Altenpflege Altenpflegerin werden trotz Studium?

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MaryKittyCat

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Hallo liebes Forum,

ich (24) bin ganz neu hier und habe eine wichtige Fragen zum Beruf der Altenpflegerin.

Mein Problem ist folgendes: ich habe vor zwei Monaten mein Studium (Kulturwissenschaften/Geschlechterforschung/Skandinavistik) mit sehr gut abgeschlossen. Ursprünglich wollte ich was mit Kultur machen - nach x Bewerbungen und nur Absagen habe ich auch unbezahlte Praktika gemacht, zb in der PR-Branche etc. Dabei habe ich immer mehr gemerkt, dass mir eher soziale Berufe liegen. Dieses anonyme am Schreibtischsitzen und nicht mit Menschen zusammenzuarbeiten - das liegt mir gar nicht. Ich war eine Woche allein weg in einem Ort, wo nichts war und bin tief in mich gegangen und habe überlegt, was ich wirklich machen will.

In meinem Studium fand ich das Thema "Alte in unserer Gesellschaft" und ähnliches sehr spannend und habe dazu viele Seminare belegt. Früher habe ich auch ehrenamtlich mit alten Menschen gearbeitet, zb in einem Altenheim. Bis zum Studium habe ich einer älteren Dame in ihrem Haushalt geholfen und ihr Gesellschaft geleistet. Und ich habe Hausarbeiten und wissenschaftliche Aufsätze zum Thema geschrieben. Meine Mutter ist auch Altenpflegerin.

Fazit: mich hat es also schon immer interessiert, aber ich habe die falsche Ausbildung, um hier beruflich aktiv zu werden.

Meine Frage ist: kann ich irgendwie einsteigen? Laut den Stellenangeboten werden immer nur ausgebildete Altenpfleger gesucht,was ja auch logisch ist. Eine Ausbildung kann ich mit meinem Alter wohl auch nicht machen, da ich ja schon eine fertige Ausbildung, nämlich das Studium, habe. Ich würde notfalls auch umsonst bzw für 400 Euro arbeiten, um den Job zu machen. Schließlich muss man ja auch irgendwie leben können.
Ansonsten habe ich auch Angst vor den Fragen à la "Warum haben Sie denn dann erst studiert und nicht gleich eine Ausbildung gemacht???"

Ihr seid hier ja alle Profis vom Fach. Meint ihr, man hat als Quereinsteiger eine Chance? Oder muss man wirklich erst eine Ausbildung machen? Oder gibt es noch irgendwelche anderen Aufgaben/Berufe, die ich in der Hinsicht machen könnte?

Letztendlich denke ich, man braucht wohl eine Ausbildung. Beim Arbeitsamt wurde mir auch mehrfach gesagt, mein Studium sei nichts wert und da ich ja mit 24 nicht mal eine Ausbildung hätte, wurde ich in die Abteilung "Jugendliche unter 25 ohne Ausbildung" geschickt. Aber kann man denn wirklich auch noch mit 24 Jahre eine Ausbildung machen? Ich kann mir das nicht vorstellen...aber ich bin auf eure Meinungen gespannt!

Ich danke euch schon mal fürs Durchlesen!!!! Danke!

Alles Liebe,

MaryKittyCat
 
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Kulturwissenschaflterin
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Pfleger*m84

Pfleger*m84

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Hi,

also ich würde dir raten, vorallem in deinem Alter, die Ausbildung zum Altenpfleger zu machen. Hierbei würd ich folgend vorgehen:

