen sich z. B. zunehmend damit konfrontiert Krebs-/AIDS- Erkrankte zu versorgen, die (mangels freier Kapazitäten) keine Chance auf ein Hospizbett haben.
    Die Altenpflege hat leider noch nicht begriffen, daß sie kein eigenständiger Beruf ist, sondern Langzeitkrankenpflege mit einem hohen Anteil Intensivpflege. Dementsprechend ist die Ausbildung keinesfalls so wie sie sein sollte.
    Habe als Altenpfleger mehrere Bew. mit Tracheostoma: Absaugen - sowenig wie möglich, aber tägliche Übung (vom HNO- Arzt "abgenommen"); Kanülenwechsel/ Stomaversorgung - tägliche Übung. Reagieren bei Beatmungsproblemen:"Kommen Sie schnell mein Mann atmet nicht mehr - ist ein häßliches Geräusch, wenn man das beinah zugewachsene Gewebe eines "stillgelegten" Tracheostomas mit dem Absaugkatheter gewaltsam neu eröffnet, aber ist schön, wieder Atemzüge zu hören. Nur am Rande: Bew. verstarb im KH, keine Intensiv, kein Monitoring, konnte nicht rufen (keine Sprechkanüle), konnte nicht klingeln (hoher Querschnitt) - ist einfach nur elendig verreckt (erstickt), Beatmung gab es nicht.

    Nein, das ist kein weiterer Thread um über das fachliche Können von Altenpfleger/innen zu dikutieren - völlig richtig.
    Und ja, Altenpfleger/innen haben kaum intensivmedizinische Kenntnisse, aufgrund ihrer Ausbildung aber das Potential diese Kenntnisse relativ schnell zu erwerben. Eine Intensiv- Weiterbildung oder gar ein Praktikum auf Intensiv ist Altenpfleger/innen übrigens (noch) verwehrt.

    Um auf den Thread zurück zu kommen: m. E. wird der Erlass fallen, denn sonst werden die Heime Krankenpfleger einstellen müssen (was die Altenpflege zur Langzeit- Krankenpflege macht) oder es müssen Intensiv- Fort/ Weiterbildungen geschaffen werden. Beides würde ich sehr begrüßen.

    LG, Altenpflegel
     
  15. Hallo altenpflegel,

    ich glaube wir haben unterschiedliche Definitionen "Intensivpflege". Du meinst wahrscheinlich eher die Pflege am Ende des Lebens bzw. Pflege in einem weit fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wo eine stationäre Behandlung entweder schon abgeschlossen ist oder eine gewisse Stabilität eingetreten ist und eine Pflege in häuslicher Umgebeung möglich ist.
    Mein Bild einer "Intensivpflege" ist ein anderes da ich intensive Pflege bei akut Erkrankten durchführe, wo wir viel Zeit im therapeutischen Bereich verbringen.

    Natürlich kann jeder (auch Angehörige) relativ zügig erlernen was gemacht werden muß wenn ein Tracheostoma so "verborgt" ist, das es zu Erstickungsanfällen kommt. Das ist keine hohe Kunst sondern ein einfaches Handling.
    Beim Einstellen von Beatmungsmustern habe ich eine andere Vorstellung als es wahrscheinlich in Altenheimen oder ambulanten Pflegeeinrichtungen der Praxis entspricht. Selten werden ARDS Patienten in der häuslichen Krankenpflege gepflegt.....:wink:
    Wir haben in der Fachweiterbildung I/A zwei Jahre sehr viel theoretisches Wissen und viel Praxis (von erfahrenen Intensivmedizinern) erlernt. Das kann keine "Fortbildung" für Altenpfleger leisten. Es würde auch nichts bringen da die Schwerpunkte anders liegen!
    In der Beatmungspflege ist das "A und O" die Erfahrung. Die kann auch nicht in zwei Jahren Weiterbildung "erlernt" werden. Da nützt auch kein "großes theoretisches Grundwissen" sondern hier geht es nur darum ein "Gefühl" zu entwickeln, was in welcher Situation wie gemacht werden muß.
    Wenn nun in Heimen eine größere Anzahl von Beatmungspatienten betreut werden müssen, sollte, wie oben beschrieben, eine Ansprechperson vorhanden sein die über einen so großen Erfahrungsschatz verfügt um die Routine, die jeder haben sollte der mit Beatmungspatienten umgeht, weiter zu vermittlen. In meinen Augen kann das nur von einer Fachpflegeperson gemacht werden.

    Gruß
    Heike
     
  16. Hallo Heike,
    Nein, ich meine die Pflege incurabler oder austherapierter Pat., die in der häuslichen Umgebung nicht mehr adäquat versorgt werden können, nicht monatelang in KH´s verbleiben können und keinen Platz in einem speziellen Pflegeheim finden. Diese Menschen gelangen unweigerlich in die Altenheime - wohin auch sonst - und das eben zunehmend.
    "Reaction" bei akuten Krisen war immer schon Aufgabe der Heimpflege, angefangen von den Standards hypertensiv, diabetisch, anaphylaktisch, thyreotoxisch bis zum "Klassiker" der parkinsonschen Krise. Jetzt drängen zunehmend, besagte incurable Pat. in die Heime, die akute Krisen sozusagen im Einzugsgepäck gleich mitbringen. Damit meine ich Ca-/ AIDS-Pat. im Endstadium, MS- Pat. im Endstadium (mit Anfallsneigung), SHT- Pat. mit Hirndrucksymptomatik, Chorea Huntington im Endstadium, etc. Nehme ich noch schluckgestörte, trachetomierte Pat./ Bew. dazu, droht mir das alles viel zu schnell viel zu akut werden zu können.
    Insofern frage ich mich wieso sollen Beatmungspat. außen vor bleiben; sie würden das Bild doch gradezu abrunden?
    In diesem Zusammenhang nochmal der Hinweis auf das 2. Posting von kobold04:
    Nach langem Suchen habe ich in unserem Haus einen Krankenpfleger gefunden, der 3 Monate auf "Intensiv" gearbeitet hat (auch mit BeatmungsPat.). Seine Aussage in Kurzform: Beatmungsmuster hatte er nach guter Einarbeitung/Anleitung in 2 Wochen drauf; der Rest ist Routine und Kontrolle; Erfahrung erwirbt man durch längeres Arbeiten; Gefühl dafür hat man oder hat man nicht - da nützt auch keine Weiterbildung.
    Sein Fazit: Pflege von Beatmungspat. in Heimen nach Fortbildung möglich, wenn der Heimvertrag ein evtl. Restrisiko des Bew. regelt.

    Nach Eingabe von "ambulante Beatmungspflege" in Google, wurden ca. 2300 Einträge gefunden.

    Gruß, Altenpflegel
     
  17. Hi Altenpflegel,

    wir reden trotzdem von zwei verschiedenen Patientengruppen. Es gibt die akut Kranken die in ein KH kommen und dort die Indikation zur Intensivstation "bekommen" und bei uns aufgenommen werden. Das sind definitiv andere Patienten als du sie oben beschrieben hast! Nur um ein paar Erkrankungen zu nennen die ich meine: Herzinfarkt, Status asthmatikus, Sepsis, Polytrauma, akute Pneumonie....Das sind alles Krankheitsbilder die bestimmt niemals in einem Altenheim (in der Akutphase) zu finden sind bzw. wenn es zu diesen Krankheitsbildern kommt nicht in den Heimen verbleiben sondern zügig ins nächste Krankenhaus ( mit NA Begleitung) gebracht werden. Dort wird dann die Behandlungspflege begonnen. Hier werden Beatmungseinstellungen vorgenommen die kein Beatmungsgerät in einem Altenheim/ambulante Pflege leisten kann. Das ist auch nicht die Aufgabe der Altenheime.
    Natürlich kann aus jedem langwierigen Beatmungspatienten ein akuter Notfall werden. Klar! Dann kommen sie aber in ein KH auf eine Intensivstation.

    Die Krankheitsbilder die du geschildert hast (MS/AIDS/CA) sind alle im Endstadium. Hier geht es doch vor allem um Palliativpflege, oder?
    Das dies mehr und mehr von Altenheimen übernommen werden müssen, ist leider wahr. Die Medizin ist mittlerweile so weit, dass diese Krankheiten länger überlebt werden. Das bedeutet natürlich auch, dass der Zustand von "intensiver Pflege" und somit auch Beatmung länger andauert als es ein KH leisten kann. Aber warum muß die Versorgung dieser kranken Menschen von Leuten gemacht werden (gerade die Beatmungspflege) die, meiner Meinung nach, nicht in vollem Umfang dafür ausgebildet sind??

    Wenn euer Pfleger meint, dass er die Beatmungspflege nach drei Monaten Praktikum auf einer Intensivstation "drauf" hat, ist er entweder ein Naturtalent oder ich mache seit Jahren ihrgend etwas falsch. Warum dauert eine Fachweiterbildung zwei Jahre wenn man nach drei Monaten die Kunst der Beatmung "drauf" hat? Hört sich jetzt vieleicht etwas arrogant an aber das kann ich deinem Kollegen nicht so ganz abnehmen. :blushing:

    ARDS gibt es definitiv nicht in der häuslichen Pflege. Ich hoffe wir meinen das Gleiche? Eine sogn. "Schocklunge" ist selten als isoliertes Krankheitsbild zu sehen sondern meistens in Verbindung mit einem Multiorganversagen. Diese Patienten sind sehr instabil und brauchen die ganze Bandbreite der Intensivmedizin und die gibt es nicht in Altenheimen. Dafür sind sie auch nicht zuständig!