Informier dich, wann bei dir die Ausbildung startet. Meist im September, aber oft auch August oder Oktober. Evtl. auch andere Monate, das kommt auf deinen Wohnort an. Hier würde ich an den Altenpflegeschulen in deiner Umgebung anfragen. Staatliche Schulen bzw. die des DRK, Diakonie etc. würde ich gegenüber den privaten vorziehen, da die Schulkosten hier meist günstiger sind bzw. gar keine erhoben werden. Wenn du das weisst würde ich ersteinmal ein Praktikum in der Pflege machen. Aber wirklich in der Pflege...Hier reicht 1-2 Wochen um herauszufinden ob du dir den Beruf vorstellen kannst. Denn einfach ist es nicht.;) Dann würde ich Bewerbungen schreiben. An die Schulen und Einrichtungen in deiner Umgebung und natürlich, wenn es dir dort gefallen hat, in der Einrichtung des Praktikums. Schreib mehrere Einrichtungen und auch mehrere Schulen an, denn Einrichtungen haben Kooperationsverträge, und das meist nur mit bestimmten Schulen. z.B. wird dich eine Diakonie-Einrichtung eher in eine eigene Schule schicken als an eine des DRK;) logisch...deshalb in mehreren Schulen und in mehreren Einrichtungen bewerben. Informier dich schon vorab über die jeweilige Einrichtung und das Leitbild dieser, das du gut in die Bewerbung einbringen kannst. Und vorallem informier dich über den Beruf. Denn Fragen werden nicht ausbleiben.
Das sollte erstmal reichen;)

Gruß und viel Erfolg
 
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bowielein

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Wieso sollte man mit 24 keine 2. Ausbildung mehr beginnen können?
Und glaube mir, in Pflegeberufen gibt es viel mehr Quereinsteiger, als du dir denken kannst. Mache ein Praktikum in einem Heim, evtl noch ein 2. in einem anderen Heim, damit du einen besseren Einblick in den Beruf bekommst. Und dann suche dir einen Ausbildungs- und Schulplatz.
 
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Intensivpfleger
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Katta

Katta

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Hallo Mary
da bin ich einer Meinung mit dem Pfleger und 24 ist ja auch noch nicht alt. Ich mache zur Zeit eine Ausbildung als Altenpflegerin nach 7 jahre Arbeit als Pflegehelferin und bin 46 Jahre alt.
Bei uns in der Schule kann man auch im April anfangen. Aber ein Praktikum möchte ich dir auch ans Herz legen, sei dir ganz sich dass du das machen möchtest, es gehört schon ein Portion (kann auch eine größere sein) Idialismus dazu. Mir machts sehr viel Spaß und ich würde es wieder machen. Es ist nicht einfach, viel lernen, viel arbeiten, aber machbar. Bei Fragen immer melden.
Gruß Katta
(ich hoff diese Antwort taucht jetzt auf hier)
 
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examinierte Altenpflegerin /Praxisanleiterin
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Pflegeheim
Ulmerich

Ulmerich

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Hallo MaryKittyCat!

"24" ist doch kein Alter :) ...Und Dein (sogar abgeschlossenes) Studium is´sicher auch kein Hinderungsgrund für eine Ausbildung. Wie bowielein schon sagt, gibt es sehr , sehr viele Quereinsteiger. Bin da eins von tausend Beispielen. ABI- Zivildienst im Pflegeheim (...und das hat so´n Spaß gemacht)- 4 Semester Jura, 2 Semester Musikwissenschaften: Beides abgebrochen ;). Mit 23 Jahren meine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen. In meinem Kurs waren Ex-studenten, 40-jährige Mamas, gerade fertig gewordene Realschulabgänger, ein ehemaliger Elektriker usw. usf. Die Ausbildung war die tollste Zeit EVER!
Also, bewirb Dich :)
Gruß Ulmerich
 
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Krankenpfleger, Fachpfleger für palliative Versorgung
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MaryKittyCat

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Hallo,

danke für Eure vielen Antworten. Ich hatte wegen der Ausbildung aus zwei Gründen Bedenken.

1. viele Leute meinten, dass das eine Abwertung meines Studiums wäre. Dass das Geld fürs Studium umsonst gewesen ist, denn die 700 Euro pro Semester sind ja happig.

2. fände ich es komisch, mit 15 jährigen Teenagern auch allgemeinen Unterricht wie Deutsch oder so zu haben. Zum einen würden die mich wohl komisch ansehen und zum anderen würde ich mich dann vielleicht unterfordert fühlen. Denn man lernt ja sicherlich nicht nur Dinge, die mit dem Beruf dann am Ende konkret was zu tun haben.