    Ich glaube wir kommen nicht auf einen gemeinsamen Nenner weil ich mich nicht davon überzeugen lassen kann, das dieses Wissen und diese Erfahrung die eine Fachpflegekraft hat einfach in einem Lehrgang so mal eben zu erlernen ist. :blushing:


    Gruß
    Heike
     
  18. Hi Heike,

    ich empfinde die Diskussion mit dir als sehr spannend, befürchte aber, das wir andere Leser mit unserem Dialog langweilen könnten oder möglicherweise das eigentliche Thema sprengen. Deshalb zunächst -nur einige kurze- Anmerkungen zu einigen deiner Ausführungen:
    Eher Naturtalent oder vielleicht Ausnahmepfleger: der Mann hat sich in fünf Jahren Berufserfahrung in alle Stationen seines KH versetzen lassen um herauszufinden, was ihn am Meisten interessiert. Danach das gleiche in der Altenpflege: ambulant, stationär und letztendlich bei uns, die Arbeit mit Körperbehinderten in der Langzeitpflege (überwiegend SHT, Appalisches Syndrom, MS, Apoplexie u.a. neurologische Krankheitsbilder). Jetzt möchte er zurück in die Kardiologie, am liebsten intesiv. Der Mann glänzt mit einem unglaublichen Fachwissen und Können, ist dabei ruhig, besonnen und überhaupt kein "Schwätzer".
    Nein, hier geht es um die Pflege der gesamten letzten Lebensphase incurabler Pat., die sich mitunter über Jahre erstrecken kann. Am Ende dieser Phase stünde die Palliativpflege; im Vorfeld kommt es dagegen häufig zu akutem Geschehen, das - nach intensivmedizinischer Intervention - auch intensivpflegerisch begleitet werden sollte.
    Es fragt sich nur wo; mehrmonatige oder gar jahrelange Liegezeiten auf Intensiv- oder anderen KH- Stationen kommen nicht in Betracht, und häusliche Versorgung ist nur in Einzelfällen möglich. Folglich "landen" diese Kranken im Altenheim. Ähnlich ist die Situation beatmeter Pat.

    Mit dieser Feststellung möchte ich wieder etwas näher an die unterschwellige Frage dieses Threads heranrücken. Diese lautet m. E. nicht: soll Altenpflege Beatmungspat./- Bew. pflegen (denn das tut sie ja bereits).
    Die Frage lautet vielmehr: kann man diese offenbar stillschweigend zugewiesene Aufgabe der Altenpflege wieder wegnehmen.

    Ich glaube nein; ich glaube, das die Altenpflege mit den bereits bestehenden Fachfortbildungen das MAGS vor die Alternativen stellt entweder neue Pflegeplätze für Langzeit- Intensivpat. zu schaffen oder Altenpfleger/ innen die Weiterbildung "Intensivpflege" zu eröffnen (was frühestens in 2-3 Jahren greift) oder die Fachfortbildungen zu akzeptieren. Und das MAGS wird sie akzeptieren, weil schneller und kost´nix.

    Gruß, Altenpflegel
     
  19. Hi Altenpflegel.

    finde unser Unterhaltung auch recht gut. Zumal ich mir über diese Thematik noch nie so ganz intensiv meine Gedanken gemacht habe.

    Ich glaube, dass sich in Bezug auf die "Intensivpflege außerhalb einer Intensivstation" (mit fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) vieles ändern muß. Ich denke auch, dass dies nicht von "normalen" Altenheimen zu leisten ist. Mir gefällt der Gedanke, dass es spezielle Heime gibt (gibt es wahrscheinlich jetzt schon) die mit genügend Fachpflegekräften (dann vieleicht auch Altenpfleger mit Intensiverfahrung) und Fachpflegekräften aus der Intensivpflege gemeinsam solche Patienten, wie du sie oben geschildert hast, würdevoll pflegen.
    Mit der Gesetzeslage kenne ich mich nicht so gut aus. Deshalb weiß ich nicht was auf der politischen Ebene so alles beschlossen werden kann. Wir werden sehen!

    Gruß
    Heike
     
  20. Die Damen und Herren Minister sind lustig:
    Woher soll den so viel qualifiziertes Personal kommen, wenn nahezu alle Kliniken aus Kostengründen die Weiterbildungsmassnahmen reduzieren?
    Nicht mal Intensivstation sind ausreichend mit diesen Kräften ausgestattet . . .
    Aber eine solide Einarbeitung mit Theoretischem Unterricht schadet sicher nicht. Dafür muss die Einrichtung halt sorgen.
    Wir als Klinik arbeiten gerade eine einer entsprechenden Kooperation mit einer Pflegeeinrichtung. Schliesslich ist es auch für uns frustrierend wenn Patienten nach langer intensiver Pflege im KH nicht adäquat weiterversorgt werden
     
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