Ich bin mir einfach unsicher. Mir ist das zB auch deswegen eingefallen, weil ich ja schon mal ehrenamtlich in einem Altersheim war. Da haben sich die Leute total gelangweilt und das einzige Highlight war Essen, Kartenspielen und Friseur. Daher dachte ich, man könnte vielleicht etwas mehr Leben reinbringen durch bestimmte Angeboten wie "5-Sinne-Erleben" oder so, damit das Leben nicht so trist ist. Das ist dann zwar nicht mehr Altenpflege, sondern ganz was Anderes, für das ich ebenfalls keine Ausbildung, aber tausend Ideen habe. Aber wohl auch utopisch und unrealistisch. Ich weiß auch nicht....ich könnte ja auch noch mal zum Arbeitsamt gehen und mich beraten lassen. Aber die haben da so auf mir rumgehackt, weil ich nun mal leider nur studiert habe und meinten so "Mein Beileid!" und dachten, ich wäre total blöd. Denn wegen einer Umschulung müsste man ja dorthin. Könnte ich nicht auch eine Umschulung machen? Denn ich kann ja jetzt nicht noch jahrelang eine Ausbildung machen, wenn ich schon studiert habe, was ja auch einige Jahre dauert. Ich muss ja relativ schnell auch konkretes Geld verdienen. Und es nützt auch nichts, wenn man vielleicht vom Naturell her super geeignet wäre, aber kein Zeugnis hat.
Mal gucken, was ich mache. Ich werde mich auf jeden Fall noch detaillierter informieren!

Liebe Grüße,
MaryKittyCat
 
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Kulturwissenschaflterin
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MaryKittyCat

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

@Ulmerich: echt, da waren so durchgemischte Altersgruppen? Musstest du nicht in so eine Berufsschulklasse mit Teenies??? Das dachte ich nämlich: Ausbildung = Berufsschule
 
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Kulturwissenschaflterin
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Katta

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Hallo,
also der Altersschnitt unserer Klasse ist 41 Jahr, da währst du eher mit das Küken. Das liegt allerdings auch da dran, dass die meisten vom Arbeitsamt gefördert sind. Mit Förderung nach längerer Arbeit als Pflegehelferin. Aber, meine Paralellklasse ist auch nicht so jung und 15 Jährige Altenpflegeschüler findest du eh selten, da meist Realschulabschluß oder Berufsausbildung gefordert ist. Ich denke das sind die kleinsten Sorgen
Grüße von Katta
 
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examinierte Altenpflegerin /Praxisanleiterin
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Pflegeheim
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gonzi

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Versuch doch mal in der Altenpflege Arbeit zu finden, und dann berufsbegleitend eine Ausbildung zu machen. Kenne viele, die diesen Weg gegangen sind. Vorteil: der AG zahlt die Ausbildung, Nachteil: du musst dich für mehrere Jahre verpflichten.

LG gonzi
 
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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Die Krankenpflegeausbildung hat drei Jahre gedauert. Ja, der "Mix" unseres Kurses war bunt. Und in den Kursen nach mir war dies genauso. Neben den Einsätzen in den unterschiedlichen Fachabteilungen hatten wir einmal pro Woche "Schule" und alle paar Monate 4 Wochen Blockunterricht. Die wesentlichen Fächer waren fachbezogen, sprich Anatomie, Chirurgie, Innere, Gynäkologie,
Verbandslehre, Krankenpflege &&&&&. Wenn ich mich recht erinnere (is´ja schon lange her), waren die für mich "normalschultypischsten" Fächer medizinisches Rechnen und Rechtskunde. That´s it.
Ich nehme an, dass dies in der Altenpflegeausbildung genauso ist.
 
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bowielein

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

In den Pflegeberufen wird meist nicht mehr nach "Fächern" unterrichtet, sondern nach Lernfelder.
Und in der Altenpflege ist auch die Tagesgestaltung ein großer Bereich, wo unterrichtet wird. Nur wird dieser Bereich meist an Alltagsbetreuer mit einer 300h-Ausbildung abgegeben.
 
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nofretete

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Also erstmal, laß dir nicht einreden, das deine bisherige Ausbildung nichts wert ist. Nun das andere also du hast vielfältige Interessen, bist hochgebildet, erkundige dich doch mal wie es aussieht mit Studium im Pflegemanagment, PDL, Heimleitung. Deine Denkansätze und Vorstellungen sind nicht schlecht. Wenn du das nicht möchtest, dann ginge auch noch neben Krankenschwester/Altenpflegerin, die Ausbildung zur Ergotherapeutin.
 
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Pfleger*m84

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Ob du jetzt nun lernst oder umschulst, ist völlig egal. Die Ausbildungszeit bleibt 3 jahre, bzw. berufsbegleitend 5 jahre. Fächer gibt es nur noch in Bayern, die nach Lernfeldern gegliedert sind. in allen anderen ländern gibt es nur noch lernfelder. du wirst keine 15 jährigen finden, wie hier schon gesagt wurde. der altersdurchschnitt ist höher als dein alter ist. natürlich wird es für dich in manchen fächern oder themen "langweilig" sein, wie kommunikation etc. aber so ist es nun mal. was ich nicht versteh: auf der einen seite ist dir das geld in der ausbildung zu wenig, auf der einen seite überlegst du für 400 euro zu arbeiten. das ausbildungsgehalt ist höher als du denkst.

du wirst in keinem beruf als in der pflege bessere aufstiegschancen haben, das kann ich dir versprechen;) dir stehen die türen offen, vorallem mit abi.

Studium Pflegewissenschaften / Pflegemanagement BA / BSc bzw. Master, Master of science in nursing, etliche Weiterbildungen usw.

Solche Jobprobleme wie du jetzt hast wirst du, vorausgesetzt du eignest dich, nicht mehr haben. Und die 3 jahre sind seeeehr schnell rum;) und vorallem bist du ja echt noch jung. Überleg es dir

Gruß
 
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nierstein

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Ich rate von der Ausbildung zum Altenpfleger ab. Knochenjob, viel Verantwortung, kaum Anerkennung, und schlechtes Gehalt. Der Beruf wird vermutlich demnächst ersetzt durch andere Berufsbezeichnung, wie Gesundheits und Altenpfleger. Wenn schon dann gleich Krankenpfleger, dann kansst du immer noch in einem Pflegeheim oder amb. PD arbeiten, andersrum viel schwirieger. Ich bereue das ich in deinem Alter nciht studiert habe. Also überlege dir das sehr gut
 
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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Ich rate von der Ausbildung zum Altenpfleger ab. Knochenjob, viel Verantwortung, kaum Anerkennung, und schlechtes Gehalt.
Na da sind wir doch mal froh, das Gesundheits- und Krankenpflege kein Knochenjob ist, man da keine Verantwortung hat und hunderte von Euro mehr mit nach Hause nimmt....:super::suche:

Der Beruf wird vermutlich demnächst ersetzt durch andere Berufsbezeichnung, wie Gesundheits und Altenpfleger. Wenn schon dann gleich Krankenpfleger, dann kansst du immer noch in einem Pflegeheim oder amb. PD arbeiten, andersrum viel schwirieger.
Also wenn du hier mit Änderungen um dich wirfst, dann erklär sie doch einer Fachfremden Person richtig...Nicht nur die Bezeichnung wird sich wahrscheinlich ändern, sondern die gesamte Ausbildung. Kranken- und Altenpflege soll zu einer Ausbildung zusammengeführt werden. Ob und wie das stattfinden soll, steht noch gar nicht 100% fest.
Natürlich ist es als Altenpfleger schwieriger in einem Krankenhaus zu arbeiten. Aber Hallo? Man lernt Altenpfleger um im Seniorenbereich zu arbeiten, das überlegt man sich früher...
Ich bereue das ich in deinem Alter nciht studiert habe. Also überlege dir das sehr gut
Sie hat studiert, nur bekommt sie dort keinen Job. Es wird sowieso in ihrem Alter darauf hinauslaufen das sie nochmal in der Pflege etwas studiert, also denk ich jedenfalls mal, sofern sie in die Pflege umsteigt.

Deine Argumente sind erstens teilweise falsch, zweitens schlecht, und drittens tragen sie mal wieder zum schlechten Berufsbild der Altenpflege bei.

Danke dafür:mad_2::whistling
 
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nierstein

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

ich gebe zu das ich den Beitrag in Eile geschrieben habe,

und nicht ausführlich genug ausgeholt habe. Pardon!

Eine gute Hilfe kann es evtl. sein wenn man sich einfach mal durch die Beiträge zum Thema Altenpflege durchliest. Ich wollte auch nicht pauschalisieren (es gibt auch gute Arbeitgeber! gute Einrichtungen!)

Dennoch muss man einfach mal die Fakten (also den Durchschnitt) sehen,
und die aktuelle Statistik für Altenpflege zum Beisp. sagt das die Verweildauer der Altenpfleger in Ihrem Beruf bei über 70% (!!) nur 5 Jahre beträgt. Wenn das nicht zum nachdenken gibt, (und wenn das nicht traurig ist, das man dafür 3 Jahre lernt) ist es immer noch gut wenn man mal für 1-3 Monate in der direkten Pflege arbeitet
(und nicht nur ne Woche hospitiert)

Jeder kann ja für sich selbst entscheiden. Warum ich hier überhaupt antworte, ist nicht aus dem Grunde weil ich hier etwas schlecht machen will,

nein - nur habe ich viele (nicht nur ein paar) junge und ältere Menschen kennengelernt, denen falsche Visionen vermittelt wurden ( was z.Bsp. die Agentur für Arbeit gern macht) und sie im nachhinein den Schritt bereut haben

Ich persönlich habe den Beruf aus Überzeugung mit Freude und Spaß erlernt,

leider hat sich die Gesamtsituation der Altenpflege in den letzten Jahren aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Üblich in der Altenpflege: Dienste a 6,5 Stunden und dafür viele Tage am Stück, geteilter Dienst (die größte Sauerei), Rausholen/rufen aus dem Frei, arbeiten an weihnachten oder silvester, gestreßte, geburnoutete Kollegen, Zeitdruck (und dadurch mechanische Pflege), und sehr oft ganz einfachFließbandpflege.......

letzendlich und das wird denke ich für jeden entscheidend, die Vergütung; für diese Leistung: durchschnittlich beginnt ein AP bei 2000-2200 brutto, und jetzt realistisch rechnen, was bleibt netto, reicht es für mich zum leben, für urlaub vllt. oder für ein auto zu sparen, und wenn ich kinder habe? was kostet die miete, benzin, nebenkosten zur zeit, ....
hier wurde auch von aufstiegschancen gesprochen

Bsp.: Wohnbereichsleitung bekommt 200-300 eur mehr, hat dafür noch mehr verantwortung und noch weniger Freizeit und noch viel mehr Streß

Bsp.:pDL Stelle bekommt nicht jeder, aus meinem PDL (3200 Stunden) Kurs 24 Teilnehmer haben nur 3 eine Stelle bekommen, der Kurs davor und danach war nicht besser

Aufstieg mit Weiterbildung, (palliativ,etc.) na gut da gibts dann halt mal 100 eur bis 200 eur mehr auf bruttolohn,

sicherlich gibt es regionale unterschiede, und bestimmt hat der eine oder andere mehr bei verhandlung rausgeholt

ich rede aber weiterhin von durchschnittswerten,

man lese und vergleiche die beiträge in der zeitschrift die schwester der pfleger über die situation der pflegekräfte, barometer etc., auch bei der AOK gibt es wunderbare Statistiken und Auswertungen

GuK wäre meiner Meinung nach halt die bessere Variante, weil man damit mehr Türen offen hat, - wenn man schon in die Pflege geht

Mein persönlicher Aufstieg war der das ich mit der PDL Weiterbildung jetzt auch studieren kann :))) :grin:

ich mache das Bild der Altenpflege NICHT schlecht, das machst du und manche viele andere auch, in dem Ihr so manches Übel schön redet, stillschweigend akzeptiert, euch nicht wehrt, oder ganz einfach mit dem persönlichem Helfersyndrom überfordert seit.
:whistling

sorry wenn das jetzt zu böse formuliert war, - so sehe ich es, und vielleciht leigt es daran das ich seit 2 Tagen nicht geschlafen habe und mein Nachtdienst endlich zu ende geht
 
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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

schon besser;)

deine Ansichten sind nicht von der Hand zu weisen, es ist kein dankbarer Job, leider.

Deine Angaben zu Mehrverdienst nach Weiterbildungen sind sehr hoch angesetzt, ich weiss auch von 30 Euro Brutto mehr, wenn man WBL macht. Der AG argumentiert hier mit:"Wir haben dir doch die WB gezahlt";) Du hast mit deinen Argumenten recht, vergisst aber was entscheidendes:

1. sind andere Berufe auch hart und schwer
2. ist der Beruf der Altenpflege der wahrscheinlich sicherste, den es gibt. Was andere nicht von sich behaupten können, die wissen nämlich jeden Monat nicht, ob es ihre Firma nächsten Monat noch gibt....

Das kann dir in der Altenpflege nicht passieren. Zwar ist es mögich das Verträge nicht verlängert werden, aber niemand, der eine halbwegs gute Fachkraft ist wird Probleme haben einen neuen Job zu finden. Das gibt Sichrheit, und Sicherheit gibt ein gutes Gefühl, auch wenn der Job undankbar ist.

Ansonsten stimme ich dir zu;)
 
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heloisa

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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

Daß die Altenpflege einen schlechten Ruf hat liegt oft an den Beschäftigten selbst. Duck-Dich- Mentalität, sich alles gefallen lassen, kuschen vor allem und jedem, nichts reflektieren, sich gegen alles neue verschließen, Angst vor Risiko...was weiß ich noch alles.
Jeder der den Job lernen will soll es tun, aber bitte nicht die, die "im Krankenhaus nicht unter kommen", die braucht auch keiner in der Altenpflege.
Ich bin stolz drauf das geschafft zu haben; Examen mit 1, jetzt Pflegemanegemntstudium, nach vielen vielen Jahren der Schritt in die Selbstständigkeit....und JAAAAA......ich hahbe sogar im Krankenhaus gearbeitet.....als Altenpflegerin bin ich da gelandet, trotz oder gerade wegen meiner Ausbildung.....besser wars dort nicht, und anspruchsvoller war die Arbeit auch nicht....
Also, liebe Verfasserin des Threads, komm und erlerne diesen tollen Job, Dir steht hinterher vieles offen. Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen.
 
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AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

dem kann ich nur zustimmen...
 
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Schokokeks

AW: Altenpflegerin werden trotz Studium?

ich würde es mir überlegen, mit abitur die pflege am bett zu verrichten und in erwägung zu ziehen, neben der ausbildung zur altenpflegerin zusätzlich den bachelor als dualen studiengang mitzunehmen. der dauert 4,5 jahre, vorher examinierst du die altenpflege. wir brauchen in der altenpflege schon schlaue köpfe, die sich für uns stark machen.

liebe grüße


btw: ich finde die letzten beiträge von pfleger m84 großartig.


@netzwerkpflege: diese machtkämpfe KP versus AP sind ermüdend. wir brauchen uns um unser schlechtes berufsbild garnicht zu sorgen, dazu haben wir menschen in der pflege, die das für uns schon besorgen.
wer würde die alten herrschaften ohne uns nur versorgen? keine angst, das ist eine rhetorische frage!
 
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